Bei Verspätungen: Neue App verspricht HVV-Ticket-Erstattung in 30 Sekunden

Wer mit dem HVV mehr als 20 Minuten zu spät ankommt, kann sich die Hälfte des Fahrpreises erstatten lassen. Doch der Antrag ist kompliziert. Eine neue App will das jetzt ändern.
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Gesperrte S-Bahnstrecke in Hamburg-Bergedorf aufgrund eines Feuerwehreinsatzes

Das dürfte alle genervten Fahrgäste freuen, die in den vergangenen Monaten beispielsweise wegen Störungen bei der S-Bahn oder beim Regionalverkehr zu spät kamen: Eine neue App verspricht allen HVV-Kunden, die mehr als 20 Minuten zu spät an ihrem Ziel ankommen, Fahrpreisrückerstattungen in wenigen Sekunden.

Basis für das neue Angebot ist die so genannte HVV-Garantie, über die der Verkehrsverbund seit einigen Jahren freiwillig die Hälfte des Fahrpreises bei größeren Verspätungen zurückzahlt. Zeitkarteninhaber bekommen pro Verspätung über 20 Minuten in der Regel pauschal 1,00 Euro erstattet. Entscheidend ist dabei die Gesamtverspätung zwischen Start- und Zielhaltestelle (siehe hier).

Antragstellung auf HVV-Garantie ist sehr kompliziert

Doch das Verfahren ist für Betroffene bisher sehr kompliziert: Fahrgäste müssen bei jeder einzelnen Verspätung innerhalb von drei Tagen einen umfangreichen Online-Fragebogen mit rund 30 Fragen ausfüllen. Nachdem der Antrag vom HVV geprüft wurde, müssen die Antragsteller einen Auszahlungsbescheid umständlich auf Papier ausdrucken und diesen Zettel zusammen mit der Fahrkarte in einer HVV-Servicestelle vorlegen. Erst dann wird das Geld in bar ausgezahlt.

Vielen HVV-Kunden ist das zu mühsam. Trotzdem hatten im vergangenen Jahr immerhin mehr als 108.000 Fahrgäste die HVV-Garantie in Anspruch genommen. Der Verbund musste rund 153.000 Euro auszahlen.

Startup aus Frankfurt will Antragstellung radikal vereinfachen

Das junge Startup LateBack aus Frankfurt will dieses Procedere jetzt deutlich vereinfachen und bietet ab sofort eine neue App an, mit der Fahrgäste auf ihrem Smartphone mit nur wenigen Klicks einen HVV-Garantieantrag stellen können (<…

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9 Antworten auf „Bei Verspätungen: Neue App verspricht HVV-Ticket-Erstattung in 30 Sekunden“

Es hätte schon viel früher vom HVV selber eine Vereinfachung der HVV Garantie kommen können. Im 1 und 3 Abschnitt, wo Fahrkarten, Namen und Adressdaten eingegeben werden, verändern sich die Daten nur ganz selten. (HVV Ticket bei Wochen, Flexi, Monat oder Jahresabo nur nach Ablauf, bzw. Jobticket nach einen Jahr). Bei der Adresse ändert sich auch nichts, außer man zieht um oder man ändert seinen Vor- oder Nachnamen aus einen Grund.
Auf der Seite vom HVV hat man schon eine Möglichkeit (Mein HVV), wo man sich ein Benutzerkonto anlegen kann, um Newsletter, Online-Shop, HVV-Card-Profi und bestimmte Favoriten Verbindungen direkt einzusehen und zu speichern. Warum hat man es immer noch nicht geschafft, dass die HVV-Garantie Antrag damit zu verbinden, um die Daten aus Fahrkartendaten und Namen und Adresse zu speichern? Man müsste sich nur anmelden und nur noch die Verbindungen, wo die Verspärung auftrat, suchen und eintragen.

Man kann nur hoffen, dass viele Kunden das dann auch intensive nutzen. Nur wenn die ausgezahlten Summen der HVV Garantie deutlich in den Millionenbereich steigen, entsteht bei den Verkehrsunternehmen bzw. der Politik vielleicht mal so etwas wie Handlungsdruck.

Was der HVV da mit seiner Geld-zurück-Garantie veranstaltet ist eine Frechheit und an Kompliziertheit nicht zu überbieten. Fragebogen mit 30 Fragen! Und wer hat denn heute noch einen Drucker bei sich zu Hause stehen.
Wenn sich die Beantragung per App nun wirklich in 30 Sekunden noch am Bahnsteig beim Warten auf die nächste Bahn erledigen lässt, werden die Anträge sowas von in die Höhe schnellen. #S21 #RB81 #S3.
Gut so, denn nur, wenn es dem HVV finanziell richtig weh tut, würde mal sowas wie Handlungsdruck entstehen. Im Moment zahlen sie das noch aus der Portokasse, bzw. Marketing-Kasse, wie man so hört.

Die HVV-Garantie sorgt bei den Servicestellen-Mitarbeitern oft für schöne Anekdoten.
Haben Sie sich gefragt, warum die Garantie im Jahr 2019 unbedingt ausgedruckt werden muss, obwohl die Servicestelle auch bloß den Barcode vom Display scannen könnte?

Die Geschichte geht so:

Die IT der HVV-Garantie läuft auf einem uralten System bei der Hochbahn. Die Servicestellen der anderen Unternehmen sind daran angeschlossen. Die Verbindung funktioniert aber immer wieder tage- bis wochenlang nicht.

Die S-Bahn musste immer wieder ziemlich wütende Leute nach 10 Minuten Warterei in den Schlangen ohne Geld wegschicken, weil die Garantie nicht abrufbar war. Der Ersatzweg sieht jetzt so aus, dass die Garantiekunden ihren ausgedruckten Zettel vorlegen und der Service bei IT-Störung auf Vertrauen auszahlt, den Zettel einbehält. Funktioniert das System wieder, muss der S-Bahn Praktikant alle Zettel nacheinander einscannen und damit als “ausgezahlt” verbuchen.

Das klingt bestens vorbereitet für den ITS-Gipfel in 2021. Wahrscheinlich ist das sogar eines der Vorzeigeprojekte 😉 Will nicht wissen, wie die anderen Systeme so aufgebaut sind. Und wie dann die ganzen neuen Systeme wie das der HVV Card oder dieses neue Check-in/Be-out-System da mit eingebunden werden. Die Mitarbeiter an der Kundenfront in der Servicestelle oder im Bus sind sowieso immer die ärmsten Würstchen und bekommen dann leider zu Unrecht den ganzen berechtigten Frust der Fahrgäste ab. Statt dass die Herren immer neue Automaten, Servicestellen oder autonome Kleinstbusse medial einweihen, wie wäre es mal wenn die Herren Geschäftsführer und die nächste Führungsebene der Verkehrsunternehmen jeweils einen Tag im Monat entweder Bus fährt, hinter dem Tresen in der Servicestelle die Kunden bedient oder Fahrscheine kontrolliert? U- und S-Bahn-fahren ohne direkten Kundenkontakt gilt nicht!

Die App taugt aber auch nichts solange vom HVV angebotene Verbindungen dort gar nicht angeboten werden. Bestes Beispiel: Jungfernstieg – Bergedorf geht nur mit 10 Minuten Aufenthalt am Berliner Tor statt 1 Minute am Hbf. So bekommt man die Verbindungen auch “pünktlich”

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