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Ampel-Vorrang auf Buslinie M5 bleibt noch Monate abgeschaltet

Seit Wochen sind die millionenschweren Busbeschleunigungsarbeiten an den Kreuzungen "Siemersplatz", "Gärtnerstraße/Hoheluftchaussee" und "Hallerstraße/Grindelallee" fertig – die installierten Ampel-Vorrangschaltungen für die Busse bleiben aber weiterhin abgeschaltet – noch bis zu einem halben Jahr.
Christian Hinkelmann
Ampelvorrangschaltung für Busse in Hamburg. Das leuchtende A bedeutet, dass der Bus an der Ampel Grünlicht angefordert hat, das T signalisiert dem Busfahrer in der Haltestelle, dass er die Türen schließen soll, um rechtzeitig bei Grünlicht abfahren zu können
Ampelvorrangschaltung für Busse in Hamburg. Das leuchtende A bedeutet, dass der Bus an der Ampel Grünlicht angefordert hat, das T signalisiert dem Busfahrer in der Haltestelle, dass er die Türen schließen soll, um rechtzeitig bei Grünlicht abfahren zu können

Nach den millionenschweren Umbauarbeiten der Kreuzungen Siemersplatz, Gärtnerstraße/Hoheluftchaussee und Hallerstraße/Grindelallee bleiben die installierten Vorrangschaltungen für die Busse noch bis zu einem halben Jahr abgeschaltet.

Das erklärte die Hamburger Wirtschaftsbehörde auf NahverkehrHAMBURG-Anfrage. „Die Inbetriebnahme der Vorrangschaltung für Busse wird voraussichtlich noch bis Mitte 2014 dauern“, so Behördensprecherin Helma Krstanoski.

Der Grund: Im Unterschied zur Kreuzung „Grindelallee/Edmund-Siemers-Allee„, wo die Vorrangschaltungen schon wenige Wochen nach dem Umbau in Betrieb gingen, liegen die drei zuletzt umgebauten Knotenpunkte laut Wirtschaftsbehörde in dichter Folge beieinander und haben viel Querverkehr. „Hier sind die Abhängigkeiten untereinander sehr groß“, so Krstanoski.

Deswegen müsse man bei den drei Kreuzungen stufenweise vorgehen: „Zuerst der Umbau, danach Einrichtung einer Festzeitsteuerung an den Ampeln – einhergehend mit sich anschließenden intensiven Verkehrsbeobachtungen, aus denen verlässliche Erkenntnisse zu den neuen Verkehrsabläufen gewonnen werden“, so Krstanoski. Grund: Die Simulation solcher Abläufe sei nicht immer aufschlussreich genug. Erst danach erfolge dann „die Planung der verkehrsabhängigen Steuerung“.

Die Umbauarbeiten entlang der hochbelasteten Metrobuslinie M5, mit täglich rund 60.000 Fahrg…

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Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

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14 Antworten auf „Ampel-Vorrang auf Buslinie M5 bleibt noch Monate abgeschaltet“

@Klaus Petersen

Zunächst müssen die Bauarbeiten auf der M5 mal fertig sein. Es wird ja z.Zt. noch die Umsteigeanlage Ni-Mkrt. hergerichtet und auf der Hoheluftchausse soll noch die Fahrbahn saniert werden. Wenn das fertig ist gibt es sicherlich eine Test-und Messphase. Danach könnte man die Ampeln verkehrsabhängig schalten-Wenn man es denn macht!!-
Ich schätze mal, dass man im Idelafall 10-12Min Fahrzeit zwischen ZOB und A-Burgwedel einsparen kann. Ich hoffe mal, dass wir dann auch zu den Stoßzeiten einen zuverlässigen 5-Minuten-Takt hinbekommen. Wenn das Ganze reibungslos funktioniert und der Bedarf gegeben ist, könnte ich mir auch einen 3-Minuten-Takt vorstellen. Ob das realisierbar ist, bleibt aber zweifelhaft, weil auch andere Komponenten eine Rolle spielen, die man durch die Betriebsüberwachung nicht beeinflussen kann. Ende 2014-Anfang 2015 will man wohl fertig sein.

