ADAC: Billigere HVV-Tickets könnten 170.000 Autofahrer anlocken

In Hamburg würden möglicherweise 170.000 Autofahrer auf den HVV umsteigen, wenn die Ticketpreise günstiger wären. Das will der ADAC herausgefunden haben.
Christian Hinkelmann
Menschen steigen in eine U-Bahn in Hamburg
Menschen steigen in eine U-Bahn in Hamburg

Der Öffentliche Nahverkehr in Hamburg schöpft sein Kundenpotential möglicherweise nicht komplett aus. Laut einer Umfrage des ADAC in zehn deutschen Großstädten würden allein in der Hansestadt rund 170.000 Menschen, die den ÖPNV derzeit gar nicht oder nur selten nutzen, unter bestimmten Umständen öfter mit Bahnen und Bussen fahren.

Die meistgenannte Bedingung sind dabei deutschlandweit die Fahrpreise. Wären die Tickets billiger, würden 73 Prozent der Befragten vom Auto auf den ÖPNV umsteigen.

Erst mit großem Abstand folgt das Kriterium “Bessere Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit”. Für 41 Prozent der Befragten wäre das die Voraussetzung, um vom Auto auf Busse und Bahnen zu wechseln.

Als weitere Bedingungen werden “Besseres Ticketsortiment” (37 Prozent), “Mehr Direktverbindungen” und “Kürzere Fahrzeiten (jeweils 36 Prozent) genannt.

Insgesamt hat der ADAC rund 3.100 Menschen in zehn Großstädten befragt, die den ÖPNV nie oder nur gelegentlich nut…

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Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

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17 Antworten auf „ADAC: Billigere HVV-Tickets könnten 170.000 Autofahrer anlocken“

Ich glaube den Aussagen der Befragten nicht. Ich halte die Aussage, dass bei günstigeren Fahrpreisen Menschen in der Größenordnung umsteigen würden für Unsinn und nur vorgeschoben. Ich kenne viele aus dem beruflichen und privaten Umfeld, die es aus Bequemlichkeit nicht machen, obwohl sie gute Möglichkeiten hätten den ÖPNV zu nutzen. Wer sich eine Abokarte zulegt, kommt immer besser weg als mit dem Auto. Insofern ist das Quatsch. Warum stellen sich sonst so viele Mitbürger jeden Tag wieder in den Stau bzw. sind der Stau.
Wie bereits erwähnt, könnte HH in der HVZ eh wenig zusätzliche Fahrgäste aufnehmen. Wie bekannt tun die HH Senate diesbezüglich ja auch nichts außer viel zu reden.

Hamburg hat, wie in der Zeit-Recherche deutlich geworden ist, die teuersten ÖPNV-Tickets in Deutschland, bei einem mäßigen Angebot. Zu zahlreichen Destinationen bin ich aus der Mitte Wandsbeks bei einer Entfernung von knapp 5-6 Kilometern 45 Minuten, teilweise mehr unterwegs und das, obwohl ich in 200-300 Meter von 3 Buslinien und nur 1,5 Kilometer von Wandsbeker Markt wohne. Das ist wenig schneller als laufen. Das Netz im Osten ist einfach schwach.

Nach einer 3-minütigen Recherche im I-net muß ich konstatieren, daß die Tickets in Berlin deutlich teurer sind und weniger bieten.
A. sind sie zeitlich beschränkt, beginnend ab Entwertung
B. lohnt sich zB die Tageskarte erst wenn man mindestens 3 Fahrten AB unternimmt. Und nicht schon bei 2 Fahrten, wie in Hamburg.

Wandsbek-Markt –>> Hamburg Innenstadt (Luftlinie 6km): Mit der U1 sind es 15 min. Rechne ich jetzt noch 10 min dazu für den Weg ab Friedrich Ebert Damm mit der Linie 8 oder ab Ölmühlenweg mit der Linie 9, dann bin ich bei 25 min Wegezeit ohne Fußweg und Umsteigezeit.
Ich hätte jetzt gern erklärt, wie sich eine Wegezeit von 45 min zusammensetzt und ab wo genau sie gemessen wird.

Bitte genau lesen.

