Altona bekommt eine Fehmarnsundbrücke

Die alte Sternbrücke an der Stresemannstraße wird ab 2023 durch einen Neubau ersetzt – im Stil der bekannten Fehmarnsundbrücke. Die Bauarbeiten dauern vier Jahre. Wirbel um Infoveranstaltung heute Abend.
So soll die neue Sternbrücke in Hamburg aussehen
So soll die neue Sternbrücke in Hamburg aussehen
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Das Bild der Kreuzung zwischen Stresemmannstraße und Max-Brauer-Allee an der Grenze zwischen den Stadtteilen Altona-Altstadt und Altona-Nord wird sich in den nächsten Jahren deutlich ändern. Die fast 100 Jahre alte denkmalgeschützte Eisenbahnbrücke („Sternbrücke“), die die Kreuzung überquert, wird in den kommenden Jahren abgerissen und durch einen Neubau ersetzt.

Und dieser Neubau hat es in sich, denn er wird deutlich wuchtiger ausfallen als die bisherige Brücke. Der Stil mit seinen zwei halbrunden Bögen soll an die bekannte Fehmarnsundbrücke erinnern und wird die benachbarten Häuserzeilen überragen.

Diese aufwändige Hängekonstruktion ist nötig, weil die neue Brücke mit einer Länge von 108 Metern deutlich länger sein wird als das bisherige Bauwerk, das nur auf 75 Meter kommt. Außerdem soll die neue Brücke – anders als ihr Vorgänger – ohne Zwischenpfeiler auskommen. Beides schafft mehr Platz für den vierspurigen Autoverkehr, sowie für Fußgänger und Radfahrer.

Bau soll vier Jahre dauern

Die Bahn und die Stadt Hamburg planen seit mehreren Jahren am Ersatz der altersmüden Sternbrücke und haben seit 2018 mehrere Varianten geprüft. Noch in diesem Monat will die Bahn das nötige Planfeststellungsverfahren beim Eisenbahnbundesamt einreichen.

Baubeginn für die viergleisige Brücke, die täglich von mehr als 900 Zügen befahren und von 50.000 Straßenfahrzeugen unterquert wird, soll Anfang 2023 sein. Der Bau soll insgesamt vier Jahre lang dauern. Während der Bauzeit soll es immer wieder Sperrungen der Gleise, bzw. der Stresemannstraße geben. Die längste Sperrung wird laut Bahn etwa vier Woc…

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16 Antworten auf „Altona bekommt eine Fehmarnsundbrücke“

Mal ganz abgesehen vom Verlust für die Hamburger Clubkultur: Was ist das für ein Monstrum? Ich hoffe doch auf einen Fehler bei der Visualisierung.

Kann sich hier nicht der Oberbaudirektor einschalten

Visualisierungen stellen es immer noch schöner da,
als es nachher wird.
Im Artikel wird eine Länge von 108 m ohne Zwischenstützen genannt.

Bei Wiki steht über die Fehmarn-Brücke:
“… Bogen hat eine Stützweite von 248,5 m und eine größte Höhe von 45 m über der Fahrbahn”
Das ergibt hier eine Bogenhöhe von mindestens 20 m.

Näheres zur Fehmarn-Brücke siehe hier:
https://de.wikipedia.org/wiki/Fehmarnsundbr%C3%BCcke

Baue auf und reiße nieder, so gibt es Arbeit immer wieder! 🙂

Falls sich noch jemand auf die Suche macht: Seite 1627 f. (@Genosse Senza: das “f.” steht für “(und) folgende (Seite)”, also 1628. “ff.”)

Da hat man wohl die Kostensteigerungen der letzten Jahre, wo 8% völlig “normal” waren, ziemlich unterschätzt. Aber am Ende kostet es halt was es kostet.

Ich mache nun aber Platz für jene, die “etwa vier Wochen” mit ihrem geschulten Auge für unrealistisch halten und bei einer Verzögerung auf 29 Tage in einige Jahren “Ich weiß zwar nicht den Grund der Verzögerung, aber ich hab’s gewusst!” rufen können. Achja, und irgendwas mit Diebsteich. 🙂

Loki,
ich bin im Gegensatz zu ihnen, kein Genosse, der die Sozi Verkehrtpolitik in HH ständig, wider jede Vernunft, über grünen Klee lobt.

