Bauvorbereitungen für neuen Bahnhof Altona sind gestartet

Die Verlegung des Fernbahnhofs Altona in Richtung Diebsteich ist angelaufen: Die Bauvorbereitungen haben begonnen – der Bau einer Baustellenzufahrt mitten durch Kleingärten.
Von Christian Hinkelmann
So soll der geplante Fernbahnhof Altona künftig aussehen. Links der bisherige S-Bahnhof Diebsteich
So soll der geplante Fernbahnhof Altona künftig aussehen. Links der bisherige S-Bahnhof Diebsteich
Foto: Deutsche Bahn

Offiziell sollen die Bauarbeiten für den geplanten Umzug des Fernbahnhofs Altona in Richtung Diebsteich erst im Sommer beginnen, doch die Bauvorbereitungen laufen bereits.

Seit Anfang der Woche bereitet die Deutsche Bahn die Asphaltierung einer Baustellenzufahrt vor. Sie führt mitten durch eine Kleingartensiedlung in Stellingen.

Neue Baustraße führt durch Kleingartensiedlung

Der Straßenbau soll laut eines Bahn-Informationsblatts an die Anwohner bis Mitte April dauern. Über diese Straße soll ab August zwei Jahre lang der LKW-Verkehr zur Bahnhofs-Baustelle abgewickelt werden.

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51 Antworten auf „Bauvorbereitungen für neuen Bahnhof Altona sind gestartet“

Die bisher behauptete Entlastung des Hauptbahnhofs dürfte sich realiter zumindest teilweise ins Gegenteil verkehren, da der Hamburger Westen vom Fernverkehr via Altona abgeschnitten wird und die Fahrgäste nicht den umständlichen Weg mittels Umsteigen zum Bf. Diebsteich nutzen werden.

Warum sollte der Weg umständlicher sein? Ich persönlich würde dort einsteigen, wo es für mich komfortabler und günstiger ist und günstiger bedeutet für mich auch stressfreieres umsteigen in den Fernverkehrszug. Das beinhaltet das finden eines Sitzplatzes und weniger Gedrängel.

Natürlich ist der neue Bahnhof aufgrund der alten Gleisstruktur etwas ungünstiger angebunden, aber der neue Bahnhof ist ja auch nicht am Arsch der Welt und letztendlich profitiert Altona durch den Rückbau im Zentrum und dem Wachstum im Zentrum, denn die Neubauwohnungen entstehen dort, wo bereits eine Nahverkehrsinfrastruktur vorliegt.

Da der Bahnhof am Diebsteich landet und dieser zu Altona gehört, wird Altona auch nicht vom Fernverkehr abgeschnitten.

Wenn die BI jetzt mit Beginn der Bauvorarbeiten Klage einreichen will, ist sie doch etwas zu spät dran. Die Chance auf Einwendungen gibt es doch während des Planfeststellungsverfahrens. Der Energieeinsatz der BI dürfte also Zeitverschwendung sein.

Dieses Vorhaben ist eine reine Diktatur und Dummheit!

Die Komplettkosten für dieses Vorhaben sind nicht definiert und es wurde nie geprüft, ob der Altonaer oder Diebsteicher Regional- und Fernbahnhof der leistungsstärkere ist.

In Sachen Bauangelegenheiten eines der größten Versagen der Stadt Hamburg seit sehr sehr langem.

So behandelt man sein Volk nicht. Geld und Wohnungsbau haben nicht immer Vorrang.

PS: Folgt mir gerne bei Facebook, Twitter und Instagram.

Projektleiter “Fernbahnhof Altona BLEIBT!”

“So behandelt man sein Volk nicht. Geld und Wohnungsbau haben nicht immer Vorrang.”

Stimmt. Partikularinteressen gelangweilter “Aktivisten” mit zu viel Freizeit, die sich ein Recht auf Stillstand aus nostalgischen Gründen versprechen, aber auch nicht. Wenn überall das Diktat der Nimbys gelten würde, hätten letztendlich alle ein großes Problem. Aber das ist wohl zu viel Weitsicht, wenn Diebsteich schon gefühlt am anderen Ende der Welt sein soll.

Interessant aber, dass die Fortschrittsgegner und Zukunftsfeinde (ja, Polemik können auch andere) noch nicht erkannt haben, dass sie mit ihrem Feldzug längst verloren haben. Nur spät ankommen, kompromisslos auftreten und laut rumbrüllen ist nicht das Zeug, aus dem Gesellschaft und Gemeinwohl gemacht werden. Alles sehr unsolidarisch und egoistisch.

