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Autogipfel in Hamburg

Drohende Fahrverbote: Scholz fordert saubere Autos und Busse

Drohende Fahrverbote: Scholz fordert saubere Autos und Busse Foto: Christian Hinkelmann
In vier Jahren ist es soweit – dann will Hamburg nur noch emissionsfreie Linienbusse anschaffen. So hat es Bürgermeister Olaf Scholz versprochen. Das Problem: Die Industrie kann bis heute keine entsprechenden Serienfahrzeuge liefern und auch die Verbreitung von Elektro-PKW kommt kaum voran. Jetzt macht der SPD-Politiker Druck. Auf einem Autogipfel im Rathaus forderte er eine schnellstmögliche "Entgiftung des Straßenverkehrs" und warnte vor drohenden Fahrverboten.
Hamburg hat ein Problem: Seit Jahren ist die Luft mit giftigen Stickoxiden belastet – und zwar deutlich über den erlaubten Grenzwerten.

Doch bislang hat die rot-grün regierte Hansestadt das Problem nur zaghaft angepackt: Deutliche Reduzierung des Straßenverkehrs, der laut Umweltbundesamt rund ein Drittel der Stickoxid-Emissionen in Deutschland ausmacht?  Fehlanzeige! Umwandlung ganzer dieselbetriebener Buslinien in elektrische Stadtbahnen? In letzter Sekunde gestoppt!
Alternativer Ersatz der Dieselbusse durch Wasserstoff- oder Elektroantrieb? Noch weit von der Serienreife entfernt!

Dabei drängt die Zeit: Ab 2020 will die Hansestadt nur noch emissionsfreie Linienbusse anschaffen – so hatte es Bürgermeister Olaf Scholz vor fünf Jahren versprochen und danach oft wiederholt. Außerdem drohen Hamburg gerichtlich verlangte Fahrverbote, wenn die Stickoxid-Werte in der Stadt nicht bald ernsthaft sinken.

Aus diesem Grund hatte der Bürgermeister gestern zum Autogipfel ins Rathaus eingeladen. Am Tisch saßen Verkehrspolitiker aus mehreren Städten, Bundesverkehrsminister Alexander Dobrinth (CSU), sowie Vertreter der Automobilindustrie.

Eindringliche Forderung von Scholz an die Fahrzeugbauer: Die schnellstmögliche "Entgiftung des Straßenverkehrs". "Wenn wir verhindern wollen, dass schon in diesem oder dem nächsten Jahr ein Teil der Pkw-, Lkw- und Busflotte nicht mehr durch unsere Städte fahren dürfen, dann muss ein großer Teil der Flotte ganz ohne oder fast ohne Emissionen betrieben und zwar nicht irgendwann sondern schnell", sagte der SPD-Politiker laut Redemanuskript und betonte, dass der politische Wille und die Investitionsbereitschaft der Verkehrsunternehmen zur Modernisierung der Busflotten in Hamburg da sei – "wohl aber bremsen uns Kapazitäts- und technische Probleme."

Bundesverkehrsminister Dobrinth betonte, dass der Bund  die Elektromobilität unter anderem fördere, indem die Kommunen E-Mobile seit einigen Monaten im Straßenverkehr bevorzugen dürfen, zum Beispiel durch kostenloses Parken und die Benutzung von Busspuren – also ausgerechnet den Verkehrsflächen des umweltfreundlichen Öffentlichen Nahverkehrs, die Hamburg mit seinem Busbeschleunigungsprogramm gerade mühsam freiräumt.

Der Präsident des Verbands der deutschen Automobilindustrie, Matthias Wissmann wiederum schlägt eine grüne Welle für den Autoverkehr und die möglichst schnelle Erneuerung von Stadtbussen und Taxen durch modernere (Diesel-)Fahrzeuge vor, um die Schadstoffausstöße zu senken.

Olaf Scholz reicht das offenbar nicht. Er fordert größere Bemühungen auf Seiten der Autoindustrie: "Wenn wir nicht in kürzester Zeit zu bezahlbaren Preisen emissionsfreie Busse, Taxen und Lieferfahrzeuge einsetzen können, werden Fahrverbote von den Gerichten verlangt. Noch in diesem Jahrzehnt. Die Technologien müssen von Ihnen stammen. Wir kaufen die Busse. Das können wir zusagen."

Dem Umweltverband BUND, der nicht zum Autogipfel eingeladen war, ist das zu wenig: "Bürgermeister Olaf Scholz hat immer noch nicht erkannt, dass selbst wenn ab heute nur noch emissionsfreie Autos zugelassen würden, es noch Jahre dauern würde, bis die Stickoxidgrenzwerte der europäischen Union auch in Hamburg eingehalten werden könnten", so der Hamburger BUND-Geschäftsführer Manfred Braasch.

Und auch die LINKE kritisiert: "Luftreinhaltung geht nicht mit dem Auto, Herr Scholz". Wer wirklich etwas für bessere Luft tun wolle, müsse die umweltfreundlichen Verkehrsträger stärken. "Neben dem Öffentlichen Personennahverkehr gehören dazu der Fuß- und Radverkehr", so die verkehrspolitische Sprecherin Heike Sudmann.

Unterdessen wird Autofahren mit herkömmlichen Antrieben in Deutschland immer billiger. Ein Liter Diesel habe im Januar durchschnittlich 99,1 Cent gekostet, meldete gestern der ADAC. Das sei so günstig wie seit elf Jahren nicht mehr.

Lesen Sie hier die ganze Rede des Bürgermeisters zum "Autogipfel" in Hamburg

37 Kommentare

  • Max Hansen

    Um die Luftverschmutzung in Hamburg zu reduzieren sollte der Senat erst einmal den ganzen schwimmenden Dreckschleuder die einfahrt in die Elbe verbieten. Das sind keine Frachtschiffe, das sind schwimmende Sondermüllverbrennungsanlagen. In einem zweiten Schritt gehört der Flughafen raus aus der Stadt, am besten nach Parchim. Auch sollte der Bahn die Nutzung der stinkenden Diesel(Dreckschleuder)loks verboten werden.
    Dann ist die Luft schon viel besser.

