Bald flächendeckend WLAN in U- und S-Bahn-Stationen in Hamburg

Fahrgäste können ab dem kommenden Jahr flächendeckend an allen U- und S-Bahnhöfen in Hamburg kostenlos und durchgängig im Internet surfen – ohne mehrfache Anmeldung.
Gratis-WLAN am U-Bahnhof Borgweg in Hamburg
Gratis-WLAN am U-Bahnhof Borgweg in Hamburg

Wer mit U- und S-Bahnen in Hamburg unterwegs ist, kann ab Herbst 2019 flächendeckend an allen Stationen kostenlos im Internet surfen – und zwar durchgängig. Das bedeutet: Man muss sich in den jeweiligen Stationen nicht immer wieder neu anmelden.

Möglich wird dies durch eine gemeinsame Kooperation von Hochbahn und S-Bahn Hamburg GmbH mit dem Telekommunikationsdienstleister wilhelm.tel, der künftig in allen U- und S-Bahn-Stationen das einheitliche Netz “MobyKlick” anbietet.

Hochbahn ist schon fertig, S-Bahn hat aktuell 18 Bahnhöfe am Netz

Die Hochbahn hat inzwischen alle U-Bahn-Haltestellen und ihre gesamte Busflotte (rund 1.000 Fahrzeuge) mit WLAN-Zugängen ausgerüstet, bei der S-Bahn sind aktuell 18 Bahnhöfe “online”.

Bis zum Herbst 2019 will die S-Bahn Hamburg alle 68 Stationen mit WLAN ausgestattet haben.

“In nur 18 Monaten haben wir gemeinsam mit wilhelm.tel flächendeckend über die gesamte Busflotte und alle U-Bahn-Haltestellen hinweg einen attraktiven Service ausrollen können”, so Hochbahn-Chef Henrik Falk. “Ob für den Ticketkauf via App oder das Streamen und Downloaden von unterhaltsamen Inhalten – für Kunden bietet das Angebot einen echten Mehrwert.”

S-Bahn Hamburg-Chef Kay Uwe Arnecke betont, dass dank des durchgängigen WLAN-Angebots der Wechsel für die Kunden zwischen den Verkehrsmitteln jetzt auch online “ganz einfach” sei.

WLAN-Netz reicht für bis zu 450.000 Geräte

Die Hochbahn …

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8 Antworten auf „Bald flächendeckend WLAN in U- und S-Bahn-Stationen in Hamburg“

Schon ganz nett, aber dennoch eher 10 Jahre zu spät. Langsam kommen die Mobilfunk Anbieter ja auch Mal in der echten Welt an und stellen mehr Datenvolumen für kleines Geld bereit.

Was mich etwas stört ist aber der Name. Ja ich weiß es ist von Willi.Tel und deswegen heißt es “Mobiclick”. Aber “HVV” oder “Hamburg” wäre in meinen Augen schöner.

Was mich zudem interessieren würde: für was ist es eine Vorleistung? Der Hauptsinn wird ja nicht sein “so großzügig zu sein und WLAN zur freien Verfügung zu stellen”, sondern be-in / be-out besser zu ermöglichen oder sei es auch nur Bewegungsanalysen auf dem Bahnsteig (also ich fände dies gut, mich würde es nur Mal interessieren was man alles damit vor hat)

WLAN ist grundsätzlich zu begrüßen und für Touristen aus der nicht EU sehr sinnvoll. Als deutscher Fahrgast sehe ich den Mehrwert allerdings nicht wirklich, hier ist man leider zu spät dran. Außerdem hält man sich an den Stationen ja meist doch eher kurz auf. Alle S- und U-Bahnen (also nicht nur die Station), mit WLAN auszustatten sollte der nächste Schritt sein, allerdings sehe ich hier auch nur bedingten Mehrwert (vor allem eben für Touristen aus nicht EU Ländern).

Problematisch sehe ich auch den Namen, damit kann man nicht viel Anfangen. Einen transparenten Namen wie “HVV Free Wifi” wäre sicherlich sinnvoller.

