Bäderbahn zwischen Bad Schwartau und Neustadt wird stillgelegt

Die so genannte Bäderbahn in der Lübecker Bucht wird stillgelegt. Die Trasse ist laut Landesregierung neben der geplanten Hochgeschwindigkeitsstrecke nicht wirtschaftlich.
Der Ostseeort Sierksdorf und der benachbarte Hansapark sollen ihren direkten Bahnanschluss verlieren
Der Ostseeort Sierksdorf und der benachbarte Hansapark sollen ihren direkten Bahnanschluss verlieren

Ratekau, Timmendorfer Strand und Scharbeutz verlieren ihren direkten Bahnanschluss. Die so genannte Bäderbahn, die mitten durch zahlreiche Urlaubsorte in der Lübecker Buch führt, soll stillgelegt werden.

Das hat Schleswig-Holsteins neuer Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) am vergangenen Freitag auf einer Fehmarnbelt-Regionalkonferenz in Oldenburg angekündigt.

Demnach sei ein Weiterbetrieb neben der geplanten parallelen Schnellfahrstrecke zwischen Lübeck und Fehmarn nicht wirtschaftlich. Das habe eine Prüfung für den Erhalt der Bäderbahn ergeben, so Buchholz.

Shuttlebusse sollen Urlaubsorte an der Ostsee anbinden

Als Alternative will der Verkehrsminister jetzt alternative Konzepte prüfen lassen, wie die Urlaubsorte an die künftige Schnellfahrstrecke angebunden werden können, die mehrere Kilometer von den Tourismuszentren entfernt im Landesinneren gebaut werden soll. Als Beispiel nannte Buchholz Zubringerbusse – möglicherweise in Form von autonom fahrenden Fahrzeugen.

Keine Zusagen für besseren Zug-Takt

Konkrete Zusagen, ob der Regionalzugverkehr auf der neuen Schnellfahrstrecke zwischen Lübeck und Neustadt verbessert werden soll, machte der Minister nicht. “Die höheren Geschwindigkeiten lassen einen durchgehenden Halbstundentakt zwischen Hamburg, Lübeck und Neustadt wahrscheinlicher werden, zumal ein kürzerer Takt obendrein auch wirts…

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19 Antworten auf „Bäderbahn zwischen Bad Schwartau und Neustadt wird stillgelegt“

Eine absolute Fehlentscheidung, die so gar nicht in die heutige Zeit passt. Gerade für Tagesausflügler aus Hamburg sind die Bahnhöfe in Timmendorfer Strand, Scharbeutz oder Sierksdorf wichtig. Ein Busshuttle ist doch vollkommen unattraktiv. Haben die Politiker schon mal etwas über das Thema Klimaschutz gehört?
Ich hoffe, dass die Bürger sich soetwas nicht gefallen lassen. Hoffentlich werden Unterschriftensammlungen gemacht oder Petitionen.

Nun mal langsam…. Hier wird erstmal noch gar nichts stillgelegt. Bernd Buchholz hat gesagt, die Bäderbahn sei nicht wirtschaftlich. Erstmal kann das niemand nachprüfen und zweitens ist das erstmal ein erster Vorstoß. Ganz sicher wäre eine Stilllegung touristisch gesehen grob falsch. Die Touristen kommen neben der Autobahn mit dem Zug an und müssen dann noch mit einem Bus zum Strand fahren? Wie peinlich!! Auf so eine Idee kann man wohl nur in Kiel kommen.

Und wer heult später rum wenn weniger Touristen und Urlauber kommen weil das ewige hinfahren mit dem überfüllten, im Stau stehenden Rumpelbus gegenüber der schnellen Bahn schrecklich ist??
Eben?

Es kommt, was kommen musste: Die Bahn wird keine 2 parallelen Strecken betreiben! Die Bahn wollte die Bäderbahn ertüchtigen, dass wollten die Bäder nicht (durchaus verständlich), nur die Badeorte anfahren lohnt sich für die Bahn unter den bestehenden Bedingungen aber nicht, insbesondere in den kalten Monaten (und die sind von Oktober bis April), also müsste der Landeszuschuss erheblich steigen und das kann und will das Land wiederum nicht. Wenn die Bäder die Bahn behalten wollen, müssen also sie und der Kreis ihre Schatulle öffnen. Die Bäder bekommen was sie verdient haben, Warnungen nicht zu überreizen gab es genug.

