Demnach hat die Durchschnittsgeschwindigkeit der Hochbahn-Busse seit Einstellung der Straßenbahn im Jahr 1978 kontinuierlich abgenommen. Waren die Busse Ende der 70er Jahre noch mit einer Reisgeschwindigkeit von 21,6 Km/h unterwegs, sind es im Jahr 2010 nur noch 19,8 Km/h gewesen. Das ist ein Verlust von fast 2 Km/h.
Zwischenzeitlich waren die HVV-Busse sogar noch langsamer: In den Jahren 2006 und 2007 lag die Durchschnittsgeschwindigkeit sogar nur bei 19,6 Km/h. Im Jahr 1998 gab es einen ähnlichen Einbruch.
Die größten Geschwindigkeitsverluste im Hamburger Busverkehr gab es Anfang der 80er Jahre, obwohl damals zahlreiche neue Busspuren auf ehemaligen Straßenbahnstrecken eingerichtet wurden, zum Beispiel in der Amsinckstraße.
Die Gründe sind offenbar im Autoverkehr zu finden, der seit den 70er Jahren massiv zugenommen hat. Zudem gibt es in der Hansestadt bislang kaum Bus-Vorrangschaltungen an Ampeln.
Spannend ist, ob die von der SPD versprochene Beschleunigung des Busverkehrs ("Europas modernstes Bussystem") den anhaltenden Abwärtstrend stoppen und sogar umkehren kann.
In Berlin war dies bislang nicht der Fall. Obwohl die Stadt in den letzten Jahren 55 Millionen Euro in den Bau neuer Busspuren und Vorrangschaltungen an Ampeln gesteckt hatte, sind die Busse nicht schneller geworden: Die Durchschnittsgeschwindigkeit stagniert seit vier Jahren bei 19,5 Km/h.
Hier sehen Sie die Entwicklung der Reisegeschwindigkeit (Hochbahn-Busse) seit 1978:

Quelle: Hamburger Senat, Drucksache 20/492 – Grafik: Christian Hinkelmann
