Der neue Bus tourt bereits seit einigen Tagen ohne Fahrgäste durch Hamburg. VHH PVG-Sprecher Kay Goetze zu NahverkehrHAMBURG: "Wir behalten den Wagen noch bis zum Wochenende. Vielleicht werden wir ihn bis dahin auch noch in den offiziellen Linienverkehr mit Fahrgästen schicken. Das ist aber noch nicht entschieden".
Das Fahrzeug der Marke "Phileas" kommt aus den Niederlanden. Angetrieben wird der Bus mit einer Dieselhybrid-Technik. Dahinter versteckt sich ein Diesel-Direktantrieb, der bei Bedarf durch einen Elektromotor noch einmal verstärkt wird. Damit kann das Fahrzeug wesentlich schneller anfahren als herkömmliche Busse.
Der Hersteller ATPS vermarktet den Phileas-Bus als "Straßenbahn auf Gummirädern" - auf Wunsch auch mit automatischer Spurführung. Dabei wird die Route fest in den Bordcomputern der Fahrzeuge abgespeichert und während der Fahrt ständig durch versenkte Magnete im Straßenasphalt gegengeprüft. Der Computer lenkt den Bus also automatisch entlang einer Linie aus Magneten. Auch das Anhalten an den Bushaltestellen funktioniert ohne menschliche Hilfe. Der Busfahrer ist somit - technisch gesehen - überflüssig geworden.
ATPS wirbt auf seiner Firmenwebsite damit, dass dieses Spurbussystem im Vergleich zu einer Straßenbahn nur einen Bruchteil kosten würde. Die Praxis sieht dagegen offenbar anders aus.
So versucht die westfranzösische Stadt Douai schon seit fünf Jahren, das Spurbussystem in Fahrt zu bringen – bislang ohne Erfolg. Eigentlich sollten die Phileas-Spurbusse, die dort als Straßenbahn beworben werden, schon im Jahr 2007 in Betrieb gehen. Aufwändig wurde dort eine 12 Kilometer lange Spurbustrasse gebaut, die fast vollständig vom übrigen Autoverkehr abgetrennt ist. Wegen technischer Probleme musste der Start aber immer wieder verschoben werden.
Seit Anfang 2010 fahren die Busse endlich – allerdings nur manuell geführt. Die Spurführungstechnik ist wegen diverser Probleme bis heute abgeschaltet und wird es vermutlich bis mindestens 2012 auch bleiben. Weitere geplante Spurbuslinien sind erst einmal auf Eis gelegt.
Inzwischen haben sich die Gesamtkosten für das Spurbus-Projekt in Douai auf über 133 Millionen Euro aufgeschaukelt – für eine 12 Kilometer lange Strecke. Das entspricht elf Millionen Euro pro Kilometer. Zum Vergleich: Im französischen Mulhouse hat der Bau einer üppig geplanten Stadtbahn pro Kilometer rund 17 Millionen gekostet. Der Bus in Straßenbahn-Optik ist damit offenbar nur wenig günstiger als eine echte Tram.

Dieser Bus fährt noch bis zum Wochenende in Hamburg.
