Bundestagswahl: Das versprechen die Parteien für den Autoverkehr

Autofreie Innenstädte? Tempolimits? Führerschein mit 16? Carsharing auf dem Land? Im vierten Teil unserer Wahlcheck-Serie analysieren wir, wie sich die großen Parteien die Zukunft des Autoverkehrs in Deutschland vorstellen. Die Positionen gehen weit auseinander.
Martina Kalweit
Parkende Autos in Hamburg
Parkende Autos in Hamburg

Wenn nicht Verbrenner, dann eben das E-Auto. Oder der halbgare Kompromiss Hybrid. Oder doch Wasserstoff? Autobauer und Autofahrer suchen nach der Ausfahrt in die saubere Zukunft. Nach Daten des Bundesumweltministeriums entspricht der Klimaschaden eines Elektroautos der Kompaktklasse fast 80 Prozent eines vergleichbaren Diesels. Die Batterietechnologie muss schnell verbessert werden, der Strom wird zu einem Großteil noch immer mit Kohle produziert, auf den Straßen fahren SUVs, die nächste Ladesäule sucht man vergeblich.

Geht Klima schonen am Ende doch nur ohne Auto? Ist die Innenstadt der Zukunft automatisch autofrei? Enden die eigenen vier Wände demnächst vor der Haus- statt vor der Wagentür? Am sensiblen Thema Individualverkehr scheiden sich die Geister. Manchen fällt der Abschied vom Auto leicht, für andere gleicht er der Apokalypse. NAHVERKEHR HAMBURG checkt die Details.

Das verspricht die SPD

Die SPD spricht sich nach wie vor für den Umweltbonus beim Kauf eines Elektroautos aus. Sie sieht die Zukunft in elektrischen Antrieben und will die Ladesäulen-Infrastruktur entsprechend ausbauen. „Wir machen das Stromtanken so einfach wie bisher das Tanken von Benzin und Diesel“, heißt es vollmundig im Wahlprogramm. Gewagt, mögen viele denken, die den behördlichen Aufwand kennen, den der Ausbau bislang mit sich bringt. Um hier schneller voranzukommen, fordert die SPD eine vierteljährliche Evaluierung, nach deren Ergebnissen sie von staatlicher Seite oder durch „Versorgungsauflagen“ nachbessern will. Auf diesem Weg peilt die SPD für das Jahr 2030 mindestens 15 Millionen E-Autos auf deutschen Straßen an. Mit diesem Ziel soll die Automobilindustrie eine deutsche Leitindustrie bleiben und Arbeitsplätze auch in der emissionsfreien Zukunft gesichert sein. Dazu verspricht die SPD, Deutschland zu einem Zentrum der Batteriezellenfertigung und des Recyclings gebrauchte…

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Der Kopf hinter diesem Artikel

Martina Kalweit arbeitet als freie Journalistin in Reinbek. Zuvor pendelte sie jahrelang in ihre Stammredaktion am Hamburger Hafen. Mit allen mobilen Angeboten vertraut, ist ihr der E-Roller heute am liebsten. Martina Kalweit schreibt für NAHVERKEHR HAMBURG und für verschiedene Medien über Film, Fernsehen und das Kulturleben im Norden.

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Eine Antwort auf „Bundestagswahl: Das versprechen die Parteien für den Autoverkehr“

Die einzige klimafreundliche Form der E-Mobilität, die sich ohne Subventionen durchgesetzt hat, ist das E-Bike: Die Konsequenz daraus muss sein, die Nutzung von Fahrrädern generell und E-Bikes durch ein forciertes Fahrradwegeausbauprogramm mit einer konsistenten, landesweiten Ausschilderung nach holländischem Standard zu fördern. Auf städteverbindenden Radwegen muss eine kreuzugnsfreie Querung großer Verkehrsachsen möglich sein, d.h. Brücken über große Straßenverkehrsknoten und nicht nur Ampelreglungen mit sog. Bettelampeln. Ferner müssen die Mitnahmemöglichkeiten von Rädern in öffentlichen Verkehrsmitteln ausgebaut werden. Der beste Beitrag zum Klimaschutz ist die systematische Reduzierung der Fahrleistungen mit Autos im täglichen Gebrauch. Dann kann auch der begrenzte Verkehrsraum neu verteilt werden, zugunsten von Radlern und Fußgängern.

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