Bahnanschluss für Osdorf: Senat muss bis April Vorschläge machen

Bis Ende März muss die Wirtschaftsbehörde ihre Favoritenlösungen vorlegen, wie sie Osdorf und Lurup an das Bahnnetz anschließen will. Das hat die Bürgerschaft entschieden.

Jetzt kommt Tempo in den geplanten Schienenanschluss für Osdorf und Lurup: Nachdem sich der HVV und die Wirtschaftsbehörde anderthalb Jahre lang nicht entscheiden konnten, ob die beiden Stadtteile  (und ggf. die Volkspark-Arenen) lieber mit einer neuen S-Bahn-Strecke oder per U-Bahn angebunden werden sollen, macht die Politik nun Druck: Bis 31. März muss der rot-grüne Senat im Verkehrsausschuss der Bürgerschaft seine Vorzuglösungen präsentieren – also eine Favoritenauswahl aus insgesamt sieben möglichen Bahntrassen (siehe hier).

Das hat die Hamburgische Bürgerschaft gestern auf Antrag von SPD und Grünen entschieden.

Senat soll bis Jahresende auch Bahnanschluss für Schenefeld prüfen

Außerdem soll der Senat prüfen, ob auch die Stadt Schenefeld im Kreis Pinneberg an die neue Bahnstrecke angeschlossen werden kann. Bis Jahresende muss die Hamburger Regierung hierzu der Bürgerschaft berichten.

In der Debatte rund um den Antrag machte die SPD noch einmal deutlich, dass sie in den nächsten 20 Jahren rund 100 Kilometer neue U- und S-Bahnstrecken bauen will. Dazu gehören neben der neuen U-Bahnlinie U5, die S4 nach Bad Oldesloe und die S21 nach Kaltenkirchen. “Das ist mehr als zu Zeiten des Wiederaufbaus in den 50er Jahren”, so SPD-Verkehrsexperte Ole Thorben Buschhüter.

Der verkehrspolitische Sprecher der Grünen, Martin Bill, betonte darüber hinaus, dass es starke Pendlerströme von und nach Schenefeld gebe, die gute Gründe für einen eigenen Bahnanschluss seien.

Verkehrsausschuss soll über HVV-Nachtverkehr beraten

Ein weiteres Thema im Parlament war gestern ein möglicher durchgehender Nac…

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6 Antworten auf „Bahnanschluss für Osdorf: Senat muss bis April Vorschläge machen“

“In der Debatte rund um den Antrag machte die SPD noch einmal deutlich, dass sie in den nächsten 20 Jahren rund 100 Kilometer neue U- und S-Bahnstrecken bauen will. Dazu gehören neben der neuen U-Bahnlinie U5, die S4 nach Bad Oldesloe und die S21 nach Kaltenkirchen. „Das ist mehr als zu Zeiten des Wiederaufbaus in den 50er Jahren“, so SPD-Verkehrsexperte Ole Thorben Buschhüter.”

In der Tat passiert etwas. 100km kommt mir etwas hochgegriffen vor. Die S4 verläuft auf bestehenden Trassen und verbessert das Angebot einer bestehenden Verbindung (Bad Oldesloe – Hbf). Wie viel km wären es ohne die S4?

Also die S21 nach Kaltenkirchen sind wohl mit ca. 35km zu rechnen, aber die Strecke ist vorhanden.

Die S4 nach Bad Oldesloe hat eine Gesamtlänge von 36km, wovon aber nur 17km neu gebaut werden müssen.

Die U5 ist mit ca. 30km zu veranschlagen.

Und so schnell kommt man dann auf 100km. Tatsächlich sind es im Neubau nur 40 bis 50km.

Verstehe ich das richtig, dass die Senatsparteien SPD & Grüne erst durch die Beantragung der Bürgerschaftsfraktionen von SPD & Grüne ihre (jahrelang versäumte)Arbeit machen?
Also erst durch eine Anweisung von “sich selbst”?

Was ist bloß los in dieser Stadt?!

Und was ist eigentlich aus der Reaktivierung der Alsterlinien geworden?

Das nennt sich Gewaltenteilung. Das Parlament bestimmt nicht die Linienführung (und das ist auch gut so). Die wird in den zuständigen Behörden geprüft und festgelegt. Und natürlich kann das Parlament den Senat und die Behörden darauf festlegen, etwas schneller, später, gar nicht usw. zu machen. So ist das in unserer Demokratie verfasst.

@ Jan
Neben der U4 zur Horner Geest zählt nicht nur die U5 und die S-Bahn nach Bad Oldesloe, sondern selbstverständlich auch die Kaltenkirchener S-Bahn. Soweit so gut. Man geht nicht nur von Neutrassierungen aus, sondern zählt auch die nötigen Um- und Ausbauten auf den zukünftigen S-Bahnstrecken hinzu. Immerhin bekommt die S4 zusätzliche Stationen. “Wandsbek” wird u.a. ersetzt durch “Bovestraße” und weist dann jeweils davor und danach die Haltepunkte “Claudiusstr.” und “Holstenhofweg” auf.

@ Bicyclerpainman
Wir sind nur nicht daran gewöhnt, in diesen Kategorien zu denken. Die Regierungsmehrheit wird meist nur als Abnicktruppe wahrgenommen. Selbstverständlich hat es auch in anderen Zusammenhängen diese Art von Anträgen vielfach gegeben. Man kennt aber eher die der Opposition. Und die sog. Fraktionsdisziplin verhindert wechselnde Mehrheiten innerhalb einer Legislaturperiode. Wenn aus der Reihe der Gegner ein Vorschlag kommt, dem einer der Koalitionspartner zustimmen würde, wird er dennoch wider besserer Einsicht abgelehnt.
Zumindest ist der Vorstoß zur Schnellbahn West positiv zu bewerten.

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