Busbeschleunigung am Mühlenkamp: Erfolg oder Misserfolg?

Ist die umstrittene Busbeschleunigung am Mühlenkamp ein Erfolg oder nicht? Der Senat wertet eine Verkehrsmessung als Erfolg – die Opposition sieht die Ziele verfehlt.
Von Christian Hinkelmann
Ein Metrobus hält im Mühlenkamp in HH-Winterhude
Ein Metrobus hält im Mühlenkamp in HH-Winterhude

Frühjahr 2015: Nach langem Streit und hochemotionalen Debatten um den geplanten Umbau des Mühlenkamps in Winterhude haben der Hamburger Senat und die Volksinitiative “Stopp des Busbeschleunigungsprogramms” endlich einen Kompromiss gefunden: Der Mühlenkamp wird umgebaut, der Senat verzichtet auf eine Verlegung einer Haltestelle – bekommt dafür aber seine gewünschte Mittelinsel in der Einkaufsstraße und ein Abbiegeverbot aus Richtung Norden in die Gertigstraße.

Ein Jahr nach dem Umbau soll mit Vorher/Nachher-Verkehrsmessungen ausgewertet werden, ob die drei Hauptziele erreicht wurden:

  • Die Busse müssen im Mühlenkamp in beide Richtungen im Schnitt um 30 Sekunden schneller werden.
  • Der Verkehr darf in den Anwohnerstraßen östlich des Mühlenkamps nicht stärker als 10 Prozent (Semperstraße: 20 Prozent) zunehmen.
  • Die Zahl der Verkehrsstörungen, beispielsweise durch überfüllte Abbiegespuren, muss um mindestens 20 Prozent sinken.

Werden diese Ziele nicht erreicht, sollen die Mittelinsel und das Abbiegeverbot wieder verschwinden.

Die Ergebnisse der Verkehrsmessung

Am vergangenen Freitag war es nun soweit: Der Senat stellte im Verkehrsausschuss der Bürgerschaft die Ergebnisse der versprochene wissenschaftliche Vorher-Nachher-Analyse eines externen Gutachterbüros aus Hannover vor.

Kurz zusammengefasst:

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3 Antworten auf „Busbeschleunigung am Mühlenkamp: Erfolg oder Misserfolg?“

Die Überwachung des ruhenden Verkehrs hat offenbar einen erheblichen positiven Einfluss auf den Verkehrsfluss, trägt sich selber (immense Einnahmen durch Bußgelder möglich, siehe die Schätzungen des Rechnungshofes) und schafft dazu noch den einen oder anderen Arbeitsplatz – wieso wird das nicht erheblich intensiviert? Wieso werden keine U-Bahnen gebaut? Wieso geht niemand die zahlreichen Probleme durch den überbordenden MIV an?

Wie bitte? Was? Hamburg? Ach ja, stimmt ja.

Und warum ist im Foto das Autokennzeichnen unkenntlich gemacht? Der parkt doch illegal, da kann doch schon etwas ‘naming and shaming’ machen?

Ich finde es zunächst mal richtig gut, dass die Ergebnisse so eines Umbaus evaluiert werden. Das wünsche ich mir öfter.

Ich finde nicht gut, dass man nun meint, dass bei Nichterreichung einiger Ziele gleich alles wieder weg muss. Besser wäre zu Fragen, warum etwas nicht funktioniert hat und das zu verbessern.

Und ich finde es extrem schlecht, dass die weiteren Auswirkungen insbesondere auf Fuß- und Radverkehr nicht betrachtet wurden. In der Gertigstraße z.B. ist das Einkaufen, flanieren und Rad fahren viel besser geworden. Da wünsche ich mir noch mehr Maßnahmen, um den Autoverkehr da raus zu holen, z.B. kein Linksabbiegen mehr von der Barmbeker Straße für die Autos und dafür ein vernünftiges Abbiegen für die Radahrer. Dann könnte die Gertigstraße noch mehr gewinnen.

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