Ja, der Name ist schon sehr unglücklich und international unüblich. Da wird wohl kaum einer der Gäste, die man ansprechen möchte, einfach so mal raufklicken und erwarten, öffentlichen WLAN-Zugang zu kriegen. “Hamburg Free Wifi” oder “Public Wifi Hamburg” wäre da eindeutiger und ist in der Art in etlichen Metropolen seit Jahren üblich.

Und sicherlich ist es für Nicht-EU-Gäste noch lukrativer. Wenn ich aber bedenke, wie schlecht häufig der mobile Datenempfang ist, hat man auch als nationaler sowie europäischer Kunde — vom Traffic ganz zu schweigen — Vorteile… unter Berücksichtigung, dass es gut und stabil läuft. In Berlin hapert es auf einigen Relationen noch, aber meistens ist die Verbindung konstant verfügbar. Im Hafen Vorreiter mit 5G und im ÖPNV ist man froh über eine weitergeleitete Mail, die aus wenigen Kilobytes besteht. Aber immerhin hat’s den Vorteil, dass weniger Menschen in der Bahn ins Telefon quasseln. “Ich rufe später zurück, bin gleich im Tunnel” hört man ja schon gelegentlich. 😉

WLAN im ÖPNV – völlig überbewertet.
Es gibt mittlerweile sehr günstige Tarife mit richtig viel Gigabyte. Der ÖPNV ist nicht dafür zuständig, dass Leute im Bus netflixen können. Dadurch wird kein einziger Fahrgast zusätzlich gewonnen und das Geld dafür sollte für sinnvollere Sachen eingesetzt werden.
Wie Marcel schon schrieb, nur interessant für Touristen aus Nicht EU Ländern.

Ein neues Smartphone für einfache Applikationen kostet neu (!) keine 100 Euro und ein kleines Datenpaket für Fahrgastinformationen kostet keinen Zehner. Das Problem ist da eher der Empfang, zumal die meisten Fahrgäste doch eh ein Smartphone. In Deutschland gbit’s (2018) fast 60 Mio. Nutzer (nicht Geräte) von Smartphones. Rechnet man jetzt schon Schietbüddel, Hochbetagte etc. raus, ist man schon ein seltener Neanderthaler. Falls man sich vor der Technik fürchtet, da sie noch nicht zum eigenen 30. Geburtstag existierte, dann kann man ja immer noch gelegentlich einen digital detox durchführen. Alternativ geht Hamburg einen Sonderweg, baut in sämtlichen Fahrzeugen und Bahnhöfen komplett neue dynamische Fahrgastinformatoinssysteme ein… und erhöht für das zusätzliche Angebot die Preise. Aber dann ist das Gebölk ja auch wieder laut. 😉

Die Diskussion zum Namen ist vollkommen überflüssig, schließlich versorgt Mobyklick nicht nur Hamburger U- und S-Bahn-Stationen, sondern auch die AKN-Stationen, Haspa-Filialen, Wilhelm.tel-Kundenbüros etc.
Die Versorgung der Stationen macht vor allem Sinn, um den Kunden die Nutzung der HVV-App zu ermöglichen, auch wenn kein Datenvolumen mehr verfügbar ist.

Welche der 18 S-Bahn Bahnhöfe hätten schon Mobyclick? Auf der Webseite der S-Bahn Hamburg ist nichts zu finden und es gab bis jetzt kein Artikel zu “MobyClick S-Bahn Hamburg”.

Kostenloses WLAN an der Haltestelle – absolut erforderlich, oder?

Szenenwechsel.
Den Kopf gesenkt, den Blick fixiert auf ein kleines, digitales, buntes Bild in der Hand, das eine schöne Welt vermittelt – oder Unsinn verbreitet. Der Unterschied ist manchmal nur sehr gering.

Fünf Meter weiter stürtzt gerade ein Fahrgast nach einem Schwächeanfall von der Bahnsteigkante. Es hat keiner hingesehen. Niemand hat es bemerkt.

10 Minuten später hört man im Zug eine Gruppe von Fahrgästen sich zurufen “Ey, guck mal auf YT. Voll krass, an der Haltestelle war ich eben.”

Schöne neue Welt!

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