Autonom fahrender Bus in Hamburg: Wie einzigartig ist er wirklich?

Ab sofort nimmt der selbstfahrende Test-Bus der Hochbahn in der HafenCity auch Fahrgäste mit. Doch der Bus fährt nur stundenweise und wer mitfahren will, muss sich per App anmelden.
Christian Hinkelmann
Eines der ITS-Ankerprojekte der Stadt für den ITS-Weltkongress im vergangenen Jahr: HEAT unter Leitung der Hochbahn.
Eines der ITS-Ankerprojekte der Stadt für den ITS-Weltkongress im vergangenen Jahr: HEAT unter Leitung der Hochbahn.
Foto: Hochbahn

Seit 14 Monaten experimentiert die Hamburger Hochbahn mit autonom fahrenden Bussen und lässt dazu einen Mini-Bus testweise auf einem Rundkurs durch die HafenCity fahren.

Am vergangenen Freitag hat das Versuchsprojekt HEAT (Hamburg Electric Autonomous Transportation) einen Meilenstein erreicht: Der öffentliche Probebetrieb mit Fahrgästen ist offiziell gestartet. Verkehrssenator Anjes Tjarks und Hochbahn-Chef Henrik Falk waren die ersten beiden Passagiere an Bord des 5- Meter langen Elektrofahrzeugs.

Die Hochbahn will mit dem Projekt herausfinden, ob autonom fahrende Kleinbusse für den regulären Einsatz im öffentlichen Nahverkehr geeignet sind und wie sie das bestehende Angebot ergänzen können.

Das 3,7 Millionen Euro teure Projekt besteht nicht nur aus dem Fahrzeug, sondern auch aus einer technisch hochgerüsteten Teststrecke: Überall stehen Masten mit Sensoren, die dem Bus quasi ein erweitertes Sichtfeld mit Streckeninformationen von außen geben. Zusätzlich nutzt der Bus hochauflösende Streckenkarten der Stadt Hamburg, die auf wenige Zentimeter genau sind.

Hier erfahren Sie, wann und wo der Bus fährt, wie Sie mitfahren können, was das Projekt einzigartig macht und wo Hamburg anderen Autonum-Shuttle-Testregionen hinterherhängt.

So funktioniert die Mitfahrt im selbstfahrenden Bus

Einfach einsteigen und mitfahren? Nein! Wer den selbstfahrenden Bus in der HafenCity testen will, muss sich vorher eine App auf sein Smartphone laden und seine Fahrt dort anmelden. Alternativ ist es auch möglich, ein Registrierungsformular hier herunterzuladen, auszufüllen und beim Einstieg beim Fahrpersonal abzugeben.

Wer mit dem autonom fahrenden Bus mitfährt, muss spezielle Beförderungsbedingungen akzeptieren. Darin heißt es unter anderem, dass Fahrgäste beim Warten an der Haltestelle das ankommende Shuttle nicht b…

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Der Kopf hinter diesem Artikel

Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

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3 Antworten auf „Autonom fahrender Bus in Hamburg: Wie einzigartig ist er wirklich?“

Ist ja ein ganz niedliches Projekt, aber sollte man nicht erstmal die U- und S-Bahnlinien automatisieren? Das ist in einigen anderen Städten ja schon technisch umgesetzt und würde die Attraktivität des Nahverkehrs deutlich erhöhen. Dichtere Takte abends, am Wochenende und auf den Außenästen wären damit unter Einsatz von Kurzzügen nahezu kostenneutral möglich (weil nicht jeder Zug einen Fahrer braucht).

Hallo,
die im Artikel angegeben Fahrzeiten passen nicht mit denen auf der Hochbahnseite überein (Freitag: 08:00-10:00, 13:00-18:00 Uhr) – da scheint sich ein Fehler eingeschlichen zu haben.

Hallo,
danke für den Hinweis. Die Hochbahn hat angegebenen Fahrzeiten auf Ihrer Website offenbar heute Vormittag geändert. Als wir die Website heute Früh um ca. 6:00 Uhr aufgerufen hatten, war dort noch angegeben, dass der Bus freitags nur zwischen 13 und 15 Uhr fährt. Da wir einen Screenshot angefertigt haben, lässt sich das auch belegen. Inzwischen gibt die Hochbahn-Website tatsächlich erweiterte Fahrzeiten für Freitage an. Wir haben dies im Text jetzt ergänzt. Da es sich ja um einen Probebetrieb handelt, ist nicht ausgeschlossen, dass sich die Fahrzeiten weiter ändern. Im Zweifel lohnt sicher immer ein Blick auf die Hochbahn-Website, bevor man mitfahren möchte.

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