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Trotz Deutschlandticket, Verkehrswende und wachsender Einwohnerzahl in Hamburg haben sich im vergangenen Jahr kaum mehr Menschen entschieden, mit den U-Bahnen und Bussen der Hochbahn zu fahren.
Zwischen 2024 und 2025 ist die Zahl der Fahrgäste lediglich um 0,18 Prozent gestiegen – von 551 auf 552 Millionen. Das gab die Hochbahn am Mittwoch in ihrer Jahresbilanz-Pressekonferenz bekannt – erstmals unter dem neuen Vorstandssprecher Jens-Günter Lang.
Streng genommen ist das zwar ein neuer Passagierrekord, doch in Wirklichkeit nur eine minimale Verbesserung. Die Bevölkerung in Hamburg hat im gleichen Zeitraum doppelt so stark zugenommen. Bis 2035 strebt die Hochbahn – das ist ein neues Ziel – eine Steigerung ihrer Fahrgastzahlen um 30 Prozent an.
Die Umsätze, die bei der Hochbahn hauptsächlich aus Fahrgeldeinnahmen stammen, sind dagegen deutlicher gestiegen – um 0,9 Prozent auf 675,4 Millionen Euro im vergangenen Jahr. Doch trotz dieses Zuwachses bleibt das Defizit der Hochbahn weiter hoch: 316,2 Millionen Euro fehlten dem Unternehmen zum Ende des vergangenen Jahres, was die Stadt Hamburg ausgleichen musste. Darin sind allerdings 19,2 Millionen Euro Verlust der Tochtergesellschaft HADAG enthalten, die erstmals in die Hochbahn-Gesamtbilanz eingeflossen sind.
Spannend ist, welche Summen die Hochbahn im vergangenen Jahr investiert hat. Im Sommer 2025 hatte das Unternehmen noch prognostiziert, dass es im vergangenen Jahr eine Rekordsumme von 1,269 Milliarden Euro investieren wolle – beispielsweise für den Weiterbau der U-Bahn-Linien U4 und U5, die Elektrifizierung der Busflotte, neue U-Bahn-Fahrzeuge, Digitalisierungsprojekte, neue Busbetriebshöfe und vieles mehr.
Tatsächlich ausgegeben wurden aber nur 938,5 Millionen Euro. Das ist zwar immer noch ein Rekordwert, aber eben auch nur 74 Prozent der ursprünglich geplanten Summe. Ähnlich sah es bereits im Vorjahr aus. Damals lag der tatsächlich investierte Betrag ebenfalls bei rund 74 Prozent des eigentlichen Plans, was die Hochbahn seinerzeit mit gestreckten Zeitplänen bei der Anschaffung neuer Züge und beim teilautomatisierten Fahren erklärte.
Warum auch im vergangenen Jahr deutlich weniger Geld ausgegeben wurde als geplant, erklärt das Verkehrsunternehmen in seinem Jahresabschluss 2025 nicht.

Weniger Investitionen – auf hohem Niveau
Bemerkenswert ist, dass die Hochbahn in diesem Jahr weniger Geld investieren will als in den vergangenen beiden Jahren: Nur noch 857 Millionen Euro plant das städtische Verkehrsunternehmen laut Wirtschaftsplan 2026 ein – also rund 32 Prozent weniger als noch für 2025 geplant. Geht man davon aus, dass von dieser Planzahl in diesem Jahr ebenfalls nur rund 74 Prozent tatsächlich ausgegeben werden, würde die Investitionssumme nur noch bei rund 635 Millionen Euro liegen.
Die Stadt Hamburg muss eisern sparen – offensichtlich macht sich das auch bereits bei der Hochbahn bemerkbar. Bei welchen Projekten konkret weniger Geld investiert werden soll, verrät die Hochbahn weder in ihrem Jahresabschluss noch im Konzernbericht.
Allerdings gehört zur Wahrheit auch dazu, dass sich die aktuellen Investitionssummen noch immer weit über dem Niveau vergangener Jahre bewegen. Zwei Beispiele: 2019 investierte die Hochbahn lediglich 324 Millionen Euro, 2017 waren es sogar nur 244 Millionen Euro.
Viel Geld für neue U-Bahnen
Das meiste Geld gab die Hochbahn im vergangenen Jahr für den Kauf von 48 Zügen der neuen U-Bahn-Baureihe DT6 aus, die ab dem kommenden Jahr ausgeliefert werden sollen: 260 Millionen Euro. Direkt danach folgt der Weiterbau der U-Bahn-Linie U5 mit knapp 259 Millionen Euro. Rund 181 Millionen Euro nahm die Hochbahn für neue Busse, Ausstattungen und Betriebshöfe in die Hand. Weitere 162 Millionen Euro wurden in U-Bahn-Gleise, Streckenausrüstungen, kleinere Bauvorhaben und Fahrzeuge investiert.
In diesem Jahr will die Hochbahn laut Jahresabschlussbericht schwerpunktmäßig in den U-Bahn-Netzausbau, die Beschaffung neuer Elektrobusse und die nötige Infrastruktur investieren. In welche Bereiche wie viel Geld fließen soll, wird in dem Bericht nicht erklärt.