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  • Oliver

    Fordern reicht nicht, hat es noch nie.
    Vielleicht sollte sich einmal die Erkenntnis durchsetzen, dass grenzenloser Individualverkehr UND lebenswerte Innenstädte nicht miteinander vereinbar sind. Und Hamburg hat aufgrund seiner Besonderheiten im Straßennetz doch gute Möglichkeiten, es mal mit etwas wirklich neuem zu versuchen. Zum Beispiel so:
    Ab 2025 kein Individualverkehr (nur noch ÖPNV, Taxen und Lieferverkehr) im Bereich zwischen Ring 1 und der Ost-West-Straße. Für Anwohner dieses Gebietes kostenlose Parkäuser ausserhalb und freie HVV-Benutzung.
    Ab 2030 innerhalb von Ring 2 (bis auf einige Haupt-Durchgangsrouten) nur noch reine Elektrofahrzeuge.
    Ab 2040 dito für den Bereich innerhalb Ring 3.
    ...
    Wer nur an kleinen Schräubchen dreht, kommt nicht vom Fleck!

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  • Kevin Schmidt

    Stadtbahn, Stadtbahn, Staftbahn! Ausgereifte Technik, flexibler als ein Bus, mehr Kapazität als ein Bus, schneller als ein Bus, komfortabeler als ein Bus, sauberer als ein Bus, wird von Fahrgästen eher angenommen als ein Bus, erreicht deutlich mehr Menschen als eine U-Bahn, günstiger als eine U-Bahn, schneller fertig als eine U-Bahn... was willst du denn noch? Kann doch nicht so schwer sein, lieber Herr Olaf.

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  • Werner Klingbiel

    Was auf der Straße bisher nur mit Straßenbahnen unf O Bussen wirklich geht, elektrischer Nahverkehr, wäre auf der Schienr vőllig problemlos. Schon die preußische Staatsbahn hatte Akkutriebwagen. Heute wäre es technisch űberhaupt kein Problem alle Dieseltriebwagen durch Hybridtriebwagen zu ersetzen, die an Ladestationen oder während der Fahrt auf elektrifizierten Strecken wieder aufgeladen werden. Erstens gibt es elektrische Bahnen und zweitens gibt rs nicht das Raum - und Gewichtsproblem wie im Straßenverkehr. Aber wie sehr man das gar nicht will zeigt Her Scholz bei seiner Verweigerungshaltung zur Stadtbahn und der Parteifreund von Frau Merkel und frűhere Auto - Verkehrsminister Wissmann bei der Eisenbahn

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  • Steinzeitdamm

    Ich habe die dunkle Vorahnung, dass Scholz bereit ist, den Diesel-Autoverkehr und besonders den LKW-Verkehr mit Dreckschleudern durch die Umstellung der Buslinien in den betroffenen Straßenzügen auf E-Antrieb zu überteuerten Preisen ("sind bereit zu investieren") zu retten. Da Hamburg bekanntlich jährlich einen "Strukturzuschlag" auf die HVV-Fahrpreise packt, um möglichst hohe Nutzerfinanzierung zu erreichen, kann sich jeder an zwei Fingern abzählen, was das bedeutet: Die HVV-Kunden sollen über weiter steigende Fahrpreise den Autoverkehr retten.

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  • Jens Willmroth

    Es gibt seit über zwanzig Jahren eine in Bussen und PKW bewährte, fast emissionsfreie Antriebstechnologie: Erdgas. Leider setzt die Stadt Hamburg weiterhin auf Diesel-Hybrid-Stinkbusse, die in Anschaffung und Betrieb teurer sind als Erdgasbusse, zwar etwas weniger Kraftstoff verbrauchen, dabei aber genauso viel CO2 in die Luft schleudern und ein vielfaches an Stickoxiden, Kohlenmonoxid und Kohlenwasserstoffen, von den Rußpartikeln, die auch ein Filter nicht komplett zurückhalten kann, ganz zu schweigen.

    Und Elektrobusse? Schöne Idee, haben aber beim derzeitigen deutschen Strommix eine schlechtere CO2-Bilanz als Erdgas, extrem hohe Anschaffungskosten, begrenzte Reichweite, Abhängigkeit von Schnelladestationen im Liniennetz und damit stark eingeschränkte Einsatzmöglichkeiten. Außerdem fallen hohe Infrastrukturkosten für die Schnelladestationen an. Eine ausreichend dimensionierte Erdgastankstelle in der Nähe eines der Betriebshöfe zu errichten dürfte um einiges billiger sein. Außerdem lassen sich damit zusätzliche gewinne erwirtschaften, wenn man sie mittels Tankautomat für die Öffentlichkeit freigibt.

    Brennstoffzellenbusse mit Wasserstoff? Die haben eine sehr schlechte Effizienz und, vor allem wenn Wasserstoff per Reformierung aus Erdgas gewonnen wird, ein vielfaches des CO2-Ausstoßes sogar von Diesel, geringe Reichweite pro Tankfüllung und sind derzeit ohne massive Förderung schlicht nicht finanzierbar.

    Herr Scholz: Die emissionsarme Antriebstechnologie, die Sie fordern, gibt es schon seit 20 Jahren, sie ist ausgereift und bewährt. Außerdem kostet sie langfristig nicht mehr als klassische Dieselbusse und weniger als Hybrid-Busse, haben eine bessere CO2-Bilanz als Elektrobusse und kosten einen Bruchteil.

