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Baustart U5: Warum die Fahrgäste erst in zehn Jahren profitieren

Jetzt hat der Bau der neuen U-Bahnlinie U5 in Hamburg auch offiziell begonnen. Die Streckeneröffnung findet wohl in kleinen Etappen statt. Fahrerlose Züge sollen bis zu vier Jahre lang ohne Passagiere getestet werden. Deswegen dauert es so lange.
Christian Hinkelmann
Erste Bauarbeiten für die neue U5 im Bereich der U-Bahn-Station Sengelmannstraße. Hier wird sich in den nächsten Monaten viel ändern.
Erste Bauarbeiten für die neue U5 im Bereich der U-Bahn-Station Sengelmannstraße. Hier wird sich in den nächsten Monaten viel ändern.
Foto: NAHVERKEHR HAMBURG

Wenn in Hamburg die HVV-Busse neue Haltestellen und bevorzugt Grünlicht an einigen Ampeln bekommen – so, wie in fast jeder Kleinstadt seit Jahrzehnten üblich – wird in Hamburg daraus das “modernste Bussystem Europas” gemacht.

Wenn ein altersschwaches Busdepot abgerissen und neu gebaut werden muss, spricht man in Hamburg vom “modernsten Busbetriebshof Europas”.

Und wenn in einem umgerüsteten S-Bahn-Zug der Fahrer die Fahrt neuerdings per Knopfdruck starten kann – so, wie es beispielsweise bei der Münchner U-Bahn seit Jahrzehnten Alltag ist – werden daraus in Hamburg die “weltweit ersten automatischen S-Bahnen”.

Mit hanseatischer Zurückhaltung haben es die Mobilitäts-Verantwortlichen in Hamburg nicht so, wenn es um neue Verkehrsprojekte geht – ganz egal, wie viele vergleichbare Beispiele weltweit längst Alltags sind und wie lange solche Lösungen im Vorfeld immer wieder versprochen wurden.

Am vergangenen Freitag war mal wieder Zeit für Hamburger Superlative: Ein Jahr nach dem tatsächlichen Baubeginn für die neue U-Bahnlinie U5 im Nordosten der Stadt wurde der Baustart mit einem feierlichen ersten Spatenstich in Alsterdorf nun auch ganz offiziell gefeiert – mit Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD), Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) und Hochbahn-Chef Henrik Falk.

Die “klimafreundlichste U-Bahn der Welt” soll die U5 werden, hieß es dort. Und weil die Züge auf der U5 vollautomatisch ohne Fahrpersonal fahren werden, wurde die neue Linie obendrauf vom Bürgermeister auch noch als die “modernste U-Bahn Deutschlands” bezeichnet – auch, wenn f…

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Der Kopf hinter diesem Artikel

Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

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10 Antworten auf „Baustart U5: Warum die Fahrgäste erst in zehn Jahren profitieren“

Sehr guter und detaillierter Artikel.

Ein paar Anmerkungen zu den vorherigen Kommentaren;
– Stadtbahn vs. U-Bahn; beide Systeme haben Ihre Berechtigungen sowie Vor- und Nachteile. Ich verstehe wenn Anwohner durch den Bau einer U-Bahn genervt sein werden (das waren auch die Gründe für die meisten Widersprüche im PFV), aber wenn die U-Bahn fährt, wird man wenig davon mitbekommen. Eine Stadtbahn hat vielleicht eine kürzere “Belästigung” während des Baus, aber dafür bekommen ALLE Anwohner die tägliche Geräuschkulisse mit. Da wäre eine ganz andere Anzahl an Einsprüchen eingegangen…
– Eine 4 Jährige Probezeit klingt wirklich etwas hoch. In internationalen Projekten ist so etwas in 6 – 10 Monaten machbar, denn das eigentliche Testen muss davor ja abgeschlossen sein. In den 4 Jahren, so mein Verständnis, geht es darum das die Zulassungsbehörden dieser neuen Technik (und nein diese Technik ist NICHT mit Nürnberg oder Dockland vergleichbar) sich ansehen. Auch muss der Betreiber sein neues Konzept des Betriebes erlernen. Wie gesagt, im Ausland geht so etwas schneller.

Ich freue mich auf Eure “Begleitung” dieses Projektes und auf weiterhin kritische ABER mit transparente Berichte.

Schön geschriebener und informativer Artikel. Die Beschreibung der Denk- und Marketingweise in dieser Stadt ist einfach nur köstlich! Diese Stadt hat wirklich „neue Kleider“ an. Warum erinnert das mich immer nur an ein Märchen? ??
Lustig auch, dass offensichtlich die Protagonisten mit der Linienfarbe K…braun, pardon „Karamell“, nicht so richtig warm werden. So verschämt, wie diese präsentiert wird. (Wie gesagt, Orange wäre um Welten besser gewesen. )

Ja, und auch zur Linken ist alles gesagt, und zu dem Dogmatismus, immer wieder Stadtbahn gegen U5 auszuspielen, anstelle beides zu denken. Die Linke gefällt sich immer wieder in Rückzugsgefechten und der Verteidigung von Überholtem, und das schon seit 1989. Ich rede da aus eigener Erfahrung, war selbst eine Zeit lang dabei. Ähnlich verhält es sich ja auch mit der Haltung eines relevanten Teils der Partei zum Krieg gegen die Ukraine.

Was soll überhaupt dazu noch dieses völlig unprofessionelle „Straßen bahn“ auf dem Schild?
Vielleicht wäre es wirklich gut, im Schellfischtunnel eine alte Nostalgie-Straßenbahn aufzubauen? Das würde den Bedürfnissen derer entgegen kommen, die dem Alten nachhängen, und wäre sogar noch im passenden Stadtteil.

