Hamburg will vorerst keinen 30-Minuten-Bahntakt nach Lübeck an Wochenenden

Hamburg stellt sich gegen die schleswig-holsteinischen Pläne, den Wochenend-Takt auf der Bahnstrecke nach Lübeck ab Dezember zu verdichten. Vor 2022 sei kein Geld da.
Regionalzug bei Hasselbrook in Hamburg
Regionalzug bei Hasselbrook in Hamburg

Die Hamburger Verkehrsbehörde lehnt die Einführung eines dichteren Wochenendtakts auf der Bahnstrecke nach Lübeck zum Jahresende ab und stellt sich damit gegen entsprechende Pläne des Landes Schleswig-Holstein.

“Den Halbstundentakt zusätzlich am Wochenende einzuführen, ist bereits für den Fahrplanwechsel 2022 fest eingeplant – das gilt sowohl für das Angebot, als auch für die Finanzierung”, erklärt Behörden-Sprecher Christian Füldner auf NahverkehrHAMBURG-Anfrage. “Sollten die Züge schon vor 2022 auch an den Wochenenden alle 30 Minuten auf die Strecke geschickt werden, würden die dafür nötigen Mittel an anderer Stelle gekürzt werden müssen.”

Verkehrsbehörde hält Halbstundentakt derzeit nicht für notwendig

Laut der Behörde sei die vorzeitige Einführung eines Halbstundentaktes zwischen Hamburg und Lübeck an den Wochenenden derzeit “aus verkehrlicher Sicht nicht zwingend erforderlich”. Die Einführung zum Jahr 2022 sei aus Sicht der Behörde vertretbar.

Schleswig-Holstein würde den 30-Minuten-Takt gern schon jetzt starten

Das sieht Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) anders: “Wir würden diese Verbesserung jetzt gerne schon deutlich vor dem Start des neuen Verkehrsvertrages auf die Schiene bringen”, sagte er vor wenigen Tagen in den Lübecker Nachrichten. Dafür brauche man allerdings die Zustimmung aus Hamburg, denn die Hansestadt müsste das zusätzliche Angebot mitfinanzieren.

Auch der Verkehrsverbund NAH.SH und die Deutsche Bahn würden das Angebot laut Lübecker Nachrichten gern vorzeitig ausweiten. Die Nachfrage rechtfertige das, sagte NAH.SH-Sprecher Dennis Fiedel zu der Zeitung.<…

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6 Antworten auf „Hamburg will vorerst keinen 30-Minuten-Bahntakt nach Lübeck an Wochenenden“

Eine durchaus berechtigte Entscheidung. Warum soll Hamburg draufzahlen damit die Schleswig-Holsteiner noch schneller und öfter ins Hamburger Zentrum gelangen als die Hamburger vom Stadtrand.
Ein Regionalexpress der durch dicht bewohnte Stadtteile fährt ohne dort zu halten ist halt Mist.
Hinzu kommt bei dem aktuell existierenden Wagenmangel wäre dies doch zulasten der RB81 gegangen (Wagen fehlt, Zug fällt aus wegen Fahrzeugmangel, RE hält zusätzlich in Ahrensburg und Bargteheide).
Oder kann Regio SH noch ein paar DR Dostos und LINT Triebwagen aus dem Hut zaubern?
Die meisten Doppelstockwagen scheinen ja alle mehr in der Werkstatt/Abstellgleis zu stehen als auf der Strecke.

Wenn in der Woche ein Halbstundentakt gefahren werden kann, werden für den Halbstundetakt am Wochenenende doch keine weiteren Fahrzeuge benötigt. Daher kann ich mir nicht vorstellen, dass die (sinnvolle) Ausweitung des Halbstundentakts auf das Wochenende zulasten der RB81 gehen sollte.

