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Zwischen Carsharing und StadtRad

Start-Up will Hamburger Markt mit Miet-Rollern aufmischen

Start-Up will Hamburger Markt mit Miet-Rollern aufmischen Foto: Jaano
Neue Konkurrenz für Mieträder und Carsharing: Ein junges Start-Up will in Hamburg Motorroller vermieten, die in der City überall ausgeliehen und abgestellt werden können. Die Mietpreise liegen zunächst bei 13 Cent pro Minute. Schon in wenigen Wochen beginnt eine Testphase, für die rund 400 Freiwillige gesucht werden.
Die Carsharing- und Mietrad-Anbieter in Hamburg bekommen neue Konkurrenz auf zwei Rädern. Das junge Start-Up "Jaano" will ab Sommer 2015 im Citybereich Motorroller vermieten, die überall am Straßenrand ausgeliehen und abgestellt werden können.

Die erste Testphase mit zunächst 15 Rollern und nur einzelnen "Verleih-Inseln" startet in wenigen Wochen, am 15. Juli. Dafür sucht das Unternehmen rund 400 Kunden, die das System auf Herz und Nieren prüfen.

"Im regulären Betrieb werden unserer Kundschaft 115 Jaanos zur Verfügung stehen. Das Geschäftsgebiet umfasst dann 40 Quadratkilometer - im Süden bis zur Hafencity, im Osten bis zur Lübecker Straße, im Norden bis zum Stadtpark und im Westen bis zum Bahnhof Altona", so Jaano-Sprecherin Linda Lartey.

Dreh- und Angelpunkt für die Anmietung der Vespa-Roller ist eine Smartphone-App. Hier können Kunden auf einer Karte sehen, wo der nächstgelegene Roller steht und ihn reservieren. Am Roller angekommen dient die App gleichzeitig auch als Schlüssel.

Alle Roller dürfen mit einem normalen PKW-Führerschein gefahren werden (Typ: Vespa Primavera 50 4T 4V, Höchstgeschwindigkeit: 50 Km/h), sind für maximal zwei Personen zugelassen und mit zwei Helmen (inkl. Einweg-Helmhauben), Smartphone-Halterung und Akkuladegerät für iPhone's und Micro-USB-Telefone ausgestattet.

Die Preise liegen in der Testphase 2014 bei 13 Cent pro Minute. Wird der Roller zwischengeparkt, zahlt man 9 Cent pro Minute. Die Anmeldegebühr entfällt während des Testzeitraums. Die Konditionen für den regulären Betrieb ab 2015 sind noch nicht bekannt.

Die Preise in der Testphase liegen damit deutlich unter den Konditionen der Hamburger Carsharing-Anbieter car2go (29 Cent/Minute) und Drivenow (31 Cent/Minute), sind aber teurer als die StadtRad-Mietfahrräder (erste halbe Stunde kostenlos, danach 8 Cent/Minute).

Eine direkte Konkurrenz zu den etablierten Autovermietern sehen die Jungunternehmer aber nicht. "Die Carsharinganbieter stellen lediglich indirekte Mitbewerber dar, da wir die Lücke zwischen Auto und Fahrrad schließen. Wir sehen uns eher als Ergänzung für Carsharingnutzer, welche sich kostengünstiger und sparsamer, sowie flexibler in unserer Hansestadt bewegen wollen", so Jaano-Sprecherin Lartey.

Hinter dem neuen Unternehmen stecken die zwei jungen Hamburger Jaan Hofmann und Tino Hoffrichter, die ihre Idee zunächst mit Eigenkapital und später mithilfe von Privatinvestoren verwirklichen wollen. Mehr Informationen gibt es hier.

8 Kommentare

  • WW

    Gute Idee, aber was ist der Vorteil zum ÖPNV ?

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  • ALD

    Diese lauten, stinkenden Dinger brauche ich nun echt gar nicht.

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  • Björn Bartels

    Was ist der Vorteil an Carsahring gegenüber den ÖPNV? Fragen wir mal die mittlerweile 700.000 Kunden Deutschlandweit.

    Laut und sinkend sind die 2 Takter. Ich habe Jaano angeschribenen. Hierbei handelt es sich um 4 Takter, die nicht stinken und wesendlich leiser sind.

    Ich werde auf jeden Fall dabei sein.

    Freu mich =)

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  • WW

    Mit Car Sharing kann man Transportaufgaben lösen, mit Rollern nicht. Mit Car Sharing fährt man immerhin wettergeschützt. Vielleicht werden es Spaßgefährte für die Freizeit. Ich würde zumindest Elektroroller einführen, mit denen man leise und nicht stinkend fahren kann. Werden diese mit Ökostrom geladen, hätte man eine umweltfreundliche Mobilität. Aber alles nur für schönes Wetter.

