Ausblick 2022: Das verändert sich dieses Jahr für Radfahrende und Autoverkehr

Neue StadtRAD-Stationen, mehr Velorouten, zusätzliche Tempo 30-Zonen und Bewohnerparkgebiete, sowie Baubeginn für die erste neue innerstädtische Autobahn seit Jahrzehnten: Das wird sich in diesem Jahr für Radfahrende und den Autoverkehr in Hamburg ändern.
Lars Hansen
Zahlreiche Radfahrer überqueren im Abendlicht den Johannes-Brahms-Platz in Hamburg
Zahlreiche Radfahrer überqueren im Abendlicht den Johannes-Brahms-Platz in Hamburg
Foto: Christian Hinkelmann

60 bis 80 Kilometer Radwege will Hamburg jährlich neu bauen, bzw. sanieren – also auch in diesem Jahr. So steht es im rot-grünen Koalitionsvertrag (siehe hier). Außerdem will der Senat bis Dezember eine Reihe neuer StadtRAD-Stationen und Bike-and-Ride-Anlagen eröffnen, sowie den Bau des Veloroutennetzes weiter vorantreiben.  

Autofahrerinnen und Autofahrer müssen sich dagegen in diesem Jahr auf zusätzliche Bewohnerparkgebiete und neue Tempo-30-Zonen einstellen – auch an Hauptverkehrsstraßen. Und: Obwohl sich der rot-grüne Senat die Verkehrswende und eine Reduzierung des Autoverkehrs auf die Fahnen geschrieben hat, wird in diesem Jahr voraussichtlich der Bau der ersten innerstädtischen Autobahn seit langer Zeit beginnen – ein Beleg dafür, welch hohe Priorität der Autoverkehr weiterhin in der Hamburger Verkehrsplanung genießt. 

NAHVERKEHR HAMBURG hat bei den Verantwortlichen für die vielen einzelnen Projekte nachgefragt und gibt Ihnen einen detaillierten Überblick, was in diesem Jahr für Radfahrende und den Autoverkehr in Hamburg passieren wird. 

20 Kilometer neue Velorouten in diesem Jahr 

Der Bau des Veloroutennetzes ist seit vielen Jahren ein Dauerbrenner und taugt inzwischen zum Running-Gag: Seit rund 25 Jahren plant und baut die Hansestadt an den 14 Fahrrad-Hauptstrecken mit einer Gesamtlänge von 280 Kilometern. Mehrfach wurde das Fertigstellungsdatum verschoben. Bis heute sind nur 182 Kilometer fertiggestellt – knapp 100 fehlen also noch. Oder anders ausgedrückt: Das Veloroutennetz ist nach einem Vierteljahrhundert Planung und Bau bis jetzt nur zu 65 Prozent fertig. Die restlichen 35 Prozent befinden sich derzeit “in Vorbereitung”, wie die Verkehrsbehörde auf NAHVERKEHR HAMBURG-Nachfrage erklärte. In diesem Jahr will die Behörde 20 weitere Veloroutenkilometer fertigstellen. Das entspräche 7 Prozent. Kostenpunkt: rund 56 Millionen Euro. Konkret geht es um diese Abschnitte: 

  • Veloroute 1: Thadenstraße, Alte Sülldorfer Landstraße 
  • Veloroute 2: Basselweg 
  • Veloroute 4: Am Ohlmoorgraben, Höpen…

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Der Kopf hinter diesem Artikel

Lars Hansen wuchs im ländlichen Raum nahe der dänischen Grenze auf. Daher kann er sehr gut nachvollziehen wie sich ländliche Mobilität ohne Auto anfühlt. Er beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Transformation der Mobilität und studierte interdisziplinär Philosophie, Politik, Wirtschaft und Informatik in Hamburg, München und London.

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5 Antworten auf „Ausblick 2022: Das verändert sich dieses Jahr für Radfahrende und Autoverkehr“

Das Planfeststellungsverfahren für die A26 wird sicher noch lustig. Ich denke gegen darauf folgenden Planfeststellungsbeschluß kann dann geklagt werden? Ich denke wenn man sich die neuste Rechtsprechung zum Klima angeht wird dass nicht ganz einfach die Planung rechtssicher hinzubekommen, wird sicher spannend…

Wurde schon geklärt, ob Diebsteich eine Station vom Stadtrad verhindern könnte und die Planung des Fernbahnhofs daher beendet werden muss?

Der Bau der A26 Ost ist der schlimmste Sündenfall der grünen Hamburger Verkehrspolitik. Jeder weiß, dass damit der ÖPNV geschwächt und die nutzung des Autos attraktiver wird, , denn jede neue Autobvahn nimmt 50% Bestandsverkehr auf und generiert 50% neuen Verkehr! Und aller Rummel um den Neubau von Radwegen, der ja nur im Schnekcentempo vorankommt, dient nur der Ablenkung wenn in 2022 nur 56 Mio. für neue Radwege ausgegeben werden aber gleichzeitig grünes Licht für eienen 1,95 Mrd. Euro teuren Autobahnbau gegeben wird, zeigt, dass sich die Prioritäten in der Autostadt Hamburg noch immer nicht gewandelt haben. Für die Hafenwirtschaft wäre es zudem viel wichtiger das Geld für einen Neubau der Köhlbrandquerung in Tunnellage einzusetzen.
Und ws die rAdwege angeht müsüsen wir noch bis 2023 warten bis mit eienr ausschilderung begonnen wird. Derzeit findet man die groß angekündigten Velorouten kaum, von einem netz zu sprechen wäre vermessen und wie es um die Bestandsradwege bestellt ist, zeigt sich am besten an dem Radweg längs der Max-Brauer-Allee zwischen Goetheallee und Paul -Nevermann-Platz.

Ich glaube nicht, dass die Grünen die A26 aktiv wollen, da ist ganz klar die SPD der Treiber dahinter. Wenn es nach den Grünen alleine ginge, würde die sicherlich nicht gebaut werden.

30 km/h Zone (aber nur nachts = Hamburg-Prämisse “Wasch mich, aber mach mich nicht nass!”) B75 Wandsbeker Zollstraße/Ahrensburger Straße zwischen Holstenhofweg und Holzmühlenstraße ist das eine. Viel wichtiger wäre, dass auf der gleichen Straße nicht mehr bis zum Friedhof Tonndorf mit (offiziell) 60 km/h gebrettert werden darf, also auch an der künftigen S4-Station Tonndorf vorbei.
Was das Bewohner:innenparken betrifft, so wird das bei uns von der Bezirksregierung abgelehnt. Also nicht nur freie Fahrt, sondern auch freies Parken für freie Autofahrer:innen in Wandsbek. (Außer ein paar Sachen fürs gute grüne Gewissen in Eilbek.) Besser hätte das unsere frühere konservative Bezirksregierung auch nicht hinbekommen.

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