“Beschleunigte Metrobuslinie 5 ist bis 2020 ausreichend”

Die Beschleunigung der Metrobuslinie 5 und die geplanten Taktverdichtungen zwischen Grindelviertel und Innenstadt reichen bis mindestens 2020 aus, um die Fahrgastnachfrage bedienen zu können.
Christian Hinkelmann
Busbeschleunigung: Metrobus der Linie M5 auf Buspur am Dammtor in Hamburg
Ein Doppelgelenkbus (XXL-Bus) der Metrobuslinie M5 auf einer Bus-Sonderspur am Dammtor in Hamburg.

Damit rechnet der Hamburger Senat, wie aus einer Antwort an die CDU-Abgeordnete Katharina Wolff hervorgeht (Drucksache: 20/5993). Sollten die Fahrgastzahlen im nächsten Jahrzehnt weiter steigen, seien “weitere Angebotsausweitungen vorgesehen, die nach heutigem Planungsstand mit weiteren Taktverdichtungen umsetzbar sind”.

Die Metrobuslinie M5, die mit täglich rund 60.000 Fahrgästen zu den meistbelasteten Buslinien Europas zählt, wird seit Anfang Oktober beschleunigt, d.h. die Busse sollen an sämtlichen Ampeln Vorfahrt erhalten. Außerdem werden die Haltestellen Staatsbibliothek und Gärtnerstraße zurzeit umfangreich umgebaut.

Im kommenden Frühjahr soll der Umbau der Haltestellen Bezirksamt Eimsbüttel und Siemersplatz beginnen, im Herbst starten dann die Arbeiten an den Stationen Grindelhof, Eppendorfer Weg und Brunsberg.

Insgesamt veranschlagt der Senat rund 40 Millionen Euro für die Beschleunigung der Metrobuslinie M5.

Hat Sie der Artikel weitergebracht?

Der Kopf hinter diesem Artikel

Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

Auch interessant

Symbolbild: Bauarbeiten im Tunnel der Hamburger U-Bahn.

Ausblick 2022: Das verändert sich dieses Jahr bei U- und S-Bahn in Hamburg

Baugenehmigung für eine künftige S-Bahn nach Kaltenkirchen, offizieller Baustart der U5 und Tunnelbau in Horn: Beim Ausbau des U- und S-Bahn-Netzes in Hamburg stehen in diesem Jahr wichtige Entscheidungen, Baustarts und Inbetriebnahmen an. Ein Überblick, was genau passiert.

8 Antworten auf „“Beschleunigte Metrobuslinie 5 ist bis 2020 ausreichend”“

Kann man jetzt schon sagen, welche Preissteigerungen das Erdöl bis 2020 haben wird? Meiner Meinung Haupttreiber für den Umstieg auf ÖPNV. Nur behindert/reglementiert durch die Fahrpreiserhöhungen.

Ich verstehe die Logik der Verkehsplanung für die M5 auch nicht. Busse voll -> daher Beschleunigung -> Linie wird attraktiver -> weitere Fahrgäste -> Busse noch voller -> noch mehr Gründe für Stadtbahn -> Geld für Busbeschleunigung verbraucht…

Wow, da sind 40 Mio ja gut angelegtes Geld, wenn es sogar bis 2020 reicht. Jeweils 57 Mio (vier Jahre lang, Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Stadtbahn_Hamburg#Finanzierung) wären da natürlich völlig unfinanzierbar gewesen. Traurig! Da möchte ich doch Mojib Latifs (in einem etwas anderen Zusammenhang geäußerte) Forderungen an die Politik (http://www.youtube.com/watch?v=p3jzwxMndKk) zitieren: 1. Führen Sie uns nicht an der Nase herum. 2. Bedienen Sie nicht immer nur die Lobbyinteressen. 3. Denken Sie auch mal über eine Wahlperiode hinaus.

Das Geld für die Busbeschleunigung ist herausgeworfenes Geld, weil die Stadtbahn sowieso kommen muss und wird. Dann wird alles noch teurer. So etwas nennt man populistisch kurzfristig gedacht. Es ist doch klar, dass Diesel nicht zu den erneuerbaren Energien zählt und Strom irgendwie immer produziert werden kann. Leider kann man die Politiker für ihr Tun später nicht mehr zur Verantwortung ziehen. Da sind andere Stadtväter im In- und Ausland weitsichtiger und deren Erfolge lassen sich jeden Tag bewundern. Schade um Hamburg, schade um so viel Kurzsichtigkeit.