Bei so einer Planung stellt sich auch nicht primär die “entweder a oder b”-Frage, sondern man ermittelt Bedarfe und Engpässe, erarbeitet Varianten und arbeitet sich so langsam zum wirtschaftlichsten Ergebnis vor, das selbstverständlich nicht nur verkehrs-, sondern auch stadt- und sonstige raumplanerische Belange berücksichtigen muss. Seien wir doch froh, dass das in Politik und Amtsstuben mittlerweile klappt. Versagen aus dem letzten Jahrhundert, wo genau dieser gesamtheitliche Blick fehlte, gibt’s noch genug.

Naja, also die Stadt kann jetzt schön behaupten, dass durch ihr Zutun die Mitte Altona im nächsten Jahrzehnt gebaut werden kann. Dass ist gut fürs Marketing und gut für die Regierung, weil viele wohl denken dass durch die Realisierung der Mitte irgendwie die Mietpreise sinken oder stagnieren. Die DB ist zufrieden, weil sie durch eine Verlagerung insgesamt Geld spart. Und das war’s auch schon. Mit Fortschritt hat das aus meiner Sicht nichts zu tun. Nur mit Image und Geld.

DB: “Auslastung des heutigen Bahnhofes Altona nir bei 60% deshalb bekommt der neue Bahnhof 6 Gleise.”
Also ich sehe schon heute oft genug 6, teilweise 7 belegte Gleise am jetzigen Bahnhof.
Haha und am neuen Bahnhof wird der Verkehr weniger? Kein Durchgangsverkehr auf der überlasteten Strecke HH-Elmshorn? Und wie war das mit den 2 S-Bahn Gleisen am neuen Bahnhof?
Dann bekommt der überlastete Hbf seinen kleinen Bruder 🙂

Es ist anscheinend Mode geworden, bei Entscheidungen, die einem als Bahnfan nicht passen, gleich von Diktatur zu reden. Über solche Beiträge kann ich nur noch den Kopf schütteln.

Schönen Abend noch!

Die Entscheidung finde ich nicht nur als “Bahn-Fan” schlecht, sondern vor allem auch als Fahrgast.
Der Fernverkehrsanschluss für die Altonaer Innenstadt wird “einfach mal so” aufgegeben – und stattdessen baut man einen Fernbahnhof im Nichts, direkt neben Friedhof und Industriegelände.

Wer mit dem Regionalzug nach Ottensen oder in die Altonaer Innenstadt will, muss zukünftig ebenfalls umsteigen. Das betrifft nicht nur Leute, die dort zum Shopping wollen, sondern auch zahlreiche Arbeitnehmer, die dort täglich mit der Bahn hinpendeln. Für tausende Fahrgäste bedeutet das eine direkte Verschlechterung der Fahrt – mit Umsteigezwang. Darüber wird man sich wohl noch ärgern dürfen.

Das ganze ist kein Bahnprojekt für die Fahrgäste – sondern ein reiner Immobilen-Deal, um die Bahnhofsflächen verkaufen und bebauen zu können. So ehrlich sollte man schon sein. Und nicht das ganze als großes Fahrgast-Geschenk verkaufen. Das ist es in der Realität nämlich nicht.

Umso weniger verwundert es, dass die Altonaer Aktivisten trotz eines Vorhabens mit vielen Auswirkungen und Betroffenen praktisch gar keine Unterstützung in der Zivilbevölkerung erhalten haben. Wenn einer der wenigen Prellbock-Gründer dann Phantasiezahlen in den Raum wirft, um Ängste zu schüren, dann wirkt es für den billig und gerecht Denkenden auch nicht so überzeugend, wenn als einzige Quelle die eigene Initiative genannt wird, obwohl keinerlei verkehrsplanerische Expertise vorhanden ist und man nirgends seriöse Zahlen nachlesen kann/darf/soll. Ein “Das ist so, weil wir das sagen (bzw. uns wünschen)” haut keinen vom Hocker, egal ob das eine Initiative, die Bahn, die Politik oder die Verwaltung äußert. Da sollte man überall stets kritisch mit einer Grundskepsis sein. Denn letztendlich ging’s wohl nur noch darum, dass man dagegen sein wollte bzw. will und dies postfaktisch bis ans Ende (prell-)bockig durchzieht. Eine Vorgeschichte (ein Projekt fand man doof, nun führt man den Feldzug gegen die Stadt oder Bahn) hat sowas oft zu tragen. Da kenne ich auch Zeitgenossen, die ans andere Ende der Stadt pilgern, um dort bei Bürgerveranstaltungen auf den Tisch zu hauen, weil sie nun jedes Bauvorhaben bekämpfen wollen, nachdem ihnen etwas nicht genehmigt wurde und das aus ihrer Sicht ungerecht ist.