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  • MitropA 1

    Für wie blöd hält eigentlich Herr Scholz seine Bevölkerung. Die Industrie kann sofort elektrische Straßenbahnwagen liefern und Falkenried kann sie sogar reparieren, wie sie es für Bremen tun. Nur Herr SPD basta Scholz will keine Straßenbahn, wie sie von Berlin bis Halberstadt in Deutschland fährt und von Stockholm bis Melbourne weltweit. Und die Behinderungen des heiligen PKW Verkehrs während der Verlegung der Gleise sind auch nicht größer wie beim Bau der Busspuren. Außerdem steigen Autofahrer in Schienenverkehrsmittel leichter um wie in Busse. Damit sinkt auch die Luftverschmutzung durch PKW. Vielleicht sollte erst einmal Herr Scholz umdenken.

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  • hamburgerjung

    Dieser Senat agiert in Sachen Verkehrspolitik nach dem Motto "Wasch mich, aber mach mich nicht nass". Verbesserung der Luftqualität funktioniert nicht durch emissionsärmere Fahrzeuge, sondern durch ein verändertes, modernes Mobilitätskonzept. Ein Anfang wären viel mehr autofreie Bereiche in der Innenstadt, Umweltzonen, eine attraktive Infrastruktur für den Radverkehr und Ausbau des ÖPNV. Zudem kommt die Umweltbelastung nicht nur aus dem Auspuffrohr - auch der Autolärm und der Platzverbrauch für überdimensionierte Straßen und Parkplätze zählen dazu. Deshalb: Es muss ein Umdenken in den Köpfen stattfinden - dann hätte Hamburg vielleicht eine Chance, "die schönste Stadt der Welt" zu werden, wie es sich ja häufiger zu behaupten anmaßt.

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  • oepnv-nutzer

    An die Zukunftsfähigkeit von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren (Dobrindt, Wissman et al.) für den ÖPNV zu glauben, wäre genauso kompetent wie über die Zukunftsfähigkeit von Analogtelefonie oder 5 1/4" Disketten für Behörden zu diskutieren.

    Wie kann ein Hochtechnologiestandort wie Deutschland sich noch Menschen bzw. Politiker dieser Art leisten?
    Und warum werden diese Dinosaurier zur Lösungsfindung(!) nach Hamburg eingeladen?
    Ist Scholz selbst so einer?
    Offensichtlich.

    Beste Stelle:
    "Doch bislang hat die rot-grün regierte Hansestadt das Problem nur zaghaft angepackt."

    Gar nix hat sie.
    Stillstand allenthalben - Maßnahmen, die anderenorts schon längst zum Standard gehören, werden den Hamburgern als le-dernier-cri verkauft. Und der Michel ist dumm genug, das zu glauben... (oder einfach in seinem Auto sitzen zu bleiben).

    Und wir anderen stehen uns lieber an Haltestellen die Beine in den Bauch, oder machen Gewaltmärsche, oder kuscheln uns gegenseitig bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 13km/h in Ruckelbussen, und zahlen für diesen Low-Budget-ÖPNV auch noch richtig saftige Ticketpreise.

    Großartig!!!

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  • Eremit

    Wieso?
    Der Senat tut doch schon viel.
    259 Mio € aus Mitteln des ÖPNV werden dafür eingesetzt, dass der Individualverkehr schneller über die Kreuzungen kommt. Die Bussse profitieren davon auch und es gibt weniger Abgase vor roten Ampeln - jedenfalls pro fahrendem Auto, Lkw und Bus.
    Für alle, die es noch nicht wissen, eine Straßen-, bzw. Stadtbahn fährt seit über 100 Jahren in den Städten emmissionsfrei, nämlich mit Strom.
    Schade, dass Hamburg sich davor fürchtet, dass die Stadtbahn dem Auto Platz weg nehmen könnte und nicht sieht, dass bei einem guten Stadtbahnnetz weniger Autos die Stadt belasten. Zürich, Wien, München, Hannover, Bremen ... machen es vor!

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  • hd wedel

    Statt teure Elektrobusse und Wasserstoffbusse anzuschaffen, würde ich doch lieber in die Elektrische Strassenbahn setzen, so wie es in Gera etc. und anderen deutschen Städten auch gemacht wird investieren. Daurch habt ihr bessere Qualitäten und die Traumschiffe müssen nun nicht bis in die Hafencity gelangen usw. Hafen. Immer größere Containerschiffe und eine Elbvertiefung, wer braucht das??? Statt eine Milliardenschwere verplante Elbphillamonie sollte das Geld besser angelegt werden....

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  • FA

    Ach, die SPD und Herr Scholz verhalten sich vollkommen nach zumindest meiner Erwartung. Oberstes Gut ist der MIV, dem nur unter größten Verquälungen Flächen und Vorrechte abzuringen sind. Die Straßenbahn ist nch dem Machtwort des allwissenden Bürgermeisters wegen des drohenden Gesichtsverlustes keine Option mehr und wir versuchen es halt mit Zukunftsphantasien enormer U-Bahn-Linien, die aber das Problem einer Linie 20, 25, 3, 4, 109... auch nicht lösen werden.

    Die wahren Verräter ihrer ehemals eigenen Überzeugung sind die Grünen - Noch nie hat mich eine regierende Partei so enttäuscht. Die reine Mehrheitsbeschafferei für die SPD zeigt sich auch in diesem, eigentlich urgrünen Thema. Doch während die Grünen in andern Städten Ihrer Übereugung treu bleiben, biedern sich unsere Grünen lieber einem Herrn Scholz an. Wer soll denn das Thema Umweltschutz forcieren, wenn nicht die GRÜNEN? Auf die FDP oder AfD braucht da sicherlich niemand zu warten...

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  • senza parole

    und das Ergebnis aller (richtigen) Kommentare: Scholz muss weg nach Berlin, damit ein neuer Bürgermeister die Stadtbahn einführen kann.

