
Der Fernbahnhof Altona kann vom heutigen Standort zum heutigen S-Bahnhof Diebsteich umziehen. Anderthalb Jahre nach einem gerichtlich verhängten Baustopp (siehe hier) haben sich der klagende Verkehrsclub Deutschland, die Stadt Hamburg und die Deutsche Bahn auf einen Kompromiss geeinigt. Der Weg dahin führte über neun gemeinsame Sitzungen, die Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) geleitet hatte (siehe hier).
„Alle wollen das System Schiene voranbringen. Ein jahrelanger Rechtsstreit mit ungewissem Ausgang hätte den Fahrgästen und der Verkehrswende in unserer Stadt geschadet. Auf Basis vieler guter Vorschläge aller Verhandlungsteilnehmer haben sich alle deutlich bewegt“, so Dressel nach der Einigung.
Auch der Vorsitzende des VCD Nord, Rainer Schneider, sieht den Kompromiss positiv: „Mit der Verlegung des Fern- und Regionalbahnhofs Altona sind Vor- und Nachteile verbunden. Unser Ziel war und ist es, möglichst viel für Fahrgäste und das System Schiene herauszuholen. Der erzielte Kompromiss bringt unter dem Strich erhebliche Vorteile.“
C.F. MöllerSiegerentwurf für den neuen Fernbahnhof Hamburg-Altona vom dänischen Architekturbüro C.F. Möller
Neuer Bahnhof Altona soll 2027 eröffnet werden
Noch in diesem Jahr will die Deutsche Bahn mit dem Bau des neuen Bahnhofs beginnen. Die Eröffnung ist für das Jahr 2027 geplant – vier Jahre später als bisher angepeilt.
Und so sieht der Kompromiss aus: Der neue Fernbahnhof Altona am Diebsteich soll mehr Kapazitäten bekommen und somit leistungsfähiger werden als bisher geplant. Dazu sollen zusätzliche Gleise und Weichenverbindungen eingebaut werden, um bis zu 31 Züge pro Stunde abfertigen zu können. Die Zahl der sechs Bahnsteiggleise für den Fern- und Regionalverkehr soll aber erst einmal nicht erhöht werden. Die Zahl der Fahrgäste soll im Vergleich zum derzeitigen Fernbahnhof Altona perspektivisch um 50 Prozent steigen.
Außerdem soll der neue Fernbahnhof, der in einem ruhigen Wohn- und Gewerbegebiet stehen wird, besser an den HVV-Busverkehr angebunden werden als bisher geplant. Zudem soll es dort mehr Fahrradstellplätze geben.
Deutsche BahnSo soll der geplante Fernbahnhof Altona künftig aussehen. Links der bisherige S-Bahnhof Diebsteich
S4-West nach Elmshorn soll ab 2027 gebaut werden
Der VCD hat der Bahn und der Stadt Hamburg allerdings auch noch weitere Zugeständnisse abgerungen, die nicht direkt mit dem neuen Fernbahnhof Altona zu tun haben: So soll am alten Bahnhof Altona, an dem die S-Bahn-Station verleiben wird, der Busbahnhof erneuert und so umgebaut werden, dass sich die Wege zur S-Bahn verbessern. Direkt nach Eröffnung des neuen Fernbahnhofs am Diebsteich soll außerdem mit dem Bau der lang geplanten S-Bahnlinie S4-West Richtung Elmshorn begonnen werden. Zudem soll die Bahn bis Mitte 2021 prüfen, ob ein Regionalverkehr auf der Güterumgehungsbahn über Barmbek möglich ist. Und: Zwischen den S-Bahnhöfen Altona und Holstenstraße soll ein neuer S-Bahnhof im Wohngebiet „Neue Mitte Altona“ geprüft werden.
Der künftige Nebeneingang zum neuen Fernbahnhof Altona (Nord) am Diebsteich. Derzeit wirkt die Ecke wenig einladend
Unterirdischer S-Bahnhof am Diebsteich?
Langfristig sind die Pläne für den neuen Bahnhof Altona sogar noch größer: Perspektivisch soll nämlich die Zahl der Bahnsteiggleise für den Fern- und Regionalverkehr von sechs auf acht ausgebaut werden können. Dazu soll der zweigleisige S-Bahnsteig im neuen Fernbahnhof Altona perspektivisch unter die Erde verlegt und viergleisig ausgebaut werden können. Anstelle des oberirdischen S-Bahnsteigs würde dann dort ein weiterer Fernbahnsteig mit zwei Gleisen entstehen.