Da sind Initiativen selbst bei kleineren Vorhaben, wo man kritisch-kooperativ statt destruktiv-fundamentaloppositionell auftritt, viel erfolgreicher, weil man auf der Basis eine Urtugend der Demokratie und Diplomatie erreichen kann: einen Konsens durch Kompromisse. Und genau so schafft man legislaturperiodenübergreifende Zustimmungen für Vorhaben, die letztendlich dem Gemeinwohl auf mehreren Ebenen dienen.

Als Hamburger sagt man das vielleicht nicht gerne, aber beim “Rivalen” 😉 Bremen läuft es besser. Der dortige Masterplan für die Verkehrsentwicklung wurde durch etliche Stakeholder entwickelt, u.a. alle Parteien mit Fraktion in der Bürgerschaft, Umwelt- und Wirtschaftsverbände, ADFC und ADAC, Träger öffentlicher Belange usw. usf. Begleitet wurde das alles durch unabhängige Planungsbüros sowie wissenschaftliche Einrichtungen. In Stein wird da natürlich nichts gemeißelt, damit Verkehrssenatoren auch Möglichkeiten haben, sich an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen und Gestaltungsspielraum für eigene Ideen zu haben, aber die Grundausrichtung wird in der Breite akzeptiert. Ergebnis ist u.a. ein gestiegener Radverkehrsanteil, von dem man in Hamburg nur träumen kann, so wie andere davon träumen, dass eine Millionenstadt, die stets von Wandel und Dynamik lebte, zu einem Museum oder Naturschutzgebiet erklärt wird, wo sich nichts mehr nach dem eigenen x-ten Geburtstag verändern darf, während man selbst nicht wahrnimmt, von Veränderungen der Vergangenheit zu profitieren.

Manchmal muss man aber auch akzeptieren, dass es keine Einigung und keine Kooperation geben kann. Menschen, Gruppen sind manchmal einfach fundamental unterschiedlicher Meinung.
Und was soll uns das Beispiel aus Bremen über Hamburg oder die Bahnhofsverlegung sagen? Dass es eine gemeinsame Lösung geben kann, wenn diese blöden Initiativen doch nur kritisch-kooperativ wären? Das könnte vielleicht in manchen Fällen wirklich sein. Nur bedarf es hierzu eine Akzeptanz und eine Vertrauensbasis zwischen allen beteiligten Akteuren. Ich glaube nicht dass dies hier gegeben ist. Insbesondere nicht von Seiten der DB.

Ich weiß nicht, ob die Initiative es akzeptieren kann. Sieht man nun die verzweifelten Klagen in alle Himmelsrichtungen, dann habe ich diesen Eindruck nicht.

Und Bremen war halt nur ein Beispiel dafür, dass jeder Akteur einen Gewinn für sich verbuchen kann, wenn er fair miteinander umgeht und sich konstruktiv einbringt. Poltert man nur herum, muss man sich nicht wundern, dass die Gegenseite am Ende 100% ihrer Pläne auch umsetzen kann. Die DB ist bei vielen Projekten in Hamburg und anderen Städten Anwohnern entgegengekommen — schon ihres Ansehens wegen. Wenn es hier offensichtlich nicht geklappt hat, kann man es mal mit Selbstkritik und -reflexion versuchen. Muss man aber natürlich nicht.

Ich glaube der Unterschied zu Bremen ist insbesondere auch der, dass es in Hamburg keinen “Masterplan” gibt und die dafür Zuständigen sich auch weigern einen aufzustellen, weil (u.a.) darin eine (Achtung pfui!) “Straßenbahn” vorkommen würde.