Sintra Paolo,

aber vielleicht ein anderer Genosse, denn wie jeder weiß: wer nicht genießt, wird ungenießbar. Wüsste jetzt auch nicht, wo ich diese DB-Planung groß gelobt haben soll. Als Hamburger ist mein Interesse für Altona auch eher gering. Schon in der Grundschule lernten wir wichtige Regeln. Und das bedeutete nicht nur den Sprung über die Elbe zu meiden und “Billstedt, Hamm und Horn, schuf der liebe Gott im Zorn” zu predigen, sondern auch sehr bewusst zu wissen, was das A|H aufm Blatt (heute, insb. im Sommer, bekannt als Robbenfelsen) bedeutet.

Mit nachtschwämerischen Grüßen
Dein Loki

Hier kann es sich wohl doch nur um einen verspäteten Aprilscherz handeln- oder? Das ist ja noch gruseliger als das Seilbahnprojekt von damals….

Verspäteter Aprilscherz ist nur die Kostensteigerung von 50 %.
Da bleibt nur der Galgenhumor übrig.

Aber eine 100 Jahre alte Brücke,
mehr freier Durchlass darunter,
4 Wochen Sperrung der Bahnstrecke
und 125 Millionen Euro Projektkosten –
darüber macht man keine Scherze.

Mit dem Neubau er Sternbrücke wird wieder das alte Lied gespielt. Instandhaltung wird unnötig teuer gerechnet (die müsste ja die DB finanzieren), so dass nur ein Neubau in Frage kommt. Den zahlt der Steuerzahler, d.h. Bund, bzw. in diesem Fall die Stadt zur Hälfte, weil die Brücke eine größere Spannweite hat, als die alte Brücke. Mehr als eine Kostenverdoppelung von EUR 57 Mio. auf EUR 125 Mio. seit 2016 zeugt von den souveränen Rechenkünsten der DB AG. Bis zur Fertigstellung werden es dann vermutlich an die EUR 400 Mio. sein. Aber man kann ja lustig bauen und planen, wenn Dritte die Rechnung bezahlen. Noch peinlicher ist die Bauzeit von 4 Jahren, wo die jetzige Brücke in weniger als 2 Jahren vor nahezu hundert Jahren gebaut wurde. Abgesehen davon, dass die Monsterbügelbrücke überhaupt nicht in das Stadtbild passt, wird es während des Baus zu massiven Beeinträchtigungen des Bahnverkehrs zwischen dem Hauptbahnhof und dem nördlichen und westlichen Schleswig-Holstein, sowie für den gesamten südgehenden Fernverkehr kommen mit wochenlangen Totalsperrungen. Auch wird der S-Bahn-Verkehr durch den Neubau massiver in Mitleidenschaft gezogen, als bei einer reinen Sanierung. Diese Einschränkungen werden sich zu den Einschränkungen im Bahnverkehr addieren, die durch die Bau des Bahnhofs Diebsteich entstehen. Für die Züge nach Kiel/Flensburg/Westerland und Dänemark wird der gute alte Kopfbahnhof wieder seine Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen müssen. Fernzüge werden nicht zu den Bahnbetrie bswerken Langenfelde und Eidelstedt fahren können. Monatelanger Schienenersatzverkehr ist zu erwarten. Wie während der Bauzeit der Straßenverkehr auf den vielbefahrenen Straßenachsen Stresemannstraße und Max-Brauer-Allee umgeleitet wird, darüber schweigt man erst einmal. Zuerst einmal treten die üblichen Claqeuere (DB Konzernbevollmächtigte, Bezirksamtschefin, diverse Staatsräte aus den Behörden) in Aktion, die alle die rosige Zukunft von 2027 beschwören ohne die Realität zu kennen und die massiven Einschränkungen für die Fahrgäste während der sehr langen Bauzeit zu thematisieren. Und wieder geht damit ein wichtiges eisenbahnhistoriscches Denkmal verloren, nur weil die DB über Jahrzehnte es systematisch hat verrotten lassen. Die Kritik des Denkmalvereins an dem geplanten Abriss kann nur beigeplichtet werden.

Ich finde diese Planung absolut schrecklich! Eine riesige Brücke, die höher ist als die meisten Gebäude im Umkreis und dann alle Clubs und Läden und einige alte Häuser in nächster Umgebung weg. Stattdessen wohl große Betonwände und Asphalt. Also wirklich Planungen, die der Entwicklung einer “lebenswerten Stadt” dienlich sind. Aber wenigstens hoffentlich mehr Platz für Fahrradfahrer.