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  • Ole Hinnerksen

    Ja, jetzt hätte der Regierende die Möglichkeit, ohne Gesichtsverlust noch mal in Richtung Stadt-/Straßenbahn einzuschwenken. Nur bis 2020 ist da wohl nicht mehr viel zu holen, vielleicht eine kurze Demostrationsstrecke, wie in Stockholm! Alle E-Bus-Konzepte stecken noch in den Kinderschuhen, abgesehen vom System Obus/Trolleybus. Das wäre doch eine Zwischenlösung. In vielen Staaten, selbst den USA werden neue Trolleybussysteme errichtet, wobei die Technik es möglich macht bestimmte Strecken auch ohne Fahrdraht zurückzulegen! Wenn dann der Betreiber noch konsequent seinen Strom von zertifizierten grünen Anbietern bezieht, hat man auch eine umweltfreundliche Lösung!
    Wäre doch mal überlegenswert?

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  • E-Mobiler

    Und wieder beweisen die üblichen verdächtigen Straßenbahnfanatiker ihre Unkenntnis. Auch ALLE Straßenbahnvorzeige-Städte haben ähnlich Luftprobleme wie Hamburg: Freiburg, Karlsruhe und Stuttgart waren ebenso beim Gipfel vertreten wie die U- und S-Bahnmusterstädte Berlin und München!! Karlsruhe und Freiburg können gar nicht noch mehr Straßenbahn machen und suchen daher nach anderen Lösungen! Aber wahrscheinlich ist Olaf Scholz auch daran schuld...

    Schon 2008 brachte ein Grüner auf einer Diskussionsveranstaltung in Eppendorf die grüne Spitze in große Verlegenheit, als er vorrechnete, dass man für eine nachhaltige Luftverbesserung in Hamburg wesentlich mehr erreichen würde, wenn Hamburg flächendeckend Hybridbusse einsetzte, als eine Stadtbahnlinie oder ein -netz zu bauen! Egal mit welcher Stadtbahnlinie (oder U-Bahn): was man damit unterm Strich durch Ersetzen von Bus- und Autofahrten an Emissionen spart, ist im Verhältnis zur Investitionssumme lächerlich wenig! Außerdem würde es fünfzehn Jahre dauern, das dafür nötige Netz erst einmal zu bauen und politisch durchzusetzen.

    Olaf Scholz hört deshalb auch zuerst auf Fachleute. Die wissen längst, dass man in Deutschland nur dann kurzfristig Emissionen in nennenswertem Umfang reduzieren kann, wenn ALLE Busse zwischen Flensburg und Garmisch (inclusive Fernbusse) so schnell wie möglich ausgetauscht werden. Bei der üblichen Lebensdauer dauerte das höchstens zehn Jahren. Deutschlandweit zählte der Dachverband VDV in 2014 36.050 Busse im Stadt- und Überlandverkehr.

    Auch mit der Umrüstung aller ca. 25.000 Taxen in Deutschland würde man sofort einen messbaren Effekt erreichen. Gleiches gilt für die ständig in Bewegung befindlichen Fahrzeuge der Lieferdienste aller Art. Allein DHL besitzt weltweit rund 90.000 Fahrzeuge aller Art!

    Leider hat auch Herr Wissmann recht, wenn er darauf hinweist, dass gleichmäßiger Verkehrsfluss Emissionen reduziert! Damit könnten Ampelbevorrechtigungen für Busse und Stadtbahnen bald in Verruf geraten.

    Wer einigermaßem kühl rechnen kann, wird schnell verstehen, warum die Welt mit der Straßenbahn nicht zu retten ist.

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  • Taube

    Solange es nicht zu einer signifikanten Senkung der Fahrpreise und verbessertem Angebot kommt, sehe ich keinen nennenswerten Rückgang des Individualverkehrs. Wenn ich nach wie vor die meisten innerstädtischen Ziele schneller und günstiger mit dem PKW erreiche, gibt es keinen Anlass zum dringend nnötigen Umstieg...

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  • Busfahrer

    Zunächst ist festzustellen, dass sowohl die HOCHBAHN, als auch die Politik, primär folgendes kommuniziert hat :"Wir wollen ab 2020 KEINE REINEN DISEL BETRIEBENEN BUSSE MEHR BESCHAFFEN." Das war zunächst die Aussage. Im Laufe der Zeit änderte sich allerdings die Aussage zu: "Wir wollen ab 2020 nur noch EMISSIONFREIE BUSSE BESCHAFFEN". Ich muss sagen, das hat mich persönlich etwas irritiert.
    Jetzt zu dem, was wir über "alternative Antriebe" wissen und inwiefern Hamburgs Bedürfnisse von selbigen befriedigt werden können.
    Man kann sofort emissionsfrei fahren. Wir fahren seit geraumer Zeit praktisch problemlos den Wasserstoffbus. Die Fahreigenschaften sind hervorragend, die Zuverlässigkeit hoch. Die Wasserstofftankstellen erzeugen den Wasserstoff selbsttätig und benötigt wird dazu Strom, der 100% "Ökostrom", also auch an dieser Stelle nachhaltig ist. Man baucht den Wasserstoff also weder lagern (außer in der Tankstelle selbst), noch transportieren. Problem: Genau, die Kosten:-) Ein Wasserstoffbus kostet zur Zeit ca. 1Mio (Dieselbus ca. 300.000) zuzüglich Stromverbrauch, Tankstellentechnik und Stellflächen. Hier geht es also nicht hauptsächlich um technologische Fragen, sondern um wirtschaftspolitische Fragen.
    gilt für den reinen Akkubetrieb. Es gibt bereits Gelenkbusse, die können ca.250km fahren, ohne aufladen zu müssen. Zum Preis habe ich leider keine seriösen Zahlen habe aber etwas von ca. 550.000€ für einen Gelenkzug gehört. Für Hamburg würde das also für etwa eine Doppelschicht (18 Std inkl Ein-und Aussetzwege) reichen. Auch hier ist also nicht die Technik das Problem, sondern die Wirtschaftlichkeit.- Dazu gibt es ja auch noch die PlugIn-Busse, die an der Endhaltestelle geladen werden können.
    Analog zu diesen Beispielen könnte man das auch für sämtliche Hybridfahrzeuge so sagen, wobei Hybride ja nicht emissionsfrei sind und somit dann nicht zu dem w.o. genannten Ziel bis 2020 passen, also ja eigentlich sogar ausscheiden müssten. Der Vorteil der Hybridfahrzeuge ist der Preis. Mittlerweile haben wir Hersteller, die einen Hbriden zum Preis eines Diesels liefern können und zudem der Verbrauch 20-25% weniger beträgt. Rechnet man das auf den Dieselverbrauch der HOCHBAHN pro Jahr hoch, würde man ca 2.5Mio€ Kraftstoffkosten einsparen.
    Speziell auf der Linie 5 haben wir aber auch noch ein Kapazitätsproblem. Es gibt zur Zeit keinen Hersteller, der serienmäßig DGB herstellt, außer VanHool, die-gelinde gesagt- nicht besonders zuverlässig sind und keinen guten Kundenservice bieten. Solaris soll allerdings an einem Hybrid-DGB arbeiten. Mal sehen, was sich da ergibt.
    Meine persönliche Meinung: Nur die Politik kann den Weg bereiten. Man kann von der Wirtschaft nicht verlangen, dass sie quasi in Vorleistung geht, wenn nicht sichergestellt ist, dass man nicht ins Blaue (fehl)investiert und man Verluste in Milliardenhöhe riskiert. Wenn man also groß einsteigen will in die Emissionsfreiheit, muss der Staat Geld in die Hand nehmen. Viel Geld!