Achja, kleine Ergänzung. Um so “lustiger” ist es natürlich, wenn man Menschen “Dummheit”, “Diktatur” und “größtes Versagen” vorwirft, aber dann zu einer Blockade aufruft, bis es einen vermeintlich “sachlichen” und “fairen” Dialog gibt. Aber nun gut, auch egal. Die Verlagerung kommt und das ist es letztendlich, was zählt. Ich freu mich persönlich auch sehr die Entwicklung des Umfelds von Diebsteich zu beobachten. Da ist noch ordentlich Musik drin. 🙂

Hallo,
Wie soll Altona 21 eigentlich funktionieren, der jetztige Bhf Altona hat doch viel mehr Regio- und Fernbahngleise, und wenn dann auch noch die Bahnen aus Richtung Elmshorn nach HBF halten…… Es werden dann doch nicht die Bahnen aus Richtung Süden, die in Altona enden, weiter nach Norden durchgebunden??
Total blöd diese Projekte der DB, der Bhf Altona wurde doch gerade erst Hübsch gemacht und Funktioniert.

Nur mal kurz innehalten und nachdenken. Dann kommt man wahrscheinlich drauf, dass der eine ein Sackbahnhof ist und der andere ein Durchgangsbahnhof.

Der Bahnhof Altona (alt) wird ja nicht abgerissen. Rund 90% der heutigen Nutzer sind Kunden des Nahverkehrs und der bleibt bekanntlich dort. Und wie “Josef” sagte… es ist ein Durchgangsbahnhof und kein Problembahnhof.

Ich lese immer wieder “Verlegung des DB Bhf Altona”. Tatsächlich, vor Jahren wurde in Hamburg mal ein Bauernhaus von einer dänischen Baufirma mittels spezieller Technik vom alten Standort zu einem neuen Standort “verlegt” (verschoben wegen Deichsicherung). Deshalb kann ich nicht nachvollziehen, daß kein Wort darüber verloren wird, daß der Altonaer Bhf – ein Bhf buchstäblich vor der Haustür von 130.000 Einwohnern (in den Stadtteilen Ottensen, Alt-Altona, Altona-Nord und Bahrenfeld) mit vielen weiteren Vorteilen – einfach aufgegeben / beseitigt / geschlossen / stillgelegt werden soll. Wem nutzt und wem schadet eigentlich diese Aktion ‘Stilllegung Altona und Neubau Diebsteich’?

Na der Bahn. Die DB ist eine Aktiengesellschaft. AGs sind ihren Aktionären verpflichtet. Sie müssen Dividende generieren. Objekte, die keinen Profit erwirtschaften, müssen abgestoßen werden. Es gilt: Selbst ein kleinerer Gewinn ist wie ein Verlust zu bewerten. Dabei darf nicht langfristig gedacht werden, es wird immer das laufende und maximal noch das folgende Geschäftsjahr zur Bewertung betrachtet.

Echt mal. Die Aktionäre sollte der Staat man alle enteignen zum Wohle einer Bahn für die Bürger. Das kann so ja nicht weitergehen.

Was mich an der ganzen Sache wundert ist, dass die Planungen trotz Bürgerinitiative so glatt durchgegangen sind. Gab es dazu jemals ein Volksbegehren?
Da sieses Projekt den kompletten Hamburger Westen betrifft, wäre ein Volksentscheid zwischen “Wohnungsbau, dafür Bahnhofsverlegung, keine Quietschkurve mehr” und “alles bleibt so wie es ist” zumindest im Bezirk Altona sinvoll gewesen.

Vielleicht war die BI mit falschen Argumenten unterwegs und fand deswegen kaum Gehör?

Und was Volksbegehren angeht: die sind nur bedingt tauglich. Bei solch technischen Fragen halte ich sie sogar für schlicht unbrauchbar.

oh gottogott… ja man kann natürlich jede Veränderung schlecht finden, aber die Verlegung des Fernbahnhofs Altona (die S-Bahn bleibt ja wo sie ist) mit dem Irrsinn Stuttgart 21 zu vergleichen, ist wirklich Unsinn. Immerhin werden in Altona viele Flächen frei, die für den Wohnungbau genutzt werden können und außerdem 3 S-Bahnstationen in Laufnähe haben. Und natürlich kann man bei einem Durchgangbahnhof weitaus mehr Züge abwickeln als einem Kopfbahnhof! Oder warum kann wohl der Hamburger HBF mehr Reisende pro Tag verkraften als der viel größerere Münchener Hbf.

Kann alles richtig sein, FLEIG(sic!) WECH.