Weitere Meter Schiene stillzulegen, ist heutzutage ein Frevel und muss verhindert werden. Und die Begründungen dazu sind neoliberal peinlich, weil überhaupt nicht nachgedacht.
Die schwarze Ampel in Kiel sollte bitte in die Schweiz schauen und dort Nachhilfeunterricht zum Thema Schiene nehmen.
Ich hoffe sehr, dass auch noch 2025 die Bäderbahn ihre Schiene hat.

Weiß der Minister um die gesetzlichen Grundlagen ? Er kann und darf eine solche öffentliche Strecke nicht von sich aus stillegen, dieses Verfahren wird vom Eisnebahnbundesamt gesteuert. Zunächst muß die Infrastruktur anderen Betreibern zu Übernahme angeboten werden ! Hier täte die Region gut daran, selbst die Strecke zu übernehmen oder einem Eisnebahnunternehmen zum Weiterbetrieb zu übergeben.

Sorry, aber wer mal in Scharbeutz mit der Bahn angekommen ist, merkt schnell, dass er ordentlich Schritte zurücklegen muss , um an den Strand oder an die Promenade zu kommen, oder er nimmt sich ein Taxi.
Wenn die neuen Pläne stimmen verdoppelt sich dieser Weg zwar, aber immerhin ist ein ordentlicher Shuttle sichergestellt. Es sollen ja nicht die Haltepunkte als solches entfallen.

Dann mal Sierksdorf ausprobieren, kaum 15 Minuten vom Bahnhof zum Strand sind es zu Fuß, ideale Anbindung ist das für Wanderungen, wenn man eine Rundtour machen will und von dort aus nach Timmendorfer Strand läuft.

Ja Nils-Holger, wenn man wandern will und gut zu Fuß ist, kein Problem! Wenn Mann/Frau, mit Gepäck für 1-2 Wochen, zur Unterkunft/Ferienwhg. möchte, schon nicht mehr.

Zur An und Abreise kann es durchaus sinnvoll sein in Scharbeutz ein Taxi zu nehmen um die schweren Koffer nicht tragen bzw ziehen zu müssen. Aber für Fahrten ins Hinterland ist der Fußweg zum Scharbeutzer Bahnhof leicht zu schaffen. Und dann wäre es auch sinnvoll die Bahnlinie Neustadt Eutin zu reaktivieren.

“Ratekau, Timmendorfer Strand und Scharbeutz verlieren ihren direkten Bahnanschluss.”, nichts davon stimmt. Der Ratekauer Bahnhof ist schon lange dicht und Timmendorfer Strand und Scharbeutz sollen neue Bahnhöfe an der Ausbaustrecke erhalten. Weiter weg vom Ortskern, aber das hat Flensburg auch nicht geschadet.

Ich fahre schon seit Jahren nach Scharbeutz und zum Timmendorfer Strand mit dem Auto weil mit 5 Leuten wovon 2 Kinder dabei sind es in der kleinen Bahn im Sommer einfach zu voll ist die Luft echt Dick und die DB es nicht auf die reihe bekommt mal längere Züge bereit zu stellen den dann würde die Strecke auch Attraktiver sein und sich Rentieren…

Mal sehen was der Hansa Park dazu sagen wird, glücklich werden die nicht darüber sein…

Ich finde es schade, dass die Hintergründe zu dieser Entscheidung, die im Übrigen SPD-Vorgänger Reinhard Meyer getroffen hat, überhaupt nicht mehr erwähnt werden. Die Bäderorte hatten als vorrangiges Ziel die lauten Güterzüge, die die Feste Fehmarnbeltquerung mit sich bringt, aus ihren Orten rauszuhalten und eine Neubaustrecke an der A1 zu erreichen. Lange sah es so aus, dass die Bahn die Bestandsstrecke 2-gleisig ausbauen wird, weil es schlicht am günstigsten für sie wäre. Um die Bahn dazu zu bewegen doch die Neubaustrecke an der A1 zu planen, hat Minister Meyer seinerzeit das „AUS der Bäderbahn“ in einem „Letter of Intend“ besiegelt, indem er zugesagt hat auf der alten Strecke keinen Nahverkehr mehr zu bestellen, wenn die neue Strecke fertig ist. (http://www.ln-online.de/Nachrichten/Norddeutschland/Die-Baederbahn-wird-stillgelegt) Damit ist so ziemlich jede Strecke unwirtschaftlich. Mutmaßlich Teil des Deals ist aber auch die deutlichen Verbesserungen für SH bei den Zuweisungen im sogenannten „Kieler Schlüssel“. Wenn die SPD also jetzt den Erhalt der Bäderbahn fordert ist das Amnesie oder Scheinheiligkeit. 
Warum hat Buchholz das ganze aber nun nochmal untersucht? Um die Küstenkoalition in der letzten Legislaturperiode ein wenig zu ärgern, hat die FDP den Erhalt der Bäderbahn gefordert, weil diese Forderung ganz gut ankommt. In der Jamaika-Koalition durfte er jetzt mutmaßlich nochmal „prüfen“, um nach Außen zu zeigen, man habe es ja versucht.