In dem Bericht „Ampel-Vorrang auf Buslinie M5 bleibt noch Monate abgeschaltet“ vom 15.11.2013 schreiben Sie, dass die Ampel-Vorrang-Schaltung noch Monate abgeschaltet bleibt. Jetzt ein halbes Jahr vergangen. Wann haben die Busse der Linie M5 endlich Vorrang???

@Max
das sehe ich auch ähnlich. Ich finde zwar auch, dass der ÖPNV gegenüber dem MIV bevorrechtigt werden sollte, aber diese Radikalmentalität finde ich auch grauenvoll. Sie ist typisch für Großstädte und ebenso typisch für extrem linkspolitisch eingestellten Menschen, die nur allzu gern dem Rest der Welt erzählen wollen, was richtig ist im Leben und sich um Vorschriften und Gesetzte einen Dreck scheren, außer sie selbst sind direkt betroffen, dann wird auf jeder Kleinigkeit rumgeritten. Leider ist HH schon regelrecht verseucht von diesen Vögeln, die weiter schön gegen Autos meckern, aber der VW-Bus aus den 70er Jahren muss es denn doch schon sein, weil das ja cool ist…

In den meisten Fällen wird es ohnehin kaum Stau an den Kreuzungen geben, weil die Busse ja nicht jede Minute fahren und außerdem die Ampeln für den Bus sofort nach Überqueren der Kreuzung wieder rot werden. Dazu kommt ja noch, dass der Bus den Verkehr „mitzieht“ und man auch als PKW-Fahrer davon profitieren kann, wenn man gerade in die selbe Richtung fährt.
Das Verhalten vieler Verkehrsteilnehmer wird allerdings immer aggressiver und Verstöße gegen die StvO werden als Bagatelle angesehen und selbst rote Ampeln sind anscheinend nur dazu da, damit die Stadt ein bisschen bunter aussieht. Das muss sich ändern und das darf dann auch gerne mal etwas „radikaler“ geschehen indem man das öfter kontrolliert und dann auch sanktioniert. Wenn man das in den Griff kriegt, dann gibts auf der Straße auch weniger Probleme für alle Teilnehmer.

Mein Gott, was für ein Gejammer hier in den Kommentaren! Ich habe keine Verkehrswissenschaften studiert und kenne mich mit der Materie nicht aus, aber ich verstehe etwas von komplexen Systemen. Angesichts der vollen Straßen denke ich, dass es auch darauf ankommt, dass der sonstige Straßenverkehr flüssig rollen kann. Bei meiner Freude am ÖPNV ist mir der „MIV-Hass“, den ich in vielen Kommentaren meine herauszulesen, fremd. Man kann es sich natürlich mit der Ampelvorrangschaltung einfach machen und jede Anforderung im System sofort umsetzen. Dann habe ich, vereinfacht gesprochen, 100 % Leistungsfähigkeit beim Bus und 70 % Leistungsfähigkeit beim sonstige Verkehr. Oder ich sorge für eine intelligentere Schaltung, wozu die Ampelanlage offenbar auch fähig sind, und lasse die Busse in manchen Situationen trotz Anforderung an der Ampel stehen. Dann erreiche ich 90 % Leistungsfäigkeit sowohl beim Bus wie auch beim sonstigen Verkehr. Solche ausgeglichenen Lösungen scheinem manchen radikalen ÖPNV-Anhänger nicht in den Sinn zu kommen. Nach dem Motto: Man muss nur das Auto unattraktiv genug machen, dann werden die Autofahrer schon zum ÖPNV bekehrt.

