Busbeschleunigung an der Uni ist drei Monate lang abgeschaltet

Die Busbeschleunigung auf der Linie M5 ist an einem neuralgischen Punkt ausgebremst worden: Eine Ampelvorrangschaltung ist monatelang deaktiviert - zum wiederholten Mal.
Busbeschleunigung: Vorfahrt für Metroibuslinie M5 an der Universität/Staatsbibliothek in Hamburg
Ein Metrobus der Linie M5 nutzt die neue Busbeschleunigung, bzw. Ampelvorrangschaltung an der Haltestelle Universität/Staatsbibliothek in Hamburg.

Die rund 30 Millionen Euro Busbeschleunigung auf der hochbelasteten Metrobuslinie 5 ist an einem neuralgischen Punkt lahm gelegt worden: Seit Ende Juni ist die Ampelvorrangschaltung für Busse an der Kreuzung Grindelallee/Edmund-Siemers-Alle (Haltestelle “Staatsbibliothek”) abgeschaltet – für ein Vierteljahr.

Das hat die Verkehrsbehörde auf NahverkehrHAMBURG-Nachfrage bestätigt. Demnach bleibt die Anlage, die den Bussen an der Ampel bevorzugt grünes Licht verschafft, noch bis Ende September außer Betrieb.

Für die Busse der Linien 4 und 5 bedeutet das längere Wartezeiten vor der Grindel-Kreuzung. Sie müssen nun – wie in Zeiten vor der Busbeschleunigung – auf reguläres Grünlicht warten.

Grund für Ampelabschaltung sind Bauarbeiten

Grund ist laut Behörde die Baustelle am rund 500 Meter entfernten Dammtorbahnhof, bei der die dortigen Bushaltestellen verschoben werden mussten.

“Die Busse fahren dort nicht mehr ausschließlich auf der Busspur, sondern im übrigen Verkehr. Insgesamt harmonieren aktuell aufgrund der Baumaßnahmen die Anmeldepunkte für die Busse nicht, weshalb die Anlage deaktiviert wurde”, so ein Behördensprecher zu NahverkehrHAMBURG.

Christian Hinkelmann | Dieses Foto hier kaufen: Bahn-Bus-Bilder.de
Ampelvorrangschaltung für Busse in Hamburg. Das leuchtende A bedeutet, dass der Bus an der Amp…</p><div id=

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20 Antworten auf „Busbeschleunigung an der Uni ist drei Monate lang abgeschaltet“

Das passt genau in das ganze Konzept der sogenannten Busbeschleunigung: Alle Maßnahmen sind nur für den Fall vorgesehen, dass der MIV nicht gestört wird. Bei jeder Baustelle (und davon gibt es viele) wird als erstes die Busspur aufgehoben. Dann auch die Ampelvorrangschaltung auszuschalten, ist nur konsequent. Wo bleibt der Aufschrei?!
OT: Nicht ganz korrekt. Bei jeder Baustelle wird natürlich als erstes der Fahrradweg gesperrt und als Ablagefläche für Baumaterial genutzt.

Aktuell wird die Bushaltestelle vorm Dammtor modernisiert, deshalb muss der Busverkehr auf den Autospuren fahren. Hier ist eigentlich auch die Abschaltung der Vorrangschaltung alternativlos.

@LORENZ BURGHARDT:
Die Alternative wäre die gesperrte Busspur auf eine MIV Fahrspur zu legen. Zackbum fertig.
MIV muss sich halt hinten anstellen. Nur so gelingt es den Verkehrsinfakt zu vermeiden.

Sie scheinen von so einer Planung überhaupt keine Ahnung zu haben. Wenn man dieses so umsetzen würde, haben sie sämtliche Motorradfahrer, Taxis und PS-Starke Fahrzeuge auf dieser Spur. Von den Fahrzeugen die dann unerlaubt wenden, mal ganz abgesehen, da der Stau dann noch weiter und länger sein wird. Zumal man hier dann entweder am Ende auf die rechte Seite wechseln müsste um an die Ersatzhaltestelle zu kommen. Das Ergebnis wäre somit, das in der Zeit sehr viel mehr Unfälle mit Personenschäden zu verzeichnen wären. Das bedeutet, immer wieder Sperrungen durch Einsatzfahrzeuge. Damit geht dann zu einigen Zeiten gar nichts mehr. Wenn Sie diese Variation wählen, dann droht der Verkehrsinfarkt. Diese Seite hier wird immer unseriöser.

Selten solch einen dummen Kommentar gelesen. Wirklich unseriös. Der Verkehrsinfarkt kommt von den vielen unnützen PKW Fahrten in Städten, die auch mit anderen Verkehrsmitteln zu erledigen wären.
Aber so etwas können Sie sich ganz sicher nicht vorstellen.

