Bilanz: Umbau der Osterstraße hat Unfallzahlen halbiert

Der umstrittene Umbau der Osterstraße in Hamburg-Eimsbüttel hat die Unfallzahlen halbiert, macht Fußgänger zufriedener und hat keine Parkplatznot ausgelöst. Das geht aus einer Evaluation hervor.
Christian Hinkelmann
Modern geführter Bus-, Auto-, Rad- und Fußgängerverkehr in der Osterstraße in Hamburg
Modern geführter Bus-, Auto-, Rad- und Fußgängerverkehr in der Osterstraße in Hamburg

Parkplatzvernichtung, Autofahrer-Schikane und lebensgefährlich: Der acht Millionen Euro teure Umbau der Osterstraße im Herzen von Eimsbüttel hatte vor zwei Jahren für eine emotionale Debatte und viele Ängste gesorgt. Jetzt gibt es erstmals objektive Zahlen, die die Frage beantworten sollen, ob sich der Umbau gelohnt hat – hin zu breiteren Fußwegen, der Verlagerung des Radverkehrs auf die Fahrbahn und eine Halbierung der Parkplätze.

Gestern Abend wurden im Mobilitätsausschuss der Bezirksversammlung Eimsbüttel die Ergebnisse einer großen Evaluation präsentiert, für die der Bezirk im vergangenen Sommer Passanten, Anwohner und Händler befragt, den Verkehr gezählt und Unfallstatistiken ausgewertet hat. Das Hamburger Abendblatt hat zuerst darüber berichtet.

Die wichtigste Antwort zuerst: Die Osterstraße ist durch den Umbau sicherer geworden. Laut Polizei gab es vor dem Umbau im Jahr 2015 noch 117 Unfälle in der Einkaufsstraße, nach dem Umbau im Jahr 2018 waren es nur noch 60. Die Zahl der Fahrradunfäll…

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Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

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5 Antworten auf „Bilanz: Umbau der Osterstraße hat Unfallzahlen halbiert“

Radfahren mit Kindern unter 8 ist jetzt praktisch ausgeschlossen. Weder Radweg noch Bürgersteig ist geeignet! Vorher könnte man auf dem Bürgersteig fahren und ab und zu mal auf dem Radweg ausweichen.

Das verstehe ich nicht: Mit Kindern unter 8 muss man immer und überall auf dem Gehweg fahren. Inzwischen dürfen das sogar die Begleitpersonen. Und auf dem Gehweg ist doch jetzt deutlich mehr Platz, also ist das doch besser geworden gegenüber früher.

Ach so, dass die Regelung mit den Kindern aktuell unsinnig ist, finde ich auch. Das muss mir keine:r schrieben. Früher war sie allerdings noch unsinniger.

Die sog. Schutzstreifen sind in meinen Augen eine Fehlplanung. Man will die Radfahrer zwar vom noch unsicheren Hochbordradweg auf die Fahrbahn bringen, hat aber viele Fehler mit eingeplant:

1) Die Radstreifen sind in der Regel zu schmal, einen vor einem fahrenden langsameren Radfahrer zu überholen (kommt selten vor, aber ab und zu schon) geht ohne Ausweichen auf die Fahrbahn nicht und ist bei durchgezogener Linie (wie z.B. in der Mengestr.) auch nicht erlaubt.
2) Oft sind rechts vom Radstreifen Parkplätze, Dooring droht stärker als auf dem Hochbordradweg.
3) Da die Streifen durch eine breitere Linie von der Fahrbahn abgegrenzt sind wird man deutlich enger überholt, als wenn man gleich auf der Fahrbahn fährt.
4) Und wenn man dann trotzdem die Fahrbahn statt des Schutzstreifens benutzt wird man angehupt.

Kleine Anekdote am Rande: Vorgestern lief ein nagelneuer 490er ein, er roch innen noch nach frischer Farbe und sah aus wie aus dem Ei gepellt. Wegen einer Türstörung konnte er aber nicht sofort weiterfahren 😉

Die Situation in Bild 4 (mehrere Autos mit dem Heck im Radstreifen) scheint wirklich inakzeptabel gefährlich zu sein. So kann man als Radfahrer eigentlich nur mitten auf der Auto-Fahrbahn sicher fahren. Der Radstreifen müsste wesentlich breiter sein oder dürfte nicht so nah an den Parkplätzen liegen.

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