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Abriss am Diebsteich: Hamburg verliert ab Samstag einen S-Bahnhof – vorerst

S-Bahn-Station Diebsteich wird für mehr als ein Jahr lang geschlossen und soll im Rahmen des neuen Fernbahnhofs Altona wiedereröffnet werden. Die Züge von und nach Pinneberg werden über zwei neue Gleise an der alten Haltestelle vorbeigeleitet. Fotoreportage zum Abschied.
Christian Hinkelmann
Baustelle für den zukünftigen Fernbahnhof Altona am Diebsteich in Hamburg.
Baustelle für den zukünftigen Fernbahnhof Altona am Diebsteich in Hamburg.
Foto: NAHVERKEHR HAMBURG

Die Tage sind gezählt: Am frühen Samstagmorgen um 0:53 Uhr wird am S-Bahnhof Diebsteich zum vorerst letzten Mal ein Zug abfahren – eine S3 Richtung Pinneberg. Dann ist Schluss. Nach 60 Jahren hat die alte Bahnstation ausgedient und soll abgerissen werden.

Hintergrund ist der Neubau des Fernbahnhofs Altona, der in den nächsten Jahren dort gebaut werden soll. Ziemlich genau an der alten Stelle sollen die S-Bahnen dann an einem neuen Bahnsteig innerhalb des künftigen Fernbahnhofs halten.

Um Platz für den Neubau zu schaffen, muss die alte S-Bahn-Haltestelle weichen. Es ist die erste spürbare Maßnahme im Zusammenhang mit dem Neubau des Fernbahnhofs Altona.

Mehr als ein Jahr lang, bis zum 16. Oktober 2023, werden die S-Bahnen über eine neue Umgehungsstrecke am alten Bahnhof Diebsteich vorbeigeleitet – ohne Halt.

Nachteile für betroffene Fahrgäste

Für die betroffenen Fahrgäste bedeutet das: Umwege und längere Fahrzeiten. Einen eigenen Ersatzverkehr mit Bussen hat der HVV für sie nicht vorgesehen. Stattdessen soll die reguläre Buslinie 180 genutzt werden, die zum S-Bahnhof Holstenstraße fährt und in den Hauptverkehrszeiten im 5-Minuten-Takt unterwegs sein soll.

Außerdem wird zeitgleich mit dem Bahnhof auch der so genannte Plöner Stieg gesperrt, eine alte Fußgängerbrücke, der von vielen Menschen genutzt wird, um die Bahngleise an der Plöner Straße queren zu können. Künftig müssen Fußgänger eine Umleitung über das Postgelän…

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Der Kopf hinter diesem Artikel

Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

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6 Antworten auf „Abriss am Diebsteich: Hamburg verliert ab Samstag einen S-Bahnhof – vorerst“

Es ist schon traurig zu sehen, dass Nahverkehr mit keinem Wort den seit bald acht Jahren anhaltenden Protest verschiedenen Bürgerinititativen u.a. Prellbock-Altona, die sich gegen das völlig verfehlte Bahnhofsprojekt richten, erwähnt. Das Problem ist, dass der neue Bahnhof Diebsteich von vornherein zu klein ist, um den geplanten Deutschlandtakt störungsfrei abzuwickeln und sollte – wenn überhaupt – der Verbindungsbahnentlastungstunnel (VET) kommen, der gesamte Bahnhof diebsteich komplett umgebaut werden müssen. Denn dann wird ein viergleisiger S-Bahnhof in Tieflage unter den Fernbahngleisen benötigt. Es bleibt das Geheimnis der DB, wie sie dann einen Tunnelbahnhof unter den Betrieb befindlichen Fernbahngleisen bauen wollen. Prellbock hat die Verantwortlichen von Stadt und Bahn schon bei Vorstellung der ersten Planungen für den VET im Dezember 2019 auf die Inkompatibilität beider Projekte hingewiesen.
Ferner wird in dem Bericht mit keinem Wort auf die Kosten des Projektes eingegangen, die nur mal eben um 50% schon vor dem 1. Spatenstich erhöht wurden. Man kann schon jetzt sagen, das Projekt wird bis zur Fertigtellung mehr als 1 Mrd. Euro kosten und frühestens 2030 in Betrieb gehen.

Lieber Herr Jung, die von Ihnen angesprochenen Punkte finden in dem aktuellen Text, der sich mit der Schließung des S-Bahnhofs Diebsteich befasst, deswegen keine Erwähnung, weil es dazu keine Neuigkeiten gibt. Über die gestiegenen Baukosten und den Protest dagegen hatten wir zum Baustart am 6.7.2021 berichtet: https://www.nahverkehrhamburg.de/baustart-fuer-neuen-bahnhof-altona-das-sagen-politik-verbaende-und-gegner-191690/ Seitdem hat sich nach unserer Kenntnis die offizielle Kostenschätzung nicht verändert.

Herzliche Grüße,

Christian Hinkelmann

Hallo Herr Jung,
die Resonanz auf Ihren natürlich legitimen Widerstand gegen die Schließung von Altona ist vielleicht auch deshalb gering, weil sie so eben nicht geteilt wird? Warum nicht auch anerkennen, daß durch den Wegfall dieses Endbahnhofes eine Schneise in Altona fast beseitigt werden kann? Was ist daran eigentlich so verkehrt? Und dann zu den Kosten? wo kommen die 1 Mrd. her? Bisher ist man von knapp 600 Millionen ausgegangen.
Im übrigen hätte man auch den Bahnhof Altona für erhebliches Geld renovieren bzw. restaurieren müssen. Im Moment ist der Bahnhof ein einziges Dreckloch. Ich hätte auch nichts dagegen gehabt, wenn man den Endbahnhofbereich unter die Erde gelegt hätte. Was die Kapazitätsprobleme in Diebsteich die S-Bahn betreffend angehen: Das ist natürlich ein Thema, das adressiert werden muss und mit einer halbwegs intelligenten Tunnellösung auch gelöst werden kann. Vielleicht wird die S31 Richtung Osdorf doch noch aus Altona Tief ausgefädelt mit einer Haltestelle in Ottensen (sofern das die Radien zulassen)? Was den Regionalverkehr angeht: das wird man früher oder später dadurch lösen müssen, daß R Züge von Hannover nach Kiel durchgebunden werden zb. Die jetzige Kleinstaaterei wird sich nicht halten. Dazu ist das Nadelöhr Hamburg zu gewaltig.

Da kann man nur hoffen, daß die Buslinie 180 deutlich verstärkt wird, sie verkehrt nur in den Hauptverkehrszeiten alle 5 bis 10 Minuten, sonst nur alle Stunde, abends und am Wochenende gar nicht. Andernfalls haben die Anwohner Schleswiger Straße/Am Diebstteich/Ruhrstraße/Leunastraße schlechte Karten und gar keinen Anschluß mehr an den ÖPNV

Der jetzige Bahnsteig ist bereits der 2. Der erste lag an der damals noch eingleisigen S-BahnStrecke Holstenstraße bis Langenfelde (hier mit Anschluß an die zurückgenommene AKN). Dort wo jetzt das bereit neu verlegte Umgehungsleis ist lag etwas tiefer das Gleis und ein schmaler Seiten-Bahnsteig östlich davon.

Hallo Klaus, vielen Dank für die Ergänzung, die uns auch neu war. Auf unsere fachkundige Leserschaft ist Verlass! 🙂

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