Mir war eigentlich klar, das man dieses nur einseitig sehen könnte. Sie könnten uns aber vielleicht mal einen Nachweis erbringen, das man mit dem PKW nicht durch die Hamburger Stadt fahren dürfte. Bei so einer Sperrung hätte man sogar eine Straßenbahn durch einen Busersatzverkehr ersetzen müssen. Würde mich auch mal interessieren, ob man das so auch in anderen Städten gemacht hätte, das man hier eine Hauptader für den ÖPNV freigehalten hätte. Aber um die Realität geht es hier ja nicht. Nur um Wunschdenken und dem ewigen meckern. Wo eine Stadtbahn uns überall in Hamburg retten würde und natürlich auch hier, ohne Probleme Baustellen bewältigen könnte. Die Politik sagt zwar, das man den ÖPNV attraktiver gestalten möchte, damit mehr Menschen auf dem ÖPNV umsteigen, aber die Realität sieht doch wohl wie in anderen Städten aus, das man den MIV keine Steine in den Weg legen wird. Es gibt genügend Gründe, einen ÖPNV nicht zu benutzen.

@STEFAN ZEMKE: “Es gibt genügend Gründe, einen ÖPNV nicht zu benutzen.”

ganz genau. Einer davon ist eben, dass der ÖPNV NICHT bevorzugt wird und bei Stau ebenso im Stau steht wie MIV. Würder der MIV (noch) häufiger im Stau stehen und der ÖPNV nicht (weil er eben konsequent bevorzugt wird und eigene Spuren hat) dann gibt es aufeinmal den Grund den ÖPNV zu benutzen, da er schlichtweg eine enorme Zeitersparniss bietet. Von anderen Aspekten wie weniger Parkplätze in der Innenstadt und dadurch mehr Fläche für Fußgänger und Stadtgrün, dem ökologischen und ökonomischen Aspekt von “geteilten Fahrten” aka ÖPNV mal ganz zu schweigen)

Und genau darum geht es hier!

Und falls es immer noch nicht klar ist: Es geht hier um die innerste Innenstadt. Wir reden hier nicht von Volksdorf, Heimfeld oder Buchholz. IN der zentralen Innenstadt sind Autos (besondern MIV) völlig unnötig”

Netter Scherz. Wo sollen denn als Beispiel noch weitere Busspuren hingezaubert werden? Nur darüber Sprüche zu machen, ist das eine. Die Linie 5 hat eine, auf der Linie 109 und 6 in Richtung Mundsburg sind keine möglich. In Richtung Hafen und Feldstraße kommt man meisten gut durch. Das ist dann schon der innere Kern. Vielleicht wäre ein richtiger Ansatz eher, das man den MIV nicht durch die Innenstadt zwangsläufig jagen müsste, sondern hier eine andere Variante, ein anderes Angebot anbietet, dann wird dieser Bereich entlastet. Wenn es zur Zeit so viele Baustellen gibt und die Busse dort eh keine eigene Spur haben, dann stecken eben alle im Stau, wie es auch die Stadtbahn ergehen würde, die dann auch keine eigenen Trassen hätten. Baustellen gibt es ja recht viele in Hamburg und das Straßen eben auch mal erneuert werden, ist nun mal so. In einigen Fällen geht es auch nicht rein nur um die Straße selbst. Das immer nur allein auf Hamburg lenken zu wollen, scheint auch so eine Phobie zu sein. Was aber totaler Quatsch ist. Und wenn man in der Innenstadt weitere Parkplätze abbauen möchte, da kann man ja mal die Geschäfte fragen, ob die das gut finden werden, davon mal abgesehen, das die, wo sie sind, kaum Busverkehr besteht. Der PKW Verkehr muss von den jetzigen Hauptstraßen umgeleitet werden, dann stört das auch die innerste Innenstadt nicht. Busse, dürften es doch nach dieser Seite hier eh nicht mehr in Hamburg geben, sondern nur noch Schienen, was alle schnell mit im Stau ans Ziel bringen wird.

In diesem Fall geht es darum, dass die komplette Bushaltestelle vor dem Dammtor vor Wochen aufgerissen wurde. Es gibt diese Haltestelle im Augenblick überhaupt nicht. Es hat daher auch keinen Sinn, die Busspuren nicht ebenfalls zu verlegen.
Auch als Radfahrer muss ich hin und wieder auf andere Verkehrsteilnehmer Rücksicht nehmen. An diesen Engstellen sind alle Fahrer und auch Fussgänger betroffen.

Hin und wieder wäre schön,
normalerweise sind die Fußgänger und Fahrradfahrer am meisten betroffen, oft ist es so das der Fahrradfahrer absteigen muss oder große Umwege nehmen muss und der Autofahrer überhaupt nicht betroffen ist!!!!

Hier wurden die Ampeln zur Busbeschleunigung wenigstens aktiviert und nur zeitweilig deaktiviert. Gefühlt wird die Busbeschleunigung auch ohne Baustellen zeitweilig deaktiviert oder zumindest nur reduziert betrieben. Bei einer “echten” Busbeschleunigung würden die Busse tatsächlich NUR an den Haltestellen halten und nach dem Fahrgastwechsel sofort freie Fahrt bekommen.

