Bombenentschärfung: Luft-Belastung an der Stresemannstraße geht deutlich nach unten

Während der Bombenentschärfung gestern in der Schanze und den damit verbundenen Straßensperrungen ist die Luftbelastung in der Stresemannstraße deutlich gesunken.
Von Christian Hinkelmann
Ein PKW vor einer Luftmessstationen in der Stresemannstraße in Hamburg
Ein PKW vor einer Luftmessstationen in der Stresemannstraße in Hamburg

Welch großen Effekt der Autoverkehr auf die Luftverschmutzung an Hamburgs Straßen hat, ist gestern Nachmittag während der Bombenentschärfung im Schanzenviertel deutlich geworden.

Während der Vollsperrung der Stresemannstraße zwischen ca. 14 und ca. 17 Uhr ist die Belastung mit dem giftigen Stickstoffdioxid, das vor allem von Dieselmotoren ausgestoßen wird, deutlich gesunken.

Das geht aus den Werten der Luftmessstation in der Stresemannstraße hervor, die die Stadt Hamburg im Stundentakt im Internet veröffentlicht.

Stickstoffdioxid-Wert sinkt bei Vollsperrung auf Nacht-Niveau

Demnach ist die Stickstoffdioxid-Konzentration gestern früh um 8 Uhr zunächst auf einen Wert von Mikrogramm pro Kubikmeter gestiegen, sank dann aber – anders als beispielsweise am Vortag – wieder ab.

Bei Beginn der Vollsperrung lag der Stickstoffdioxid-Wert mit 42 Mikrogramm pro Kubikmeter knapp über dem EU-Grenzwert von 40 µg/m³ und fiel direkt danach drastisch ab – bis auf 27 Mikrogramm …

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16 Antworten auf „Bombenentschärfung: Luft-Belastung an der Stresemannstraße geht deutlich nach unten“

Es tut mir leid, aber ich erkenne nur anhand dieser Grafik keine deutliche Verbesserung. Warum sinkt der Wert nach 8 Uhr wieder ab, wenn die Sperrung erst um 14 Uhr erfolgte? Am Montag sinkt der Wert zwischen 13 und 15 Uhr um 14. Am Dienstag sinkt der Wert im gleichen Zeitraum um 15. Warum ist der Wert am Dienstag um 18 Uhr wieder in der Nähe des Vortages, danach aber um einiges niedriger als am Vortag.

Mir ist klar, dass ohne Verkehr der Werte besser sein müssten, aber aus der Grafik erkennt man meiner Meinung nicht, dass die Straße von 14-17 Uhr gesperrt war. Zeigen Sie die Grafik mal bitte jemanden der nicht weiß wann die Straße gesperrt wurde und fragen ihn wann seiner Meinung nach es zu einer Straßensperrung lt. Grafik gekommen sein könnte. Ich glaube die wenigsten sagen zwischen 14 und 17 Uhr…

Stimme vollständig zu. Ohne Vergleichsgraphiken für normale Tage ohne Sperrung ist keine Aussagekraft gegeben. Es ist ja auch kein Zufall, dass die Sperrung in den Nachmittag gelegt wurde, wenn der Feierabendverkehr noch nicht stark ist. Möglicherweise ist an jedem Nachmittag dieses Nebenverkehrsloch zu sehen.

Genau deswegen erfasst die Grafik ja nicht nur den Tag der Sperrung (Di. 13.11.), sondern als Referenz auch den Montag davor (12.11.), um einen Direktvergleich herzustellen.
Ergebnis: Am Montag lag die Belastung bei 46 Mikrogramm pro Kubikmeter, am Dienstag (während der Sperrung) bei 27.

Die Intention habe ich verstanden, nur bin ich mit der Auswahl des Referenztages unglücklich. Denn dass die Werte schon einige Stunden zuvor deutlich geringer waren, kann an der abschreckenden Wirkung der noch folgenden Bombenentschärfung liegen (z. B. verstärkte ÖPNV-Nutzung, aber auch Verzicht/Verschieben von Einkäufen etc. denkbar). Es können aber auch das Wetter oder ein generell geringerer Verkehr an Dienstagen gegenüber Montagen ursächlich sein. Alleine mit der gezeigten Darstellung kann keine seriöse Aussage über den Kausalzusammenhang getroffen werden. Dass das viele Vereine und Politiker trotzdem machen, ist bedauerlich.

Viel sinnvoller wäre es, wenn ein Dienstag mit einem Dienstag verglichen würde. Da das Verkehrsaufkommen sich montags von dem am Dienstag unterscheidet (weswegen möglicherweise der Montag auch massiv höhere NOx-Werte hat) und außerdem keine sonstigen Rahmenbedingungen (Wetter… Temperaturunterschiede, Luftdruck, Wind u.ä.) bekannt sind und halt immer am Nachmittag dieses “Loch” auftritt, ist der Vergleich von zwei willkürlich ausgewählten Werten nicht zulässig sondern fällt unter “Lügen mit Zahlen”. Leider.

