Vor knapp 70 Jahren fuhr der letzte reguläre Personenzug zwischen Hamburg-Bergedorf und Geesthacht – seitdem liegt der alte Gleisanschluss der 35.000-Einwohner-Stadt am Elbufer weitgehend brach. Nur selten verirren sich mal einzelne Museumsbahnen und Güterzüge zum ehemaligen Kernkraftwerk Krümmel auf die Strecke. Das AKW war bisher der wesentliche Grund dafür, dass die Strecke überhaupt noch existiert.
Geesthacht ist somit die größte Stadt Schleswig-Holsteins ohne einen Nahverkehrsanschluss auf der Schiene. Allerdings gibt es seit einigen Jahren Diskussionen und Pläne, den Personenverkehr auf der alten Strecke zu reaktivieren. Die Lokalpolitik in Bergedorf und Geesthacht will ihn mehrheitlich und im Sommer 2016 hatte die AKN, die das Gleis betreibt, sogar schon Schnupperfahrten mit einem modernen Dieseltriebwagen angeboten, um den Menschen entlang der 14 Kilometer langen Strecke den Bahnverkehr schmackhaft zu machen.
2017 ließ Schleswig-Holstein dann eine Machbarkeitsstudie anfertigen, die allerdings erst mit drei Jahren Verspätung fertig wurde – mitten im Corona-Wirbel, was die Veröffentlichung noch einmal um fast ein weiteres Jahr verzögerte. Sowieso drängte sich der Verdacht auf, dass es Hamburg und Schleswig-Holstein bei der Sache nicht allzu eilig hatten. „Unser Eindruck war, dass die Verwaltung in Hamburg die Reaktivierung der Bahnstrecke Bergedorf – Geesthacht in den vergangenen Jahren nicht sonderlich ernst genommen hat“, erinnert sich Gerhard Boll im Gespräch mit NAHVERKEHR HAMBURG.
Boll leitet für die Grünen in Geesthacht den Stadt- und Verkehrsplanungsausschuss und setzt sich seit vielen Jahren dafür ein, dass bald wieder Nahverkehrszüge in die kleine Elbuferstadt fahren. Ein…
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