Bahnhof Altona: Grüne Oase oder historischer Neubau?

Der Fernbahnhof Altona zieht um. Doch was geschieht mit der riesigen Fläche, die zurückbleibt? Eine exklusive NAHVERKEHR HAMBURG-Auswertung von fast 400 Bürger-Vorschlägen zeigt ein überraschend klares Bild.
Christian Hinkelmann
Kein Schmuckstück: Der Bahnhof Altona aus den 1970er Jahren könnte schon bald abgerissen werden.
Kein Schmuckstück: Der Bahnhof Altona aus den 1970er Jahren könnte schon bald abgerissen werden.

Es ist eines der größten Stadtumbau-Projekte und eine Jahrhundertchance für den Stadtteil: Wenn der Fern- und Regionalbahnhof Hamburg-Altona in wenigen Jahren an seinen neuen Standort Diebsteich umzieht, entsteht mitten im Herzen Altonas eine riesige Freifläche.

Was soll aus dem riesigen Areal werden, wenn die Bahnsteige und das schmucklose Bahnhofsgebäude aus den 1970er Jahren nicht mehr gebraucht werden?
Die Stadt Hamburg hat in den vergangenen Wochen online die Bürgerinnen und Bürger befragt – und die haben geantwortet.

NAHVERKEHR HAMBURG hat die knapp 400 eingereichten Beiträge auf der Bürgerbeteiligungsplattform ausgewertet und gibt einen Überblick, was sich die Menschen im Stadtteil am meisten wünschen. Die Auswertung zeigt einen erstaunlich klaren Handlungsauftrag an die Planerinnen und Planer.

Eine grüne Lunge für den dicht bebauten Stadtteil

Die mit Abstand dominierende Forderung, die sich wie ein roter Faden durch die Eingaben zieht, ist der Wunsch nach mehr Grün. Mit 154 Nennungen – also in fast 40 Prozent aller Beiträge – wird die Schaffung von Park- und Grünflächen thematisiert. Es handelt sich hierbei nicht um den Wunsch nach einigen Bäumen oder einer kleinen Wiese. Die Visionen sind weitaus größer und spiegeln den Mangel an frei zugänglichen Grünflächen im dicht besiedelten Altona wider.

Die Bürger malen das Bild einer durchgehenden, großen Parklandschaft, die als soziale und ökologische Mitte des Quartiers fungieren soll. Begriffe wie „grüne Lunge“, „Oase der Ruhe“ oder gar ein „Altonaer Central Park“ verdeutlichen die Dimension der Erwartungen. Die Vorschläge werden dabei oft sehr konkret: Ein Teilnehmer fordert ein „Rewilding“-Projekt, bei dem die Fläche gezielt verwildern und ein naturnahes Biotop entstehen soll, das Tiere…

Alle Rechte vorbehalten.
Wenn Ihnen dieser Artikel gefällt, teilen Sie gern den Link.

Ihr Zugang ist persönlich und darf nicht geteilt werden. Sie dürfen Artikel oder wesentliche Teile davon nicht vervielfältigen, veröffentlichen oder weiterleiten (z. B. in Pressespiegeln, per E-Mail, Messenger oder als PDF). Für diese Nutzungen ist eine gesonderte Lizenz nötig.

Lizenzinformationen: info@nahverkehrhamburg.de

Der Kopf hinter diesem Artikel

Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

Auch interessant

Ein Taxi in Hamburg. (Foto: Christian Hinkelmann)

Neue Lösung für die verflixte letzte Meile

Hamburg hat schon viel versucht, die Wege zwischen HVV-Haltestelle und eigener Haustür am Stadtrand zu verbessern. Kann der neue Taxi-Dienst HUUS das Problem lösen, an dem Moia und Sharingdienste bisher gescheitert sind? Drei Faktoren werden entscheidend sein.

Barrierefreie Bushaltestelle in Hamburg (Foto: Christian Hinkelmann)

Barrierefreie Bushaltestellen: Hamburg kommt nur minimal voran

Das sind die wichtigsten Mobilitäts-Nachrichten der Woche für Hamburg und Umland: Behörde prüft innovative Idee, um barrierefreien Ausbau der Bushaltestellen zu beschleunigen, ein unabgestimmter Alleingang sorgt bei der MAX-App für neuen Ärger und die Serienproduktion für Moia-Robotaxis startet.

3 Antworten auf „Bahnhof Altona: Grüne Oase oder historischer Neubau?“

Alle die sich eine Markthalle wünschen sollten das Folgende bedenken. Immer , wenn größere Gebäude leer stehen, wird eine Markthalle favorisiert. Die Erfahrungen in Hamburg zeigen aber , dass Markthallen nur eingeschränkt funktionieren. Das Mercado hat diverse Umbrüche hinter sich, die Rindermarkthalle hat mit Leerstand zu kämpfen und ob die Planung im Gruner und Jahr Gebäude voran kommt, steht in den Sternen. Außerdem versteht jede*r etwas anderes unter einer Markthalle. Mehr Grün hingegen wäre gerade an der Stelle in Hamburg geradezu erforderlich. Immer nur Wohnungsbau zu fordern, löst keine Probleme der Stadtgesellschaft. Wohnen ohne ausreichend Grün hat nichts mit Lebensqualität zu tun.

Hatte sich die Stadt nicht vorgestellt die ganze Fläche an Immobilieninvestoren zu verkaufen? Wenn man wirklich viel Grünflächen einrichtet, was ich sehr begrüßen würde, wäre das große Geschäft mit den Grundstücken ja hinfällig…

und was meint Prellblock dazu? Insgesamt finde ich als Nichtaltonaer die Idee einer grünen Oase zwar ganz nett, aber städtebaulich werden in den nächsten Jahrzehnten Wohnungen gebraucht. Ob ein „Neubau“ des altern Altonaers Gebäude zumindest als Fassade möglich sein wird, bleibt abzuwarten, hat aber auch einen gewissen Charme.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner