Hintergrund ist der Bau des geplanten Hebebrandquartiers. Frühestens ab 2014 sollen zwischen der City Nord und den Gleisen der S-Bahn auf rund 39 Hektar bis zu 1.400 neue Wohnungen entstehen. Dafür soll eine Kleingartenanlage auf dem Gelände mit 330 Parzellen von 27 auf nur noch 6 Hektar verkleinert werden. Als Ausgleichsmaßname prüft der Bezirk zurzeit mehrere Ersatzflächen – unter anderem eben auch das "Gleisdreieck" nördlich der Hebebrandstraße.
Große Hoffnungen auf einen Zuschlag macht sich der Bezirk allerdings nicht. "Aus heutiger Sicht ist es wenig aussichtsreich, dass wir das Grundstück für den Bau von Kleingärten bekommen", so Hansen. Als Grund nannte der Sprecher den alten Baumbestand auf dem Gelände. Bei dessen Abholzung müssten entsprechende Ausgleichsflächen geschaffen werden.
Zudem wäre für die Bebauung der Fläche laut Naturschutzgesetz eine Ausnahmegenehmigung nötig. Das geht aus der Antwort des Bezirksamtschefs Wolfgang Kopitzsch auf eine Anfrage der GAL-Politikerin Ulrike Sparr hervor (Kleine Anfrage 65/2011). Diese Genehmigung sei aber nur zu bekommen, wenn ein "überwiegend öffentliches Interesse" vorliegen würde und keine "zumutbaren Alternativen" bestünden. Beides sei für den Bau von Kleingärten eine hohe rechtliche Hürde, heißt es in dem Papier.
Aus diesen Gründen ist der Bezirk in der Vergangenheit bereits mehrfach bei verschiedenen Hamburger Behörden abgeblitzt.
Außerdem blockiert die Hamburger Wirtschaftsbehörde eine Umnutzung des Grundstücks, das seit 1973 im Flächennutzungsplan als "Fläche für Bahnanlagen" ausgewiesen ist und auf dem ursprünglich ein U-Bahn-Depot gebaut werden sollte.
Helma Krstanoski, Pressesprecherin der Wirtschaftsbehörde zu NahverkehrHAMBURG: "Für diese Nutzung bietet das Gelände hinsichtlich seiner Lage und der städtebaulichen Rahmenbedingungen nahezu ideale Voraussetzungen. Die Wirtschaftsbehörde hält es deshalb perspektivisch für sinnvoll und notwendig, diese Flächen für Hochbahnzwecke vorzuhalten (z.B. Busbetriebshof)".

