Bahnhof Wandsbek: Stilllegung im Dezember war seit Monaten beschlossen

Nach dem NAHVERKEHR HAMBURG-Bericht über die geplante Stilllegung des Bahnhofs Wandsbek in sechs Wochen stellt sich die Frage, wie lange Bahn und Behörden schon davon wussten, warum die Fahrgäste nicht früher informiert wurden und wieso es keinen provisorischen Ersatz gibt.
Von Christian Hinkelmann
Der Bahnhof Wandsbek soll im Dezember geschlossen werden.
Der Bahnhof Wandsbek soll im Dezember geschlossen werden.
Foto: Christian Hinkelmann

Dass der mehr als 100 Jahre alter Regionalbahnhof Wandsbek in den kommenden Jahren geschlossen und durch zwei neue Stationen der künftigen S-Bahnlinie S4 ersetzt werden soll, ist seit langem bekannt.

Doch dass das Ende des Bahnhofs nun aber schon in sechs Wochen kommt (siehe hier), was in den vergangenen Monaten weder von der Deutsche Bahn noch vom HVV kommuniziert wurde, dürfte die betroffenen Fahrgäste kalt erwischt haben.

Das wirft Fragen auf – beispielsweise, seit wann die Bahn, der HVV und die Hamburger Verkehrsbehörde davon wussten und wieso in Wandsbek kein Ersatzhalt provisorischer geschaffen wird, bis in voraussichtlich sechs Jahren ein vergleichbarer Ersatz durch die neue S-Bahnlinie S4 da ist.

Die Deutsche Bahn, die erst am vergangenen Donnerstag mit Aushängen und Flyern begann, ihre Fahrgäste über die bevorstehende Bahnhofsschließung zu informieren, betonte auf Nachfrage, dass alle Beteiligten vorab darüber informiert worden seien. Wann genau, teilte das Unternehmen nicht mit.

Beschluss steht schon seit Monaten fest

Die Hamburger Verkehrsbehörde räumte gegenüber NAHVERKEHR HAMBURG ein, schon im vergangenem Frühjahr gewusst zu haben, dass der Bahnhof Wandsbek im Dezember außer Betrieb gehen soll. „Die konkrete Schließung zum kommenden Fahrplanwechsel war Gegenstand von Abstimmungen seit April dieses Jahres“, so Behördensprecher Dennis Heinert. „Die Schließung zum Fahrplanwechsel 12/20…

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5 Antworten auf „Bahnhof Wandsbek: Stilllegung im Dezember war seit Monaten beschlossen“

Sicherlich hätte das von der BAHN besser kommuniziert werden müssen gleichzeitig aber frage ich mich aber auch, wieviele Leute benutzen den Bahnhof Wandsbek eigentlich jeden Tag? Wenn PRO BAHN hier von bitter spricht, dann sollte man auch sehen, daß alle Untersuchungen ergeben haben, daß der Bahnhof Wandsbek weder aus baulichen Erwägungen aber auch aus wirtschaftlichen Erwägungen keine Zukunft hat. In Großbritannien gibt es übrigens für jeden Haltepunkt Zahlen über die Frequentierung.

Wenn ich nichts übersehe, ist es so aber auch bitter für Menschen, die an der RB81 wohnen und einen Job im AK Wandsbek haben oder dort jemanden besuchen oder sich behandeln lassen wollen. War es bis zu den Baumaßnahmen nur ein kleiner Hopser mit dem Bus, so wird es jetzt kompliziert. Wenn ich mich nicht irre, dann ist das AK Wandsbek auch für die Versorgung in Teilen Stormarns zuständig.
Auch das Gewerbegebiet um die Efftingestraße wird schlechter zugänglich.
Eine rechtzeitige Ankündigung hätte es doch leichter gemacht, sich um ein preiswertes Kfz zu bemühen.

Also sollen wir uns jetzt Großbritannien als großes Vorbild nehmen? Leere Regale im Supermarkt (und das nicht nur beim Klopapier), geschlossene Tankstellen usw.?

ich habe 20 Jahre in UK gelebt und bin regelmäßig in London auch im Moment: Und man soll nicht alles glauben, was man in den Deutschen Medien liest. (Es gibt Versorgungsprobleme). Im übrigen geht es hier um die Frage, ob auch in Deutschland eine konkrete Zählung möglich ist bzw. erfolgt.

Hallo liebes NAHVERKEHR HAMBURG Team,
vielleicht ist es eine Anregung für euch, folgende Möglichkeit bei den Hamburger Verantwortlichen für den S4-Bau vorzuschlagen, um temporäre Bahnsteige in Wandsbek zu ermöglichen:

1. Auf der Nordseite zwischen dem Sommergarten vom “Wirtshaus Wandsbek” und dem Baustellenlagerplatz eine Zuwegung und auf Höhe des Lagerplatzes entlang des Streckengleises Richtung Hbf einen Holzbahnsteig errichten.
2. Auf der gegenüber liegenden Südseite in dem Bereich die sowieso zu versetzenden Schallschutzwände entfernen und am gegenwärtigen Gütergleis – möglichst schon in endgültiger Lage des südlichen Gleises – ebenfalls einen Holzbahnsteig errichten, der von der Straße Seydeckreihe betreten wird.
3. Weichenverbindung vom Richtungsgleis Rahlstedt auf das und von dem Gütergleis vor und hinter dem Bahnsteig einrichten. Möglichst dieses äußere Gleis schon in die veränderte Lage verschieben, damit genügend Platz ist, um zwischen den im Fahrgastverkehr benutzen Gleisen zwei neue gebaut werden können.

Dieser Bauzustand könnte solange bleiben, bis mit Claudiusstraße ein Ersatz besteht. Und es könnten nebenbei alle weiteren Arbeiten auch an den äußeren Gleisen erledigt werden (Gleiserneuerung, Änderung der Einfädelung der dann zweigleisigen GUB-Verbindungskurve usw.). Auf dem nördlichen Gleis müsste nur vorübergehend noch eine Oberleitung installiert bleiben. Der Zugang zu den Behelfsbahnsteigen wäre durch die Fußgängerunterführung am alten Bahnhof im Zweifelsfall etwas länger als bisher, aber immer noch besser als kein Halt.

Wäre das eine Option?

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