Was bei der Berichterstattung über die Bäderbahn häufig auch daneben geht, ist die Bewertung der Auswirkungen für die Betroffenen Orte. Vom der Verlegung der Strecke ist im wesentlichen nur Timmendorfer Strand betroffen, weil der neue Bahnhalt in Ratekau liegen wird und damit 3,5km oder 6km vom jetzigen Bahnhof entfernt. Ratekau wird endlich wieder mit einem Bahnhalt angeschlossen, in Scharbeutz rückt der Bahnhalt 800m (5min gemütliches gehen) weiter vom heutigen Haltepunkt an den Ortsrand, in Haffkrug sind es 400m mehr (2min gehen), und in Sierksdorf und Neustadt bleibt alles beim alten, weil nach Haffkrug auf der Bestandstrasse weiter gefahren wird. Das ist letztlich auch der Grund, warum es kaum ernsthaften Rückhalt aus den Bädergemeinden für den Erhalt der Bäderbahn gab. 

Gleichzeitig zeigt das Land, nah.sh und die Bahn eine große Bereitschaft eine gute strandnah Anbindung der Küstenorte zu gewährleisten. Nicht zuletzt, weil man über den neu verhandelten Kieler Schlüssel auch einen gewisse Spielraum dafür hat. Der Bäderbus ist ein erster Aufschlag dazu und kann eingebunden in ein Mobilitätskonzept ein Ausgangspunkt für einen Adäquaten ÖPNV sein. (https://timmendorfer-strand.more-rubin1.de/show_anlagen.php?_typ_432=vorl&_vorl_nr=20170102100020&_doc_n1=20170202082718.pdf) Das man sich jetzt zudem auch konkret über geeignetes Fahrzeugmaterial, Stichwort Doppeldeckerbusse z.B. mit großem Mehrzweckabteil, Gedanken macht zeigt, dass auch Fernreisende und Tagesgäste/Strandbesucher mitgedacht werden. Gleichzeitig sollen die Züge stündlich von Neustadt nach HH durchgebunden werden und und verkürzen die Fahrzeit, weil das Umsteigen eingespart wird. Vieles wird anders werden, für Pendler und Reisende nach Timmendorfer Strand und den Bäderorten, aber nicht zwingend schlechter.

Nur zu den von Ihnen angegebenen Fußwegen:
“800m (5min gemütliches gehen)” entspricht einer Geschwindigkeit von 9,6 km/h, und “400m mehr (2min gehen)” entspricht einer Geschwindigkeit von 12 km/h.

Diese beiden Geschwindigkeiten liegen im Grenzbereich zwischen ambitioniertem Joggen und sportlichem Laufen und können von Fußgängern, zumal mit Gepäck oder in Begleitung von Kindern, nicht ansatzweise erreicht werden; da rechnet man lebensnäher wohl mit 4 km/h (mit kleineren Kindern immer noch eine Herausforderung), und dann legen Fußgänger 800 Meter in 12 Minuten und 400 Meter in sechs Minuten zurück.

