Vollsperrung am Morgen auf Bahnverbindung über die Elbe

Worst-Case-Szenario mitten im Corona-Lockdown. Heute Früh war die wichtige Bahnverbindung zwischen der City und Wilhelmsburg wegen eines Feuers rund anderthalb Stunden lang gesperrt. Inzwischen fahren die Bahnen wieder - die S3 aber nur im 20-Minuten-Takt.
Von Christian Hinkelmann
Menschen stehen am frühen Morgen des 21. Januar 2021 dicht gedrängt am S-Bahnhof Hammerbrook und warten offenbar auf einen Ersatzverkehr.
Menschen stehen am frühen Morgen des 21. Januar 2021 dicht gedrängt am S-Bahnhof Hammerbrook und warten offenbar auf einen Ersatzverkehr.
Foto: Dirk S.

Wer heute Früh vom südlichen Elbufer in die Hamburger Innenstadt oder umgekehrt wollte, brauchte starke Nerven. Der Bahnverkehr über die Elbe war am Morgen mehr als anderthalb Stunden lang komplett eingestellt.

Davon waren sowohl der S-Bahn-Verkehr als auch Regional- und Fernbahnen betroffen.

Heute Früh um 6.23 Uhr meldete die S-Bahn Hamburg erstmals bei Twitter die Sperrung und kündigte einen Ersatzverkehr an.

Ein Foto des NAHVERKEHR HAMBURG-Lesers Dirk S., heute Früh am S-Bahnhof Hammerbrook aufgenommen, zeigt zahlreiche Menschen, die dicht gedrängt an einer Bushaltestelle standen und offenbar auf die angekündigten Ersatzbusse warteten.

Bei Twitter haben weitere User Fotos von drangvoller Enge an den Bahnhöfen Wilhelmsburg und Harburg gepostet.

Um kurz vor 8 Uhr meldete die Deutsche Bahn dann per Twitter, dass die Sperrung zumindest auf den Fernbahngleisen wieder aufgehoben wurde.

S-Bahn fährt wieder – aber nur alle 20 Minuten

Der S-Bahn-Verkehr wurde gegen 8:20 Uhr wieder aufgenommen – allerdings nur eingleisig. Nach Angaben der S-Bahn Hamburg bei Twitter fährt die Linie S3 derzeit nur im 20-Minuten-Takt zwischen Wilhelmsburg und Hammerbrook. Der Ersatzverkehr mit Busen bleibt demnach parallel bestehen.

Die S31 fährt weiterhin nur zwischen Altona und Hseelbrook.

Grund war ein brennender Verteilerkasten

Die Ursache für die Vollsperrung war laut Hamburger Abendblatt ein brennender Verteilerkasten an der Strecke. Demnach ist das Feuer gegen 6.10 Uhr ausgebrochen und konnte inzwischen gelöscht werden.

Zuvor waren die Gründe, die verschiedenen Bahngesellschaften bei Twitter kommunizierten, unklar und unterschiedlich. Die S-Bahn sprach bei Twitter von einem Stromausfall, die Deutsche Bahn nannte einen Feuerwehreinsatz in Gleisnähe und die Metronom Eisenbahngesellschaft sprach bei Twitter von einem “Brand im Gleisbereich”.

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6 Antworten auf „Vollsperrung am Morgen auf Bahnverbindung über die Elbe“

Vorweg: Ich bin kein Corona Leugner:
Was man hier sieht, ist ein weiteres Bsp., daß die Politik mittlerweile vollkommen den Verstand verloren hat, was Maßnahmen gegen den Lockdown angeht. Da werden alle möglichen alltägliche Situationen beschränkt bzw. verboten aber wenn dann – und mit so etwas muß man im ÖPNV und bei der Hamburger S Bahn sowieso tagtäglich rechnen – einmal die S-Bahn nicht fährt, gibt es nicht einmal ein Konzept oder eine Strategie, um solche Zusammenballungen zu verhindern. Mehr und schnellerer Einsatz von Bussen kann man organisieren (Im Zweifel muß man in Corona Zeiten dann eben 50 bis 100 Busse auf Abruf bereithalten.) Der Staat gibt Mrd an Hilfen, was ja auch richtig ist aber die Maßnahmen, die er ergreift, sind verfehlt und verlängern das Martyrium nur.

Ein Verteilerkasten brennt und mehrstündiges Chaos folgt.

Ein Grund mehr pro U4 bis Wilhelmsburg oder besser gleich Harburg.

Zudem sollten S3 und S31 nur noch bis Neugraben fahren. Das wäre für den Süden Hamburgs eine große Hilfe.

Wann hat eigentlich bei der Hamburger Hochbahn zuletzt ein Verteilerkasten gebrannt? Wie lange müssen wir noch die Inkompetenz der DB ertragen und wann endlich gelangt das Hamburger Schnellbahnnetz unter eine gemeinsame Organisation?

Brennender Verteilerkasten kann, sollte aber nicht vorkommen. Mangelnde Wartung? Bei der DB nie auszuschließen. Aber dieses Störfallszenario zeigt, wie wichtig für das Hamburger Bahnnetzt eine zweite Elbquerung ist und zwar von Altona, parallel zur A7, nach Hausbruch. Dann hätte man zumindest einen Teil der Verkehre umleiten können. Redundanz hilft, und ein solcher Tunnel hätte sicher eine verkehrlich bessere Wirkung und wäre auch schneller und billiger zu errichten als der Ferlemanntunnel, der zehn Jahre lang die gesame Innenstadt in eine Großbaustelle verwandelt.

Extrem finde ich die absolute Nicht-Information. Es betrifft nun einmal fast alle Fahrgäste südlich der Norderelbe. Warum kann dann dort nicht informiert werden? Vielleich knicken dann ja einige ihren Arbeitstag, bevor sie in den Bus zur S-Bahn steigen oder nehmen gleich das Fahrrad, wobei auf der Stecke Ortskenntnis von Nöten ist.
Da die Nicht-Information anhält bleiben ja fast nur Verschwörungstheorien. Auch unklar ist, warum am frühen Abend, als ein nur 10 Minuten Takt gefahren wurde, keine Langzüge gebracht wurden. Wo sind die denn? Nicht gekauft und trotzdem verschrottet? Defekt und keine Lust zu reparieren?
Hallo! Merkt da vielleicht jemand, dass die Leute nicht zum Spaß in der Bahn sitzen? Ohne unsere arbeitsteilige Wirtschaft wird es nichts mit der Impfstoffproduktion, der Betriebsfähigkeit von Krankenhäusern und Altenheimen oder der Lebensmittelversorgung. Es ist definitiv keine Corona-Prävention jetzt den ÖPNV klein zu machen.
Wie richtiger Ersatzverkehr geht, wissen die Schweizer Bundesbahnen bzw. deren Fahrgäste. Einfach mal abgucken, wenn man es selbst nicht packt.

Oder zumindest übergangsweise eine gut getaktete Xpress-Buslinie von Neugraben nach Altona oder Eidelstedt. Im Idealfall mit eigener Busspur im Elbtunnel.

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