Meiner Meinung nach passiert hier sehr viel Theoretisches, das aber letztlich mit der realen Situation herzlich wenig zu tun hat. Es wird mit Zahlen jongliert was das Zeug hält, die letztlich aussagen sollen, daß die “Mission Busbeschleunigung” von Erfolg gekrönt sein wird. Wäre man grundehrlich und frei von Fremdeinflüssen in Form von politischem Machtgehabe & Co., wäre die Anzahl der Fahrgäste – 50.000 bis 60.000 – schon das absolute Killerargument gegen die Busbeschleunigung. Wirtschaftlich ist es nämlich mit Sicherheit nicht, soviel Menschen per Bus zu transportieren, geschweige denn, daß es fahrgastfreundlich oder gar attraktiv für potentielle Neukunde ist. Kurzsichtigkeit ist hier ein gutes Stichwort, denn hier wird glaube ich nur stumpf der Transport der Menschen an sich gesehen, auf welche Art & Weise dieser dann geschieht, scheint uninteressant zu sein. Keiner wagt den Gedanken, daß eine Straßen- bzw. Stadtbahn die Attraktivität einer Stadt steigert, daß sie den Fahrkomfort erhöht und schlicht und einfach das kraftvollere Verkehrsmittel ist. Nicht zuletzt wiegt auch das Argument des Umweltschutzes sehr schwer, denn eine Umwelt-Hauptstadt sollte eigentlich Interesse daran haben, möglichst sauber in vielen Bereichen zu sein. Vermißt eigentlich kein Politiker dieses typische Flair, welches eine Straßenbahn bietet? Für mein Empfinden (und das ist etwas total Menschliches, auch wenn es bei vielen wahrscheinlich unterbewußt abläuft) ist eine Straßenbahn etwas total Städtisches und trägt zum – für mein Empfinden – schönen Großstadtgefühl bei. Das ist nur ein persönlicher Geschmack, aber die ohnehin schon schöne Grindelallee würde durch eine Straßenbahn nochmals an Schönheit und Urbanität gewinnen. Das ist Kombination mit dem erhöhten Leistungsfähigkeit und der gesteigerten Sauberkeit sollte doch jeden halbwegs vernünftigen Menschen davon überzeugen können, daß eine Stadtbahn eine sinnvolle Investition für die Zukunft ist, auf der – wenn einmal angefangen – nach und nach aufgebaut werden kann. Spätestens dann, wenn’s mit den fehlerträchtigen Doppelgelenkbussen zu kriseln beginnt, führt kein Weg mehr an der Stadtbahn vorbei. Schade, daß man erst so lange wartet und Gelder mehr oder minder sinnlos verpulvert.

Ausreichend bis 2020? Wenn danach doch eine Stadtbahn kommen MUSS, dann stellt sich die Frage: Bei unseren langen Planungszeiten, einschließlich der Widerspruchsverfahren. Wann soll mit der Planung begonnen werden, damit 2021 eine Bahn fahren kann?
Werden die alten Pläne 1:1 wieder aus der Schublade geholt?
Ohne der Linie M5?

Kurzsichtig war es seinerzeit schon, die Grindelstrecke nicht zur U-Bahn auszubauen und einfach nur hinter Hagenbecks Tierpark die U2 um zwei Stationen zu verlängern. Zumindest für eine Stadtbahn ist diese Trasse überreif.
Demgegenüber hört man öfter sogar das Argument, Oberleitungen seien häßlich und verschandelteten das Stadtbild. –
Aber um diese eher populistische Sichtweise geht es nicht, vielmehr scheuen die Verantwortlichen nach wie vor die Investitionskosten für eine Schienenanbindung, zu denen sich neue Betriebskosten in Form eines weiteren Nahverkehrssystems – nämlich der Stadtbahn – gesellen, ganz zu schweigen von nur allzu teuren U-Bahn-Tunneln.

Die Busbeschleunigung ist die momentan billigste Variante, man braucht keine Schienentrasse zu verlegen, kann mit Bussen ohnehin flexibel von einer Straße zur nächsten wechseln. Und dann hat man erst einmal Ruhe an dieser Front.
Ich denke, diese Taktik wird sich eines Tages bitter rächen …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.