Busse in Hamburg werden immer langsamer

Hamburgs Busse verlieren immer mehr an Tempo. Seit Einstellung der Straßenbahn in den 70er Jahren ist die Durchschnittsgeschwindigkeit um fast 2 Km/h gesunken – trotz des Baus neuer Busspuren.
Christian Hinkelmann
Metrobus 4 auf Busspur am Dammtor
In drei Jahren läuft die Betreiberlizenz der Hochbahn für den Hamburger Busverkehr aus

Hamburgs Busse haben ein Geschwindigkeitsproblem. Das belege Zahlen, die der Senat als Reaktion auf eine große Anfrage (Drucksache 20/492) der Linksfraktion vorgelegt hat.

Demnach hat die Durchschnittsgeschwindigkeit der Hochbahn-Busse seit Einstellung der Straßenbahn im Jahr 1978 kontinuierlich abgenommen. Waren die Busse Ende der 70er Jahre noch mit einer Reisgeschwindigkeit von 21,6 Km/h unterwegs, sind es im Jahr 2010 nur noch 19,8 Km/h gewesen. Das ist ein Verlust von fast 2 Km/h.

Zwischenzeitlich waren die HVV-Busse sogar noch langsamer: In den Jahren 2006 und 2007 lag die Durchschnittsgeschwindigkeit sogar nur bei 19,6 Km/h. Im Jahr 1998 gab es einen ähnlichen Einbruch.

Die größten Geschwindigkeitsverluste im Hamburger Busverkehr gab es Anfang der 80er Jahre, obwohl damals zahlreiche neue Busspuren auf ehemaligen Straßenbahnstrecken eingerichtet wurden, zum Beispiel in der Amsinckstraße.

Die Gründe sind offenbar im Autoverkehr zu finden, der seit den 70er Jahren massiv zugenommen hat. Zudem gibt es in der Hansestadt bislang kaum Bus-Vorrangschaltungen an Ampeln.

Spannend ist, ob die von der SPD versprochene Beschleunigung des Busverkehrs („Europas mode…

Der Kopf hinter diesem Artikel

Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

Auch interessant

Fahrkartenkontrolle in einem S-Bahnhof. (Foto: Christian Hinkelmann)

Erfolgsrezept gegen Schwarzfahrer: Diese App macht Kontrollen effizienter

Wie lassen sich Fahrkartenkontrollen bei knapper Personaldecke optimieren? Der Rhein-Main-Verkehrsverbund zeigt, wie mit einer selbstentwickelten App die Prüfteams um 20 Prozent effizienter eingesetzt werden können. Hier erklärt ein Verantwortlicher, wie das funktioniert.

Abgeschaltet wegen Erfolglosigkeit: HVV Any. (Foto: Christian Hinkelmann)

HVV Any: Warum das automatische Ticket wirklich sterben musste

Der HVV nennt das Deutschlandticket als Grund. Doch Daten zeigen: Woanders boomen ähnliche Systeme. Das waren die eigentliche Hintergründe für das Ende von HVV Any und deswegen wurden durch eine bestimmte Technik-Wahl möglicherweise Millionen verschwendet.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner