Ausfälle und Verspätungen auf Bahnstrecke Hamburg – Lübeck

Zugausfälle, Verspätungen und verärgerte Pendler: Auf der Bahnstrecke Hamburg - Lübeck läuft der Regionalverkehr seit Wochen nicht rund. Das sind die Zahlen.
Regionalexpress (Hamburg - Lübeck) in Wandsbek
Ein Regionalexpress der Deutschen Bahn mit Doppelstockwagen auf der Strecke Hamburg - Lübeck bei Hamburg-Wandsbek

Bahn-Pendler im Hamburger Osten sind genervt: Seit Wochen gibt es gefühlt auffallend viele Störungen auf der Strecke zwischen Hamburg, Bad Oldesloe und Lübeck ­– Züge sind verspätet oder fallen ganz aus.

Die Gründe sind vielfältig – defekte Bahnübergänge, krankheitsbedingte Personalausfälle, Störungen im Betriebsablauf, oder liegengebliebene Züge

Zahl der Verspätungen und Ausfälle ist hoch

Tatsächlich ist die Zahl der Zugausfälle und Verspätungen auf der Strecke, die von den Linien RE 8, RE 80 und RB 81 befahren wird, in den vergangenen Monaten hoch gewesen, wie aus aktuellen Statistiken des schleswig-holsteinischen Verkehrsverbunds NAH.SH (siehe hier) hervorgeht.

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9 Antworten auf „Ausfälle und Verspätungen auf Bahnstrecke Hamburg – Lübeck“

Hallo Herr Hinkelmann,
vielen Dank, dass Sie die großen Probleme auf dieser Nahverkehrsverbindung ansprechen!
Leider sind diese sehr selten Thema in Hamburger Medien.

Als regelmäßiger Fahrgast auf dieser Strecke bekommt man den Eindruck, dass die Bahn hier nur noch das absolut notwendigste in Strecke und Fuhrpark investiert, weil ja eh in ein paar Jahren (fast) alles neu gebaut werden muss.
Jedenfalls kennt man als Pendler auf dieser Strecke recht schnell alle Gründe, die es für Verspätungen gibt – Signal-Weichen-Lok-Zugstörung, Verspätung aus vorheriger Fahrt, wegen vorausfahrendem Zug…

Außerdem sind seit Monaten besonders werktags viele Züge der RB81 mit 4 statt fünf Wagen unterwegs (angeblich, weil der fünfte Waggon für Mitarbeiterschulungen benötigt wird??) , und defekte Türen, Toiletten, Klimaanlagen usw. gehören ebenfalls zum Standard…

Moin,
als Pendler, glücklicherweise entgegen der Hauptlastrichtung, kann ich die Probleme nur bestätigen. Allerdings scheinen sie mir bereits seit Bundesbahn-Zeiten zu bestehen. Dabei wäre es heute einfacher den je, die Missstände zu beheben. Hier ein paar Ideen dazu:
Der Bahnübergang Brauner Hirsch fällt recht zuverlässig nach langem oder starkem Regen aus. Einfach mal die Technik neu installieren oder zumindest alle Kabel und vor allem Dichtungen in den Durchführungen tauschen, sollte helfen.
Die Loks sind recht häufig defekt. Diese wurden mal für die Deutsche Reichsbahn konstruiert, wo die Maschinen m.W. auch vernünftig gewartet wurden. Wenn das nicht sicher gestellt ist, müssen eben Loks mit wartungsarmen Asynchronmotoren statt Reihenschluss-Fahrmotoren mit mechanischem Kommutator verwendet werden. Für die RB81 wären z.B. die FLIRTs der Nordbahn sicherlich geeigneter.
Ein Lokführer mehr. In der HVZ wenden die Züge von RE80 und RB81 meist nach Plan in 8 Minuten am Hamburger Hbf. Führerstand abrüsten, sich durch die Fahrgastmassen zum anderen Zugende wühlen und dort den Führerstand aufzurüsten benötigt offenbar einfach 7min, sprich Verspätungen bleiben für die nachfolgende Fahrt erhalten. Steigt am neu vorderen Zugende hingegen ein neuer Tf zu, so gelingt die Abfahrt nach drei Minuten, sprich 4 Minuten Verspätung werden raus geholt.
Der EC 34 aus Kopenhagen, an Hamburg Hbf 16:16, ist eigentlich immer verspätet. Würde dieser planmäßig hinter der RE80 (RE21475) verkehren, würde eigentlich niemand tatsächlich später irgendwo ankommen, aber der Regionalverkehr nicht ab halb fünf völlig aus dem Tritt kommen.
Wenn man bedenkt, dass der Busbahnhof Wandsbek Markt überlastet ist, und somit der Umschlag von Fahrgästen direkt auf die U1 an sein Limit gekommen ist, bleibt unverständlich, dass Hamburg sich nicht heftiger um Abhilfe bemüht. Die Verkehre aus Jenfeld und Hohenhorst nach Verlängerung der U4 zur Dannerallee abzufahren scheint auch nur bedingt sinnvoll. Dann kommt die Strecke ab Horner Rennbahn wieder an ihre Kapazitätsgrenze, wo doch gerade die aufwändige Wendeanlage HafenCity gebaut wurde.

