Autofreies Rathausquartier: Umsätze bei 50 Prozent der Händler gestiegen

Drei Monate lang waren zwei Straßen in der Hamburger Innenstadt versuchsweise autofrei. Initiatoren ziehen positive Bilanz: Bei 50 Prozent der Händler sind die Umsätze gestiegen, bei 25 Prozent blieben sie unverändert.
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Viele Menschen erkunden Hamburgs neue (temporäre) Fußgängerzone am Rathaus

Seit drei Monaten sind im Rathausquartier in der Hamburger Altstadt zwei kleine Straßenzüge probeweise autofrei. Übermorgen, am 31. Oktober, läuft das Experiment aus. Kurz vor Schluss haben die Initiatoren gestern eine positive Bilanz gezogen.

Laut einer nicht repräsentativen Online-Umfrage mit 804 Teilnehmern haben sich 85 Prozent der Befragten zufrieden mit dem autofreien Versuch gezeigt, nur 14 Prozent waren unzufrieden.

93 Prozent der Befragten gaben an, dass sich das Projekt positiv auf die Lebensqualität im Quartier ausgewirkt habe, 81 Prozent der Befragten meinten, dass das Nachbarschaftsgefühl gestärkt worden sei.

Eine große Mehrheit von 93 Prozent sprach sich außerdem dafür aus, dass das autofrei-Projekt wiederholt wird.

Christian Hinkelmann | Dieses Foto hier kaufen: Bahn-Bus-Bilder.de
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6 Antworten auf „Autofreies Rathausquartier: Umsätze bei 50 Prozent der Händler gestiegen“

Da geb ich mal als auswärtiger Autofahrer meinen Senf zu: Ich habe früher u.a. diese Straßenzüge durchaus zum parken benutzt, da sie nicht bei jedem auf dem Schirm waren. Ich bin dann von dort schnellstens verschwunden, da der Bereich außer Parkplatzmöglichkeiten keine attraktive Atmosphäre bot – mea culpa. Wenn man von einer anliegenden Hauptstraße beim nächsten Bauprojekt (und die sind ja in Hamburg höchst selten – ironie aus) nur eine einzige(!) öffentliche Tiefgarage einplanen würde, wären schon alle abgeschafften Parkplätze mehr als kompensiert. Und alle wären zufrieden. (M)ein Auto hat keine Angst im dunkeln zu stehen und muss nicht oben einem Sonnenbad nachgehen. Selbst in modernen, kompakten Fahrzeuglagern wäre es zufrieden. Es muss nicht mal gestreichelt werden.

Was man allein aus den erläuternden Bildern ersehen kann, ist durch diese Maßnahme eine deutliche Attraktivitätssteigerung dieses Bereiches möglich und damit Steigerung der Lebensqualität. Mir fallen noch recht viele Bereiche des Hamburger Innenstadtbereiches ein, wo ein zurückdrängen von Autoverkehr eine Attraktivitätssteigerung sehr wahrscheinlich zur Folge hätte, da diese Bereiche absolut gut Fußläufig zu erreichen sind und auch der ÖPNV mehr als ein Dichtes Netz aufweist. Wie man solche Bereiche attraktiv und doch für Anlieger praktisch verkehrlich abtrennen kann, kann man selbst in Wernigerode sehen. Jeder Bereich muss eben überall individuell betrachtet werden. Ob mit Autos, nur ÖPNV oder eben ausschließlich per Pedes und Rad. Funktioniert wenn man will.

Mir war und ist es nicht zu vermitteln, warum die Straßenzüge Neuer Wall, Posthof ect. immer noch für den Autoverkehr freigegeben sind, da dort die Verhältnisse ähnlich sind. Dort führen nur irgendwelche Clanmitglieder die Ergebnisse ihrer Lebenseinstellung Gassi, um allen zu zeigen, dass sich Unehrlichkeit doch lohnt und alle Opfer sind, außer isch, wie man so schön in räppisch texten würde. Die freuen sich übrigens schon riesig auf die Verkehrswende. Mal schauen womit die dann ihr Ego kompensieren.

Aber so lange insbes. von den Verkehrsexperten der CDU und der FDP jeder weggefallene Parkplatz als dramatische Bedrohung für die Hamburger Wirtschaft angesehen wird, wird sich in die von Ihnen beschriebene – wünschenswerte – Richtung hier in Hamburg leider nichts ändern.

