Autoverkehr in der City geht offenbar zurück

Der Autoverkehr in der Metropolregion Hamburg nimmt seit Jahren immer mehr zu – in der Innenstadt geht er aber offenbar zurück. Zu dem überraschenden Ergebnis kommt der Senat in seiner Antwort auf eine Große Anfrage der GAL-Fraktion (Drucksache: 20/1019).
Christian Hinkelmann
Ein Fahrradfahrer schlängelt sich durch einen Stau in Hamburg
Ein Fahrradfahrer schlängelt sich durch einen Stau in Hamburg

Demnach gibt es auf den Stadtstraßen Hamburgs seit rund 20 Jahren keine Verkehrszuwächse mehr. In der City soll der Autoverkehr sogar deutlich zurückgegangen sein.
Hintergrund ist nach Senatsangaben die die Bündelung des Autoverkehrs auf die Hauptstraßenzüge.

Aber auch generell hat der Autoverkehr in Hamburg in den vergangenen Jahren leicht abgenommen, wie der so genannte Modal-Split, also der Anteil der verschiedenen Verkehrsträger an der Gesamtmobilität, zeigt.

Demnach lag die Autofahrerquote in Hamburg im Jahr 202 noch bei 47 Prozent. Sechs Jahre später (2008) waren es dagegen „nur“ noch 42 Prozent. Im Vergleich zu anderen deutschen Großstädten ist dies allerdings noch immer ein Spitzenwert. München liegt bei 37 Prozent, Berlin bei 31 und Frankfurt bei 27 Prozent (Quelle: Mobilität in Deutschland, MiD).

Zuwächse konnten dagegen der Fußgängerverkehr (2002: 25 Prozent, 2008: 28 Prozent) und der Fahrradverkehr (2002: 9 Prozent, 2008: 12 Prozent) verbuchen.

Der Öffentliche Nahverkehr in Hamburg hat dagegen überhaupt nicht vom abnehmenden Autoverkehr profitiert. Im Gegenteil…

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Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

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Philipp Holz, 51, Sachgebietsleiter Auskunftsmedien bei der Hochbahn.

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