Den Vogel schießt aber die Bürgerbeteiligung ab. Hätte man das nicht früher oder später ohne Corona machen können? Muss man wahrscheinlich genau jetzt im April und keinen Tag später machen. Aber im Endeffekt auch fast egal. Die Bogenbrücke ist genau das, was die DB schon seit Jahren will und das wird jetzt durchgezogen.

Sehr schade finde ich, dass die ganzen Clubs wegfallen! In direkter Umgebung wird es wohl keine Ausweichflächen geben. Der Ersatzplatz am Schanzenbahnhof ist glaube ich auch weg, weil die Bäume dort nicht geopfert werden sollen. Und wo sollten die Clubs besser hin als unter oder in diekter Nähe der Bahn? Also wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Zukunft für die Clubs und Bars geben.

Aber was interessiert die DB, was mit Hamburger Clubs passiert? Und was interessiert den Senat was die DB macht? Sieht man ja an den weiteren Planungen zu Bahnhof Altona und zur restlichen Verbindungsbahn. Ich wünschte dass solche Projekte in Hamburg nicht nur als reine Verkehrsprojekte, sondern auch als ganzheitliche Stadtentwicklungsprojekte betrachtet werden.

Es wird immer deutlicher:
1. Die Corona-Ausnahmezeiten werden für Mauschel-Politiken benutzt.
Schlimm!
2. Es wird hier und da und dort geplant und gemacht.
3. Aber es fehlt ein Masterplan Verkehr und ein entsprechender Teil Schienenplanung.
Die gewählte Bezirksversammlung Altona wird zu einem Zugucker“verein“, der Senat reißt alles
an sich.
4.Aber der Bezirk Altona wird verkehrstechnisch zu einem Chaos.
Bahrendfeld A7-Deckel, Bahnhof Diebsteich, Sternbrücke, S-Bahnhof Ottensen.
5.Vier riesige, gleichzeitige langjährige Bauprojekte mit vielen Sperrungen, Umleitungen, Bahnsperrungen, Ersatzverkehre, Zugausfällen etc.
Und die BürgerInnen schauen zu und staunen………
6. Da kann es doch sehr gut sein, wenn der Diebsteich nicht gebaut wird und der jetzige Bahnhof Altona bleibt wo er ist……..ja, bei einer intelligenten Planung hätte man vorher eine Umgehung gebaut, schließlich konnte man seit Jahrzehnten wissen, dass die Brücke nicht ewig hält (und man kann sich freuen kann, dass jahrzehntelang kein Lkw in den Pfeiler auf der Kreuzung gekracht ist).
Aber die Güterumgehungsbahn wurde faktisch auf Eingleisigkeit zurückgebaut, der Ferlemann-Tunnel (wenn er kommt), kommt zu spät, eine westliche Elbquerung gibt es nicht (weil man den Tunnel nur für Autos gebaut hat) …
Es klingt fast so, als könne der Bahnhof Altona ab 2023 seine Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen, wenn alle Züge aus dem Norden dort enden müssen …

Start, Stop, Schade. Was für ein Überfall zu Corona-Unzeiten.

Der 1. April ist ja schon durch. Dann meinen die das wohl ernst.

Und dann so ein mächtiges Bauwerk! Häuser abzureißen geht ja überhaupt nicht.

Da kann das OVG ja wieder ein paar Termine blocken. Wenn der Baubeginn sich länger hinziehen sollte (so bis 2030) fände ich das nicht schade. Ich muss dieses Protzmal nicht unbedingt mit eigenem Augen sehen.

Falsches Signal zur falschen Zeit. In der neuen Haushaltslage sollte man nicht mehr die Eigenschaften teuer und hässlich verbinden. Beides mobilisiert je maximalen Widerstand.

Ich glaube selbst nicht, dass da gemauschelt werden soll. Denn der Zeitdruck ist durch Diebsteich klar vorgegeben, weil man Altona als Ausweichbahnhof dafür braucht und vor bestimmten Bauschritten dort fertig sein muss.

Aber dass man auch nur diesen Eindruck entstehen lässt, ist in Kombination mit dem Widerstand, den dieses Monster auslösen wird, unklug. Und dann steht mit Prellbock auch noch eine BI bereit, die meint allen Grund zu haben, sich einen etwaigen Kompromiss sehr teuer bezahlen zu lassen.