Anders sieht es im Umfeld vom Eidelstedter Platz aus: Dort wurden vor mehreren Jahren (gefühlt eine Ewigkeit) einige wenige Anforderungssignale für Busse montiert; die Signale leuchten auch. Allerdings haben sie keinen Einfluss auf die “bunten Ampeln”. Trotz Anforderung kommt es immer wieder vor dass die Ampel unmittelbar vor dem Bus auf ROT schaltet. Warum? Ich habe diese Frage bereits vor längerer zeit an das für das das RISE-Programm zuständige Büro gestellt. Die Antwort war sehr ausweichend. Ich habe sie so interpretiert: Man befürchtet dass bei Aktivierung der Signale der Individualverkehr zu sehr behindert werden könnte.
P.S. Die Baumaßnahmen liefen damals unter der Überschrift “Busbeschleunigung”.

Der kosten Nutz Effekt ist so gering, hätte man einsparen können.

Ich war vor einigen Jahren in Basel, der Bus hatte immer Vorfahrt, war ein angenehmes Fahren.

Sollte nicht einmal in der Weltstadt Hamburg das modernste/beste Bussystem in Europa entstehen, war das nicht ein großes Thema nach der Einstampfung der Stadtbahn, aber so ist das hier in Hamburg, riesige Versprechungen und kaum etwas passiert.

Dafür bekommt die Stadt bald einen neuen Provinzbahnhof (Fernbahn) und das Caos im Hauptbahnhof kann weiter gehen so dass die Leute lieber weiter mit dem Auto fahren.

Wurde uns nicht erzählt die Bevölkerung soll in den ÖVPN umsteigen (Märchenstunde oder für die Dummen)?

Auch wenn diese Situation für die Nutzer der beliebten© und komfortablen© Linie 5 zur Zeit unangenehm ist, es ist Jammern auf hohem Nivieau. Wir im Bezirk Wandsbek bekommen keine Busbeschleunigung für wichtige Linien wie 8, 9, 10 und künftig 11. (Ich klammere hier mal die 7 nach Steilshoop aus, die ist ein Sonderfall.) Selbst eine reine Ampelbevorrechtung ist für uns nicht gewünscht. (Würde gerade auf der 9 viel bringen.)
So heißt es weiter: Jede rote Ampel mitnehmen, damit der MIV immer sein Vorrecht hat. Und selbst an einer Stelle, der Nordmarkstraße, wo die Lage beider Haltestellen mal ideal wäre, wird der Bus durch eine ständig geschaltete, ungünstig gelegene Fußgängerampel ausgebremst und hat keinen Vorteil gegenüber dem MIV. (Vom ständigen Nichtherauslassen des Busses aus seinen Busbuchten ganz zu schweigen.)
Ich kenne abseits der 7 eine nur eine Anmeldeampel im Bezirk Wandsbek an der Einmündung der Scharbeutzer Straße in den Rahlstedter Weg, und die auch nur in einer Richtung. Den Sinn dieser Solo-A-Ampel habe ich zwar nicht verstanden, aber sie bringt jedenfalls der 27 meist freie Fahrt. Es gänge also auch im Bezirk Wandsbek, wenn es von HVV und Stadt gewünscht wäre.
Wandsbek ist eben im ÖPNV in jeder Hinsicht benachteiligt. Selbst an unbedeutenden Haltestellen im Hamburger Westen, wie Frohmestraße am Kollauwanderweg – weit, weit hinter dem Ring 2 und fast schon bei Burgwedel – gibt es selbstverständlich FIMS-Countdown-Anzeiger. Aber selbst an wichtigen Knoten im Bezirk Wandsbek, wie Bahnhof Tonndorf, sucht man diese vergeblich.
Diese Ungleichbehandlung zieht sich durch alle ÖPNV-, und besonders SPNV-Themen hindurch.

Wir müssen als Stadt dahin kommen, dass Bus- und Radspuren nicht als Erstes gesperrt oder zweckentfremdet werden, sondern als Letztes.

In einem Satz die vernünftigste und zukunftsfähigste Lösung skizziert.

Die Praxis sieht in der Autostadt Hamburg natürlich anders aus.

Die beliebte und komfortable Linie 5 funktioniert trotzdem hervorragend. Heute kamen z.B. gleich 3 Busse direkt hintereinander an der Haltestelle Grindelhof an. Laut FIMS-Countdown-Anzeiger wäre der nächste dann in 10 Minuten gekommen. Soviel zum 2-3 Minuten-Takt zur HVZ. Im hintersten der drei Busse war es aber tatsächlich sehr komfortabel, es gab nämlich freie Sitzplätze. Wenn nur das Gerumpel nicht wäre …

Als Ergänzung meines Ausgangsposts: Am Wochenende war ich an den Elbbrücken, um mir dort die Baufortschritte anzusehen. Dabei stellte ich fest, dass die Umleitungen und Verspätungen der 154 und 37 dadurch bedingt sind, dass die Busspur (übrigens auch eine ehemalige Straßenbahnstrecke) zum Lagern von Baumaterial und Baumaschinen genutzt wird. Und bei der Heimfahrt am Bahnhof Barmbek: An der Nordseite des sog. Busbahnhofs ist einer von drei Abfahrtsbereichen jahrelang nicht benutzbar, weil Platz für eine gegenüber liegende Baustellenzufahrt gebraucht wird. Noch Fragen?

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