Die Aussage mit dem mäßigen Angebot bei dem höchsten Preis habe ich mir nicht ausgedacht. Vgl. den auch die Artikel verlinkte Untersuchung
http://www.zeit.de/mobilitaet/2017-02/oepnv-bus-bahn-tickets-preiserhoehungen-kritiker/seite-2

“Mitte Wandsbek” ungleich “Wandsbek Markt”. Ich beziehe mich auf den Stadtteil Wandsbek mit ~ 35.000 Einwohnern und einer Einwohnerdichte von ~ 5500 EW/qkm2. Wandsbek Markt ist am Rand dieses Stadtteils (ebenso Wandsbeker Chaussee sowie Wandsbek Gartenstadt). Weite Teile von Wandsbek haben keinen Schienenanschluss (ähnlich Tonndorf, Jenfeld).

Ich messe von Haustür zu Haustür – und ich sprach nicht davon, zum Hbf zu fahren. Und obwohl im Umkreis von 500m mehrere Buslinien verlaufen, darunter auch Metrobuslinien, gibt es Destinationen , sogar in der Nähe von S-U-Bahnhaltepunkten, die zwar kaum mehr als 6km oder mit dem Auto nur 15 Minuten entfernt sind, man aber mit ÖPNV wegen Umsteigen/Anschlüssen/Buslinienführungen fast so lange benötigt, wie man laufen würde.

Stadtbahnlinien entlang einiger großer Straßen mit Haltepunkten alle 600-800m würden das Netz massiv aufwerten. Platz genug wäre auf Ahrensburger Straße (und Verlängerung); Rodigallee; Jenfelder Allee (und Verlängerung) u.Ä. Der Bund würde es teilfinanzieren.

Die 3-4 Haltepunkte der S4 werden für viele Anwohner in der Region wenig bringen, weil die Bahnlinie überwiegend durch Gewerbegebiete und dünner besiedelte Gebiete verläuft.

Hallo Wandsbeker,

so ist das leider. Wir aus diesem Bezirk, vor allem aus dessen Ostteil (Tonndorf – da wohne ich -, Rahlstedt, Jenfeld) sind schon echt benachteiligt, was den ÖPNV betrifft. Und es ist leider keine Änderung in Sicht. Ich habe schon ‘zig Vorschläge an HVV oder Hochbahn gerichtet, Grundtenor: “Kann nicht gemacht werden” (mit den verschiedensten Begründungen). Selbst eine Anfrage (zu Streckenführung und Haltestellenabständen der Linie 9 in Tonndorf) an die Bürgerschaft hatte ich gerichtet. Die wurde vom Senat sogar beantwortet. Aber z.B. in der entsprechenden Zusammenstellung in den “Hamburger Nahverkehrsnachrichten” nicht mit aufgeführt. Dafür stand dann aber die gefühlt 136. Anfrage zur Busbeschleunigung im “Alternativspießerparadies” Mühlenkamp darin.

Und unserem Bezirksamtsleiter reicht es offenbar aus, dass das (althamburger) Eilbek so etwas wie das “Szeneviertel” vom Bezirk werden soll, da es ja so gut vom ÖPNV (U+S) erschlossen ist. Eben im Vergleich zu den anderen Stadtteilen des Bezirks dahin gehend “überversorgt”, genauso wie Dulsberg, dass seine Überversorgung durch die hamburgtypische Planänderung bei der U1 damals erhalten hat, mit “Quietsch-Quatsch-Kurven”. Wie schön wäre es mit einer U1 über Walddörferstraße, Fr.-Ebert-Damm, Berner Heerweg gewesen, mit z.T. fußläufiger Erschließung des Bereichs nördlich der B75.

Wandsbek hat eben keine Stimme in Hamburg. Und von unseren Verkehrspolitikern hört man auch sehr wenig. Das Koordinatensystem hat sich eben in Hamburg leider westwärts verschoben, sodass das Zentrum aus Stadtplänen jetzt schon auf dem Pauli-Kiez liegt, anstelle beim Rathaus oder Jungfernstieg. Und die Leute empfinden das leider auch schon so und sehen Wandsbek als so etwas wie einen Vorort von Hamburg an. Und dann gab es hier im Forum schon mal eine Stimme, die meinte, dass Hamburg “rot” wäre und “blau” höchstens Wandsbek (und der HSV). (Was ich dann schon nicht mehr so spaßig finde, da Blau inzwischen auch eine “politische Farbe” geworden ist.)