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  • bicyclerepairman

    Die größten Umsteigeeffekte je eingesetztem Geld erreicht sowieso das Fahrrad. So gesehen ist es egal, ob U-Bahn, Strassenbahn, Fahrpreissenkung oder sonstwas gefordert wird. Wer wirklich weniger Emissionen im Verkehrsbereich will, muss mit Prio 1 auf das Fahrrad setzen.

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  • Busfahrer

    @bicyclerrepairman
    es geht ja nicht ausschließlich um Emissionsfreiheit, sondern auch um effiziente und umweltschonende Beförderung für alle. Das bedeutet, dass jeder so fahren können soll, wie er es gerne möchte. Nicht jeder hat Lust zum oder kann Rad fahren Man muss auch sehen, dass unsere Gesellschaft älter wird und die Anzahl gesunder, sportlicher Frischluftliebhaber von Dekade zu Dekade geringer wird Auch die Transportmöglichkeiten eines Rades sind-sagen wir-äußert begrenzt. Ich persönlich fahre sehr gerne Rad, stelle aber für mich fest, dass das Fahrrad als "Prio1" ungeeignet ist. Für die Kurzstrecke als Individualbeförderung 'ne feine Sache, für das "GroßeGanze" jedoch keine Lösung.

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  • cyclist

    Emmissionsfreie Linienbusse gibt es, nur fahren die unter Draht. In Zürich fahren z.B. sehr viele . . .

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  • gonger

    Wenn ich noch häufiger in total unbequemen Volvo-Rückenschmerz-Hybridbusse in meiner "1.Klasse Buslinie" reisen muss, steige ich aus dem HVV aus und nutze nur noch meinen kleinen Toyota Aygo, auf den sogar Frauen abfahren.
    Bestens ausgestattet, stressfrei, knuffelig. Mehr Auto braucht der Mensch nicht.
    Ich lasse mir nicht vorschreiben wie ich fahren soll zumal Benzin immer günstiger wird !
    Und die Stinkschiffe, die Abgase wie eine mittlere Stadt (also ungefähr so wie Lübeck) absondern, erzeugen viel mehr Umweltprobleme. Die einstmals gute Luft an der Elbe ist Vergangenheit. Die Frachtschiffe kämpfen gegen den Hafenschlick... Die HBEL fährt nur noch selten nach Cranz...

    Der Senat soll sich um wichtigere Probleme kümmern aber die Explosion der Kosten allein wegen der Gott-Sei-Dank erfolglosen Olympiabewerbung sagt ja schon alles.
    Wasserstoffbusse, O-Busse. Man sollte die HH-Verkehrspolitiker mal nach Salzburg in die SVG-Schule, nein - nicht Sylt - schicken.

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  • bicyclerepairman

    @busfahrer: Wenn es um "effiziente und umweltschonende Beförderung für alle" geht, muss man das Fahrrad mit Prio 1 betrachten. Städte wie Kopenhagen, Utrecht, Amsterdam zeigen, dass man mit relativ geringem Mitteleinsatz Verkehrsanteile bis 50% generieren kann. Zusätzlich lassen sich große Teile der benötigten Transporte mit Fahrrädern, Lastenrädern usw. abwickeln. Und die e-Mobilität funktioniert beim Fahrrad auch schon.

    Und die Transportmöglichkeiten eines Busses sind mindestens so beschränkt wie die des Fahrrades. Dann wäre ja auch der Bus nicht geeignet, wenn es um ""effiziente und umweltschonende Beförderung für alle" geht.

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  • Berliner Bär

    Das Ziel "2020" für ausschließlich emissionsfreie Neubusse war in der Fachwelt schon länger bezweifelt worden. Die Industrie liefert nichts im erwarteten Kostenrahmen. Das ist natürlich dumm gelaufen, wenn man darauf seine Politik gebaut hat.

    Dann ist zusätzlich dumm gelaufen, wenn man trotz der jahrelang absehbaren Grenzwert-Überschreitungen bei Luftschadstoffen auf Zeit spielen wollte. Jeder mit etwas Hirn in der Branche konnte ahnen, was seit letzten Herbst auch allen anderen klar ist: Große Hersteller haben getrickst ohne Ende. Die Hoffnung, dass neuere Fahrzeuge automatisch deutlich weniger Stickstoffdioxid ausstoßen und sich das Problem von selbst lösen würde, war naive Träumerei hoch zehn.

