Archäologen untersuchen Boden für die geplante S4

Vor dem Bau der geplanten S-Bahnlinie S4 von Hamburg nach Bad Oldesloe sind jetzt Archäologen angerückt. Sie graben derzeit entlang der Strecke in den Naturschutzgebieten Stellmoorer Tunneltal und Ahrensburger Tunneltal. Mit Baggern und per Hand suchen sie nach Überresten aus der späten Eiszeit.
Christian Hinkelmann
S4-Sonderzug in Bad Oldesloe in Schleswig-Holstein
S4-Sonderzug in Bad Oldesloe in Schleswig-Holstein

Gestern besuchten der Rahlstedter SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Ole Thorben Buschhüter und der Stormarner SPD-Landtagsabgeordnete Tobias von Pein die Ausgrabungsstellen und bekamen dort die ersten Funde präsentiert: Deutlich erkennbare Pfeilspitzen und Steinklingen.

„Die archäologischen Voruntersuchungen unterstreichen, mit welcher Ernsthaftigkeit und Gründlichkeit die S4-Planung vorangetrieben wird. Die Bodendenkmalpfleger zeigten sich sehr zufrieden damit, schon jetzt ans Werk schreiten zu dürfen, denn würde man erst während der eigentlichen Bauarbeiten archäologische Befunde feststellen, würde dies zwangsläufig zu Bauunterbrechungen führen“, so Buschhüter.

Die Bodenuntersuchungen dauern noch bis Oktober.

Erst vor wenigen Wochen war bekannt geworden, dass das Bahn-Projekt deutlich teurer wird und später kommt als ursprünglich geplant. Statt 630 Millionen soll die S4 rund eine Milliarde Euro kosten. Die Eröffnung der Strecke verschiebt sich von 2020 auf voraussichtlich die Mitte des kommenden Jahrzehnts.

Die neue S4 soll die stark belastete Pendlerstrecke von Bad Oldesloe nach Hamburg deutlich attraktiver machen und eine umsteigefreie Direktverbindung von Bargteheide, Ahrensburg und Rahlstedt bis zum Hamburger Jungfernstieg oder den Landungsbrüc…

Der Kopf hinter diesem Artikel

Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

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3 Antworten auf „Archäologen untersuchen Boden für die geplante S4“

@Patrick
Züge der Baureihe 424 könnten NUR auf der bisherigen Strecke (auch mit zusätzlichen Gleisen) fahren.
Im bestehenden S-Bahn-Netz können sie NICHT eingesetzt werden.
Gründe:
(1) Stichwort: Lichtraumprofil
Die S-Bahn in HH ist relativ niedrig -> BR 424 passt nicht durch die Hamburger Tunnel.
(2) Stichwort: Barrierefreiheit
Die BR 424 ist für DB-Bahnsteighöhen von 76 cm ausgelegt. Die S-Bahn in HH hat eine Bahnsteighöhe von 96 cm -> Passt auch nicht.

Die Maße der S-Bahn in HH haben unsere Vorfahren vor über 100 Jahren aus Berlin übernommen. Wollen Sie das ganze Netz umbauen???

Ist das Realsatire ? Was passiert wenn eine Ritterrüstung, ein Grottenolm oder ein Wachtelkönig gesichtet wird ?
Ein Vampir im Sarg im zukünftigen Gleisbett liegt ?
Die S4 wird nie etwas. Danke für die Klarstellung durch die Blume.

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