Nur eines nicht, liebe Hamburger:
“Laufnähe” zu einer SPNV-Haltestelle sind nicht 1000m.
Es sind verkehrplanerisch auch nicht 800m.
Nein.
Mit solchen hamburgtypischen Gewaltmarschzumutungen oder ums-verrecken-Rumpel-Stau-Buszwang-für-zwei-Haltestellen kriegt man auch keine Leute vom Auto in die Bahn.
Nein.
Und die Neue-Mitte-Altona wird mit den derzeitigen Stationslagen der S-Bahn (inkl. “bald in 10-20 Jahren Ottensen”) so gut wie keine neuen Bahnfahrer bringen.

Als “laufnah” gilt ein Erschließungsradius von 400-600m um die Haltestelle. Hinzu kommt das häufige Fehlen eines zweiten Stationszugangs.
Das Streckennetz der U- und S-Bahn ist aus Erschließungssicht ein Witz.

Hamburg hat unterirdische 38% Erschließungsleistung, während andere Städte um die 60-70% aufweisen!
Das ist einer der HAUPTGRÜNDE, warum der ÖPNV in Hamburg so bescheiden ist.

Und er wird es bleiben, ohne Prophet zu sein.

Wenn man in Statistik nicht geschlafen hat, stellt sich die Frage nach administrativen Grenzen nicht, sondern nach Wohnbebauung. Und in anderen, kleineren Städten eine langsame Rumpelbahn, die eine niedrigere Durchschnittsgeschwindigkeit als die Hamburger Metrobusse aufweist, als gleichwertig zu U- und S-Bahnen heranzuziehen, ist wirklich sehr… originell.

Oh Mann, Herr Lokstedter, Sie haben gerade auch wieder Oberwasser, meine Güte, kaum auszuhalten; im ganzen Faden teilen Sie aus, als würde die Wahrheit Ihnen gehören. Mein schon lange gehegter Verdacht, dass Sie irgendwo nahe am Senat sitzen oder zumindest von diesem dafür bezahlt werden, durch Foren zu holzen, wird durch Ihren sehr von oben herab kommenden Ton gestützt, den kennt man ja inzwischen aus dem Rathaus.

Im Weiteren: Deutschland hat bis auf Berlin nur kleinere Städte als Hamburg, daher kann man quasi nur mit kleineren Städten vergleichen. Die von “ÖPNV-Nutzer” zitierte Statistik hat die 14 größten Städte in Deutschland untersucht, und das Ergebnis war so vernichtend, wie es hier dargestellt wurde (Link zum Artikel unten*, damit Sie es nicht so schwer haben mit der Suche).

Ihre so zutiefst verhasste “Rumpelbahn” (Ihr Erzfeind, und zugleich das Trauma des Herrn Scholz, wir erinnern uns – ist diese Übereinstimmung Zufall? Ich denke, nicht.) ist heutzutage allerorten eine moderne und leistungsfähige Stadtbahn, die in den verglichenen Städten zur Zufriedenheit der Anbieter und Nutzer ihren Dienst tut… Ja, gleich klappen Sie wieder Ihr Flammenschwert auf, wie denn diese Menschen so falsch liegen können, Millionen Nutzer jeden Tag irren ganz bestimmt, Sie wissen es ja doch besser, na klar.

Ihre Zuneigung zu den Hamburger “Metro”bussen (die dürfen ein schickes Attribut haben, die “Rumpel”bahnen nicht, klar) ist ganz offenbar durch keinerlei Praxiserfahrung, sprich eigene Nutzung getrübt, sonst würden Sie die nicht ständig über den Klee loben, dazu haben Busnutzer nämlich höchst selten Anlass. Das Sie meilenweit von der Realität auf der Straße entfernt sind, kann man auch an Ihrer peinlich wirkenden Weigerung feststellen kann, den Nachteil dieser “Metro”busse, nämlich das Festhängen im Stau, anzuerkennen, stattdessen haben in Ihrer sehr schiefhängenden Sicht ja nur die “Rumpel”bahnen diesen Nachteil, wie könnte es anders sein.
Und die eigenen Trassen für Busse kann man natürlich auch für Stadtbahnen schaffen, warum nicht; OK, nicht in Ihrer Welt, da müssen ja gleich alle verhungern oder so, wenn man Gleise auf Straßenniveau verlegt, der Untergang des Abendlandes.

Herr Lokstedter: So sehr ich Gegenstimmen mag, und so bedenkenswert ich manchen Ihrer Punkte finde (nicht oft, es kommt allerdings tatsächlich manchmal vor), finde ich dennoch, dass Sie keine Zierde sind für dieses Forum und dem Forum auch wenig gut tun – wie der Senat, dessen breitbeinigen und unangenehm lauttönenden Fürsprecher Sie hier leider so adäquat geben.

Hoffnung, dass SIe sich solcher Hinweise annehmen, habe ich wenig; das ist ja bei König Olaf auch nicht zu beobachten. Immerhin schaden Sie mit Ihrem Ton und Vorgehen, die Schadenfreude gönne ich mir, Ihren eigenen Anliegen genauso, wie es unserem Stadtoberhaupt in eigener Sache auch dauernd tut (ich muss die zahlreichen Fettwannen, in denen der Herr sich suhlt, wohl nicht erwähnen).

*https://test.nahverkehrhamburg.de/greenpeace-nur-38-prozent-der-hamburger-haben-einen-bahnanschluss-7986/

Und ich sage: Bingo, lieber Anwohner!
Besser könnte ich es auch nicht zum Ausdruck bringen. 🙂

Hab ich aber nicht. War sogar ganz gut in Stochastik.

Prozente, mein nicht-lieber Lokstedter, sind Verhältniswerte:
Wo keiner wohnt, ob nun aufm Land oder in Lokstedt, kann auch keiner erschlossen werden.

Verstanden?

Und on nun ein Bauernhaus oder eine ganzer Wohnblock über 1km zur Haltestelle laufen muss ist auch egal. Ist nämlich beides schlecht, und der- oder diejenigen nehmen das Auto,

Schreib wieder, wenn du ein Argument hast.

… die Argumentation mit dem Mehr an Wohnungen stimmt nicht! Man hätte die Wohnungen, die jetzt auf den stillgelegten Gleisen entstehen sollen, genausogut in das Umfeld Diebsteich legen können.

Auch hier bitte kurz innehalten und nachdenken: am jetzigen Diebsteich gibt es einige Flächen, die man vielleicht mit Wohnraum umnutzen könnte. Aber das Gleisfeld am Bahnhof Altona ist eine zusammenhängende Fläche, was städtebaulich ein sehr großer Vorteil ist. Die Bauarbeiten finden auf einem klar abgegrenzten Gebiet statt und nicht verteilt in einem ganzen bewohnten Viertel. Und nicht zuletzt musste hier lediglich mit einem Grundbesitzer verhandelt werden. Am Diebsteich dürften das etwa 20 sein.
Hätten Sie sich etwa für die aufwendigere Option entschieden?

… was heisst hier innehalten? es gibt mittlerweile Gegenentwürfe, die zeigen, dass man durch eine andere Flächenaufteilung inkl. Tunnelung von S-Bahn-Abschnitten sogar mehr Wohnungen bauen könnte. nicht immer ist der schnellste und einfachste gedanke auch der richtige

Hinzu kommt das diese zusammenhängende Fläche bereits an einem Nahverkehrspunkt optimal angebunden ist und dort dann niemand mehr jammern muss “ach, ich muss ja 10 Minuten mit dem Bus fahren und habe keine S-Bahnstation direkt vor meiner Haustür”.

Einkaufsmöglichkeiten gibt es um dem Neubaugebiet ebenfalls, wo um dem Diebsteich mir außer Industrie nichts weiter bekannt ist.

das ist so nicht ganz richtig und nicht immer ist die erste Möglichkeit auch die beste. Man könnte den Bhf. Altona gut dort belassen und sogar mehr Wohnungen unterbringen, dazu gibt es eine Art Konzeptstudie. Aber darüber wurde gar nicht erst diskutiert, sondern Top-Down ein Konzept durchgedrückt. Die Sinnhaftigkeit eines Bahnhofs am Diebsteich erschleisst sich nicht wirklich und zu den momentanen Passagierzahlen muss ergänzt werden, dass die in den letzten jahren vor allem auch deshalb zurückgegangen sind, weil mittlerweile gar nicht mehr so viele ICs ab Altona fahren, sondern erst ab Hbf. eingesetzt werden bzw. von Süden kommend dann weiter Richtung Osten fahren.

Wenn Sie den Bahnhof in Altona belassen wollen und das als beste aller Möglichkeiten preisen, verkennen Sie, dass ein nicht ganz unwesentlicher Mitspieler, die Bahn nämlich, dadurch benachteiligt wäre.
Sie müssen schon alle Bestandteile beteiligen und zusammen bewerten. Sonst machen Sie es sich zu einfach und betrachten nur “die erste Möglichkeit”. Und das ist, sogar nach Ihren Worten, nicht immer die beste.