Im unterirdischen S-Bahn-Halt am neuen Fernbahnhof Altona sollen dann nicht nur die Linien nach Pinneberg und künftig auch Kaltenkirchen (S21) und Elmshorn (S4-West) halten, sondern möglicherweise auch die seit Jahrzehnten vom Senat versprochene Schnellbahn nach Osdorf und Lurup, die so genannte S32.
Am S-Bahnhof Diebsteich wurde das zukünftige Baufeld bereits gerodet
Bremst der neue Fernbahnhof die geplante S32 aus?
Und genau hier befindet sich der große Haken: Bisher sollte die S32 eigentlich gar nicht über den neuen Fernbahnhof Altona Richtung Osdorf geführt werden, sondern einige Hundert Meter weiter südlich an der Holstenstraße aus dem bisherigen S-Bahn-Netz ausfädeln und über die Stresemannstraße unterirdisch nach Bahrenfeld führen (siehe hier). Diese Streckenführung hatte der rot-grüne Senat im vergangenen Sommer endgültig festgelegt, nachdem er zuvor fünf Jahre lang in einem aufwändigen Verfahren mehrere verschiedene Trassen prüfen ließ (siehe hier). Erst Mitte der 2030er Jahre soll Baubeginn sein – deutlich später als im rot-grünen Koalitionsvertrag zugesichert, in dem von einem gleichzeitigen Baubeginn der Schnellbahnen nach Osdorf im Westen und Bramfeld im Osten die Rede ist. Die Bauarbeiten für die U5 nach Bramfeld sollen im kommenden Jahr starten (siehe hier).
S-Bahn im Bahnhof Diebsteich in Hamburg
S32 muss wohl umgeplant werden
Laut Bahn soll nun noch einmal neu untersucht werden, ob die S32 nicht doch über den neuen Fernbahnhof Altona geführt werden kann. Damit wäre nicht nur viel Geld umsonst in die bisherige Planung investiert worden, sondern der Strecke drohen weitere Verzögerungen.
Weitere Umplanungen an der S32 zeichnen sich zudem auch durch die erst vor zwei Monaten bekannt gewordene Idee des Bundesverkehrsministeriums ab, den kompletten S-Bahnverkehr zwischen Hautbahnhof, Dammtor und Altona in einen neuen Tunnel unter die Erde zu verlegen, um an der Oberfläche Platz für zusätzliche Fern- und Regionalbahngleise zu schaffen (siehe hier).
Noch weiß niemand, ob dieser Tunnel jemals gebaut wird – aber wenn er kommt, soll er laut Bahn nun ebenfalls über den neuen Fernbahnhof Altona gelegt werden – inklusive der geplanten S32.
Damit wird ein grundsätzliches Dilemma in der Hamburger Verkehrsplanung deutlich: Ständig kommen bei den ohnehin schon ambitionierten aktuellen Bahnprojekten neue und größere Ideen hinzu, die die Planer immer wieder dazu zwingen, umzuplanen und Baustarts zu verschieben. Quasi: Stillstand durch Über-Ehrgeiz. Ähnliches lässt sich derzeit auch am Hamburger Hauptbahnhof beobachten, wo immer neue und spektakulärere Pläne die Planungen immer wieder zurückwerfen und den dringend nötigen Ausbau des Verkehrsknotens verzögern.
Bereits heute soll die Bürgerschaft in ihrer letzten Sitzung vor der Bürgerschaftswahl über den gefundenen Kompromiss um den Bahnhof Altona abstimmen. Nach der Wahl soll das neue Parlament den Beschluss noch einmal bekräftigen.
Dressel: “Keine Verzögerungen bei der S32”
Unterdessen hat Finanzsenator Dressel in einem Twitter-Post auf unseren heutigen Bericht zur S32 reagiert. “Alle Beteiligten des Kompromisses haben gestern klargestellt, dass die Prüfung der Variante S32 über Diebsteich ohne Verzögerungen parallel zur Planung passieren muss. Die Bürger in Osdorf und Lurup dürfen nicht noch länger auf einen Bahnanschluss warten, versprochen!”, schrieb der SPD-Politiker.
Alle Beteiligten des Kompromisses haben gestern klargestellt, dass die Prüfung der Variante S32 über Diebsteich ohne Verzögerungen parallel zur Planung passieren muss. Die Bürger in Osdorf und Lurup dürfen nicht noch länger auf einen Bahnanschluss warten, versprochen👍! https://t.co/eatLHlR4ua
— Andreas Dressel (@ADressel) February 12, 2020
Sind Sie ein Unternehmen? Dann bieten wir Ihnen ein maßgeschneidertes Firmenabo mit bis zu 20 Zugängen für Sie und Ihre KollegInnen an - gern auch mit Bezahlung auf Rechnung. Schreiben Sie uns bei Interesse einfach eine Email!
Firmen, die uns bereits abonniert haben:
![]() | ![]() | ![]() |
Teilen Sie diesen Artikel mit Ihren Freunden oder Kollegen:




















Mit entsprechenden Bauvorleistungen könnte man all diese Pläne doch modular gestalten: Diebsteich wird Fernbahnhof (ob das nun gut ist, oder nicht…) mit vorläufigem oberirdischen S-Bahnsteig; unter dem neuen Bf wird eine großzügig dimensionierte Haltestelle für die S-Bahn im Rohbau vorbereitet. Wenn man sie braucht, muss nicht der halbe Bahnhof wieder aufgerissen werden und falls nicht, hält sich die Geldverschwendung im (üblichen DB-) Rahmen.
Diese unterirdische Station müsste natürlich für Anschlüsse an den alten Citytunnel, den etwaigen neuen CT, die S32 und nach Norden vorbereitet sein.
Wiederum muss aber die S32 auch vom oberirdischen Bahnsteig zu erreichen sein, falls weder der CT2, noch die Erweiterung in Diebsteich kommen…
Ich weiß, die Trassierung wird da ohnehin sehr kompliziert. Aber ich wünsche mir von den Planern da so zu agieren, dass man auch Teilprojekte sinnvoll bauen und nutzen kann. Vielleicht klappt das ja…
Herrlich, diese Wolkenkuckucksheime!
Der Fernbahnhof Diebsteich wird kommen weil
alle Grundstücke und Gebäude bereits verkauft sind und der rest wird in Vergessenheit geraten… Sind doch alles nur Wahlversprechen. Soviele
Milliarden wie alles kostet gibt niemand aus.
Den Ferlemann-Tunnel und die S32 unbedingt modular denken. Niemand weiss, ob 2040 die Gesellschaft nicht ganz anders mobil ist, als wir uns das heute vorstellen. In den nächsten Jahren muss aus Klimagründen das Autofahren eingeschränkt werden, aber keine deutsche Stadt hat bis dahin nennenswert mehr Bahn gebaut. Das wird das Mobilitätsverhalten beeinflussen. Das wird die Nachfrage nach Bahnstrecken senken. Hamburg darf nicht wieder wie so oft in der Vergangenheit Lösungen planen, die in zehn Jahren im Bau sind und dann nicht mehr gebraucht werden. Daher muss man es so planen, dass man Projekte zur Not auch sinnvoll drei Nummern kleiner zu einem sinnvollen Ende führen kann. Dazu braucht man aber ganz andere Debatten als heute.
Schade, dass Nahverkehr hamburg unkritisch die Senatspressemitteilung abdruckt, aber überhauptnicht die Schwachstellen des Kompromisses sieht. Zum einen wird der Bahn erlaubt den Bahnhof so zu bauen wie bisher geplant. Dieser ist nicht zukunftsfähig, weil die Planung aus den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts stammt, als es oberstes Ziel war die DB für den Börsengang fit zu machen. Die Bürgerintitiave Prellbock und nicht der VCD hatten nachgewiesen, dass der Bahnhof zu klein dimensioniert war, um auch nur den Fahrplan 2020 abzufahren, d.h. der Bahnhof wäre bei Fertigstellung 2028 nicht in der Lage störungssfrei zu funktionieren. Die jetzt zitierten geringfügigen Nachbesserungen bringen ihn nur auf die Kapazität des heutigen Angebots, eine Ausweitung, Deutschland-Takt und Verdoppelung der Fahrgastzahlen im Fernverkehr können noch immer dort nicht abgewickelt werden. Leider hat der VCD durch den Rückzug der Klage verhindert, das gerichtsfest klären zu lassen und hat damit die Position derjenigen, die sich für einen zukunftsfähigen Bahnverkehr in hamburg einsetzn nachhaltig geschwächt und den Fahrgästen einen Bärendienst erwiesen.
