NahverkehrHAMBURG

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S4-Präsentationsfahrt

S-Bahn fährt erstmals nach Bad Oldesloe

S-Bahn fährt erstmals nach Bad Oldesloe Foto: Christian Hinkelmann
Reise in die Zukunft: Die Bahn hat heute einen Hamburger S-Bahnzug nach Bad Oldesloe geschickt. Die Fahrt sollte ein Vorgeschmack auf die geplante S-Bahn-Linie S4 sein. Unterdessen hat Schleswig-Holstein mit der Vorentwurfsplanung für die neue Strecke begonnen.
Wahrscheinlich wird die geplante S-Bahn nach Ahrensburg und Bad Oldesloe erst im Jahr 2020 Realität - aber schon heute gab es einen Vorgeschmack. Am Mittag rollte erstmals ein Zug mit geladenen Gästen über die künftige Strecke (S4).

Mit an Bord: Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch, Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Jost de Jager, S-Bahn-Chef Kay Uwe Arnecke sowie zahlreiche Vertreter aus Politik und Wirtschaft.

De Jager: „Das Großprojekt S4 ist Voraussetzung dafür, die stark wachsenden Verkehrsströme zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein auch in Zukunft bewältigen zu können. Wir tun alles, damit aus der ´Vision S4` bis 2018 Wirklichkeit wird.“

Hamburgs Wirtschaftssenator Horch betonte, dass die neue S4 vor allem den überfüllten Hauptbahnhof entlasten würde. "Durch den Wegfall der Regionalbahnen nach Bad Oldesloe schaffen wir im Hauptbahnhof und auf der Strecke nach Lübeck dringend benötigten Platz für den Fern- und Güterverkehr, so Horch".

Kay Uwe Arnecke von der Hamburger S-Bahn ergänzte, dass rund 250.000 Menschen in Hamburg und Stormarn von der neuen S4 profitieren würden. "Wir wollen während der Hauptverkehrszeiten einen Zehn-Minuten-Takt zwischen Ahrensburg und Hamburg-Altona anbieten. Dabei erwarten wir rund 20.000 Fahrgäste täglich mehr als heute, die dann zuverlässig und umsteigefrei in die Hamburger Innenstadt kommen", so Arnecke.

Für die Befürworter der S4 war die heutige Präsentationsfahrt ein Meilenstein. SPD-Verkehrsexperte Ole Thorben Buschhüter, der seit mehr als zehn Jahren für die neue S-Bahn-Verbindung kämpft, zu NahverkehrHAMBURG: "Mit der heutigen Fahrt wird das S-Bahn-Projekt S4 erstmals anschaulich und greifbar. Ein großer Tag für die S4 und die S4-Bürgerinitiative".

Parallel zur heutigen Sonderfahrt hat Schleswig-Holstein bereits die nächste Zündstufe für das Projekt "S4" gestartet. Seit ein paar Tagen läuft eine Ausschreibung für die Vorentwurfsplanung der neuen S-Bahn-Linie. Anfang kommenden Jahres soll die Planung beginnen - mit dem Ergebnis wird Ende 2012 gerechnet. Buschhüter: "Das ist schon ein großer Schritt, der lange Zeit in weiter Ferne lag".

Mit der Vorentwurfsplanung soll unter anderem genau ermittelt werden, wie teuer die neue S-Bahn-Strecke wird. Bislang gibt es nur grobe Schätzungen, die von ca. 350 Millionen Euro ausgehen.

Der Bund hatte im Sommer zugesagt, dass er das Projekt finanziell unterstützen wird. Einzelheiten können aber erst verhandelt werden, wenn die genauen Kosten feststehen. Schleswig-Holstein geht davon aus, dass der Bund mindestens 60% der Bausumme übernehmen wird.

Die neue S-Bahn-Linie S4 soll von Hamburg-Altona durch den bestehenden S-Bahntunnel über Jungfernstieg und Hauptbahnhof bis nach Hasselbrook führen. Von dort sollen die Züge dann auf zwei neuen Gleisen parallel zur Bahnstrecke Hamburg-Lübeck bis Ahrensburg-Gartenholz fahren. Danach geht es eingleisig bis nach Bargteheide weiter. Auf der restlichen Strecke bis Bad Oldesloe fahren die Zweisystem-S-Bahnen dann auf den Fernbahngleisen weiter.

Außerdem soll entlang der neuen Strecke auch ein neues S-Bahn-Betriebswerk entstehen. Das geht aus den Ausschreibungsunterlagen zur Vorentwurfsplanung hervor.

Die Bauarbeiten für die neue S-Bahn-Linie könnten nach Angaben von Hamburgs Wirtschaftssenator Horch in sieben Jahren beginnen: "2018 ist eine realistische Perspektive", so Horch.

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