Ausblick 2022: Das verändert sich dieses Jahr bei U- und S-Bahn in Hamburg

Baugenehmigung für eine künftige S-Bahn nach Kaltenkirchen, offizieller Baustart der U5 und Tunnelbau in Horn: Beim Ausbau des U- und S-Bahn-Netzes in Hamburg stehen in diesem Jahr wichtige Entscheidungen, Baustarts und Inbetriebnahmen an. Ein Überblick, was genau passiert.
Lars Hansen
Symbolbild: Bauarbeiten im Tunnel der Hamburger U-Bahn.
Symbolbild: Bauarbeiten im Tunnel der Hamburger U-Bahn.
Foto: Christian Hinkelmann

Im vergangenen Vierteljahrhundert hat sich das U- und S-Bahnnetz in Hamburg kaum verändert: Seit 1996 sind beide Netze nur um rund acht Kilometer gewachsen – wenn man die Verlängerung der S3 nach Stade nicht mitzählt, weil die Züge dort auf bereits vorhandene Fernbahngleisen fahren. 

Doch in den kommenden Jahren will die Hansestadt den Ausbau massiv forcieren. Die ersten Ergebnisse wurden im vergangenen Jahr bereits greifbar: Die Bauarbeiten für die ersten Teilabschnitte der neuen Linien S4 und U5 haben begonnen und an der U4 ist die erste Baugrube für die unterirdische Verlängerung in die Horner Geest bereits ausgeschachtet. 

In diesem Jahr kommen zahlreiche weitere Projekte hinzu, die die Nutzung von U- und S-Bahn attraktiver machen sollen: Ein neuer Bahnhof und modernere Tunnelstationen bei der S-Bahn sowie eine rundum erneuerte U3 in der Innenstadt gehören beispielsweise dazu. 

Auf der anderen Seite wird es in diesem Jahr aber auch größere Einschränkungen für U- und S-Bahn-Fahrgäste geben. Dazu wird im Frühjahr eine wichtige Genehmigung für eine weitere neue S-Bahnstrecke erwartet – und beim Bau der S4 steht eine größere Veränderung an, um das Projekt zu beschleunigen.  

NAHVERKEHR HAMBURG hat bei den Verantwortlichen für die vielen einzelnen Bahnprojekte im HVV nachgefragt und gibt Ihnen zum Jahresstart einen detaillierten Überblick, was in diesem Jahr bei beim Ausbau von U- und S-Bahn passiert und mit welchen Veränderungen Sie als Fahrgast konkret rechnen müssen. 

Weitere Verzögerungen bei der Baugenehmigung für die S-Bahn nach Kaltenkirchen 

Auf diese neue Linie warten die Menschen seit mehr als einem Jahrzehnt. Doch die Planungen kommen weiterhin nur mühsam voran. Während es für den rund 6,5 Kilometer langen Streckenabschnitt auf Hamburger Boden bereits seit dem 1. November 2018 eine Baugenehmigung gibt, zieht sich das laufende Planfeststellungsverfahren für den schleswig-holsteinischen Streckenabschnitt seit Jahren in die Länge.  

Zuletzt sollte die Baugenehmigung bis zum Ende des vergangenen Jahres kommen (siehe hier). Doch daraus wurde nichts. Der Erlass des Planfeststellungsbeschlusses sei nun für das erste Quartal dieses Jahres angestrebt, erklärte der Sprecher des Kieler Verkehrsministeriums, Harald Haase, auf Nachfrage von NAHVERKEHR HAMBURG. Gründe für die erneuten Verzögerung seien besondere verfahrensrechtliche Rahmenbedi…

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Der Kopf hinter diesem Artikel

Lars Hansen wuchs im ländlichen Raum nahe der dänischen Grenze auf. Daher kann er sehr gut nachvollziehen wie sich ländliche Mobilität ohne Auto anfühlt. Er beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Transformation der Mobilität und studierte interdisziplinär Philosophie, Politik, Wirtschaft und Informatik in Hamburg, München und London.

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10 Antworten auf „Ausblick 2022: Das verändert sich dieses Jahr bei U- und S-Bahn in Hamburg“

Warum fängt Hamburg bei der S21 nach Kaltenkirchen nich an bis zur Landesgrenze, die 6,5 KM, zu Bauen an, wenn da schon Baurecht besteht. Also hat auch die Stadt Hamburg kein wirkliches Interesse an diesen Projekt. Denn das zeigt auch das noch nicht Vorhandene Baurecht auf der S4. Denn es kann doch nicht sein, das diese besonderen Frunde von Ole Torben Buschhüter, alles so dauerhaft behindern. WANN wird dieses endlich Maleingeschränkt. Denn kommischer weise gibt es in anderen Bereichen diese Möglichkeiten nicht, warum wohl? Warum sorgt die Stadt nicht endlich dafür das bis Rahlstedt die S 4 bald Fahren kann?

Bei der S21 ist es leider vertraglich vorgesehen, dass der Bau nur auf der Gesamtstrecke erfolgen kann; fehlt die Genehmigung auf einem Teilstück, passiert nirgendwo etwas. Zum Glück ist das auf der S4 anders. Dort wurde ja bereits im ersten Abschnitt mit dem Bau begonnen.
Man kann nur hoffen, dass notfalls bis Rahlstedt schonmal eröffnet wird und der Rest dann sukzessive dazukommt, falls es in Kiel zu lange dauert.

wobei der Ausbau nach Kaltenkirchen nicht so elementar ist, denn dort fährt ja mit der AKN bereits eine “S-Bahn” auf eigener Trasse. Es geht vor allem auch um die Faktor 1.0+ Rentabilitätsquote, erst ab diesem Wert gibt es Zuschüsse vom Bund und der würde im Hamburger Gebiet nicht erreicht werden.

Ja, leider geht ein Vorziehen der Bauarbeiten auf dem Hamburger Abschnitt der S21-Verlängerung nicht, wie flieg wech schon geschrieben hat.

Da aber auf der S4 nicht solche Restriktionen bezüglich des KNF bestehen, sollte zumindest im Notfall ins Auge gefasst werden, den PFA2 nochmal zu splitten, falls es wegen Einsprüchen bezüglich des Stellmoorer Tunneltals zu Verzögerungen kommen sollte. Wichtig wäre unbedingt ein schneller Bau bis einschließlich Rahlstedt. Der Rest des PFA2 bis zur Landesgrenze hat, da es keine weitere Haltestelle gegeben wird, keine Auswirkung auf den KNF, zumindest nicht im negativen Sinne. Dadurch wäre schon viel für die Pendler:innen erreicht.

Ein (für eine längere Zeit) Ende hinter der künftigen Systemwechselstelle wäre jedenfalls das Uneffektivste, das es geben könnte. Der größte Teil der Menschen, die auf eine grundlegend bessere ÖPNV-Anbindung warten, wohnt erst dahinter. Im Bereich des PFA1 ist die U1 mit ihrem dichten Takt, ggf. mit kurzer Busfahrt, gut zu erreichen. Ich hoffe ja, dass noch in dieser Winterperiode im PFA1 die restlichen Trassenbereiche beräumt werden, die einen möglichen Gleisbau bisher verhindern. Das sind etwa noch 3 oder 4 Grundstücke auf der Nordseite der Bahnlinie. Ansonsten gäbe es eine Verzögerung um nochmal ein Jahr.

Leider wieder der übliche Jahresauftakt Jubekommentar von Nahverkehr. Keines der Projekte wird in seiner Sinnhaftigkeit hinterfragt. – Die Frage ist berechtigt, warum beginnen die Bauarbeiten für die S21 auf dem Hamburger Teilstück nicht schon jetzt. Denn ewig hält das Baurecht auch nicht. Ferner ist es realistisch anzunehmen, dass die S4-Ost sowieso nur bis Rahlstedt gebaut wird. Alles darüber hinaus bringt nur eine Verlängerung der Fahrzeiten ohne wesenltichen Nutzen für die Fahrgäste. Zumal man in modernen Dosto-Zügen mit Klos auf längeren Stecken sowieso bequemer reist als in den Abortfreien S-Bahnen. Warum wird nichts zum Stand der Klagen – und die sind zahlreich – auf der S-4 Strecke gesagt?
Zum U4 Sprung über die Elbe gehört auch die brennende Frage, wie wird die Linie nach Wilhelmsburg und potentiell nach Kirchdorf-Süd und Harburg weitergeführt. Eine oberirdische Lösung wäre nicht nur günstiger sondern auch schneller realisierbar.

Da ist ja jemand informiert…
– es wurde doch schon beantwortet, warum bei der S21 nicht auf Hamburger Gebiet gebaut wird
– es gibt aktuell keine Klage gegen die S4 (wo noch kein PFB, da kann es auch keine Klage geben)
– Toilette: die Fahrt mit der S3 nach Stade dauert vom Hbf länger als nach Bad Oldesloe – dann sich eher um die S4 kümmern

also die “Klofrage” ist natürlich ein Argument für die Bimmelbahn, denn weltweit haben alle Bimmelbahnen bekanntlich Klos (NICHT) in den Zügen. Außerdem weiß jeder, daß der 4 gleisige Ausbau bis Ahrensburg notwendig ist, um ab 2029 den explodierenden Güter- und Personenverkehr aus Skandinavien aufnehmen zu können. Sollte die Strecke nicht fertig sein, dann wäre die Schlange zwischen Bad Oldesloe und Rahlstedt vorprogrammiert. Und wenn man weiß, welche “Argumente” die Gegner haben – youtube hilft da weiter – dann braucht man sich keine Sorgen zu machen, daß die Strecke ausgebaut werden kann. Was machen eigentlichen die Klagen gegen die U5? Eingereicht sind sie ja aber gibt es schon einen ersten Termin?

Hallo Jens Ruge,
mich erstaunt ja immer wieder aufs Neue wie uninformiert Prellbock ist oder tut (Stichwort rechtliche Basis des Hamburger Teils des Planfeststellungsbeschlusses für die S21 nach Kaltenkirchen – sollte man nun wirklich mittlerweile wissen -, Rechtschreibfehler in Pressemitteilungen oder den EVG-Vorsitzenden komplett falsch schreiben), wo man doch bei “Bahn für alle” im “Konzert der Großen” (IG Metall, Verdi etc.) mitspielen möchte.

Ja, das erstaunt mich auch immer wieder. Vor allem die schiere Beratungsresistenz. Da werden von verschiedensten anderen Forumsteilnehmern gute Gegenargumente eingebracht oder einfach nur Tatsachen dargestellt, Prellbock verkündet dann trotzdem immer weiter die eigenen “gefühlten Wahrheiten”. Wie in einer Parallelwelt.
Ich bin schon auf das geforderte Gespräch mit NAHVERKEHR HAMBURG gespannt. (Dessen Betreiber Prellbock ja auch schon mal mit “ck” geschrieben hat.) Oder war das auch nur so eine vorgeschobene Forderung?

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