Bestes Beispiel ist die Umgestaltung des Ballindamms. Es gibt zahlreiche Parkhäuser in der Umgebung, in denen man ersatzweise parken könnte. Und dennoch gab es einen Riesenaufschrei um die ca 12 am Straßenrand wegfallenden Parkplätze, weil dadurch angeblich die anliegenden Geschäfte in allergrößter Not sein werden, und die Hamburger Innenstadt von der mobilen Außenwelt abgeschnitten würde.
Diese reflexhaften Reaktionen gibt es leider bei jedem Umbau – Egal, ob am Mühlenkamp, am Klosterstern, in der Innenstadt.

Möglicherweise ist es eben von Vorteil einfach die Zeit der extremen Positionen zu beenden und damit nur zu fordern oder zu verbieten; den (verbalen) Bürgerkrieg durch das selbständige Verlassen der eigenen extremen Position (pro / contra) selbst zu beenden (stell dir vor, es ist Krieg und keiner…) und so dem Gegenüber die Angst und den Grund für seine extreme Gegenposition zu nehmen.
Da ich, wie viele andere auch nicht gerade ein Anhänger der Verschwörungstheorie bin, dass wir hier in unserem Land irgendwie sinnvoll mitbestimmen können (man kann halt so ein ungefähres Gesamtprogramm wählen, was sich aber auch durchaus ändern kann; aber das war es dann auch), kann man solch ein obiges Vorgehen im Einzelnen nur weiter fordern, fördern oder bestenfalls vorleben.

Solche Projekte wie dieses hier stellen einen guten Schritt da. Nicht basta weg damit, sondern unter Beweis stellen, das die eigene Position zu einer besseren Lösung führt. Das würde aber auch im Umkehrschluss bedeuten, wenn die Ergebnisse eben nicht so positiv ausgefallen wären, dass dann die Bereitschaft besteht von der Forderung bereitwillig zurückzutreten. Und eben auch nicht ein (gewünschtes) Ergebnis arrangiert wird, sondern die Beteiligten unter Einsicht aller Daten und Fakten ihre eigene Entscheidung treffen können und die Positionen sowohl der Befürworter als auch der Kritiker wertfrei berücksichtigt und ggf. eingebaut werden. Alles andere ist jeweils nur langsames über den Tisch ziehen und das wird sich jedes mal rächen. So oder so. Übrigens: wer die wirklich richtige Position hat, braucht weder Tricks oder Show. Nur die, die die anderen übers Ohr hauen wollen, sind große Fans davon.

Nur so wird man auch seinen jeweiligen Gegenüber überzeugen, sich ebenso interessiert an dem jeweiligen Experiment zu beteiligen, um heraus zu finden, was das für alle beste Ergebnis im jeweiligen Falle in der Realität und nicht in der Meinung oder Vorstellung sein kann. Sicher kann man nicht alles probehalber umsetzen (Stadtbahn, Bahnhofsverlegung, etc.) aber bei Parkraum oder Gestaltung von Straßenabschnitten (und so evtl. aber auch bereichsweise für oder Gegen eine Stadtbahn) sollte da doch Spiel sein. Diese Experimente nannten sich bisher nur Dauerbaustellen und wurden niemals weder unter diesen Aspekten angelegt bzw. ausgewertet. Hätte man manchmal vielleicht ne Menge Zeit und Geld sparen können, aber nur so eine Idee.

Nur so ein Experiment würde z.B. im Posthof / Neuer Wall eben unter Beweis stellen können, dass z.B. die oben geäußerte Meinung bzw. Vermutung zu einem akzeptablen Ergebnis führen würde oder ob diese Ansicht dort Quatsch ist. Eben Meinungen und Forderungen durch Ausprobieren und Überprüfen mit Substanz füllen. Nur so kommt Bewegung in die Sache und der Grabenkrieg kann zur Zufriedenheit aller endlich gelöst bzw. gelockert werden.

Alles nicht wirklich verwunderlich. Man konnte das gleiche Spiel vor ca. 50 Jahren in anderen Städten auch bewundern. Dort wurden ausgedehnte Fußgängerzonen draus.
In Hamburg braucht es diese schöne Webseite, um diese Raketentechnik dem Bürger näher zu bringen – so fortschrittlich ist man an der Elbe.

Was für eine clickbaiting-Überschrift, dachte ich, als mir Google den Artikel mit “Autofreies Rathausquartier: Umsätze bei 50 Prozent” vorschlug … Liest sich komplett dann doch ganz anders. ?

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