Bahnstrecke nach Uetersen steht vor dem Aus

Obwohl das Land Reaktivierungspläne hat, droht der Bahnstrecke zwischen Tornesch und Uetersen die Stilllegung. Bis wann die Entscheidung fallen soll und was das für einen möglichen zukünftigen Personenverkehr bedeutet.
Christian Hinkelmann
Bahn-Probebetrieb zwischen Uetersen und Tornesch im Februar 2020. (Foto: Christian Hinkelmann)
Bahn-Probebetrieb zwischen Uetersen und Tornesch im Februar 2020. (Foto: Christian Hinkelmann)

Es war ein kurzes, aber bemerkenswertes Intermezzo: Vor sechs Jahren, im Februar 2020, rollten für neun Tage wieder regelmäßig Personenzüge über die alte Bahntrasse zwischen Tornesch und Uetersen – 55 Jahre nach Einstellung des regulären Personenverkehrs.

Fast 10.000 Fahrgäste nutzten den Probebetrieb der privaten Bahngesellschaft NEG. Die Euphorie vor Ort war groß, die seit Jahrzehnten diskutierte Reaktivierung plötzlich greifbar.

Doch gut sechs Jahre später sieht die Realität düster aus. Statt neuer Vorortzüge droht der rund drei Kilometer langen Strecke nun das genaue Gegenteil: die offizielle Stilllegung.

Der letzte Güterkunde ist weg

Hintergrund ist eine drastische Veränderung der wirtschaftlichen Lage auf der Strecke. Ende vergangenen Jahres hat die Papierfabrik Feldmühle in Uetersen nach mehreren Insolvenzen endgü…

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Der Kopf hinter diesem Artikel

Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

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4 Antworten auf „Bahnstrecke nach Uetersen steht vor dem Aus“

Guter Artikel! Er zeigt, wie Kleingeistigkeit, Postengeschachere, Unfähigkeit strategisch zu denken, überbordende Regularien und politisches Desinteresse (trotz anderweitiger Bekundungen) dazu führt, dass sinnvolle, bezahlbare und auch schnell durchführbare (wenn man denn will) Reaktivierungsmaßnahmen von denjnigen die lauthals die Verkehrswende proklamieren, heimlich hintertrieben werden. Das Verhalten der Politik ist ein Armutszeugnis erster Güte und zeigt, wie es um eine ehrliche Verkehrpolitik im ländlichen Raum bestellt ist. Von der Glaubwürdigkeit bishriger politischer Ansagen ganz zu schweigen. Die Krönung der Aussagen ist, dass die hochgelobte ETCS-Technik eine spätere Integration der Strecke in eine neues Stellwerk nicht erlauben würde. Insgesamt einfach nur beschämend für eine Landesregierung in der die „Grünen“ Sitz und Stimme haben. Und natürlich genauso peinlich für die Politiker vor Ort, die ein Reaktivierungsprojekt hintertreiben und dann die Erweiterung der Autobahn A23 auf 6 Spuren fordern. Auch interessant das Eingestädnis, dass der zu klein geplante Bahnhof Diebsteich letztendlich auch die Reaktivierung dieser kurzen 3 km langen Strecke verhindert. Es könnten ja zu viele Leute mit der Bahn fahren wollen. Insgsamt ein Tatsachenbericht über den wahren Zustand unseres Landes!

Wir sprechen hier über Uetersen, eine Stadt mit nicht einmal 19.000 Einwohnern. Kellinghusen hat nur gut 8.000 Einwohner. Keiner würde auf die Idee kommen, diese Städte an den schienengebundenen ÖPNV anzubinden, wenn dort nicht in grauer Vorzeit mal Personenzüge gefahren wären. Dann müssten wir aber auch über Trittau diskutieren.

Nein, nein, nein, der Fokus sollte wirklich auf die Orte gelegt werden, wo es sich wirklich lohnen würde. Wie übel ist bspw. die aufstrebende, viertgrößte Stadt Schleswig-Holsteins mit über 80.000 Einwohnern ans Schienennetz angebunden? 41 Minuten mit der Hochbahn zum Hamburger Hauptbahnhof bei 21 Zwischenhalten. In dieser Zeit sind andere bereits auf Mallorca. 🙂

Ich finde die Diskussionen über Uetersen, Kellinghusen und mit Abstrichen auch über Geesthacht zeitraubend und geldverschwendend.

Das ist ein typischer Kommentar eines Bahnhassers. Wenn es an Reaktvierungen geht, sollten doch zuerst die Strecken wieder einen Bahnanschluss bekommen, wo noch nicht entwidmete Bahngleise liegen. In anderen europäischen Ländern wie Tschechien, gibt es die verfassungsmäßige Vepflichtung, dass alle Siedlungen > 20.000 Einwohner einen Bahnanschluss haben müssen. Es muss aus Kostengründen auch nicht immer ein Vollbahnanschluss sein, z.B. käme die Reaktivierung der Bahnstrecke Bergedorf – Geesthacht als Überlandstraßenbahn mit Betrieb nach BOStrab deutlich günstiger bei der Erstellung wie auch im Betrieb. – Und es wäre auch sehr zu begrüßen, wenn das Fräulein Tochter seine (unqualifizierten) Kommentare unter Klarnamen abgeben würde!

man könnte ja Beides tun wobei im Falle von Norderstedt aber auch gesagt werden muß, das es einfach keine Trasse gibt, die wirklich eine Fahrt in 20min in die Hamburger Innenstadt ermöglichen würde selbst wenn man die Güterstrecke zwischen Ochsenzoll und Ohlsdorf wieder aufbauen würde. Es gibt in Hamburg viele Stadtbereiche für die man mehr als 30min bis zum HbF braucht.

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