Gute Idee. Die dafür nötigen Daten finden Sie frei verfügbar im Internet. Posten Sie ihre Ergebnisse sehr gern hier.

Das ist aber kein Ergebnis, was man nun als Beweis nehmen könnte. Hier kommt es auch darauf an, was Nebeneffekte als Ursache sein könnten und wie die Windrichtung gewesen ist. Dazu wurde von Wissenschaftlern schon einiges dazu gesagt, das dieses wenn, nur längere Aufzeichnungen erklären könnten und, wie auch die Wetterverhältnisse (Windstärke, Richtung, Regen) gewesen waren. Das wird ja langsam eine Fake-News Seite hier. Sicher werden die Werte runtergegangen sein, aber nehmen Sie sich auch mal andere Tage vor, das ist ohne weiteres möglich und um die Uhrzeit sind die zwar wirklich niedriger als sonst, aber es gibt auch Tage, wo man nur etwas oberhalb um dieser Uhrzeit liegt. Die eigenen Berichte, sind hier einfach nur grausam geworden.

“Fake News” würde ja voraussetzen, dass die aufgezeigten Messergebnisse der Messstation frei erfunden wären. Damit müssten Sie dann eher die Stadt Hamburg konfrontieren 😉
Die Messerwerte der Station in der Stresemmannstraße sind frei im Internet verfügbar und für eigene Langzeitvergleiche nutzbar. Posten Sie die Erkenntnisse gerne hier. Wäre sicher für alle interessierten Leser spannend.

Fake News ist so etwas wie die Überschrift hier. Einen Tag als Vergleich zu nehmen, sagt gar nichts aus. Eigentlich müsste doch der Wert noch weiter drunter liegen gegenüber der Nachtzeit, da ja kein Verkehr vorhanden war. Das zeigt doch eigentlich nur, das die Werte eh schon hoch sind, selbst wenn kein Verkehr da ist, das ist noch viel interessanter. Die Frage ist doch eher, was will man mit so einer Überschrift und mit den aus der Vergangenheit erreichen? Man liegt hier bei den eigenen Beiträgen schon viel daneben, aber es ist doch überhaupt kein Wunder, das die Werte bei einer kompletten Sperrung fallen. Die Frage ist doch eher, was kann man dagegen tun, oder ist die Aussage von einigen Wissenschaftler vielleicht doch richtig, das wegen Feinstaub bisher noch keiner gestorben ist. Das selbst das Rauchen für jemanden gefährlicher ist.

Keine Überraschung. Schon 2004 hatte eine Analyse ergeben, daß 50 bis 60% der NO2-Belastung an den Verkehrsmeßstellen vom Straßenverkehr herrührt (Luftreinhalteplan HH vom Oktober 2004, S. 28 und Abb. 20). Da die Belastung seither nicht stark zurückgegangen ist, verwundert der weiterhin hohe Anteil des Verkehrs nicht. Das ist einfach eine Folge des Abgasskandals. Die Autos sind nur wenig besser geworden. Und das wenige wurde vom Dieselboom aufgefressen. Schon vor 30 Jahren haben Experten den Dieselmotor als Problem für die städtische Luft erkannt. Aber genützt hat das wenig.

Jeder liest Grafiken so, wie er es braucht. Daher möchte ich mal eine weitere (auch nicht aussagekräftige) Version hinzufügen:
Am Montag sank der Messwert von 13:00 Uhr bis 16 Uhr um 21 Punkte. Am Dienstag sank der Messwert im gleichen Zeitraum um 6 Punkte. Selbst gegenüber dem Maximum im Breich um 14 Uhr sank der Messwert nur um 14 Punkte, also nur 2/3 des Vortages.
Ich behaupte nun (aufgrund mangelnden Interesses an weiteren Messwerten), dass dies auch eine Schwankung aufgrund anderer Umstände wie Windrichtung, Regen, Wetter, usw. gewesen sein kann und nicht allein(!) auf die Sperrung zurückzuführen ist. Und wer ehrlich ist, kann mir genausowenig das Gegenteil beweisen, wie ich meine Aussage beweisen kann.
Daher handelt es sich hier mehr um eine nett gemeinte Nebelkerze *denk*

Hier sollte ja sicher auch kein wissenschaftlicher Artikel geschrieben werden, der zweifelsfrei erkennen lässt, dass der Verkehr eine Hauptbelastung durch Stickoxide ist. Das es so ist wissen wir alle.

Ich finde es eine sehr nette Anekdote anhand dieser zufälligen Straßensperrung auf ganz einfach Art und Weise die entsprechenden Auswirkungen ablesen zu können. Und ich denke, trotz aller Schwankungen kann jeder das Ergebnis erkennen.

Deswegen sagen ich Danke für den Artikel.

Hey, ich habe eine super Idee, um das Ganze gescheit zu validieren, sperren wir die Straße für, sagen wir mal, eine Woche. Dann schauen wir uns die Grafik nochmal an;) Oder wir führen endlich Umweltzonen in ganz Hamburg ein und schauen dann mal ob sich was tut. Und zusätzlich versuchen wir es mal mit mehr Radverkehr und Öffentlichen.

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