Analyse für Ausbau des Hauptbahnhofs verspätet sich

Die von der Stadt Hamburg in Auftrag gegebene Verkehrsanalyse zum Ausbau des Hamburger Hauptbahnhofs kommt später. Statt im kommenden Herbst soll die Untersuchung erst Anfang nächsten Jahres fertig werden. Das schreibt das Hamburger Abendblatt und beruft sich auf Angaben der Verkehrsbehörde.
Christian Hinkelmann
Bahnhofshalle im Hamburger Hauptbahnhof
Bahnhofshalle im Hamburger Hauptbahnhof

Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) hatte die Analyse, in der der Verkehr rund um den Bahnhof untersucht werden soll, Anfang des Jahres angekündigt.

Diese Untersuchung soll Grundlage für den geplanten Ausbau des Bahnhofs sein. Vorher will die Deutsche Bahn laut Zeitungsbericht nicht mit konkreten Planungen für einen Ausbau beginnen.

Angedacht ist unter anderem, die bisher geschlossene Südfassade der Bahnhofshalle teilweise zu öffnen und so zusätzliche Zugänge zu schaffen. Außerdem könnten neue Treppenabgänge von der Steintorbrücke zu den Bahnsteigen die Situation auf dem oft überfüllten Südsteg entschärfen.

Der Steintordamm, der über die Brücke führt, könnte in eine Kommunaltrasse umgewandelt werden und dürfte dann nur noch von Bussen, Taxis und Radfahrern befahren werden – wie bisher schon auf der Mönckebergstraße.

Der 110 Jahre alte Hamburger Hauptbahnhof ist mit täglich 500.000 tausend Reisenden völlig überlastet und gilt als meistgenutzter Bahnhof Deutschlands.

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Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

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15 Antworten auf „Analyse für Ausbau des Hauptbahnhofs verspätet sich“

1. Züge dürfen nicht lange im Hauptbahnhof halten. Alle Züge müssen gleich wieder weitergeführt werden. Eine Durchbindung z.B. Celle – Itzehoe, Buchholz – Wrist wäre optimal.
Wenigstens bis Altona / Diebsteich, im Süden auf Abstellflächen am Großmarkt.

2. Wiederaufbau von Fernbahnsteigen an den Stationen Sternschanze und Berliner Tor mit Regionalzughalt. Von dort Zugang zu U- und S-Bahnen und Bussen.
Berliner Tor ist mit fast allen Schnellbahnlinien verbunden. Am Nordende war früher eine Buskehre, Linie 4 könnte bis dorthin verlängert werden.

3. Verdichtung des Taktes auf der S-Bahn. Die S32 muss ganztägig fahren, z.B. bis 20 Uhr. Dadurch kommt es zu etwas Entzerrung auf den S-Bahnsteigen.

@ bob:
Hamburger selbst sagt das. Er möchte ZITAT: “einen großzügigen und freundlichen Neubau” für die S-Bahn haben. Und der braucht nun mal Platz, zumal die Gleise ja quasi im Keller liegen und seitlich dann eine Art Böschung brauchen, die bis mindestens zur Hinterbühne des Schauspielhauses reichen würde.

Dazu kommt noch das, was @ Max Hansen einwirft: Die schöne Karte zeigt nun mal nicht das, was unter dem Pflaster liegt (Bunker, U-Bahnzugangstunnel, Siele…) und die Sache unüberschaubar kompliziert macht.
@ Hummel sagte weiter oben schon: “klingt mal wieder einfach und ist trotzdem Unsinn”.

So ist es!

@bob, nur das sich unter der in dem Kartenausschnitt als Parkplatz bezeichneten Fläche ein Tiefbunker befindet der erst beseitigt werden müsste.

@Josef (& @ Hamburger): Wer sagt das das Schauspielhaus abgerissen werden müsste?
Wenn man sich die Karte einmal anschaut, sieht man das man locker 3 Bahnsteige (6 Gleise) zusätzlich neben dem Gleis 1 bauen könnte.
Das will Hamburger jedoch garnicht, sondern es genügt ja vollkommen wenn man EINEN neuen Bahnsteig baut. Quasi das Gleis 0 und Gleis -1. Nach dem Bau dieser Gleise könnte man die heutigen Gleise 1 und 2 komplett sanieren (ggf. sogar den Bahnsteig verbreitern). Der Bau kann also völlig autark (gemeint: Behinderungen beim Zugverkehr) stattfinden.
Hier ist die besagte Karte: http://www.openstreetmap.org/#map=18/53.55328/10.00864

Wer den Hauptbahnhof entlasten möchte, muss Altona, Dammtor, Bergedorf und Harburg stärken und Sternschanze und Berliner Tor für den Regionalverkehr wieder öffnen.
Ansonsten helfen auch viele kleine Massnahmen: Kundenzentren an anderen Orten ausbauen, AIDA-Shuttle vom Hbf nach Harburg oder Altona verlegen, Regionalbahnlinien durchbinden (z.B. Uelzen-Kiel)
Mir kommt es so vor, dass die Stadt den Bereich UM den Hauptbahnhof herum neugestalten möchte. Die Verkehrsleistung spielt dabei eher eine untergeordnete Rolle, die Stadtplanung steht im Vordergrund

Was ist denn nun der Grund für die Verzögerung? Die Verkehrsbehörde erscheint mir öfter überfordert.

Wir kennen ja unser Hamburg: Wenn das Gutachten endlich fertig ist, wird erstmal 2 Jahre diskutiert. Danach 6 Jahre mit der Bahn verhandelt. Danach 4 Jahre lang geplant. Danach 3 Jahre lang genehmigt und bürgerbeteiligt. Dann gibt es noch die Ausschreibung – und Baubeginn ist schließlich irgendwann nach 2032…

Welch ein Glück für die Weltgemeinschaft, dass wir nicht Olympiastadt werden!

@ Hamburger:
Ihre Punkte 1, 2 und 5 sind vielleicht wünschenswert aber – tut mir leid – ziemlicher Unfug. Warum?
Weil sicher niemand das Schauspielhaus samt Nachbarschaft abreißen möchte (1).
Weil eine Neuordnung der Bahnsteige dem Aufwand nach einem kompletten Neubau des Hbf. gleichkommen wird (2).
Weil in Altona bereits die zur Verfügung stehende Breite komplett für Gleise ausgenutzt werden wird (5).

Schade, was?

….und ich bin weiterhin der Meinung, der Hauptbahnhof muß neu gebaut werden.
Die ganzen Mißstände nur durch reine Flickschusterei beheben zu wollen ist rausgeschmissenes Steuergeld.

Aus meiner Sicht müsste der große Wurf beim Hauptbahnhof mit folgenden Maßnahmen gelingen:
1. Neubau und Neuordnung der S Bahn Linien: die S-Bahnen sollten aus der Bahnhofshalle in einen großzügigen und freundlichen Neubau in Richtung Kirchenallee verschoben werden.
2. Nachdem die S Bahn entfernt wurde, sollten die Bahnsteige neu geordnet werden. Die Bahnsteige müssten breiter werden, analog zu Bahnsteig Gleis 11/12. Nur dieser Bahnsteig kann viele Menschen aufnehmen.
3. Erweiterung des Hauptbahnhofs Richtung Süden, um Ausweichflächen zu schaffen. Das bringt zwar längere Wege mit sich, ist aber wohl nicht zu verhindern und sollte durch geschickte Wegeführung, evtl. mit Fahrbändern überbrückt werden.
4. Verlängerung der U4 bis Harburg und dann nördlich des Hauptbahnhofs Weiterführung auf der Trasse der neu geplanten U5. Das wäre die erste umsteigefreie Nord-Süd Verbindung in Hamburg im ÖPNV und würde den Hbf durch wegfallende Umsteige-Passagiere entlasten. Die U5 würde dann vom Siemersplatz oder Osborner Born oder wohin das Ding jemals gebaut wird in die Horner Geest führen.
5. Der neue Bahnhof in Altona muss um mind. zwei, wenn nicht vier Gleise größer gebaut werden, um
Pufferkapazitäten zu schaffen. Sonst staut sich alles am Hbf und auf der wohl nicht erweiterungsfähigen Dammtorstrecke.

@Michael Jung: klingt mal wieder einfach und ist trotzdem Unsinn. Um Treppen einzubauen, muss man erstmal wissen, ob z.B. die Steintordammbrücke überhaupt eine Zukunft hat! Nützt überhaupt nichts, da jetzt Nottreppen einzubauen und in fünf Jahren wieder abzureißen. Dann hat man zweimal Baustelle.

Die Brücke ist zur Hälfte in Sichtweite des Lebensendes, die andere Hälfte schon deutlich über 50. Eine Grundsatzentscheidung muss her ob die Brücke zur Bus- und Fußgängerzone werden kann. Dann kann man sich überlegen, wie lange die jetzige Brücke noch hält und ob man eine Bushaltestelle auf der Brücke einrichtet. Erst dann machen Treppen auch Sinn. Sonst nützt die Brücke kaum etwas, weil sie nur auf eine breite Straße ohne Infrastruktur für Reisende führt.

Zu meckern gibt es nur, dass die Frage der Brücke nicht ganz neu ist und die Verkehrsanalyse schon längst auf dem Weg sein könnte.

Für die vom Fahrgastverband Pro Bahn und anderen vorgeschlagenen Verbesserungen der Zugänge zum Hauptbahnhof braucht man keine aufwendigen Verkehrsanalysen. Zusätzliche Treppenabgänge von der Steintorbrücke, der Bau eines neuen Bahnsteigs am Gleis 10, Wiedereröffnung des direkten Fußgängertunnels von den Bahnsteigen zur U-Bahnstation Hauptbahnhof Süd; eine bessere Wegeführung und Auschilderung, Beseitigung der im Wege stehenden Verkaufsstände auf den Bahnsteigen usw., all das lässt sich relativ schnell umsetzen. Wer angesichts der seit Jahren bekannten Mißstände erst noch zeitraubende Verkehrsstudien anfertigen lässt spielt auf Zeit und hat kein ernstliches Interesse mehr Kunden für die Bahn zu gewinnen. Diese Verschleppungstaktik hat in Hamburg offensichtlich System.

Warum wird der Hbf. nicht verkehrlich durch den Ausbau der Güterumgehungsbahn (Rothenburgsort-Eidelstedt) endlich entlastet? In Süddeutschland werden Miliarden vom Bund und der DB investiert und im Norden??

Und ich bleibe dabei, eine Entlastung des Südstegs bringt KEINERLEI Entlastung in Sachen Zugverkehr. Dort staut es sich ja. Da muss eine Lösung gefunden werden. Sei es Shuttle-Verkehr, sei es dass man eine zweite Ebene über der Jetzigen baut…

Oh, wie überraschend. In Hamburg verspätet sich etwas. Ja, Hamburg wäre halt gerne groß und Weltstadt, zeigt aber an jeder Ecke, dass es ein Dorf voller Dilletanten ist.

Die Begründung beispielsweise, weshalb die ehemaligen Gepäckbahnsteige “nicht genutzt werden können” ist vollkommen hanebüchen. Ok, wie schon erwähnt, Hamburg denkt GROSS, da kommt man natürlich nur auf die Idee, die Gepäckbahnsteige zu schließen um andere Bahnsteige zu verbreitern und den gesamten Bahnhof samt 100-jährigem Gebäude komplett umzustrukturieren, klar. Eigentlich seltsam, dass dies nicht in Angriff genommen wird, wäre es doch die einfachste Möglichkeit effektivst mal wieder ein paar Millarden zu verbrennen. Die Lösung ist doch so simpel: Einfach zusätzliche Treppen auf die Gepäckbahnsteige von beiden Stegen und man hat Bahnsteige auf BEIDEN Seiten der haltenden Züge, eine Seite zum Ein- und eine zum Aussteigen. Klappt bei der Münchner S-Bahn wunderbar.

Wobei: Bei genauerem Nachdenken fällt mir auf: Der durchschnittliche Hamburg-Pendler ist leider zu dumm dafür. Das funktioniert nicht in Hamburg. Bei Bahnsteigen auf beiden Seiten der Züge würde sich das Chaos noch vergößern. Kein Hamburger versteht so ein System. Man ist ja schon überfordert, die richtungsanzeigenden Pfeile auf dem Südsteg richtig zu deuten.

Was bleibt also? Wir lassen alles wie es ist, so kann man wenigstens weiter schön die Millionen rausballern für ach so tolle Studien.

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