    Das sind zwei riesige Fehleinschätzungen, die Hamburg nun auf die Füße fallen.

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  • Profi

    "Speziell auf der Linie 5 haben wir aber auch noch ein Kapazitätsproblem. Es gibt zur Zeit keinen Hersteller, der serienmäßig DGB herstellt, außer VanHool, die-gelinde gesagt- nicht besonders zuverlässig sind und keinen guten Kundenservice bieten."

    Das stimmt so nicht, zumindest Hess hat auch DGBs im Serien-Angebot, sogar als Hybrid.

    Der Flurfunk meint allerdings, dass diese Busse der Hochbahn zu teuer seien. Es scheint ja insgesamt, als wenn die Hochbahn-/Senats-Strategie einfach ihre Nachteile zeigt. Die benötigten Fahrzeuge werden nicht zum gewünschten Preis angeboten, weil Hamburg als Markt trotz der riesigen Busflotte zu klein ist. Weder gibt es ausreichende Kapazitäten noch gibt es ausreichend saubere Fahrzeuge. Wo andere Städte ihre relativ kleinen Busflotten notfalls aus Prestige-Mitteln umrüsten können, geht das bei über 1.000 Hamburger Linienbussen nicht mal eben. Das ist der Preis der Nahverkehrs-Geisterfahrerei seit 1980.

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  • HVV-Kritiker

    Auf das Jahr 2020 freue ich mich schon - und male mir schon mal aus, wie dann herumgeeiert wird, wenn es natürlich nicht möglich sein wird, dass "nur noch emissionsfreie Linienbusse angeschafft werden" können.

    Naja, es ist eben immer das Selbe mit einer Quasi-(Stadt-)Staatspartei namens SPD: Zuerst wird gnadenlos auf Individualverkehr und autogerechte Stadt gesetzt um so schnell wie möglich sämtliche Straßenbahnlinien still zu legen. (Da werden sogar sinnvolle U-Bahn-Planungen wie Kell-Jung-Linie über Messbergbogen und Hbf weiter Richtung Billstedt umgeplant, nur um in Wandsbek alle Straßenbahnlinien auf einem Schlag abzuschaffen. Das Ergebnis sieht man bei der Ostausfahrt Hbf Süd: Da muss sich die U1 in einer typischen "Hamburg-Kurve" nach links rüberquetschen, anstelle wie vorgesehen in der Hauptrichtung geradeaus weiter zu fahren.)

    Heutzutage wird dann diese Stillegung der Strab mit großen Krokodilstränen als Fehler betrauert, die man aber "leider nicht mehr rückgängig machen könne". Hauptsache alles bleibt in HH immer beim alten, ja keine Veränderungen. Oder wie es mal eine andere Partei gesagt hatte: "Keine Experimente!"

    Mit dieser SPD-Politik - die ja eh' und in allen Beziehungen darauf ausgelegt ist, dass man immer das Gefühl hat, das etwas getan wird, aber jeder weiß, dass sich nichts ändern wird - wird auch hier wieder alles beim alten bleiben:
    Es werden nur "Augenauswischereien" als große Taten verkauft, aber das was wirklich ans Eingemachte gehen würde und positive Effekte für die Umwelt hätte, wird etweder ausgesessen (pardon: mit ruhiger Hand regiert) oder mit "Basta!" vom Tisch gewischt.
    Der motorisierte Individualverkehr - und damit die Umweltbelastung - wird weiter zunehmen, der ÖPNV wird weiter immer teurer und unattraktiver. Eben HH als ein Motor der Klimaerwärmung.
    Oder wie mal ein anderer Forumsteilnehmer geschrieben hatte: "In Hamburg fährt man Bus." (Find ich originell ;-))

    Ich bin schon gespannt, wie lange die alten Dreckschleudern auf den Linien 9, 26, und 27 eingesetzt werden. Denn das werden bestimmt die Linien sein, die am längsten das alte Zeug behalten (oder bekommen) wird. Z.B. wurden schon vor Jahren die (pseudo-umweltfreundlichen) Hybridbusse von der 27 abgezogen - vermutlich zur "Innovationslinie" - und z.T. durch die ältesten Dinger ersetzt. (Aber die RB81 hat ja auch weiterhin noch die versifften Ostschleudern, obwohl im Nordwesten inzwischen die TWINDEEXX-Wagen fahren und RB-SH deshalb eigentlich vernüftige Dostos verfügbar haben müsste.)

    Und was die "Grünen" betrifft: So traurig wie das ist, ich glaube da ist schon alles gesagt (z.B. von FA und auch schon früher von mir). Hauptsache die haben ihre Fahrrad-Spielwiese bekommen, da kann man dann ruhig alle anderen Forderungen, Ideen und Ideale über Bord werfen. Pfui, und so was hatte ich mal gewählt! Da muss ich mich ja jetzt noch dafür schämen.

    Aber es gibt ja immer wieder Leute, die Andere mit alternativen Verkehrskonzepten zu den sonst in HH üblichen dann schnell mal als "Straßenbahnfanatiker" titulieren...

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  • Moddel

    Elektromobiltät beim ÖPNV auf der Straße sind Straßenbahnen und O-Busse. Zwei Verkehrsmittel, die funktionieren und geradezu unspannend sind. Scholz hingegen setzt seit 2011 voll auf sogenannte "innovative" Busantriebe, die bis heute noch nicht zufriedenstellend laufen. Hat er vielleicht schon einmal gehört, dass "seine" Elektrobusse nach 4 Jahren ihren Akkusatz austauschen müssen? Das hat ja eine super Ökobilanz. Im Monment ist diese "Innovationsbuslinie" 109 reine Propaganda und Geldverschwendung. Fakt ist doch, dass für einen schweren Gelenkbus mit 130 Fahrgästen und Heizung / Klimaanlage ein Batterieantrieb auch in den nächsten Jahrzehnten noch nicht wirtschaftlich und ökologisch funktionieren wird.

