Antriebswende auf der Bremse: Wann Hamburgs Hochbahn-Flotte vollständig elektrisch fährt

Eigentlich sollte Hamburgs Busflotte bis 2030 komplett elektrisch fahren. Doch die Hochbahn hat dieses Datum kassiert und die Umstellung gebremst. Eine Hochrechnung zeigt, bis wann die gesamte Flotte im aktuellen Tempo elektrisch fahren würde.
Christian Hinkelmann
Ein elektrischer Metrobus am Hamburger Jungfernstieg. (Foto: Christian Hinkelmann)
Ein elektrischer Metrobus am Hamburger Jungfernstieg. (Foto: Christian Hinkelmann)

Wann fahren die Busse der Hochbahn vollständig elektrisch? Bisher ließ sich diese Frage eindeutig beantworten: bis 2030 – so das feste Ziel, das vor zwei Jahren geringfügig auf 2032 verschoben wurde.

Doch seit der vergangenen Woche ist es vorbei mit dieser Klarheit. Kurz vor dem 1. Mai-Feiertag hat die Hochbahn nämlich eine neue Beschaffungsstrategie für ihre Busflotte angekündigt. Besonders auffallend: Darin wird in Bezug auf die Elektrifizierung weder das bisherige Zeitziel bestätigt…

Alle Rechte vorbehalten.
Wenn Ihnen dieser Artikel gefällt, teilen Sie gern den Link.

Ihr Zugang ist persönlich und darf nicht geteilt werden. Sie dürfen Artikel oder wesentliche Teile davon nicht vervielfältigen, veröffentlichen oder weiterleiten (z. B. in Pressespiegeln, per E-Mail, Messenger oder als PDF). Für diese Nutzungen ist eine gesonderte Lizenz nötig.

Lizenzinformationen: info@nahverkehrhamburg.de

Der Kopf hinter diesem Artikel

Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

Auch interessant

Zwei Busse im Hamburger Straßenverkehr. (Foto: Christian Hinkelmann)

Hamburg-Takt: Wie der Senat sein 5-Minuten-Versprechen umdeutet

Der Senat versichert, am Hamburg-Takt festzuhalten. Eine parlamentarische Anfrage offenbart jedoch: Aus der einstigen Taktgarantie ist inzwischen offenbar etwas ganz anderes geworden. Auch bei anderen Kennzahlen bleibt der Senat vage.

6 Antworten auf „Antriebswende auf der Bremse: Wann Hamburgs Hochbahn-Flotte vollständig elektrisch fährt“

Die VHH setzen Busse etwa 18 Jahre ein – und haben dadurch auf lange Sicht geringere Anschaffungskosten. Das die Hochbahn meint, eine Sonderrolle haben zu müssen und das „Premiumunternehmen“ zu sein, kostet alle Steuerzahlenden viel Geld, das besser in E-Busse gehen sollte. Außerdem kauft die Hochbahn aus ideologischen Gründe für alle Linien und Einsatzzwecke nur noch Stehplatzbusse mit 3 Türen. Ganz besonders toll auf langen Strecken.

Wer des öfteren von der VHH in der HVZ einen Zweitürer vorgesetzt bekommt, versteht, dass der Verzicht auf solche Fahrzeuge keine ideologischen Gründe hat.

E-Busse sind auf Dauer ein Holzweg, aallenfalls als Lückefüller für schwach belastete Strecken zu gebrauchen. Zum einen sind E-Busse, wie der Artikel richtig beschreibt, doppelt so teuer in der Anschaffung wie ein Dieselbus, zum anderen benötigt man wegen der langen Ladezyklen zum Ersatz eines Dieselbusses, der ja 24 Stunden rund um die Uhr laufen kann, zwei E-Busse. Ferner müssen E-Busse im Winter mit Diesel beheizt werden, damit die Batterien nicht vorzeitg schlapp machen. Fazit: Pro Sitzplatzkilometer (und das ist die entscheidende Kostengröße im ÖPNV) sind E-Busse viermal so teuer wie ein Verbrennerbus. Diese ökonomische Kenngröße schlägt in Hamburg besdonders derb zu, weil man aus ideologischen Gründen nicht konsequent ein leistungsfähiges Straßenbahnetz aufbaut. Mit konventioneller, seit über 125 Jahren bewährter Technik, zu 100% mit erneuerbaren Energien zu betreiben und doppelt soviel Tranportvolumen bietend wie der größte Gelenkbus, sind moderne Straßenbahnen die einzig sinnvolle Lösung aus dem Dilemma. Es ist traurig zu sehen, wie sich Hamburg immer weiter in eine selbst gebaute Sackgasse manövriert und damit an Wettbewerbsfähigkeit gegenüber andren Weltstädten wie Koepnahgen, Rotterdam, Wien weiter verliert

Man weiß ja gar nicht, wo man beim Kommentar von Herrn Jung anfangen soll, aber ich probiere es mal mit zwei Fragen: Warum sagen sie nur was zu den Anschaffungskosten und nicht bspw. zum Verbrauch? Wenn man zum Ersatz eines Dieselbusses wirklich zwei E-Busse braucht, warum ist dann in den letzten Jahren der Fahrzeugbestand von Hochbahn und VHH nicht deutlich gewachsen?

Naja, das „Fazit“ in dem Kommentar von Herrn Jung kann so zutreffend sein. Letztlich sind E-Busse aber notwendig, die Kosten und damit die Anschaffung müssen halt gestreckt werden. Da kann man lamentieren, ist halt so.
Und dieses ewige Strassenbahn-Gestammel. Der Zug ist in HH abgefahren. Schade oder nicht, ist halt so. Städte, die die bewahrt haben, bauen sie heute aus (z.B. Amsterdam, Rotterdam, div. in D), Städte, die sie abgeschafft haben, bauen sie auf Boulevards und Ex-Eisenbahnstrecken, die HH kaum hat (Kopenhagen, Paris, Aarhus). Anders vielleicht z.B. Edinburgh, sowas ist aber in HH politisch in diesem Jahrtausend nicht durchsetzbar. Die neuen Bahnen haben zudem in jedem Fall mit klassischen Strassenbahnen 0,0 zu tun und für ein sinnvolles Stadtbahnnetz fehlt in HH der Platz. Merke also: Strassenbahn in HH ist durch, kommt nicht mehr, finito. Schade, ist aber so.

komische Diskussion: 1. wir brauchen die E-Busse, möglichst bald und möglichst viele
2. a) bedanken wir uns bei Olaf Scholz, dass er die Stadtbahn begrubt, b) beim damaligen Hamburger Abendblatt fürs Kaputtschreiben der Stadtbahn (Hinweis Ironie)
3. Hendrik Falk gab der Stadtbahn für die nahe Zukunft durchaus eine Chance

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner