Bahnstrecke nach Geesthacht: Land plant mit zweigleisigem Ausbau

Das sind die wichtigsten Mobilitäts-Nachrichten der Woche für Hamburg und Umland: Schleswig-Holstein will Bahnstrecke nach Geesthacht gleich zweigleisig finanzieren, RE-Züge ab Hamburg könnten bald deutlich länger werden und der HVV will Ticket-Apps überflüssig machen.
Christian Hinkelmann
Die Bahnstrecke zwischen Bergedorf und Geesthacht verläuft bisher eingleisig. (Foto: Christian Hinkelmann)
Die Bahnstrecke zwischen Bergedorf und Geesthacht verläuft bisher eingleisig. (Foto: Christian Hinkelmann)

Was war diese Woche im Hamburger Verkehrssektor wichtig? Hier fassen wir für Sie die relevantesten Nachrichten zusammen, damit Sie den Überblick behalten und Zeit sparen.

Bahnstrecke nach Geesthacht: Land plant mit zweigleisigem Ausbau

Schleswig-Holstein will aus dem Infrastruktursondervermögen des Bundes 200 Millionen Euro in bestehende und neue Bahnprojekte investieren.

Unter anderem soll die Bahnstrecke zwischen Bad Oldelsoe und Neumünster in einer ersten Baustufe für 400 Millionen Euro elektrifiziert und anteilig zweigleisig ausgebaut werden, um eine neue Regionalexpresslinie RE78 zwischen Kiel, Bad Segeberg und Hamburg einrichten zu können – als Bypass für die hochbelastete Strecke über Elmshorn. Welche Maßnahmen konkret in der Baustufe enthalten sind, konnte das Kieler Verkehrsministerium auf NAHVERKEHR HAMBURG-Nachfrage noch nicht genau sagen.

Außerdem soll mit dem zusätzlichen Geld des Bundes die erste Ausbaustufe für AKN-Expresszüge zwischen Kaltenkirchen und Neumünster finanziert werden (insg. 50 Mio. Euro). Die konkreten Infrastrukturanforderungen werden laut Ministerium derzeit untersucht.

In Elmshorn so…

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Der Kopf hinter diesem Artikel

Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

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8 Antworten auf „Bahnstrecke nach Geesthacht: Land plant mit zweigleisigem Ausbau“

Was das Land Schleswig-Holstein bzgl. des Ausbaus der Bahnstrecke nach Geesthacht plant (zweigleisig und elektrifiziert) ist das beste Programm, um eine Reaktivierung tot zu machen, zum einen weil das Geld nicht reichen wird, zum anderen, weil die angedachte Variante viel zu lange für die Erstellung benötigt. Aber das ist typisch für SLH, wo das Geld so knapp ist überhaupt die bisherigen bestellten SPNV-Leistungen auch künftig im gleichen Umfang wieder zu bestellen. Lieber kompliziert und aufwendig, auch wenn es einfacher geht. Die einfache Lösung wäre die Reaktivierung der Strecke als signalüberwachte eingleisige Überlandstraßenbahn mit Begegnungstellen an allen Unterwegshalten mit Betriebsführung nach BOStrab. Das würde die Kosten für Bahnübergänge und Bahnsteige enorm senken, eine einfache Verknpfung mit der S-Bahn in Bergedorf auf Straßenniveau sowie eine potentielle Verlängerung über Boberg und Lohbrügge bis zur U4 Haltestelle Mümmelmannsberg ermöglichen. Damit wäre eine gute Anbindung an das Hamburger Schnellbahnnetz geschaffen. Denn eine – wie vom Land geplante – Weiterführung zum Hauptbahnhof entspringt der Mantra bei NahSH, dass alle Passagiere zum ohnehin überfüllten Hauptbahnhof wollen. Dem ist aber mitnichten so. Mit der vorgestellten Straßenbahnlösung werden viele Arbeitsplätze im Osten von Hamburg einen guten Anschluss an das Schnellbahnnetz erhalten. Umsetzen ließe sich eine Reaktivierung nach BOStrab mit Standardfahrzeugen, wie sie bei anderen Straßenbahnbetrieben seit Jahren im Einsatz sind, in weniger als zwei Jahren, wenn man denn nur wollte und zu Kosten die <1 Mio. /km liegen würden. Aber in Sachen Straßenbahn herrscht in Hamburg Denkverbot, man kann nur hoffen, dass die Landespolitik in SLH nicht ganz so borniert ist.

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Ich verstehe, dass das Land sich aus politischen Gründen nicht auf die S-Bahn Hamburg konzentrieren kann. Aber ich sehe hier Prioritäten des Landes, die ich anders setzen würde.

Wo ist die Forderung nach einem separaten S-Bahn-Gleis zwischen Ahrensburg-Gartenholz und Bargteheide mit Kreuzungsbahnhof in Delingsdorf? Beim geplanten Betrieb im 20-min-Takt auf der bestehenden Fernbahn werden nicht nur die S-Bahn, sondern auch die Züge nach Lübeck unzuverlässig sein. Und die DB wird sich stark überlegen, ob sie unter diesen Bedingungen eines wilden Mischverkehrs mehr Fernverkehr zwischen Hamburg und Lübeck anbieten wird, was für das Land ebenfalls wichtig sein dürfte.

Die S-Bahn nach Elmshorn ist ebenfalls wichtig für die Pünktlichkeit. Wenn zwei zusätzliche Gleise nach Fernbahn-Spezifikation (wie vom Land gewünscht) zu aufwendig sind, um sie bald umsetzen zu können, baut doch erst einmal eine eingleisige Strecke mit Kreuzungsbahnhöfen, um zuverlässig einen 20-min-Takt nordwestlich von Pinneberg mit Langzügen anbieten zu können. Ein schrittweiser zweigleisiger Ausbau (mit den dafür notwendigen, schwierig umzusetzenden Enteignungen) für eine Vedichtung auf einen 10-min-Takt, beginnend mit Pinneberg-Tornesch, kann dann in den kommenden Jahrzehnten (das ist das Deutschland-Tempo) geschehen.

Und für die Strecke nach Geesthacht würde doch erst einmal eine kleine Lösung reichen: Doppelstock mit Diesellok, stündlich zwischen Hbf und Geesthacht oder Krümmel und mit Zwischenhalt nur in Bergedorf Süd, mit Führung von Rothenburgsort über die Hafenbrücke zum Südkopf des Hauptbahnhofs, mit Stumpfgleis nahe Gleis 10 außerhalb der Bahnhofshalle und Zugang nur über den Steintordamm. Aber nein, es wird eine Lösung geplant, die die Hürde so hoch setzt, dass kein Ausbau stattfinden wird, weil „Die Leuten sind bislang ja auch ohne die Bahn ausgekommen“. Mit einem bestehenden Verkehr werden die Umsetzungschancen deutlich höher.

Für einen RE78 über Bad Segeberg sehe ich, bis auf möglicherweise notwendige zusätzliche Kreuzungsbahnhöfe, keine Einschränkungen. Wie auch bei Krümmel kann auch hier das Modell „RE nach Cuxhaven“ herangezogen werden.

Ich würde mir vom Land eine realistischere Einschätzung der Lage bzgl. finanzieller Unterstützung und NIMBY-Widerstand wünschen.

Tja, der RE78 wird schon kommen, da zweifele ich keineswegs daran. Da wird dann eben an der RB81 gespart. Wir sind’s ja gewohnt. Wandsbek fährt dann halt eben noch etwas mehr Auto.
Eine S4 können wir uns dagegen abschminken. Die Zeichen der Zeit stehen auf „irgendwie mit Gesicht wahren auslaufen lassen“. Eines von vielen Symptomen: Der ehemalige Bahnhof Wandsbek ist schon seit über vier Jahren stillgelegt, und bisher wurden nur Bahnsteigdach und Fahrstuhl entfernt. Man hätte den Marienthalern ihren Bahnhof diese vier Jahre und ganz sicher noch das fünfte weiterhin lassen können.
Und für die „S4 West“ nach Elmshorn wäre das auch kein Problem: Da auch die Stummel-S-Bahn in die science City nicht kommen wird, wird eben die künftige Harburger S6 zur S4.

Na, dann bin ich mal auf den RE78 gespannt, und wie der sich auf die RB81 auswirkt!
Vielleicht fallen ja nun ganz offiziell die „Verstärkerzüge“ aus, weil kein Platz mehr auf der Strecke ist? Eine „gute Begründung“ hätte man ja jetzt.
In Altona kann man sich freuen. Von dort wurde ja immer so etwas, wie der RE78 gefordert.
(Apropos, von etwas anderem als der RB81 spreche ich schon gar nicht mehr.)

zweigleisiger Ausbau und Elektrifizierung nach Geesthacht? Das erscheint mir etwas überdimensioniert, es sei denn man will eine S Bahn einrichten. Unabhängig davon, daß die Nimbys ja schon bei einer Wiederaufnahme des Personenverkehrs Schnapatmung bekommen. Und was soll den eigentlich nun mit der Strecke nach Kellinghusen werden?

Die Strecke Bergedorf -Geesthacht war bis 1955 zweigleisig, das erleichtert den zweigleisigen Ausbau sehr. Ähnlich ist es ja zwischen Neumünster und Bad Oldesloe. Der Verkehr wird sicherlich S-Bahn ähnlich mit (Stand letztes Jahr) einer neuen Verbindungskurve zum Bahnhof Bergedorf geführt und umsteigen dort bahnsteiggleich Richtung Hamburg Hauptbahnhof. Später könnte es dann auch direkt nach Hamburg gehen.

das mag sein. Gibt es aber dafür einen Bedarf. Und wenn man die Trasse in Bergedorf betrachtet, die teilweise schon sehr dicht an Wohngebäuden vorbeiführt, dann wird die Nimby Community schon dafür sorgen, daß der Bau sehr verzögert wird. Andererseits und klar ist das jetzt Träumerei. Wäre U Bahn (mit Aku – das läßt sich technisch machen!!) nicht viel sinnvoller; zunächst bis Bergedorf und dann in den dreissiger Jahren weiter nach Mümmelmannsberg. (In Bergedorf müßte dann bereits ein U Bahnhof gebaut werden; die weitere Strecke nach Gestacht könnte aber eingleisig bleiben.

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