„Wir beobachten die Planungen sehr genau und werden notfalls wieder aktiv werden“, erklärte Andreas Wagener, Gründer der erfolgreichen Volksinitiative gegen die Stadtbahn, gegenüber NahverkehrHAMBURG.
Ihm ist vor allem die geplante Beschleunigung der Metrobuslinien 20 und 25 ein Dorn im Auge. Beide HVV-Linien sollen künftig eigene Busspuren erhalten und an Ampeln konsequent bevorrechtigt werden.
Ob auch auf dem Winterhuder Markt Autospuren in Bustrassen umgewandelt werden sollen, steht zwar noch nicht fest, gilt aber als wahrscheinlich – schließlich kündigte Hochbahn-Chef Günter Elste vor wenigen Tagen an, bei der Beschleunigung des Busverkehrs in Hamburg "alle Register" ziehen zu wollen.
Damit könnten die ehemaligen Stadtbahn-Gegner vom Regen in die Traufe geraten, denn Busspuren benötigen mehr Platz als eine Stadtbahntrasse und die beschleunigten Busse würden künftig in einem noch dichteren Takt durch Winterhude rollen als es bei der Stadtbahn je geplant war.
Andreas Wagener hält den geplanten Ausbau für überflüssig. Die derzeit in Winterhude fahrenden Busse seien nur zu absoluten Spitzenzeiten richtig voll. Außerdem gäbe es im Moment wesentlich wichtigere HVV-Projekte als die weitere Erschließung von Winterhude und Eppendorf. Dazu komme, dass der Streckenabschnitt zwischen dem Eppendorfer Markt und dem Winterhuder Markt schon jetzt ein absolutes Nadelöhr sei, so Wagener. "Alles, was den Fluss des Individualverkehrs in diesem Bereich stört, ist abzulehnen".
Der Initiativen-Gründer schlägt vor, die HVV-Busse der Linien 20 und 25 künftig nicht mehr über den Winterhuder Markt zu führen, sondern auf dem Ring 2 nördlich um das Ortszentrum von Winterhude herum zu leiten. "Alternativ könnte dann jeder zweite oder dritte Bus über den Winterhuder Markt fahren", so Wagener und betont, dass er sich einem vernünftigen Ausbau des ÖPNV nicht verweigere.
Nach den Sommerferien will Wagener mit seiner Volksinitiative über das weitere Vorgehen beraten und Kontakt mit den Verantwortlichen aufnehmen.
Mit diesem Wunsch dürfte er bei Verkehrssenator Frank Horch offene Türen einrennen. Der hat bereits angekündigt, betroffene Anwohner frühzeitig in die Planungen der Busoffensive mit einzubeziehen.
So sieht die geplante Busoffensive der Hochbahn aus:
Das Hamburger Busnetz ist durch die stark gestiegenen Fahrgastzahlen der vergangenen Jahren stark ausgelastet. Vor allem die Metrobuslinien 5, 6, 7, 20 "platzen aus allen Nähten" erklärte Hochbahn-Chef Günter Elste vor wenigen Tagen.In Abstimmung mit Verkehrssenator Frank Horch will die Hochbahn diese Linien bis 2014 ausbauen. Ziel ist ein Vier-Minuten-Takt. Dafür ist allerdings der großflächige Bau von Bus-Sonderspuren nötig, für deren Bau Straßen aufgerissen und Kreuzungen umgestaltet werden müssten. Außerdem sollen die Ampelanlagen entlang der Strecken so umgerüstet werden, dass herankommende Busse automatisch immer grün erhalten und nicht mehr bremsen müssen. In Zukunft sollen die Busse nur noch an den Stationen stoppen.
Insgesamt sollen die Metrobuslinien durch diese Maßnahmen um 20 Prozent schneller werden. Kostenpunkt: Ein hoher zweistelliger Millionenbetrag.
Steigen die Fahrgastzahlen im HVV allerdings so rasant weiter, wie in den vergangenen Jahren, werden auch die beschleunigten Buslinien spätestens in fünf Jahren wieder an ihre Grenzen stoßen.
Deshalb will die Hochbahn bis zum kommenden Frühjahr in ganz Europa nach neuen ÖPNV-Systemen suchen, die leistungsfähiger als normale Busse sind aber nicht auf Schienen fahren – zum Beispiel Spurbusse.
Diese Metrobuslinien sollen ausgebaut werden:

Quelle: Hochbahn
Laut des Bundesverkehrsministeriums werden die Fahrgastzahlen in den nächsten Jahren in keiner anderen deutschen Stadt so stark steigen, wie in Hamburg:
Quelle: Hochbahn