Gruß, Mathias

Der Bahnübergang Brauner Hirsch war letztes Wochenende von der Bahn gesperrt, ich hoffe mal einfach das es eine größere Reparaturaktion war welche für mehr Zuverlässigkeit sorgt. Ansonsten soll der Übergang eh durch eine Brücke ersetzt werden, was aber leider auch dazu führen dürfte das die Bahn da vorher nicht mehr zu viel Geld reinstecken wollen wird.

Das die U4-Verlängerung größere Mengen an Fahrgästen aus dem Gebiet Jenfeld aufnimmt kann ich mir nicht wirklich vorstellen. Über die Rodigallee ist man fast so schnell am Wandsbeker Markt wie man zur Dannerallee braucht und an der Danneraller selbst gibt es keinen Platz für eine größere Bushaltestelle wie z.B. Horner Rennbahn – die Leute in der Rushhour mit Bussen dahin bringen wäre also schwierig. Und wenn die S4 gebaut wird liegen deren Haltestellen eh günstiger.

Offensichtlich wird nicht mehr investiert, bis die S4, die ja insbesondere zur Schaffung von Platz für die TEN-Güterzugstrecke gebaut werden soll, in Betrieb geht. Das kann aber noch Jahre dauern. Und zwischen Ahrensburg und Hbf wird die S4 sogar langsamer sein, weil sie an jeder Milchkanne halten soll.

Im Gegensatz zur RB ist die S-Bahn allerdings auf Kurzstrecke getrimmt, sie kann schneller anfahren und abbremsen. Dazu hat sie erheblich mehr Türen was die Haltezeit verkürzt. Dadurch wird die S4 (zumindest laut Plan) trotz mehr Haltestellen genauso schnell sein.

Guten Morgen, man muss sich auch etwas einfallen lassen, wenn Personen im Gleis sein sollen Es kann nicht sein, das solche Meldungen immer gleich zur ein bis zwei Stündige Streckensperrung führt. Langsam und auf Sicht fahren muss doch möglich sein. Wer kommt dichter ran, als ein Zug.
Und nicht immer auf die DB Regio schimpfen. Störungen auf der Infrastruktur trifft jede Eisenbahn; egal wie sie heißt. Hier bitte immer differenzieren.

Hallo Herr Hinkelmann,

auch ich bedanke mich für den Artikel zu dieser Pendlerverbindung, die ich nahezu täglich nutze.

Hallo Herr Bölckow,

das ist aus meiner Sicht völlig korrekt, die Loks aus DDR-Konstruktion sind leider nicht sehr zuverlässig und die Doppelstockwagen werden schlecht gewartet. Der Wagenmangel ist ja wirklich seit Beginn des Verkehrsvertrags 2009 vorhanden. Daher müssen die Wagen wohl auch immer wieder mit Defekten auf die Strecke. Mit Inbetriebnahme der Twindexx-Züge (leider vollständig erst zum letzten Fahrplanwechsel) wurde ja Verbesserung versprochen. Leider hat die DB die überzähligen Wagen nicht hier im Norden als Reserve gelassen, also vielleicht nicht alle, aber einen guten Teil, sondern Sachsen und NRW “verkauft”. Das Land Schleswig-Holstein bzw. die nah.sh als Aufgabenträger scheinen hier in schlechter Verhandlungsposition zu sein. Das spricht jedenfalls dafür, dass Verkehrsvertrag, der damals ohne Ausschreibung zustande gekommen ist, nicht besonders gut verhandelt wurde. Dieser Verkehrsvertrag sei gerade bis 2022 verlängert worden, sagte mir ein hvv-Vertreter auf der letzten S4-Infoveranstaltung. Bis dahin wird es wohl keine Änderungen an den Fahrzeugen geben…
Sicher wären Triebzüge besser für die Strecke geeignet und diese werden auch kommen. Die RE-Verbindungen werden nach einer Ausschreibung ab 2022 neu vergeben. Dabei sind Doppelstocktriebzüge gesetzt. Wie es mit der RB81 ab 2022 weitergeht, ist wohl noch völlig unklar. Man hofft wohl auf einen Vorlaufbetrieb mit den 490ern. Ich denke hier wird man mehr erfahren, wenn endlich die Bestellung der Züge durchgeführt wird. Dies ist ja noch für dieses Jahr vorgesehen, wurde aber schon verschoben.

Hallo Herr Munz,

das Thema, dass die S4 nur des Güterverkehrs wegen gebaut würde, haben wir ja schon häufiger durchgekaut. Ich habe es in dem Zuge schon häufiger dargelegt, dass dies nicht korrekt ist.

Viele Grüße
Jan-Peter Heckel

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