Demnach werde der Senat im Herbst einen Nachtrag zum aktuellen Haushaltsplanentwurf vorlegen in dem auch die geplante Busoffensive enthalten sei.
Zu den angedachten Beschleunigungsmaßnahmen gehören Vorrangschaltungen an Ampeln, weitere Busspuren und der Wegfall von Haltebuchten an Bushaltestellen, so Buschhüter. Dadurch kämen die Busse künftig schneller zum Ziel und könnten öfter eingesetzt werden. Außerdem sollen zusätzliche und vor allem größere Busse angeschafft werden.
Prof. Carsten Gertz, Verkehrsplaner TU Harburg, sieht in der geplanten Busoffensive allerdings auch Probleme. Es werde bei der Planung von Busspuren und Bevorrechtigungen an Kreuzungen zu denselben Diskussionen kommen, wie bei der Stadtbahn, so Gertz. Außerdem seien die Ausbaumaßnahmen nicht zum Nulltarif sondern nur für höhere Millionenbeträge zu haben.
Die Grünen sehen dies ähnlich. Der verkehrspolitische Sprecher der GAL, Till Steffen, hält Busbeschleunigungen für eine gute Sache. "Wenn es entsprechende Maßnahmen gibt, werden wir diese unterstützen." Steffen gab allerdings zu bedenken, dass der von der SPD versprochene Ausbau der Buskapazitäten von 30 Prozent nicht mit einzelnen kleinen Maßnahmen zu schaffen sei. "Dafür müsste man im großen Umfang Straßen umbauen um überhaupt den Platz zu schaffen – allerdings hätte man dann dieselben Konflikte wie bei der Stadtbahn auch", so der GAL-Politiker.
Ablehnung kommt vom ADAC. Man habe zwar nichts gegen den Bau einzelner weiterer Busspuren, so ADAC-Vertreter Carsten Wilms, aber die konsequente Bevorrechtigung der Busse zu Lasten des Individualverkehrs lehne der Verband ab.
Stattdessen plädiert der ADAC für eine bessere Vernetzung zwischen Auto und Schnellbahn (mehr Park&Ride-Anlagen). "Wir müssen erst auf die Schiene setzen und dann können wir auf den Bus setzen, weil der Bus eben nicht das absolute Mittel ist und weil der Komfort in Bussen nicht stimmt.", sagte Wilms. Dies würden auch viele Rückmeldungen von ADAC-Mitgliedern belegen.