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  • senza parole

    @Busfahrer
    Ich bin mir nicht sicher, ob jeder so fahren sollte, wie er möchte, wenn er mit seinen Abgasen andere Menschen belästigt.
    Thema Stickoxide, z.B.
    Wenn ich lese, dass ein Wasserstoffbus mit seiner geringen Fahrgastkapazität 1 Mio kostet, ärgere ich mich wieder, dass die Verantwortlichen in HH nicht endlich die Stadtbahn einführen. Auf der M 5 gibt es dazu keine zeitnahe Alternative. Der derzeitige " Viehtransport" auf dieser Linie ist eine Frechheit und zeigt, wie in dieser Stadt mit den ÖPNV Kunden umgegangen wird.

    @ E -Mobiler
    Ihre Theorien gegen die Stadtbahn sind schon abenteuerlich. Natürlich müssen trotz Stadtbahn weitere Maßnahmen angegangen werden. Fahrradverkehr, Landstrom, Emmissionsfreie Busse auf Busspuren, umweltfreundlicher Ersatz für das Kraftwerk Wedel sind die Punkte. Bei allem ist ihr Freund König Olaf nach meiner Wahrnehmung nicht gerade aktiv. Da sagt er lieber, "nicht mit der Stadtbahn die Stadt 200 km durchschneiden".
    P.s. Busse und Taxen kurzfristig auszutauschen ist wohl nicht sehr realitisch und nicht von HH zu bewerkstelligen. Bitte kein Sankt Florian Prinzip !!!
    Das sie Herrn Wissmann, den Chefautolobbyisten in D, derart zitieren, scheint einiges über ihre Einstellung/Hintergrund zu sagen und erklärt ihre Ausführungen.

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  • Werner Klingbiel

    Warum hat eigentlich die im Besitz des rotgrünen Hamburg und Schleswig Holstein befindliche AKN erst in den letzten Wochen neue Dieseltriebwagen bekommen, statt elektromobile Hybridtriebwagen, die zumindest Stadler hätte liefern können. Weiß Herr Scholz vielleicht gar nichts von den Triebwagen, da sie nicht auf Asphalt fahren. Hier hätten er und die Grünen Umweltpiraten ein Zeichen setzen können. Aber Herr Scholz will ja gar keine elektrischen Bahnen wie ja auch der Baubeginn geplanter U Bahnlinien frühestens um 2050, die Nichtnutzung vorhandner Eisenbahnstrecken im ŐPNV und die Verteufelung der Straßenbahn zeigen. Er will die autogerechte Stadt mit einem grünen Tupfer zur Beruhigung seines schlechten Gewissens. Und die Partei mit dem heutigen Namen grün hat nicht zuletzt deshalb den Zusatz Alternative Liste abgestreift, da sie nun wirklich keine Alternative mehr für irgendetwas ist, schon gar nicht beim Erhalt einer grünen Umwelt, leider auch in SH, wie man auch an dem Drama z. B. um die Kieler Straßenbahn sieht.

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  • Josef

    @ senza parole:
    Ich verstehe nicht, was Sie gegen den Kommentar von E-Mobiler so aufbringt. Dieser ist sehr sachlich und wie ich finde auch nachvollziehbar. Ok, die Behauptungen sind ohne Quellenangabe und so erst mal nicht nachzuprüfen. Aber das kann man ja in einer ruhigen Minute machen.
    Wahrscheinlich ist der Autor gar nicht so sehr GEGEN eine Stadtbahn sondern FÜR gute Argumente zu haben.

    Ähnlich verhält es sich mit Ihrer Reaktion auf den Kommentar des Busfahrers. Die Verbindung, die Sie zwischen Wasserstoffbus und Stadtbahn ziehen, ist höchst fragwürdig. Ihre schwarzweiße Herangehensweise ("Ist das eine teuer, muss natürlich das andere her") zeigt, dass Sie nicht wirklich abwägen und an einem kritischen Blick nicht interessiert sind. Schade!

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  • Busfahrer

    @Profi
    das sagt nicht der Flurfunk bei der HOCHBAHN, sondern 1Mio€/Stück, bei in Relation zu wenig Dieselersparnis, ist inakzeptabel. Der HESS, den ich übrigens selbst öfters gefahren bin, hatte außerdem Probleme mit der Zuverlässigkeit. I
    Der Preis ist auch durch eine innenpolitische Entscheidung der Schweiz gestiegen (Abkopplung vom Euro)
    Der Markt für innovative Antriebe ist in HH ganz sicher nicht zu klein, denn in keiner Deutschen Stadt werden zur Zeit so massiv alternative Antriebe getestet, wie in HH

    @bicyclerepairman
    gemeint war nicht, ob der Bus, das Auto oder das Rad Prio1 sein sollte, sondern, dass das Rad als Prio1 nicht reicht und man ebenso das E-Auto und natürlich den ÖPNV fördern sollte, damit für jeden Bedarf das passende Verkehrsmittel zur Verfügung steht. Mit einem Rad kann man vieles machen, aber eben nicht alles. Mit einem Auto eher, mit einem Bus erst Recht, mit einem LKW noch mehr usw..

    @Moddel
    Interessante Theorien, die Sie da verbreiten. Sie wissen dann mehr als alle Hersteller und Ings dieser Branche :-)

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  • bicyclerepairman

    Übrigens: Das Auto ist ein Auslaufmodell - http://www.adfc.de/presse/pressemitteilungen/das-auto-ist-ein-auslaufmodell-frau-merkel--adfc-kritisiert-geplante-kaufpraemien-fuer-e-autos

    Und e-Bikes, Pedelecs und e-unterstütze Lastenräder revolutionieren gerade den Stadtverkehr /um den es in Hamburg im wesentlichen geht)

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  • JH

    Straßenverkehr macht ein Drittel. Umstellung schwierig.