Ich bin auch genervt von dieser emotionalen U5-vs.-Straßenbahn-Debatte. Das Schild von Fr. Sudmann ist aus meiner Sicht peinlich und man sollte sich auf alternative Strecken konzentrieren. Leider sind auf der anderen Seite auch die Äußerungen des Bürgermeisters, was die Straßenbahn angeht, sehr fragwürdig. Ich habe den Eindruck, dass der Senat sich selbst gerne an diesem Narrativ des „Entweder-oder“ bedient, um keine qualifizierte Debatte über die Einführung einer Straßenbahn führen zu müssen. Sobald man nur die Straßenbahn erwähnt, auch als Alternative für die Stadtteile, die keine Schnellbahnanbindung erhalten werden, kommen gleich die Vorwürfe, dass man ja nur gegen die U5 sei. Das ist natürlich sehr bequem für die Regierung.

Danke für den ausführlichen Bericht; auch die distanzierte Bewertung teilweise fand ich sehr gut, auch wenn ich die nicht in allen Punkten teile:
was mich an der Ausführung der U5 „stört“ ist folgendes:
– kein Übergang am Rübenkamp – das ist ein Schildbürgerstreich!
– kein bahnsteiggleicher Übergang am Stephansplatz. (man könnte dazu den neuen U5 Bahnhof gleich auf 5 Gleise bauen und dann „später“ die U1 dort umsetzen.)
– wegen des Schildvortrieb kommt mir die U5 Ost überdimensioniert vor. Hier wäre „cut & cover“ besser mit einfacher ausgestalteten Haltestellen und sogar Zweien in Steilshoop besser gewesen (und vielleicht auch preiswerter)
– vierjährige Probezeit, das ist absurd: Docklands Light Railway in London fährt seit 40 Jahren führerlos und damals wurde gerade einmal 6 Monate getestet. Hier muß nachgebessert werden.
– Kieler Strasse zu den Arenen : wozu, die Arenen sind schon jetzt sehr gut angeschlossen an den ÖPNV. Das Geld wäre besser angelegt für den Bau der U4 Richtung Harburg bzw. Jenfeld oder auch für die U2 Richtung Lohbrügge.
Die Gesamtkosten von 7.5 bis 9 Mrd. sind über einen Zeitraum von 20 Jahren akzeptabel; Selbst wenn der Bund „nur“ 60% zugibt, dann bliebe für HH eine jährliche Belastung von 150 bis 200 Mio.
Allerdings wenn es zum Atomkrieg kommt – und die Politik tut ja im Moment viel dafür – dann ist natürlich auch die U5 (die Stadtbahn natürlich auch) – natürlich obsolet. (Wir alle allerdings auch)
Zum Thema Stadtbahn als Alternative: Dazu ist ja alles gesagt. Frau Sudmann sollte da besser andere Verkehrsthemen in Augenmerk nehmen anstatt verlorenen Schlachten hinterher zu trauen. Die U5 wird, wenn sie vollständig im Bau ist, den Business case für eine Stadtbahn (ohne Schiene bitte!!) verbessern.
Auch ist es nicht hilfreich, wenn Sie „Experten“ zu Hilfe ruft, die in Foren der AfD huldigen als einzige „verkehrskundige“ Partei in der Hamburger Bürgerschaft.
Und zum Thema Superlative: Das kann ich auch nicht mehr hören: Hamburg ist nach Einwohnerzahl die größte westeuropäische Stadt, die Nichthauptadt ist, das ist alles. Die anderen Superlative sind entweder nicht richtig (London bekommt Crossrail 2 in den nächsten 20 Jahren, zb.) oder einfach albern und zeugen von einer Hamburgerischen Überheblichkeit.

Das mit dem Schild um den Hals finde ich ehrlich gesagt etwas peinlich… Dieses Stadtbahn vs. U-Bahn ist doch Kindergarten.

Bessere Oppositionsarbeit wäre für mich: Okay wir bauen die U5 und wissen, in welchen Bereichen der Stadt eine Schnellbahn haben werden und machen jetzt in den Bereichen, wo keine Bahn vorbeikommt (Harburg, Bergdorf etc.) auch eine wirkliche Mobilitätswende, sei es mit Stadtbahn und/oder mit wirklicher Busbeschleunigung.

Sie sollten noch mal genau die Zeiträume vergleichen bevor Sie solche Aussagen treffen.
In Kiel ist der Bau der Stadtbahn noch nicht mal beschlossen.

Das war aber an diejenigen gerichtet, die fordern, jetzt die U5 abzubrechen und eine Stadtbahn zu bauen, weil es angeblich viel schneller geht. Da steht man zeitlich genauso wie Kiel dar und würde zeitlich ähnlich landen.

In Edinburgh hatten die ersten 14km 650 GBP gekostet in 2012; das Netz wird jetzt erweitert (Edinburgh hat keine U Bahn, hat aber nur
Einwohner bei einer Fläche von ). Außerdem sind kürzlich mehr als 2 Mio GBP an Schadensersatzleistungen für verunfallte Radfahrer ausgezahlt worden. Und in der Innenstadt ist die Stadtbahn ein Verkehrshindernis. (Zum Flughafen hin wird eine ehemalige Güterbahnstrecke genutzt im Wesentlichen.) Beim Thema Stadtbahn kommt es neben den Kapazitätsherausforderungen vor allem auch auf die Trassen. Eine Stadtbahn, die den Strassenraum mit Autos und Radfahren teilt, ist flüssiger als flüssig, nämlich überflüssig.

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