Busoptimierung auf Linie 6 ist erst zu 18 Prozent fertig

Die Metrobuslinie 6 ist bislang das Schlusslicht im Busbeschleunigungsprogramm des Hamburger Senats. Gerade erst 18 Prozent aller Bauprojekte sind fertig. Bürgerinitiativen haben den ursprünglichen Fahrplan komplett durcheinandergewirbelt. Lesen Sie hier die Analyse: Was ist schon fertig, was nicht und wie sehen die nächsten Schritte aus.
Von Christian Hinkelmann
Metrobus der Linie M6 am Neuen Pferdemarkt in Hamburg
Metrobus der Linie M6 am Neuen Pferdemarkt

Bei keiner anderen Metrobuslinie wurde in den vergangenen Monaten so hitzig über das Busbeschleunigungsprogramm des Hamburger Senats diskutiert wie hier: Die Optimierung der Linie 6 hat vor allem rund um den Mühlenkamp in Winterhude (siehe hier) und in der Papenhuder Straße auf der Uhlenhorst (siehe hier) massive Proteste hervorgerufen und die ursprüngliche Zeitplanung durcheinandergewirbelt.

Bislang sind gerade einmal zwei Bauabschnitte fertig: Am Mühlenkamp und in der Langen Reihe. Dazu kam zum Jahresende eine einzelne weitere Haltestelle am Michel. Das entspricht nur 18 Prozent aller geplanten Maßnahmen und ist so wenig wie auf keiner anderen Linie.

Entlang der gesamten Linie zwischen Borgweg (Stadtpark) und Feldstraße (St. Pauli)  sind erst sieben Ampelanlagen mit Vorrangschaltungen für die Busse ausgerüstet und nur vier Haltestellen umgebaut worden. Das geht aus einem Zwischenbericht des Hamburger Senats vor (Drucksache 21/8). Außerdem wurden erst drei zusätzliche Fahrkartenautomaten an den Haltestellen aufgestellt – fünf weitere sind noch geplant (insgesamt hat die Linie 26 Stationen).

Für den Radverkehr wurden 500 Meter neue Schutzstreifen angelegt, für den Autoverkehr sind 6.500 Quadratmeter Fahrbahnfläche erneuert worden.

In diesem Frühjahr soll dann der Bau an zwei zentralen Stellen in der Innenstadt starten: An der Kreuzung Lange Reihe/Kirchenallee direkt am Hauptbahnhof und im südlichen Abschnitt der Bergstraße an der St. Petri Kirche. Auch in der Papenhuder Straße sollen nach langer Bürgerdiskussion noch in diesem Jahr die Bagger anrollen.

Der Umbau der Endhaltestelle Borgweg verzögert sich dagegen bis ins kommende Jahr: Eine M…

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Auch hier wieder die viel zitierte Bürgerbeteiligung, bei der in Wirklichkeit Einzel-Interessen gegen das Gemeinwohl (hier wenige Anwohner gegen viele ÖPNV-Fahrgäste) stehen.
Wenn gewählte Gremien wie Bürgerschaft und Senat einen Beschluss fassen, so sollte das damit verfolgte Ziel (hier also Beschleunigung des Busverkehrs, Vermeidung von Verspätungen) nicht mehr zur Disposition stehen. Für eine Bürgerbeteiligung eignen sich allenfalls Umsetzungs-Fragen. Änderungen bei Detailplanungen dürfen m.E. das beschlossene Ziel aber nicht mehr in Frage stellen.

Was wäre denn passiert, wenn die Bürgerinitiven sich nicht eingeschaltet hätten?
Dann würde jetzt eine nicht fertig gedachte Planung umgesetzt, die mit viel Steuergeldern das Gebiet unattraktiv macht. Und in ein paar Jahren würde dann eben wieder umgebaut werden…
Schade, dass in Hamburg zu wenig Planer arbeiten, die es gelernt haben einen vernünftigen Interessenausgleich zu erarbeiten…

Da habe ich noch einen guten Vorschlag:
Wenn man aus allen Strassen Einbahnstrassen und Sackgassen machen würde, das wäre die Lösung aller Verkehrsprobleme!

Die Linie 6 ist ein Beispiel dafür, dass sich Deutschland zu einer Anwohnerdiktatur entwickelt. Im November 2014 hatten die Proteste in der Papenhuderstraße Ihren Höhepunkt erreicht und seitdem alles verzögert oder gar verhindert. Vorher war beispielsweise an der Mundsburger Brücke eine sinnvolle direkte Umsteigemöglichkeit vom 6er zu den Linien 172/173 geplant. Die Anwohner waren dagegen und hingen Trauerflor in die Bäume. Die Pläne wurden aufgegeben, die Umsteiger haben weiterhin lange Wege über den Mundsburger Damm hinweg.

In der Langen Reihe hingegen läuft es heute schon deutlich besser als vor dem Umbau. Vorher wurde gejammert, jetzt geht es eigentlich ganz gut.

In der Schanzenstraße hingegen wieder die Anwohnerdiktatur, diesmal des Schanzenviertels. Der 6er sollte von der Budapester Straße durch die Schanzenstraße (mit einer Haltestelle) zum Bahnhof Sternschanze verlängert werden. Die Anwohner waren dagegen, da Busse ja so gefährlich sind. Die Politik vollkommen opportunistisch und der HVV musste die Pläne aufgeben.

Man muss aufpassen, dass aufgrund dieser neuen “Beteiligungsprozesse” nicht irgendwann gar nichts mehr läuft.

1.) Hauptsache der motorisierte Individualverkehr läuft (Bedienung der Geldsäcke und der Wirtschaft)
2.) Hauptsache es kann medienwirksam die “Rettung” eines Baumes präsentiert werden (Bedienung grüner Ideologien)

Ergebnis: man bekommt die absolute Mehrheit oder man holt sich die Grünen dazu, um ewig zu herrschen. Nicht wahr, Herr Scholz? Wen interessiert schon ÖPNV?

Der zitierte weite Weg zwischen den Bushaltestellen der Linien 6 bzw. 172/173 an der Mundsburger Brücke als Argument für die ursprüngliche Planung der Busbeschleunigung ist nicht sinnvoll. Alle Haltestellen befinden sich wenige Meter an derselben Kreuzung so dass extrem wenig Weg zurückzulegen ist. Zudem ist wenig Umsteigeverkejr da die Buslinien und die U-Bahn alternativen z.B bei drr Fahrt übder den HBF bieten.
Wenn man die Busse in der Papenhude Strasse bzw. dem Hofweg betrachtet stellt man ausserdem fest, dass oft auch schlicht durch Parken in zweiter Reihe Verzögerungen auftreten. Durch konsequentes Abschleppen und Knölchen kann hier effektiver Abhilfe geschaffen werden als durch grosse Umbauarbeiten.

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