Aber generell ist auch hier im Forum oder im “Bahninfo-Forum” ein Desinteresse an Wandsbeker Verkehrsthemen zu spüren. Wenn es z.B. um die S4 oder die RB81 geht, ist meist eine flaue (oder keine) Diskussion dazu vorherrschend, oder es wird dann auf die “S4-West” oder andere verbundene Themen gedreht. Zumindest ist kaum Emotion bei Wandsbeker Themen zu spüren. Wenn es dagegen um Verkehrsthemen geht, die sich im Hamburger Zentrum, Westen oder Nordwesten abspielen, dann kann die Beitragszahl schon mal schnell über 20 werden. Teilweise überschlagen sich dort fast die Diskussionen.

In jeder Hinsicht sind wir als ÖPNV-Teilnehmer im Bezirk Wandsbek im Vergleich zum Gros der Stadtteile anderswo benachteiligt. Und da ist auch keine Besserung in Sicht: Der 5-min-Takt der Linie 9 wird in der HVZ nicht auf nach 8 Uhr ausgedehnt, FIMS-Countdown-Anzeiger werden nicht installiert, die Haltestellenverteilung und -positionen im Bereich Studio Hamburg bis Nordmarkstraße werden nicht kundenfreundlicher gestaltet, und, und, und (bei der Hochbahn). Und bei der DB wird es auch nach dem Fahrplanwechsel 2017/2018 mit dem unattraktiven 30-min-Takt weitergehen, da bis zum Jahresende garantiert nicht sämtliche Brücken am Berliner Tor fertig gestellt sein werden. (Das wird mindestens noch ein Jahr länger gehen.)

Bei der S4 – falls sie jemals überhaupt gebaut werden sollte – wird auch nicht von der unattraktiven und verkehrlich unsinnigen Planung abgewichen: 20-min-Takt außerhalb der HVZ auch auf Hamburger Stadtgebiet und eine “S4-West”, die durch ihren langen Laufweg im Mischbetrieb mindestens genauso große Verspätungen und Ausfälle generieren wird, wie die heutige RB81. Ich stelle mir schon vor, wie der Countdown z.B. auf Gleis 3 des Hbf lauten wird: “S1 – S11 – S1- S11 – (S4 fällt aus, da 10 min verspätet) – S1- S11 – S4 (die verspätete) – S1 – S11 – S1 – S4 (5 min verspätet) – usw.” Mit so einem ungerechten Takt wird man niemand aus dem Wandsbeker Osten zum Umsteigen auf den ÖPNV begeistern können. (Das ist sicher gewollt, denn sonst müsste vielleicht doch noch über einen “hamburgwürdigen” 10-min-Takt nachgedacht werden. Auf den 5-min-Takt müssen wir sowieso wegen der S32 nach Harburg verzichten.)

Übrigens hatte ich auch schon eine Idee für eine attraktive Stadtbahn für unseren Bezirk entwickelt (“W” steht für Wandsbek):
Stadtbahnlinie W1:
Sie ersetzt die Linie 9 und verbindet Großlohe über Rahlstedt, Tonndorf und den folgenden stark fahrgast-frequentierten Bereich der B75 mit den Schnellbahnen U1, S1/4 und U2/4. Sie wird ab Knoten U Wandsbek Markt über Hammer Straße und Pappelallee nach S Hasselbrook und dann weiter über Hammer Steindamm und Sievekingdamm bis U Burgstraße verlängert. (Dort kann die einst für die alte Straßenbahn gebaute Umsteigeanlage wieder entsprechend modern genutzt werden.)
Stadtbahnlinie W2:
Sie fasst die Metrobuslinien 8 und 10 zu einer Nord-Südost-Linie zusammen und hat als zentralen Knoten mit der Linie W1 eine gemeinsame Haltestellenanlage auf dem Wandsbeker Markt. Somit entsteht eine attraktive und leistungsfähige Verbindung von S Poppenbüttel über Saseler Markt (abweichend zur bisherigen 8), Bramfeld, das Wandsbeker Kerngebiet nach Jenfeld, evtl. sogar weiter bis Barsbüttel. Sicher müssten hier z.B. im Bereich der engen Walddörferstraße Alternativwege (z.B. über die Lesserstraße) gewählt werden.