Insgesamt bezeichnet der Hochbahn-Vorstand die Ergebnisse im Jahresbericht als „günstig“ und verweist auf die „herausfordernde Gesamtlage“: steigende Bau- und Energiepreise aufgrund von Krisen und Kriegen, Inflation, höhere Personalkosten und dazu insgesamt weniger Fahrkarteneinnahmen wegen des Deutschlandtickets. Keine günstige Situation für Verkehrsunternehmen bundesweit.
Baugenehmigung für U4-Verlängerung im Süden steht kurz bevor
Trotzdem will die Hochbahn ihr System weiter kräftig ausbauen: Neben dem Weiterbau der U5 – die erste Tunnelbohrmaschine ist bereits bestellt – und der U4-Verlängerung in die Horner Geest, deren Eröffnung für Ende 2027 geplant ist, soll auch die Verlängerung der U4 über die Elbe zum Moldauhafen weiter vorangetrieben werden. In den kommenden Wochen erwartet die Hochbahn den Planfeststellungsbeschluss für die knapp einen Kilometer lange Strecke. Andernfalls könnten die nächsten Meilensteine in dem Projekt nicht mehr eingehalten werden, heißt es im Jahresabschlussbericht. Um Zeit zu sparen, arbeitet die Hochbahn bereits an der Ausführungsplanung und an einer entsprechenden Drucksache für die Bürgerschaft, damit der Bau dort samt Finanzierung freigegeben werden kann.
Außerdem sollen ab dem kommenden Jahr die ersten 48 Fahrzeuge der neuen U-Bahn-Baureihe DT6 ausgeliefert werden. Sie sollen lange getestet werden: Die Endabnahme ist laut Hochbahn erst für die Jahre 2029 bis Ende 2031 vorgesehen.
Ebenfalls Ende 2027 sollen der halbautomatische Betrieb auf den U-Bahn-Linien U2 und U4 starten und der Bau der neuen U3-Haltestelle an der Fuhlsbüttler Straße beginnen. Die Eröffnung ist für 2029 geplant.
Elektrobusse und Krisenvorbereitungen
Beim Busverkehr läuft die Elektrifizierung der Flotte weiter – allerdings gebremst: Im vergangenen Jahr stieg der E-Bus-Anteil an der Gesamtflotte laut Lagebericht von 30 auf 38 Prozent; bis Mai dieses Jahres kam nur ein weiterer Prozentpunkt hinzu. Bei den Dieselbussen der Hochbahn fährt inzwischen die Hälfte mit dem synthetischen Treibstoff HVO. Vor einigen Wochen hatte die Hochbahn bekannt gegeben, dass sie einen Teil der Dieselbusse langfristig behalten und sogar neue Verbrennerbusse ordern will, um für Krisen wie lange Stromausfälle, Sabotage, Starkregen oder Hitze vorbereitet zu sein. Das Thema beschränkt sich bei dem Verkehrsunternehmen nicht nur auf Busse. Laut NDR wird sogar die Nutzung von U-Bahnanlagen für den Zivilschutz geprüft. Zudem sollen Bushaltestellen und U-Bahn-Zugänge besser gegen Regenfluten geschützt werden.
Eine Entspannung zeichnet sich im Streit mit dem HVV um die geplante MAX-App ab, die die heutige HVV-Switch-App ersetzen soll. Nachdem es in den vergangenen Monaten zwischen den beiden Unternehmen hoch herging, betonte die Hochbahn bei der Präsentation ihrer Jahresbilanz, dass sie „gemeinsam“ mit dem Verkehrsverbund an der weiteren App-Strategie arbeite. Ob die App, wie bisher geplant, Anfang kommenden Jahres starten wird, lässt das Unternehmen offen.
Aktueller Stand zum autonomen Fahren
Wenig konkret sind auch die Angaben der Hochbahn zum aktuellen Stand beim autonomen Fahren mit fahrerlosen Shuttlebussen. Vor einem Jahr hatte das Verkehrsunternehmen in seiner Bilanz noch davon gesprochen, dass bis Ende dieses Jahres 20 selbstfahrende Kleinbusse von Moia und Holon in Kooperation mit der Hochbahn unterwegs sein sollen. Die Moia-Shuttles sollten seit Mitte 2025 über die HVV-Switch-App für ausgewählte Fahrgäste buchbar sein. Die Rede war von einem Gesamtsystem „zur Buchung von autonomen Shuttles im öffentlichen Verkehr“, das bis 2026 aufgebaut werden sollte.
Von alledem ist im aktuellen Jahresbericht der Hochbahn inzwischen keine Rede mehr. Das Unternehmen nennt weder eine Zahl, wie viele selbstfahrende Testbusse von Moia und Holon derzeit unterwegs sind, noch ein Datum, wann die Testfahrten für registrierte Fahrgäste beginnen sollen.
Stattdessen hat das Unternehmen im vergangenen Jahr ein neues Projekt zum autonomen Linienverkehr mit dem Namen „3plus3“ aufgelegt, in dem fahrerlose Busse im Linienbetrieb erprobt werden sollen. „Das Projekt 3plus3 wird 2026 mit konkreten Maßnahmen vorbereitet“, heißt es etwas unkonkret im Lagebericht.
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