Bundestagswahl: Das versprechen die Parteien für den Radverkehr

Mehr Flächen für den Radverkehr, Mobilitätsstationen und mehr Sicherheit? Was versprechen die großen Parteien eigentlich den Radfahrenden an konkreten Verbesserungen? Wir haben die einzelnen Wahlprogramme analysiert.
Martina Kalweit
Fahrradfahrer auf einem Radweg am Dammtorbahnhof in Hamburg
Fahrradfahrer auf einem Radweg am Dammtorbahnhof in Hamburg
Foto: Honorarpflichtig

Um das Fahrrad als umweltfreundliche Alternative im Verkehr der Zukunft kommt keiner herum. Eine Verkehrsplanung, die das berücksichtigt muss mehr denken als neue Radwege. Auf dem Weg zur Mobilitätswende braucht es geschlossene Radverkehrsnetze, sichere Spuren, Fahrradabstellanlagen und eine gut durchdachte Verknüpfung mit dem öffentlichen Nah- und Fernverkehr.

All diese Forderungen spiegeln sich auch in der jüngsten Nutzerbefragung im Rahmen des nationalen Radverkehrsplan 3.0 des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur. Aber wie ernst nehmen die Parteien das Thema Fahrrad wirklich?

Ein Blick in die aktuellen Wahlprogramme zeigt große Unterschiede. NAHVERKEHR HAMBURG checkt die Details und analysiert, welche Partei was verspricht.

Die Erhöhung des Radverkehrs nach den prominenten Vorbildern Kopenhagens und den Niederlanden ist das Ziel vieler Städte. Wie es gehen kann, zeigte sich während der Covid19-Pandemie. In den letzten beiden Jahren wurden Projekte wie Pop-Up-Bikelines oder die Umwidmung von Straßenzügen in autofreie Fahrradstraßen in vielen Städten verwirklicht. Projekte, die zuvor nur mit jahrelanger Planung und viel bürokratischen Aufwand umgesetzt worden wären. Gleichzeitig stiegen außerhalb der Metropolen vor allem ältere Menschen auf das Pedelec um und erhöhten damit ihre Reichweite. Holt der ÖPNV sie ab? Nicht überall. Fakt ist: Die bestehende Infrastruktur wird der wachsenden Zahl an Fahrradnutzern nicht gerecht.

Nach Zahlen des Zweirad-Industrie-Verbands legte im Pandemie-Jahr 2020 der Absatz an Fahrrädern und E-Bikes um knapp 17 Prozent zu. Angesichts dieser Zunahme herrscht in Deutschland, so der Fahrradclub Adfc, ein massiver Nachholbedarf an nutzergerechter, sicherer Radverkehrsinfrastruktur. Der Verband forder…

Hat Sie der Artikel weitergebracht?

Der Kopf hinter diesem Artikel

Martina Kalweit arbeitet als freie Journalistin in Reinbek. Zuvor pendelte sie jahrelang in ihre Stammredaktion am Hamburger Hafen. Mit allen mobilen Angeboten vertraut, ist ihr der E-Roller heute am liebsten. Martina Kalweit schreibt für NAHVERKEHR HAMBURG und für verschiedene Medien über Film, Fernsehen und das Kulturleben im Norden.

Auch interessant

Eine S-Bahn am Hamburger Bahnhof Elbbrücken.

Reparaturarbeiten am S-Bahnhof Elbbrücken ziehen sich in die Länge

Nach dem verheerenden Brand im August fährt die Hälfte aller S-Bahnen ohne Halt durch die Station durch, weil ein Bahnsteig unbenutzbar ist. Das wird laut Bahn auch noch länger so bleiben. Scharfe Kritik kommt von Verkehrsverbänden. So sieht der Zeitplan für die Reparatur aus.

Sowohl für Auto- als auch Bahnfahrer wird der Weg von Süden nach Hamburg im Sommer schwer.

Massive Fahrzeitverlängerungen für Hamburg-Pendler im Sommer

Wer südlich der Elbe vor den Toren Hamburgs auf dem Land lebt und täglich in die Hansestadt pendelt, muss im kommenden Sommer mit massiven Fahrzeitverlängerungen rechnen – egal, ob bei der Fahrt mit dem Auto oder mit der Bahn. Das sind die Gründe.

Ein Metrobus der Linie 5 vor dem Hamburger Rathaus in der Mönckebergstraße.

Bleibt der reduzierte Busverkehr in der Mö dauerhaft bestehen?

Verkehrsexperiment Mönckebergstraße: Nachdem monatelang gar keine Busse mehr durch die Einkaufsmeile fuhren, ist inzwischen ein reduziertes Angebot wieder zurück. Diese Fahrgasteffekte hat der Versuch und dann ist mit einer Entscheidung über ein finales Buskonzept in der Innenstadt zu rechnen.

2 Antworten auf „Bundestagswahl: Das versprechen die Parteien für den Radverkehr“

unabhängig davon, das die Aussagen aller Parteien allgemein gehalten sind. Das ist ja auch kein Wunder, weil letztlich der Bund ja nur das Geld beisteuern kann, da Radwegebau letztlich Länder bzw. sogar Gemeindesache ist.

Es ist lobenwert, dass grafiken und Fotos in der Regel gute Bilduntershriften haben. Aber dennoch hilft es nicht, wenn die wichtigen Inhalte dennoch verborgen bleiben, wie im Bild “So oft kommen einzelne Schlagworte zum Fahrradverkehr in den Wahlprogrammen der großen Parteien vor.”. Sehr ärgerlich.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.