Bahnsinn sprach aber explizit den Wagenmangel im DB Regio Ostnetz SH an. Wenn dieser nicht wäre, gäbe es am WE sicher kein Problem. Aber die RB81 ist nun einmal die Linie, die für alles Mögliche “bluten” muss (z.B. für kaputte Twindexxe im Nordwesten), und keinen interessiert’s. D.h. zusätzliche RE – auch am WE – würden unter diesen Bedingungen IMMER zu Lasten der RB81 gehen. Gerade diese Woche ist es wieder besonders grausig: Jeden Morgen Zugausfälle, gestern Nachmittag auch und heute Nachmittag (angeblich) Personen im Gleis, und zwar bei Bargteheide. Und trotzdem fuhren die Züge nicht ab HH Hbf ab, obwohl es zumindest bis Ahrensburg gegangen wäre. Wahnsinn!

@Bahnsinn – weil insbesondere am Wochenende in der Zuegen eher Hamburger sind die nach Luebeck und aufs Land wollen als Pendler nach Hamburg, und Schleswig-Holstein willd dass davon zumindest einige bitte die Bahn benutze als Travemuende/Timmendorfer Strand/Scharbeutz/etc zuzuparken?

Es ist schon peinlich dass bei aber jedem Vorschlag zur Verbesserungen des Bahn- und Busvekehrs die Antwort der Stadt immer erstmal ‘we soll das bezahlen?’ ist. Gibt es sonst noch irgendeinen anderen Politikbereich wo immer so negativ reagiert wird?

Ich finde bei weitem nicht alles gut was Herr Buchholz so sagt, aber dieser Vorschlag ist meiner Meinung nach sehr gut, und hat hoechstwahrscheinlich auch einen gute Nutzen-Kosten-Wert.

Zum letzten Punkt, wenn Hamburg gesagt haette, wird pruefen das, und das dann auch geprueft haette, das waere verstaendlich gewesen. Aber einfach nur ueber Kosten jammern ist nun wirklich das Paradebeispiel von jemanden der die Kosten von allem weiss und den Nutzen von nichts…

Es ist wirklich absolut unverständlich, dass bei jeder Neuregelung im ÖPNV zuerst immer mit den erhöhten Kosten argumentiert und auch abgelehnt wird. Es kann einfach nicht sein, wenn ich den induviduellen Kfz.- Verkehr reduzieren will müssen entsprechende Angebote vorhanden sein. Gerade im Sommerhalbjahr in Richtung Ostsee. Es sollte nicht nur der 1/2 stündliche Takt nach Lübeck, sondern eine komplett umsteigefreie Verbindung bis Travemünde geschaffen werden, welche zusätzlich eine erhebliche Fahrzeitverkürzung (ca. 15 Min.) mit sich bringen würde. Ebenfalss muss der durchgehende Bahnverkehr von Hamburg nach Fehmarn vom Wochenende auf täglich ausgeweitet und in höherer Taktfolge angeboten werden. Auch damit sind erhebliche Fahrzeitverkürzungen z. B. nach Timmendorfer Strand möglich und ein Umdenken und Umsteigen der Autofahrer auf die Bahnm zu realisieren.

@Claus P: In der Theorie haben Sie auch Recht. Jedoch unterstreicht der Artikel vom 05.04. und die Antwort von HVV-Kritiker das dem leider nicht so ist. Und ist unter aktuellen Gesichtspunkten nicht möglich bzw. in den Ohren der RB81 Fahrgäste fast wie blanker Hohn klingt. Wenn der RegionalExpress eine Taktverdichtung bekommen soll und die Regionalbahn Reihenweise wegen Wagenmangel bzw. Personalmangel ausfällt. Die dann noch vorhandenen Wagen werden dann zwischen den Linien RE8/80, RE7/70 soie RE1 (Samstags bis Büchen) hin und her getauscht.

@Christian Schmidt: Das mag auf den Saisonverkehr auch zutreffen. Dieser könnte durch eine Taktverdichtung des RE85 auf einen Stundentakt mit durchbindung nach Hamburg verbessern.
Nur sehe ich im allgemeien das Linienkonzept auf dieser Strecke als kontraproduktiv an.

Die aktuelle Situtation, das Linienkonzept in jetziger Form wären Faktoren, die der vorschnelle Einführung aus meiner Sicht für nicht Sinnvoll erscheint. Bis zur Einführung der S4 (wann auch immer das nun sein mag) muss für all diese Dinge eine Lösung gefunden werden. Sonst wird das mit der Taktverdichtung auch 2022 nix.

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