Sie fährt! Nach fünf Jahren Bauzeit ist Hamburgs Hafencity-U-Bahn (U4) heute Vormittag offiziell eröffnet worden. Gegen 10 Uhr starteten Bürgermeister Olaf Scholz (SPD), Hochbahnchef Günter Elste, Staatssekretär des Bundesverkehrsministeriums Enak Ferlemann (CDU), und 200 weitere geladene Gäste mit einem Sonderzug in die Hafencity. Dort wurde zunächst die vorläufige Endhaltestelle „HafenCity Universität“ besichtigt, bevor es zum eigentlichen Festakt in der Station „Überseequartier“ ging.
Scholz dankte der Hochbahn für die professionelle Projektleitung und erklärte in seiner Rede laut Manuskript: „Neue Schnellbahn- und überhaupt Bahnstrecken zu eröffnen, ist seit Jahrzehnten ein eher seltenes Vergnügen geworden.“ Daher sei dies ein schöner Termin und man wolle ihn gemeinsam genießen.
Die U4 werde dabei helfen, die „ambitionierten klimapolitischen Zielsetzungen Hamburgs zu erreichen und sie wird eine Entlastung der Innenstadt vom Straßenverkehr ermöglichen“, so Scholz. Außerdem betonte er, dass die Fördergelder des Bundes gut angelegt seien: „Die U4 erzeugt eine erhebliche Wertschöpfung durch eine intensivere qualitative Nutzung der Grundstücke in der HafenCity. Denn die Attraktivität des Stadtteils für Investoren und Nutzer wird durch eine leistungsfähige und attraktive ÖPNV-Anbindung wesentlich mitbestimmt. U-Bahn ist gleich Lebensqualität plus Standortentscheidung.“
Außerdem machte Scholz deutlich, dass die U4 schnellstmöglich verlängert werden soll. „Der von mir für die Verlängerung der U4 gesetzte Zeitplan ist eng, aber er ist für die weitere Entwicklung der östlichen HafenCity notwendig“, so der Bürgermeister laut Redemanuskript. Demnach seien die Finanzierungsgespräche mit dem Bund bereits so weit, dass man inzwischen öffentlich darüber reden könne. Im kommenden Frühjahr sei mit einem Bürgerschaftsbeschluss zur U4-Verlängerung zu rechnen. Ob an den Elbbrücken eine Umsteigemöglichkeit zur parallel verkehrenden S-Bahn gebaut werden könne und ob dies auch wirtschaftlich sei, werde noch ermittelt, so der Bürgermeister.
Staatssekretär Ferlemann aus dem Bundesverkehrsministerium dankte ausdrücklich dem früheren Finanzsenator Wolfgang Peiner (CDU), in dessen Amtszeit die Entscheidung für den Bau der U4 fiel, und prophezeite, dass die Hafencity-U-Bahn ein Riesenerfolg werde. Der Bund werde alles unternehmen, um die U4 bis zu den Elbbrücken zu verlängern – inklusive Umsteigebahnhof zur S-Bahn. Außerdem betonte er: „Wir sollten den Mut finden, mit der U-Bahn den Sprung über die Elbe zu wagen“.
Hochbahnchef Elste versprach, sein Unternehmen werde sich für die U4-Verlängerung bis Ende 2017 anstrengen. Der Bau einer Wendeanlage hinter der vorläufigen Endhaltestelle „HafenCity Universität“ werde schon in Kürze beginnen.
Die neue U4 wird ab morgen (29.11.) im 10-Minuten-Takt von Billstedt bis in die Hafencity fahren. Dabei fahren die Züge bis Jungfernstieg parallel zur U2 und biegen dort in den neuen 4 Kilometer langen Tunnel in Richtung Hafencity ab.
Bis zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember sind die Fahrten zwischen Jungfernstieg und der Hafencity kostenlos. Danach beginnt der reguläre Betrieb – unter der Woche allerdings nur bis zur Haltestelle „Überseequartier“. Der Grund: Rund um die Endhaltestelle „HafenCity Universität“ ist die Bebauung noch nicht fertig. Nur an Wochenenden und Feiertagen (auch an den Weihnachtsfeiertagen) dürfen Fahrgäste bis zur Endhaltestelle mitfahren, um sich die – laut Hochbahn – beeindruckende Architektur anzuschauen. Das Verlassen der Station durch die Ein- und Ausgänge ist nicht möglich, erklärte Hochbahn-Sprecher Christoph Kreienbaum gegenüber NahverkehrHAMBURG.
Der Bau der Hafencity-U-Bahn hat im August 2007 begonnen und gut 320 Millionen Euro gekostet. Davon hat der Bund im Rahmen des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzesknapp 135 Millionen gezahlt. Den Rest übernimmt Hamburg. Prognosen gehen davon aus, dass die neue Strecke pro Tag von 35.000 Menschen genutzt wird. Maximal kann die U4 20.00 Fahrgäste pro Stunde und Richtung befördern.
| Die U4 in Zahlen |
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| Länge der Strecke | 4 Kilometer |
| Haltestellen | HafenCity Universität, Überseequartier und Jungfernstieg |
| Notausstiege | Dalmannkai, Alsterfleet, Alter Steinweg, ABC-Straße |
| Anschluss an das Schnellbahnnetz | Haltestelle Jungfernstieg (U2-Ebene) |
| Maximale Tiefenlage der Strecke | 40 m u. Gelände (Alter Steinweg), 30 m u. NN |
| Tiefenlage Haltestellen | Überseequartier: 20 m u. Gelände, 12 m u. NN. HafenCity Univ.: 16,5 m u. Gelände, 9 m u. NN. Jungfernstieg: 18 m u. Gelände 14 m u. NN. |
| Fahrzeit (lt. Fahrplan) | HafenCity Universität – Überseequartier: 2 Min. Überseequartier – Jungfernstieg: 4 Min. |
| Höchstgeschwindigkeit auf der Strecke | 80 km/h |
| Fahrgastaufkommen nach Fertigstellung HafenCity | rund 35 000 Fahrgäste täglich |
| Maximale Fahrgastkapazität | 20 000 Fahrgäste je Stunde und Richtung |
| Quelle: Hochbahn | |








