An diesen Ampeln kommen elf Hochbahn-Busse jetzt schneller vorbei

Hochbahn testet im Nordosten der Stadt intelligente Ampeln, die verspäteten und vollen Bussen schneller Grünlicht schalten. An diesen Ampeln ist die Technik installiert und deswegen ist sie auch für den Radverkehr von Vorteil.
Von Christian Hinkelmann
Die Funksignale werden vom Bus per WLAN-Standard an die Ampeln übertragen.
Die Funksignale werden vom Bus per WLAN-Standard an die Ampeln übertragen.
Foto: Christian Hinkelmann

Das Gebiet zwischen dem U-Bahnhof Farmsen und dem Regionalbahnhof Rahlstedt ist normalerweise nicht unbedingt als innovativste Ecke im Hamburger Mobilitätssektor bekannt: Carsharing und Mietroller gibt es hier so gut wie gar nicht und auch der Shuttledienst Moia streift die Gegend nur am Rande.

Insofern ist es schon etwas Besonderes, was die Hochbahn hier seit einigen Wochen veranstaltet. Sie testet nämlich zwischen den beiden Bahnstationen auf der Metrobuslinie 26 im ganz normalen Alltagsbetrieb eine neue Technik, die den Bussen an Ampeln Vorrang gibt.

Das spannendste Feature ist, dass die Busse dank einer neuen Funktechnologie den Ampeln melden können, wie stark verspätet sie sind und wie viele Fahrgäste sie an Bord haben. Je größer die Verspätung und je mehr Menschen an Bord sind, desto schneller schalten die Ampeln für die Busse auf Grünlicht (hier hatten wir bereits ausführlich über die Technik berichtet).

BiDiMoVe ist der Projektname des Testprogramms, das an insgesamt neun Ampelanlanlagen (siehe Karte) und in elf Hochbahn-Bussen installiert ist.

Display am Fahrerplatz zeigt Countdown an

Für die Busfahrerinnen und Busfahrer in den Pilotfahrzeugen ändert sich im Alltag einiges: Sie haben in einem Display am Fahrerplatz eine zusätzliche Anzeige, die kurz aufblinkt, sobald die Busse in das Testgebiet einfahren. Steuern die Busse auf eine Ampel zu, wird in diesem Display ein Echtzeit-Abbil…

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2 Antworten auf „An diesen Ampeln kommen elf Hochbahn-Busse jetzt schneller vorbei“

Seit wann gibt es denn diese Technik? Wenn sie funktioniert, hätte man sich das sauteure Busbeschleunigungs Programm von Herrn Scholz und der SPD sparen können. Es zeigt sich immer wieder, Verkehrsplanung gehört nicht zur Kernkompetenz der Partei.

Ja, das teure Busbeschleunigungsprogramm war (ist – gibt’s das überhaupt noch in dieser Form?) oft eigentlich ein Autobeschleunigungsprogramm. Bestimmte Umbauten an Kreuzungen kamen in erster Linie dem MIV zugute, das wurde schon mehrfach kritisiert.

Mit der hier vorgestellten, und meiner Meinung nach zukunftsfähigen Technologie könnte viel bewirkt werden, wenn die Stadt sie ernsthaft anwenden würde. Das heißt: Diesmal bitte keine halben Sachen machen, sondern BiDiMoVe allumfassend zu einer tatsächlichen Busbeschleunigung hamburgweit ausrollen! (Und nicht nur zum Abbau von Verspätungen nutzen.) Auf einer mit BiDiMoVe ausgestatteten Linie kann im Testbetrieb die mögliche Fahrzeiteinsparung ermittelt werden und danach entsprechend der Fahrplan angepasst werden. Das wäre dann wirklich mal ein Fortschritt!

Ich hatte das schon mal geschrieben: Einen Daumen hoch dafür, dass hier eine Innovation mal bei uns getestet wird. 👍

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