Eine Ausfädelung der S32 am Diebsteich macht a) Sinn für die S32 Nutzer, die in den Fernverkehr umsteigen wollen und dies nicht erst am Hauptbahnhof und b) erlaubt eine höhere betriebliche Flexibilität weil so eine Führung über die Verbindungsbahn oder den Citytunnel möglich ist. Zudem ist die Planung der S32 überhaupt nicht weit fortgeschritten, denn in der Machbarkeitsstudie vom Sommer 2019 wird genau der spannende Punkt, wie eine Ausfädelung an der Holstenstraße technisch möglich ist, offen gelassen. Dort wird nur von “einigen Überwerfugnsbauwerken” gesprochen. Wie man damit aber bis zur Ruhrstraße in die Tieflage kommen will, steht nirgendwo. Und es bleibt das Geheimnis der Verkehrsplaner warum eine S32 im süden an einem Fernbahnhof Diebsteich vorbeigeführt wird und eine U5 im Norden (Stellingen). So schafft man keine Verknüpfung. Diese Planungen sind von vorgestern!
Die Machbarkeitsstudie als Grundlage für die S32-Entscheidung ist bis heute nicht veröffentlicht worden, oder habe ich das verpasst (Stand 10/2019) ?
Moin Frank,
zum Stand 10/2019 hast da nichts verpasst. Veröffentlicht wurde die Studie nämlich 11/2019. 😉
Sie liegt, wie so üblich, im Transparenzportal der Freien und Hansestadt Hamburg vor: http://suche.transparenz.hamburg.de/dataset/ergebnisbericht-machbarkeitsuntersuchung-mbu-erweiterung-des-schnellbahnnetzes-im-hamburger-wes?forceWeb=true
Dann stellt man auch fest, dass das Zitat im Vorbeitrag von Herrn Jung, der wie gewohnt keine Quellen- und Seitenangabe macht, nicht existiert. Der Begriff Überwerfungsbauwerk kommt, ob mit oder ohne Schreibfehler, an keiner Stelle vor.
Näheres findest Du u.a. auf S. 63.
Die Sache mit der S 32 hat die Stadt selbst zu verantworten. Da haben weder Bahn noch VCD “Schuld” dran. Die bisherige Planung der Ausfädelung an der Holstenstraße und die Führung am geplanten Fernbahnhof vorbei ist ja wirklich nicht überzeugend gewesen. Da hat jetzt der Kompromiss ja was richtig Gutes, wenn Osdorf und Lurup, perspektivisch auch Schenefeld, eine direkte Anbindung an den neuen Fern- und Regionalbahnhof bekommen.
War nicht einer der Hauptgründe für den Baustopp der Wegfall der Autoverladung am neuen Fernbahnhof? Was ist denn in dem Kompromiss daraus geworden?
Diese kommt nach Eidelstedt und ist dort auch besser untergebracht als in Altona mitten im Zentrum. In Altona sollen es eh nicht einmal 50 Autos pro Tag gewesen sein.
Das wird man aber einfach wegfallen lassen können, weil die einzig zugelassene Klägerin sich dafür nicht die Bohne interessiert. Und die Bahn wird das ausnutzen.
Schade, schon 2027 fertig? Mir ein Jahr zu früh. Als Pendler werde ich während der Bauzeit und erst Recht danach durch eine Stein werdende bzw. gewordene Fehlplanung ausgebremst. Aber nach mir die Sintflut …
Als ich die Animation von Diebsteich (neu) so anschaute dachte ich, schade in Altona ist es so schön barrierefrei und man ist nicht von (kaputten) Fahrstühlen abhängig. Wohl nur ein Nebenaspekt, aber für Reisende mit Rollstuhl, Kinderwagen, Fahrrad und nicht zuletzt schweren Koffern, was ja bei Reisenden vorkommen soll, nicht ganz unwichtig.
Die Hälfte von den Projekten wird so oder so nie so kommen wie sich das alle vorstellen.Von dem Planungschaos und der bau Verzögerungen der DB selbst, möchte ich erst gar nicht anfangen.
Und was ist mit Überwerfugnsbauwerk in Richtung Pinneberg /Elmshorn für die S4, die bis mindestens Elmshorn hinter Diebsteich bzw. Altona Nord aus der S-Bahn Strecke auf die Regional/Fernstrecke ausfedeln soll? Wurde das bei der Planung berücksichtigt?