Danke für die Antwort.

Ich vermute, die Erklärung für das Desinteresse ist Unwissenheit. So erlebe ich das oft: Wandsbek wird als seine Ausfallstraßen und den Wandsbek Markt erlebt. Dass in der Nähe der Ausfall durchaus eine dichte Besiedelung ist und sich eine bessere Verkehrsanbindung lohnen würde, wird oft nicht gesehen.

Erstes Argument: Wer möglichst viele Autos von den Straßen holen will, sollte dort den ÖPNV verbessern, wo zwei Dinge zusammentreffen:
(1) Eine hohe Bevölkerungsdichte (Gegeben mit fast 6000 Einwohner pro qkm)
(2) Viel Verwendung des KFZ (ebenfalls gegegeben).

Zweites Argument: Eine Verbesserung des ÖPNV-Angebots der Ausfallstraßen (z.B. mit attraktiven Stadtbahnen) ist in der Lage nicht nur größere Teile Wandsbeker KFZ-Nutzer in den ÖPNV zu holen. Die Pendler auf den Ausfallstraßen von außerhalb würden ebenfalls mindestens in gewissen Teilen auf Stadtbahnen zum Wandsbek Markt umsteigen.

Drittes Argument: Der Wandsbek Markt und das Umfeld (z.B. Conrad Electronic in der Nähe) als zentrales Geschäfts- und Dienstleistungszentrum im Hamburger Osten würde durch bessere zudem aufgewertet und zahlreiche Nutzer desselben würden ebenfalls durch eine Stadtbahn zum Wandsbek Markt auf den ÖPNV umsteigen.

Die S4 wird (1) kaum, (2) nur in geringen Teilen und (3) gar nicht leisten können.

Ich könnte mir eine Stadtbahnverbindung

– Wandsbek Markt
– Wandsbeker Zollstraße
– Ahrensburger Straße
– Stein-Hardenberg Straße
– Tonndorf
– Jenfelder Allee
– Schiffbeker Weg
– Billstedt

vorstellen. Vorteile:

– Endpunkte (Wandsbek Markt, Billstedt) und Mitte (Tonndorf) sind Geschäfts-, Einzelhandelszentren
– Endpunkte sind Verkehrszentren (U1 Wandsbek Markt, S4-2030 Tonndorf, U4 Billstedt)
– Viel Wohnbevölkerung an weiten Teilen der Strecke in fußläufiger Entfernung (Stadtbahn ist noch näher als eine U-Bahn)
– Streckenführung entlang großer und sehr breiter Straßen, die in weiten Teilen, vielleicht sogar vollständig seperate Gleisführung ermöglichen

Wenn Interesse für genaueren Austausch besteht: wandsbekerhvv_at_gmail.com

Dass die BVG in Berlin teurer sei als der HVV, kann ich nicht nachvollziehen. Der Leistungsumfang AB ist mindestens vergleichbar.

Die Einzelkarte kostet ~ 15 % weniger (2,80 anstatt 3,20 beim HVV (mit dem Ticket kann man ab Entwertung in Berlin 2 Stunden fahren, auch Hin- und Rückweg, wenn man kann und möchte), 4 Einzeltickets erhält man für 9 € (in Hamburg 12,80 €), die Tageskarte ist mit 7 € auch billiger.

” A. sind sie zeitlich beschränkt, beginnend ab Entwertung”

2 Stunden ab Entwertung.

“B. lohnt sich zB die Tageskarte erst wenn man mindestens 3 Fahrten AB unternimmt. Und nicht schon bei 2 Fahrten, wie in Hamburg.”

Sie lohnt sich erst ab 4 Fahrten AB. EIne Fahrt AB kostet mit der Vier-Fahrten-Karte nur 2,25 EUR statt den HVV-Sparpreis von 3,20 EUR. Die Tageskarte Berlin AB kostet 7,00 EUR, die Tageskarte Hamburg AB kostet 7,50 EUR.

“Nach einer 3-minütigen Recherche im I-net muß ich konstatieren, daß die Tickets in Berlin deutlich teurer sind und weniger bieten.”

Länger recherchieren!