Als Nicht-Hamburger möchte ich anmerken, dass die Entscheidung zum Fernbahnhof Altona (seinerzeit verkündet am 1.7.2014, wohl mit Bedacht genau in den Sommerferien) eine weit über die Hansestadt hinausreichende Bedeutung hat. Die DB hat erkannt, welches Kapital in ihrem innerstädtischen Grundbesitz schlummert und verscherbelt nun die in 150 Jahren gewachsene Infrastruktur Stück um Stück. Während bei Stuttgart 21 immerhin noch ein Ersatzbahnhof an Ort und Stelle errichtet wird, geht man in Hamburg noch einen Schritt weiter, indem man die Bahn gleich ganz aus dem Zentrum Altonas verbannt. Natürlich ist die Verlegung aus betrieblichen Gründen sehr bequem. Die selben Argumente können praktischerweise demnächst dafür herhalten, wenn der Hamburger Hauptbahnhof ins Niemandsland zwischen Hamm und Billwerder verlegt wird. Ja, und wenn dann erst mal die großen Kopfbahnhöfe in Frankfurt, Leipzig und München durch Neubauten an der Peripherie ersetzt und die Areale dem Immobilienmarkt zugeführt werden, dann schwimmt die Bahn im Geld, hat aber ihren größten Wettbewerbsvorteil gegenüber Auto und Flugzeug verloren.

Der Fernbahnhof wird verlegt, nicht der gesamte Bahnhof. Da klingt Ihr Beitrag ja fast so, als würde man dieses unschöne Gebäude abreißen und dort Wohnraum für Bürger bauen. Es verschwinden nur ein paar Gleise und die Neue Mitte Altona fällt somit größer aus.

Und nur weil eine Teilverlagerung nicht nur verkehrlich und betrieblich Vorteile bringt, sondern auch stadtentwicklungspolitisch sowie wirtschaftlich, entsteht nun kein Grund dagegen, sondern ein weiterer dafür.

ganz einfach, zu Beginn der Planungen hiess es, nur die ICE-Halte würden nach Diebsteich verlegt, jetzt sollen aber alle Regional-und Fernbahngleise verschwinden, und das ist für viele RE, RB und NOB Kunden und Pendler ein großes Ärgernis

Trotzdem bleibt es bei einer Teilverlagerung.

Lokstedter differenziert zwischen dem Nahverkehr und dem Regional- und Fernverkehr, also S-Bahn und R-Bahn / Fernzüge.

Jetzt hat unser “Rumpel-Loki” schon zwei Sekundanten. 😉
Und nun frage ich mal ganz neugierig: Was ist der Unterschied zwischen Nah- und Reginalverkehr? (…kopfkratz…)

Nahverkehr ist der Verkehr innerhalb von Hamburg, welcher von der S-Bahn und U-Bahn bedient wird und Regionalverkehr ist z.B. der Verkehr, welcher mit mehr oder weniger Zwischenhalten, zwischen Hamburg und Lüneburg, bzw. Hamburg und Itzehoe z.B. stattfindet, also zwischen völlig unabhängigen Stadtverkehren.

Ja, ABER. Regionalverkehr kommt unter die Kategorie “Nahverkehr”, analog zur Kategorie “Fernverkehr”.
Regionalverkehr wird im Auftrag der Länder mit RE und RB Zügen betrieben und eine Linie ist nie länger als über 2 Bundesländer (Die RE1 Lübeck – Stettin finde ich doch schon etwas lang). Deshalb der Name Nahverkehr.

Ach so, und ich dachte immer Nah- und Regionalverkehr sind Synonyme. Dann haben wir in Tonndorf oder Rahlstedt zwar ÖPNV (wenn auch schlechten) mit der Linie 9, aber keinen ÖPNV mit der RegionalBahn 81, denn ÖPNV heißt “Öffentlicher PersonenNAHverkehr”. Und seltsamer Weise sind U- und xxx-Bahn 😉 kein SPNV (SchienenpersonenNAHverkehr), dafür aber die RB und RE der DB.

Aber egal, zur Rechtfertigung von “Bf. Hamburg-Friedhof Diebsteich dezentral” muss man schon ein paar “Pirouetten drehen”, wie ein anderer Leser geschrieben hatte.