Also ich sehe die Sache etwas anders, als im Artikel dargestellt. Auf der aktuellen Strecke, die hier als Bäderbahn bezeichnet wird, wird aktuell vom Land Schleswig-Holstein Nahverkehr bestellt, was über einen Verkehrsvertrag geregelt ist. Solange dieser Verkehr bestellt wird, ist eine Stilllegung ausgeschlossen. Der Begriff der Wirtschaftlichkeit im Sinne von Geld Verdienen spielt hierbei keine Rolle. Es ist vollkommen unabhängig, wie wirtschaftlich in dem Sinne die Strecke ist. Wenn man von Wirtschaftlichkeit in diesem Zusammenhang spricht, ist gemeint, wie viele Zuschüsse das Land für den Betrieb leisten muss, d. h. wie hoch der Kostendeckungsgrad ist. Ich gehe einfach mal davon aus, dass dieser vollkommen im Rahmen liegt und mit anderen Bahnstrecken in Deutschland vergleichbar ist. Dementsprechend spricht also nichts dagegen mit Auslaufen des aktuellen Verkehrsvertrags (Ein Datum hierfür steht meines Wissens nach noch nicht fest. Nah.sh sagte mir im Januar, dass man den bestehenden Vertrag so lange wie möglich verlängern möchte, da es mit der S4 und der Beltquerung einige Änderungen geben wird, die dann Teil eines neuen Vertrages sein sollen.) einen neuen abzuschließen.
Nun soll nach lauten Protesten der Badeorte eine Neubaustrecke entlang der Autobahn gebaut werden. Eine Neubaustrecke ist immer wesentlich kostenintensiver als der Ausbau von Bestandsstrecken. Die aktuelle Planung sieht für die Beltquerung 11 Zugpaare Fernverkehr und ca. 50 Güterzugpaare pro Tag vor. Eine zweigleisige Strecke hat eine Kapazität von ca. 200-220 Zugpaaren pro Tag. Es lässt sich sagen, dass die geplanten Zugzahlen aus Fern- und Güterverkehr keine Neubaustrecke rechtfertigen. Soll nun aber die Neubaustrecke durch den Bund gefördert werden, muss das Projekt nachweisen, dass es volkswirtschaftlich vorteilhaft ist, was mit einem Kosten-Nutzen-Faktor von über eins ausgedrückt wird. Damit die Neubaustrecke diesen erreicht, müssen mehr Züge her und das soll dann der Regionalverkehr sein. Man kennt dies von anderen Neubaustrecken in Deutschland, wo aus diesem Grund auch Regionalverkehr auf die Neubaustrecke soll(te) (Nürnberg-Ingolstadt, dort wird das Ganze wenigstens gut angenommen und jetzt ab Dezember Nürnberg-Coburg).

Die Aussage “Die Trasse ist laut Landesregierung neben der geplanten Hochgeschwindigkeitsstrecke nicht wirtschaftlich.” ist aus meiner Sicht also falsch, es müsst heißen: “Die Hochgeschwindigkeitsstrecke [ist laut Landesregierung] neben der Bestandstrasse nicht wirtschaftlich.”

Timmendorfer Strand und Scharbeutz liegen heute schon weit ab. Durch einen Shuttlebus kann das auch bei etwas weiterem Weg nur besser werden. Da könnte die Kurverwaltung schon heute Ökopunkte sammeln.
Aber es gibt im Sommer an Wochenenden einen Verstärker ohne Umstieg in Lübeck, der besonders von Hansapark Gästen gern genutzt wird. Er kann zwar weiter fahren, landet aber nach Sierksdorf in einer Sackgasse nach Neustadt, ohne wie heute nach Fehmarn weiterfahren zu können. Da soll es wohl keine Verbindung zurück zur Hauptstrecke mehr geben. Irgendwer hat diesen Zug vergessen. Oder soll da irgendwo geflügelt werden ? Wenn ja braucht man eine Sondersignalisierung in dem Vereinigungsbahnhof.
Heute sind das DoStos oder alte n-Wagen. Also nichts mit flügeln.

Möglicherweise ist das eine Abstrafung der Badeorte, die die Planung der Schnelltrasse ohnehin eher blockieren. Aber es könnte natürlich auch eine gefährliche Aktion sein, weil in das Planfeststellungsverfahren weitere gefährlich gute Argumente gegen die Planung eingebracht werden können, wenn dabei gewohnte Anbindungen verloren gehen.

Von Kiel nach Schönberg funktioniert es doch (hoffentlich!) auch bald. Warum denn nicht auch die Ostseebäder an der Lübecker Bucht separat mit der Bahn anfahren? Eine eigene Trasse in Richtung Puttgarden scheint ja wohl inzwischen unumstößlich zu sein. Umso ungehinderter könnten Regionalzüge künftig quasi parallel auf der Bäderlinie verkehren.

Bin selbst schon im Sommer von Hamburg nach Timmendorf mit der Bahn gefahren und war überrascht, wie relativ nah es vom Bahnhof zum Strand ist. Einziger Wermutstropfen: in Lübeck musste ich umsteigen… Ich bin davon überzeugt: Gäbe es eine durchgehende Zugverbindung, wäre dies für etliche Urlauber ein Argument, ihr Auto in Hamburg stehen zu lassen und auf dem Schienenweg anzureisen.

Es wird endlich Zeit, dass die wertvolle Eisenbahninfrastruktur parteiübergreifend als erhaltenswert (ggf. aufwertbar) angesehen wird und nicht – bei Koalitionswechseln auf Landesebene – kurzfristigen politischen Interessen geopfert wird!

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