Erfolg hat, wer langfristig denkt. Hamburg zeigt einmal mehr, dass es die Grundlagen der Verkehrsplanung beherrscht: heute schon übermorgen berücksichtigen. Altona-Nord wird bei seiner Eröffnung der neueste Bahnhof Europas sein und damit wegweisend für eine neue Zeit. Sollten zusätzliche Bahnsteige nötig sein, ist dafür in Altona-Nord flexibel Platz unter der Erde. Mit Anliegerprotesten ist auf dieser Ebene am Diebsteich nicht zu rechnen. Der nächste Geniestreich aus dem Senat nach der Verpflichtung der Verkehrskoryphäe Westhagemann, der seinem Vorgänger F. Horch – er heißt nicht zufällig wie eine Automarke, hatte die Mobilität im Blut – kompetenzmäßig kaum nachsteht. Die SPD ist nicht zufällig laut NDR-Umfrage die Partei mit der Besten Verkehrspolitik.
Die Umfrage kenne ich nicht. Hast Du einen Link? Suche ich nach “NDR Umfrage Verkehrspolitik”, lande ich bei den jüngeren Ergebnissen nur auf eine Umfrage, die zum wiederholten Male bestätigt, wie unfassbar unbeliebt eine Straßenbahn ist und nicht einmal unter Grünen-Wähler eine Mehrheit dafür ist: https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/wahl/buergerschaftswahl_2020/Hamburgs-Verkehrspolitik-Auto-Rad-Stadtbahn-,verkehrspolitik116.html
Interessant ist aber auch die jüngste Wahlumfrage: https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/wahl/buergerschaftswahl_2020/Wahl-Umfrage-SPD-zieht-Gruenen-in-Hamburg-davon,deutschlandtrend194.html
SPD: 38%
Grüne: 23%
CDU: 14%
FDP: 5%
Linke: 8%
AfNPD: 6%
Sonstige: 6%
Beim ZDF kam die SPD heute auf 37%, sprich, normales Rauschen. Die MetroTramer der CDU, die den Kontakt zum Bürgertum erfolgreich verloren haben, taten sich mit diesem Irrsinnsprojekt keinen Gefallen. Die Initiative StBW bringt es auf den Punkt:
“„Die MetroTram gefährdet den Bau der S32. Wir lehnen sie daher ab“, heißt es von der Initiative aus Bahrenfeld, Lurup, Schenefeld und dem Osdorfer Born. Die Verkehrsexperten unterstützen den Bau der vom rot-grünen Senat beschlossenen S32, bis diese fertiggestellt wird, fordern sie unter anderem separate Busspuren (das Elbe Wochenblatt berichtete). […]
Jürgen Beeck, StBW-Mitglied aus Bahrenfeld ist sehr skeptisch: Der CDU-Vorschlag komme Jahre zu spät und erst jetzt im Wahlkampf: „Die MetroTram ist für uns nichts weiter als eine Nebelkerze. Es ist im Grunde eine Konkurrenzveranstaltung. Das Ganze würde nur dazu führen, dass sich die S-Bahn-Planung wieder um zwei Jahre verschiebt!“ Der Luruper Udo Schult ergänzt, dass die MetroTram kaum einen Geschwindigkeitsvorteil gegenüber dem Bus böte.”
Die Fakten sind (neben dem zu großen Lichtraumprofil für Hamburgs Straßen) nicht zu leugnen. Wo ist eigentlich Genosse Senza Roncalli geblieben?
https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/wahl/buergerschaftswahl_2020/Wahl-Umfrage-SPD-zieht-Gruenen-in-Hamburg-davon,deutschlandtrend194.html
31 Prozent der Hamburger halten die SPD-Verkehrspolitik am besten. Das ist ein klares Mandat für die iVerkehrspolitik 2030 der SPD und ein starkes Signal gegen die rückständige Rumpelbahn. Die MetroTram wäre wirklich wahnsinnig auf der Strecke, würde sie doch die geplante rasche Realisierung der S32 bis 2050 um Monate zurückwerfen.
Dann kann ja nichts mehr schiefgehen. Langfristig wird also Saskia Esken Kanzlerin, Walter Borjans wird als Finanzminister ein paar verfassungswidrige Haushalte aufstellen und die dadurch zur Verfügung stehenden Billionen werden vom Verkehrsminister Edmund Stoiber ausschließlich für den Bau von U-Bahnen innerhalb von Lokstedt verwendet. Eine Direktverbindung (natürlich per U-Bahn) von Lokstedt zum Willy-Brandt-Haus würde auch Sinn machen, kann man von dem nicht abgeschafftem Solidaritätszuschlag locker finanzieren.