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  • JH

    Die Zulassungsklasse ist mir nicht klar.
    Die Führerscheinsituation bei solchen Fahrzeugen ist sehr kompliziert. Ich meine, es ist ungefähr so: Vor 1981 waren in jedem Autoführerschein Zweiräder bis 50 cm³ ohne Geschwindigkeitsbegrenzung drin, dann nur noch solche bis 50 km/h. DDR-Führerscheine gelten bis 65 km/h, glaube ich. Heute gemachte Autoführerscheine berechtigen überhaupt nicht mehr zum Führen motorisierter Zweiräder (mit Ausnahme von Pedelecs bis 300 Watt und 25 km/h). Es gab mal einen Zweiradführerschein 1a bis 80 cm³ und 80 km/h. Neue Führerscheine der Klasse M gehen nur bis 45 km/h, darüber gibt es die Klassen A1 (125 cm³ leistungsbechränkt), A2 (48 PS) und A (unbeschränkt, ältere im ersten Jahr 34 PS).
    Das ist aber nur eine grobe Richtungsangabe, bitte selbst informieren!
    Die Aussage "können mit Autoführerschein gefahren werden" halte ich so für nicht haltbar.

    Seit 2009 müssen neu zugelassene motorisierte Zweiräder einen Katalysator haben und mindestens Euro 1-Norm erfüllen. Bald kommt Euro 3.. Damit sind stinkende Zweitakter ausgeschlossen. Wikipedia nennt für das angegebene Modell Viertaktmotor, 45 km/h und Euro 2-Norm.

    Ob die Teile im Straßenbild einen Sinn machen, wird man sehen.

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  • Busfahrer

    @JH

    "Neue Führerscheine der Klasse M gehen nur bis 45 km/h...

    Genau. Die 50er Vespa hat deswegen auch eine zugelassene Höchstgeschwindigkeit von 45km/h.
    Im Bericht steht zwar 50km/h, das ist aber nicht korrekt. Die Roller müssen -wenn sie in Deutschland zugelassen werden- auf diese Geschwindigkeit gedrosselt sein. So weit mir bekannt ist, gibt es das nur in Deutschland. Die 2Takter von Piaggio läuft fast 80km/h, wenn man die Drossel rausnimmt.

    "Die Aussage "können mit Autoführerschein gefahren werden" halte ich so für nicht haltbar."

    Können Sie ruhig. Bis 50ccm³ darf man motorisierte 2-Räder mit dem PKW-Führerschein fahren.

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  • JH

    @Busfahrer:

    Da muss ich Ihnen leider zum Teil widersprechen. Mich aber auch zum Teil korrigieren. Nach nochmaliger Recherche sieht das so aus: Es geht doch mit dem Autoführerschein!

    Führerscheine der Klasse 3, die vor dem 1.4.1980 ausgestellt wurden, gelten jetzt auch als A1 und können für Leichtkrafträder bis 125 ccm und 11 kW Leistung verwendet werden.
    Danach ausgestellte Auto-Führerscheine sind nur noch bis 50 ccm und 45 km/h gültig (Klasse AM). Für ältere Fahrzeuge bis 50 km/h. Sowie für Fahrzeuge, die nach DDR-Recht Kleinkrafträder waren (die sind wohl 65 km/h schnell).

    Genaues: http://www.fahrlehrerverband-bw.de/07-FSKl/Kl_pkw_neu.htm , unten auf der Seite.

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  • Lukas

    Es sollte nicht vergessen werden, dass Rollen zwei Hauptprobleme in Großstädten verschärfen: den Lärm und die Luftverschmutzung. Den weit über einem normalen PKW liegenden Lärm hört man auch bei einem 4-Takt-Roller ganz deutlich. Und die Luft verschmutzen darf der von Jaano genutzte und mit Schadstoffklasse EURO 2 ausgestattete Vespa Primavera 50 4T 4V im Vergleich mit einem modernen Diesel-PKW um das x-fache.

    Hier die Zulässigen Höchstmengen an Schadstoffen : https://de.wikipedia.org/wiki/Abgasnorm
    EURO6-Diesel-PKW (HC + NOx) 500 mg/km / CO 170 mg/km
    EURO2-Roller (HC + NOx) 1.200 mg/km / CO 1.000 mg/km

    Für Feinstaub gibt es für die Roller von Jaano laut dieser Liste überhaupt keine Begrenzung.

    Auch wenn ein Roller schneller einen Parkplatz findet als ein Auto, sieht es insgesamt nach einer schlechter Entwicklung für Hamburgs Wohnqualität aus.

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