Ich habe doch gesagt, dass das noch dauert. Die Strecke muss erst fertig werden, DANN kommt der Vorrang. Ist eigentlich auch logisch. Die Beobachtungen müssen natürlich auch gemacht werden. Ist in anderen Städten auch so gewesen. Nirgends auf der Welt wurde das von heute auf morgen umgestellt. Es müssen Messfahrten durchgeführt werden. Nach den Umgestaltungen der Kreuzungen, fließt der Verkehr insgesamt ganz anders, als vorher.
Dass das ganze aber noch mehr als ein halbes Jahr dauern soll, ist allerdings tatsächlich ein Witz. Man hat den Arsch mal wieder nicht in der Hose, das vor Weihnachten durchzuziehen. Dafür parken immer mehr Autos in den Haltestellen, auf Rad oder Gehwegen, was weiterhin schön unsanktioniert bleibt, weil in HH jeder alles darf, wenn er denn ein Auto hat. Leider hat aber auch die Tendenz zugenommen, dass Radfahrer beinahe wie selbstverständlich über rote Ampeln und Busspuren donnern, während die Polizei daneben steht. Wie das wohl alles noch wird, wenn die Vorrangschaltungen tatsächlich fertig sind. Dann hab ich mit dem Bus grün, muss aber jeder Zeit mit tief fliegenden Radfahrern rechnen, wie an der Uni, wo das reihenweise der Fall ist. Vor kurzem erst, gab es dort deswegen einen schweren Unfall

Die Stadt oder die Behörde will einfach nicht!
Man weiß sehr genau, wie der Verkehr läuft, sonst hätte man gar nicht planen können und dürfen. Normalerweise wird zur Inbetriebnahme ein für den ÖPNV optimales Sollprogramm geschaltet, angemessen abgewartet und ggf. maßvoll (sowohl für ÖPNV als auch für andere Verkehrsteilnehmer) korrigiert.
So läuft dass deutschlandweit, europaweit, weltweit …. außer in …. helft mir, ich komm‘ grad nicht drauf.

Vielleicht geht man mal umgekehrt an die Sache heran. Erstmal auf Basis der Simulationen die Vorrangschaltung einstellen. Und wenn es dann wirklich zu unzumutbaren Staus im Querverkehr kommt, kann man immer noch nachbessern.

Genau so hatte ich das von Anfang an befürchtet. Dass an der genannten Stelle drei Kreuzungen mit Querverkehr dicht beisammen liegen, kommt natürlich völlig überraschend. Die Hardware mit Grundsanierung und Ausbau für den Autoverkehr wurden erstellt. Die alles entscheidende Ampelvorrangschaltung für die Busse muss leider, leider warten. Wie will man denn ausschließen, dass die jetzt notwendig gewordene Prüfung dann ergibt, dass die Vorrangschaltung für die Busse nicht funktioniert?
Dieses Busbeschleunigungsprogramm ist eine Lachnummer. Allerdings bleibt mir bei 250 Mio. Euro das Lachen doch im Halse stecken…

Es gibt menschenfreundliche Städte oder autofreundliche Städte. Die Hamburger Politik hat sich aus ideologischen Gründen für Letzteres entschieden und kämpft mit allen Tricks gegen ÖPNV, Fußgänger u. Radfahrer. Die Posse um die Busbeschleunigung ist nur der beste Beweis dafür: Die Autolobby hat Hamburg weiterhin fest in Geiselhaft.

der ÖPNV geht mal wieder leer aus, der Individualverkehr profitiert wieder am meisten. Bei Querverkehr sind die
Abhängigkeiten sehr groß, das ist nun mal so, der Bau von Brücken ist jetzt zu spät, das Geld ist verplant und schon
ausgegeben. Eine verheerende Entwicklung der hamburgischen Verkehrspolitik wirft seine Schatten voraus.
Das Projekt M5 mit seinen Riesenbussen muss schnellstens zur Schienenbahn, möglichst unterirdisch, ausgebaut werden, um das erwartende Chaos auf dieser meist befahrenden Verkehrsachse in Hamburg vielleicht noch abzuwenden.

Danke!