Das ist ein Irrtum. Die Hamburger Ganztageskarte muß man mit der Berliner Tageskarte vergleichen,
da diese keine zeitliche Einschränkung hat. Mit der Ganztageskarte muß man ebenfalls mindestens 3 Fahrten unternehmen, damit es sich lohnt. Einzelfahrt HH AB: 3,20 Einzelfahrt B AB: 2,80 / 2,25 mit
4 rer Sammelkarte. Da ist unsere Autostadt wesentlich teurer.

Oh nein! 170.000 Fahrgäste mehr- ich kriege doch schon jetzt keinen Sitzplatz mehr… Womöglich müsste man dann noch die Straßenbahn wieder einführen, damit das Bussystem endlich ein starkes Rückgrat erhält. Wie sollen wir das bloß Hamburgs oberstem Autofahrer Olaf S. erklären? Der zieht vor Schreck im Herbst nach Berlin um -wenn der wüsste, welches ÖPNV-System ihn da erwartet:-)

Nein das geht nicht ! Du kannst doch König Olaf nicht zumuten in eine Stadt zu ziehen, in der eine Straßenbahn fährt. Vielleicht würde er es ja schaffen, diese auch noch abzuschaffen (oh ich schreibe in Reimen !).

Wenn eine Fahrt mit dem HVV für 2 Personen über rund 5 km hin- und zurück 4 xEUR 2,20 also EUR 8,80 kostet, dann ist man schnell geneigt in der Schwachlastzeit das Auto zu nehmen, weil es dann schneller geht und für rund 1 l Benzin/Diesel, den man auf dieser Strecke verfährt, nur EUR rd. 1,30 zahlen muss. Zudem ist die fehlende Straßenbahn in Hamburg ein Problem, die Beförderungsqualität in den lauten und ruckelnden Bussen ist einfach schlecht, aber das wollen die Verantwortlichen in Hamburg mit ihrer Anti-Straßenbahn haltung nicht sehen. Also Straßenbahn statt U-Bahn und Busbeschleunigung bauen, Preise senken, wie in Wien und im Außenbereich mehr P&R Parkplätze schaffen, das wären die Rezepte um mehr Fahrgäste zum Umsteigen auf den ÖPNV zu bewegen.

Ja, das trifft den Nagel auf den Kopf. Viel zu hohe Fahrpreise, personengebundene Zeitkarten ohne
Mitnahmeregelung an Wochenenden auf Wochen- und Monatskarten. Aus erster Quelle habe ich die Information erhalten, dass übertragbare Zeitkarten viel zu oft genutzt würden und dem HVV dadurch Einnahmen verloren gehen. Als Olaf Scholtz 2011 im “Umwelthauptstadt-Jahr” das endgültige Aus der Stadtbahn/Strassenbahn erklärt hat, bin ich wieder mit Rad und Auto unterwegs. Mit dem Auto spare ich jeden Tag zur Arbeit Hin & Rück rund 60 Minuten und ca. 25€ an Mobilitätskosten ein. (Auto steht ja zur Verfügung). Übertragbare Zeitkarten mit Mitnahmeregelung an Wochenende und günztigere Tiketpreise würden mich wieder locken.
Wann kommt in unserer Autostadt endlich die Verkehrswende?

Ich verstehe was sie ausdrücken möchten, allerdings zahlt zu der wahrheit ihrer Rechnung zu den 1,30€ Sprit aich noch Kfz Versicherung, Steuern, Verschleiß und vorallem Parkgebühren in der City dazu (ich will garnicht sagen, dass dies die 8€ übersteigt, aber es muss dennoch beachtet werden ? )
Neben den monetären aufwendungen ebenso der Ökologische Fingerabdruck usw. usw…

170.000 zusätzliche Fahrgäste? dann würde das System HVV kollabieren! Es müssten hunderte neue Züge und Busse angeschafft werden und alle Hauptabschnitte im 3-Minuten-Takt befahren werden. Das würde der HVV niemals gewuppt bekommen!!

Schlimm, dass ein Automobil-Lobbyverein schon darauf hinweisen muss.
Ein Vorschlag, der nachhaltig, ökologisch, sozial und vorallem schnell umzusetzen ist: Kostenloser HVV für Kinder bis 14/16. Damit werden zig “Elterntaxis” überflüssig und die Öffis werden von früh an zum normalen Verkehrsmittel. Ganz nach dem Motto: “Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.”

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