Eigentlich kann man über die Bedeutungen streiten, da sich vieles in den letzten Jahren vom klassischen Bild geändert hat, wir haben eine S-Bahn die ganz bis nach Stade geht, irgendwann auch bis nach Ahrensburg und vielleicht auch noch später bis Itzehoe und dadurch verwässert es eine Differenzierung zusätzlich.

Die Region Hamburg und Umland wächst immer mehr zusammen und man kann inzwischen bequem von Hamburg nach Lüneburg und Stade fahren und das mit einer überschaubaren Tarifstruktur, bis auf wenige Ausnahmen, wenn z.B. ein Zuschlag und ein ABO zu tragen kommt, war jedenfalls vor einigen Jahren noch so.

In einem Kommentar wurden z.B. die Pendler erwähnt, natürlich bedeuten die Verlegung für die Pendler ein paar Veränderungen, aber auf der anderen Seite gewinnen die Pendler sogar hinzu, sie bekommen zusätzliche Verbindungen und zwar diese, die nicht über Altona laufen und sich somit sogar die Fahrzeit verkürzt, da man nicht mehr über Jungfernstieg zum Hauptbahnhof fahren muss.

Nun gut. 2 S-Bahngleise sind wahrscheinlich etwas wenig.

Aber was hier einige machen, die Anzahl der Gleise im jetzigen Bahnhof Altona zu zählen und das
dann auch die neuen 6 Gleise in Diebsteich zu übertragen finde ich ziemlich befremdlich.

Hey Nostalgiker, Hinter Altona kommt nicht gleich Dänemark. Altona ist heute nicht mehr das Ende der Welt. Habt Ihr denn die Zeit verpennt, Kopfbahnhöfe mit langen Stand- und Rangierzeiten sind einfach nur noch “out”.

Der Bahnhof ist mal wieder eine Hamburger Minimallösung.
Erreichbarkeit von Westen, deutliche Verschlechterung
Warum keine schicke Halle wie in Spandau, Südkreuz oder Ostkreuz ?
Erreichbar mit dem Bus oder Pkw ? Grausam !
Ein städtebaulicher Plan würde die ganzen Hallen und den Friedhof sofort mit plattmachen.
Dann kann man wie in Wien ein neues Stadtviertel am Bahnhof hinknallen.
Betrieblich spart die Bahn erheblich Kosten durch den Wegfall der Rangierfahrten.

Die Verlegung des Altonaer Bahnhofs ist ein Immobilien-Projekt und lässt sich verkehrlich nicht ernsthaft begründen, da können die Senats-Claqueure hier noch so viele Pirouetten drehen. Und zum Kopfbahnhof: Im Vordergrund großstädtischer Verkehrsplanung sollten schon die Bedürfnisse der Nutzer stehen und nicht die Optimierung der Betriebsabläufe der DB. Im übrigen gibt es in Deutschland und erst recht im übrigen Europa reichlich Kopfbahnhöfe, die nicht verlegt werden und die Fahrpläne auch nicht zum Einsturz bringen.

Der jetzige Altonaer Bahnhof ist ein Verkehrsknotenpunkt mit Fernbahn, Regional- und S-Bahn, Busbahnhof mit einem guten Dutzend Linien, dazu 2 Stadtradstationen, Taxistand, Carsharing-Plätze, Fahrradparkhaus und – zugegeben – wenigen Autoparkplätzen. Dieser Knotenpunkt wird nun in Diebsteich auseinandergerissen und insbesondere die Anbindung an das übrige ÖPNV-Netz deutlich verschlechtert. Das Standard-Argument der Verlegungsfans – “ist ja nur eine S-Bahn-Station weg” – trägt nicht besonders weit: jedes zusätzliche Umsteigen bedeutet durch die zusätzlichen Wege und Wartezeiten einen Zeitverlust, der eben über die reine Fahrzeit zwischen Diebsteich und Altona deutlich hinausgeht, insbesondere in den Randzeiten.

Sehr richtig ist auch der Hinweis auf die übergroßen Entfernungen zu den S-Bahn-Stationen. Die “Neue Mitte Altona” wird regelrecht in ein “Loch” im Netz hinein geplant, denn für die Nutzung kommt es ja auf die tatsächlichen Entfernungen von Haustür zu Bahnsteig und nicht irgendwelche Durchschnittswerte an und die dürften für viele Bewohner angesichts der Entfernung zu S-Altona und der ungünstigen Laufwege zu S-Holstenstraße oder gar Diebsteich mehr als einen Kilometer betragen und damit unattraktiv sein bzw. zusätzliche Verkehre auf der Straße generieren.

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