Ich bin kein Experte, aber mir erschließt sich die Argumentation nicht wirklich. Ich kann mich immer nur an Situationen in anderen Städten orientieren und diese mit Hamburg vergleichen. Am Beispiel von Hannover: die Vahrenwalder Straße von Hannovers Zentrum rauf nach Langenhagen und zur Autobahn ist eine dreispurige Hauptverkehrsachse und vielleicht einigermaßen gut mit Hamburgs Strecke entlang des M5 vergleichbar. Dort ist sehr viel MIV unterwegs, in der Mitte der Straße auf besonderem Bahnkörper verkehren die Stadtbahnen der Linien 1 und 2, nach der Haltestelle Büttnerstraße nur noch die Linie 1. Mehrere Straßen (auch teils wieder stärker belastet) kreuzen die Vahrenwalder Straße. Die Stadtbahnen haben trotzdem grundsätzlich Vorrang – und das klappt erstaunlich gut (zumindest die Fahrten über, die ich erlebt habe). Die Stadtbahn hielt nie, aber auch wirklich nie unnötig an, sondern nur an den Haltestellen. Das alles klappt wunderbar und ohne, dass der MIV derart „benachteiligt“ wird, dass kilometerlange Staus entstehen. Dasselbe gilt auch z.B. für die Linien 3 und 7 nach Wettbergen, die auch nicht wenige Kreuzungen überfahren und auch hier selten unnötig stoppen müssen. Ähnliche Situationen findet man an weiteren Stellen in Hannover und auch in diversen anderen Städten.

Warum genau ist Hamburg hier wieder ein Sonderfall, in dem so etwas nicht ohne weiteres möglich ist?

(Zu allem „Überfluss“ ist beiderseits der Vahrenwalder Straße im übrigen auch noch Platz für Fußweg + Fahrradweg in angenehm breitem Format. Aber das mag anderen Umständen geschuldet sein.)

Das ist doch die Lachnummer schlechthin. Wieso braucht man denn bitte mehrere Monate, um den Verkehrsfluss zu untersuchen? Und dann will man erst mit der PLANUNG für die neue Ampelschaltung anfangen?

Das heißt, die Verantwortlichen wissen bis jetzt noch gar nicht, ob und wie die Busbeschleunigung überhaupt werden soll? Die haben ein Projekt angefangen, ohne zu wissen, wie es ausgeht? Für mehrere Millionen Euro? Ich weiß nicht, aber irgendwie erinnert mich das ganz ganz stark an eine kleine Elbphilharmonie. Ich fange doch nicht auch an, ein Haus zu bauen, ohne am Ende zu wissen, wie das Dach werden soll. Entscheide ich später….

Jetzt ist also genau das passiert, was ich immer befürchtet hatte: Die Asphaltarbeiten, von denen in erster Linie NUR der Autoverkehr profitiert (!!!) sind schnellstmöglich durchgezogen worden. Aber der für den Busverkehr wichtigste Punkt – die Ampelbevorrechtigung, ohne die die ganzen Asphaltarbeiten unnötig wären – wird gnadenlos verschleppt. Deutlicher kann man es nicht zeigen: Es ist ein reines Auto-Beschleunigungsprogramm…bezahlt aus dem ÖPNV-Topf. Danke Hamburg!

Mit verlaub, die Agumentation, dass man zunächst intensive Verkehrsbeobachtungen anstellen müsse, empfinde ich unsinnig. Sollen die Herrschaften es doch gleich sagen: „Wir wollen (immer noch) eine Auto gerechte Stadt.“ Der Ausbau der Vorrangschaltung ist nur ein Alibi.
Wie schon bei der Abschaffung der Straßenbahn: Sie störte den Autoverkehr.
Ebenso Heute: Busse mit Vorrangschaltung stören den Autoverkehr.
Auch konnte ich in mehreren Nachrichtenquellen (in diesem Forum und auch anderen) in der Vergangenheit mehrfach lesen, dass in anderen Städten, in denen Busse und Bahnen eine Vorrangschaltung haben, diese immer wieder abgeschaltet oder die Priorität herab gesetzt wurde.

Ich vermute: Die deutsche Politik will immer wieder die Autolobby hoffieren und für die Nichtautofahrer bleiben nur einige kleine Alibi Aktivitäten übreig.

Schade

Irgendwo las ich mal „Stuss-Beschleunigung“. Sollen die Busse nun schneller werden oder nicht? Oder nur ein bisschen? Oder vllt. dann am Ende doch lieber gar nicht, weil die „intensiven Verkehrsbeobachtungen“ leider, leider ergeben haben, dass dann der MIV ein wenig warten muss? Warum das in anderen Städten so unmittelbar klappt, erschließt sich einem kaum, außer es ist schlicht eine Frage des politischen Willens. Na ja, € 259 Mio. ist ja auch fast geschenkt…

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