Hintergrund für die Maßnahme ist die hohe Schwarzfahrerquote im Busverkehr, die sich mit der neuen Einsteige-Regelung offenbar deutlich senken lässt.
So soll der Anteil der Schwarzfahrer in Bergedorf, wo schon seit dem Frühjahr nur noch vorn eingestiegen werden darf, von 4,8 auf 1,9 Prozent gesunken sein. In der Testregion Harburg ging der Anteil sogar von 6,6 auf 1,7 Prozent zurück. Gleichzeitig soll der Umsatz beim Fahrkartenverkauf im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent angestiegen sein.
Darüber hinaus beruft sich der HVV auf Fahrgastbefragungen, nach denen die neue Einsteige-Regelung überwiegend auf Zustimmung stößt. Demnach sollen bei einer Befragung im Frühjahr 69 Prozent der Fahrgäste in Bergedorf und Harburg den Einstieg vorn mit "positiv" oder "neutral" bewertet haben. Bei einer weiteren Umfrage im September soll die Zahl sogar auf 79 Prozent angestiegen sein. Ähnlich hoch soll die Zustimmung bei den Busfahrern in den beiden Pilotgebieten sein.
Außerdem soll eine weitere HVV-Untersuchung ergeben haben, dass 86 Prozent der befragten Fahrgäste die Ausweitung der neuen Einsteige-Regelung auf das gesamte Verbundgebiet befürworten.
Längere Fahrzeiten und Menschenschlangen vor den Bussen erwartet der HVV durch den "Einstieg vorn" nicht. Steigen an einer Haltestelle weniger als zehn Menschen ein und aus, soll der Fahrgastwechsel mit der neuen Regelung sogar schneller gehen als vorher. Nur bei mehr als zehn Fahrgästen würde es zu Verspätungen kommen, so der HVV. Umfangreiche Messungen hätten ergeben, dass sich beide Effekte gegenseitig fast vollständig aufheben. Somit würde es in der Summe nur zu wenigen Verzögerungen kommen, die sich nicht auf den Fahrplan auswirken.
Till Steffen, verkehrspolitischer Sprecher der GAL mag das nicht glauben. "Durch die Ballung der Fahrgäste im vorderen Teil der Busse dürften sich die Wartezeiten auf vielen Linien verlängern", erklärte er gegenüber NahverkehrHAMBURG. Steffen plädiert dafür, sämtliche Metrobuslinien von der neuen Einsteigeregelung auszunehmen – mindestens aber die Linien, die der Senat in den nächsten Jahren aufwändig beschleunigen möchte (1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 20, 21, 23, 25, 26).