Prellbock ist nicht für Kompromisse bekannt. ^^ Der VCD hat entsprechende Leckerlis teuer ausgehandelt und sich mit der Stadt und der Staatsbahn geeinigt, woraufhin Prellbock nur noch Gift und Galle gespuckt hat. Ein Konsens ist nicht möglich, wenn fundamentaloppositionistisch nur der radikale Stillstand als einzige Option auserkoren wurde.

Für die Bewohner des Wagenplatzes Zomia kommt diese Einladung zu kurzfristig. “Die Bahn hatte jahrelang Zeit, ein sinnvolles Beteiligungsverfahren zu entwickeln” […]

Manche sogenannte Profis kannst du gar nicht oft genug entlassen.
Dieses jetzt schon desaströse Außenbild, dass die DB AG hier in Hamburg (schon wieder) wissentlich und mit Vorsatz abgibt.

Und das Beste: Dieses Thema hat noch gar nichts mit dem Planungsgegenstand an sich zu tun. Nein.

Warum hat Hamburg so viele Jahrzehnte schon so dermaßen viel Scheiße bzgl. Verkehrsplanung/ÖPNV-Leistung am Schuh?
Mal wenigstens bißchen irgendwo an einer Wiese in Lokstedt abwischen, kommt auch niemandem in Sinn.
Man lässt es lieber ordentlich weiter stinken.

Meine Meinung:
Die Bogenbrücke ist das Standardbauwerk der DB für solche Fälle, siehe auch Neubau am Alten Güterbahnhof in Barmbek; das ist aber eine “Hinterhofsituation”.

Hier handelt es sich jedoch um eine städtebaulich exponierte Lage, herausragend geradezu.
Hier muss in meinen Augen ein Architekt bzw. ein Wettbewerb ran, und dann auch echte Technikkönner (Ingenieure!) beteiligen, damit ein entprechender Entwurf gefunden und umgesetzt werden kann.

Und keine DB-Objektplaner, die noch nichtmal einen Einfeldträger rechnen können.

Ich kann die bunte Kritik hier und die Denkmalwürdigkeit nicht so ganz nachvollziehen. Anders als z.B. die Freihafenelbbrücke, welche die Stadt Hamburg offenbar hat verrotten lassen, wirkt die heutige Brücke auf mich eher gebastelt.
Dagegen finde ich die Chance, mit einer weiten Überspannung der Kreuzung Raum zu geben, durchaus attraktiv. Zudem bin bei Bahnbrücken gegen irgendwelche “architektonischen Wunder” die dann eventuell auch ein wundersames Betriebsverhalten, Lärmabsonderung und ewige Bauzeit benötigen. Und es muss eine Lösung sein, die das Eisenbahnbundesamt, aus guten Gründen, auch zulässt. Das musste selbst der ehemalige Oberbaudirektor Jörn Walter für die Pfeilerbahn aber auch die Stadt Ahrensburg bei der Station Gartenholz erst lernen. Ich bin sehr für Standard-Bauwerke, wobei es natürlich immer darauf ankommt, technisch ausgereifte und ästhetisch ansprechende Lösungen zu finden. Vorbildlich haben das z.B. die SBB das in den späten 1980ern mit ihrem Bahn 2000 Design-Konzept gezeigt. Was spricht dagegen, die Brücke Ende des 21.Jhd als typisches Bahn-Bauwerk der 20er Jahr zu identifizieren? Wenn man sich den möchtegern technischen Schnickschnack der Neuen Flora oder ähnlichem anguckt, finde ich den Entwurf deutlich erträglicher.
Schwierig finde ich die Bauzeit von 4 Jahren. Da würde ich gerade bei einem Standard-Bauwerk ein schnellers vorankommen erwarten. Wobei der Zeitraum nichts über Sperrungen aussagt, fürchte aber davon erhebliche.
Spannend finde ich das Projekt im Timeing mit anderen. So lange der Bahnhof Altona nicht verlegt ist, ist eine Sperrung der Verbindungsbahn zwar furchtbar aber letztlich handhabbar so lange die Tunnel-S-Bahn fährt. Mit Diebsteich geht es einfach nicht ohne schlicht Fahrgäste aus Elmshorn und dahinter abzuweisen. Und der Ferlemann-Tunnel wird bestenfalls Jahrzehnte später kommen. Wobei es natürlich geschickt wäre, erst den Ferlemann-Tunnel zu bauen und dann die Brücke zu ersetzen…

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