    Also: Wohnungsbefeuerungen auf Strom umstellen! Bestehende Warmwasser-Umlaufheizungen können umgerüstet werden. Damit wären auch andere Gifte wie Kohlenmonoxid reduziert. Kann gleich mit Wärmepumpen kombiniert werden (Kühlschrank-Prinzip, Wärmequellen sind das Grundwasser und Dach-Kollektoren). Ohne Probleme sofort umsetzbar. Maximal müssten Stromleitungen verstärkt werden. Ganze Städte in Amerika würden sonst im Abgas ersticken. Kalte Länder wie Norwegen, Schottland, etc. heizen mit Strom.

    Und Flugverkehr reduzieren statt zu fördern. Dessen Schadstoffausstoß bei Start und Landung wird immer "schön" geheimgehalten. Gerade Stickoxide! Flüssiggas kann etwas bringen, Boeings Versuche waren erfolgreich. Und schon die amerikanischen Grenzwerte wären ein guter Fortschritt. Die Stadt kann Landegebühren nach Schadstoffen staffeln.

    Ja, und Flüssiggas-Busse statt Diesel. Auch Super Plus und Ultimate bestehen zum großen Teil aus Flüssiggas. Es sollte Mercedes ein Lächeln kosten, Busse mit Benzin/Flüssiggas-Antrieb zu liefern. Sofort umsetzbar. Vielleicht kann man sogar bestehende Diesel-Flotten umrüsten? Zylinderkopf-Austausch, fertig.

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  • senza parole

    @Josef
    Ich war/bin nicht aufgebracht über Kommentare zu diesem Thema.
    Lesen sie meinen Kommentar nochmal in Ruhe genau durch und vielleicht auch die, auf die ich geantwortet habe , dann werden Sie sehen, dass ich konkret inhaltlich auf einzelne Punkte eingegangen bin. Die Vorteile einer Stadtbahn gegenüber Bussen sollten ja bei Menschen, die sich für Verkehrspoltik interessieren bekannt sein. Ansonsten :http://www.pro-stadtbahn-hamburg.de

    P.s. Ich möchte Busse nicht per se abschaffen, ein Busfahrer kann auch Stadtbahn fahren....

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  • Busfahrer

    @bicyclerepairman
    Ich verkaufe nächstes Jahr meinen PKW und dann werde ich nur noch mit dem Rad und mit dem ÖPNV fahren. Ich bin also, wenn ich es denn wirklich umsetze, Prio1-Förderer?

    @JH Im Sommer kommen 2 Busse von Solaris. Reiner Batteriebetrieb, ohne dass auf Strecke nachgeladen werden muss. Nachts kommt der Wagen an die Dose. NULL EMISSION! Das sind zwar Prototypen oder Vorserie, aber ich denke spätestens 2022 könnten sie serienreife haben...wenn man denn will
    Flüssiggas ist maximal eine Brückentechnologie, eher was für Schiffe. Es bleibt eben ein fossiler Brennstoff. Busse werden in Zukunft rein elektrisch fahren, ob durch Wasserstoff oder Batterien, wird man sehen. Das ist nicht mehr aufzuhalten.

    http://www.co2-emissionen-vergleichen.de/verkehr/PKW/CO2-Emissionen-PKW.html
    http://www.radiobremen.de/nachrichten/land_und_leute/neue-helgoland-faehre100.html

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  • Josef

    @ senza parole:
    Mit Ihrem erneuten Kommentar zeigen Sie aufs Schönste, was ich in meinem letzten Eintrag beschrieben hatte: dass Sie nicht abwägen mögen. Für Sie ist das optimale Argument: "Stadtbahn muss her, weil sie her muss." Genau so hat übrigens damals auch Ole von Beust und sein Senat argumentiert, als es darum ging, auf dem Kaispeicher A ein schönes Bauwerk zu bekommen.

    Der Begriff "mündiger Bürger" wird dadurch nochmal ins rechte Licht gerückt. Womit der Volksentscheid als demokratisches Werkzeug endlich kritisch hinterfragt werden muss. Glückwunsch!

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  • Europas modernstes 56k-Modem

    @JH:

    An den Verkehrsmessstationen dürfte der Verkehr für mehr als ein Drittel des Stickstoffdioxid-Pegels verantwortlich sein. Schauen Sie sich die Werte aus der Habicht- oder Stresemannstraße an. Der NO2-Graph dazu sieht aus wie eine Darstellung des Hamburger Autoverkehrsaufkommens.

    Am Sonntag sind die Werte oft nur halb so hoch wie werktags. Und nachts liegen sie sogar deutlich unter den Grenzwerten, oft nur 20 mg/m³. Mit einsetzendem Berufsverkehr zuverlässig wieder über 100 mg/m³.

    Der Autoverkehr sorgt für die lokalen krassen Überschreitungen, Fakt.

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  • Josef

    @ JH:
    Und dass Stromheizungen und -fahrzeuge kein CO2 erzeugen, stimmt ja eigentlich nicht. Durch den Betrieb des Kraftwerks Moorburg wird der CO2-Ausstoß der Stadt Hamburg etwa verdoppelt.

    Und was tun wir nach der Umrüstung aller Heizungen und Kfz, wenn wir also noch mehr Strom brauchen? Stade wieder anfahren? Und Krümmel? Und Biblis? Und dann wieder Fässer irgendwo in der Heide einlagern, bis sie rosten? Woar, das will ja auch keiner (außer vielleicht die Stromkonzerne).

    Mit einer Elektrifizierung ist tatsächlich also nichts gewonnen, der Ausstoß wird nur verlagert.

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