Private Elektroautos sind in Hamburg auf dem Vormarsch – trotz der hohen Preise im Autohaus. Wer in den Genuss der rasanten Beschleunigung kommen will, ohne gleich tief in die Tasche zu greifen, für den sind die E-Fahrzeuge von Carsharing-Anbietern eine Option. Zumindest in der Theorie. Denn in der Praxis bieten manche der Hamburger Anbieter extrem wenige E-Autos an.
Nachhaltig sind Carsharing-Autos oft trotzdem, schließlich ersetzt ein geteilter Wagen laut dem Bundesverband Carsharing 10,7 private Autos. Anbieter wie Miles sprechen sogar von 17 ersetzten Privatwagen. Doch wer ein elektrisches Carsharing-Auto nutzen will, muss in Hamburg mitunter länger in den Apps nach einem in der Nähe suchen. Eigentlich hatten sich die Unternehmen und die Politik schon vor mehreren Jahren auf eine E-Quote geeinigt.
Der Zeitpunkt, bis zu dem die von den Carsharing-Anbietern erreicht werden sollte, ist längst vorbei. Trotzdem verfehlen nach wie vor alle Hamburger Carsharing-Anbieter die mit dem Senat vereinbarte Quote. Das belegen neue Daten aus der Verkehrsbehörde. NAHVERKEHR HAMBURG analysiert, welche Anbieter besonders wenige Elektroautos auf die Straße bringen und wie sich die E-Quote zuletzt entwickelt hat. Wir haben nachgefragt, woran die Antriebswende bei geteilten Autos scheitert. Manche der Gründe dafür sind nachvollziehbar, andere eher weniger plausibel.
Im Oktober 2022 setzten sich die Stadt Hamburg und vier Carsharing-Anbieter hohe Ziele: Auf 80 Prozent sollte die E-Quote von Miles, WeShare (später von Miles übernommen), Share Now (inzwischen Teil von Free2move) und Sixt steigen – bis zum Beginn des Jahres 2024. Nutzerinnen und Nutzer sollten beim Carsharing auf den Geschmack kommen und die Antriebswende im Autoverkehr erleben können, ohne selbst direkt ein eigenes Elektroautokaufen zu müssen.
Die Freie und Hansestadt Hamburg sowie die Hochbahn verpflichteten sich im Gegenzug, die Rahmenbedingungen für E-Mobilität zu verbessern. Zum Maßnahmenprogramm der Stadt gehörten unter anderem Hunderte neue Ladepunkte im öffentlichen Raum. Die Nutzung der Switch-Stationen des HVV, an denen man Carsharing-Autos aller Anbieter nahe Bushaltestellen oder Bahnhöfen abstellen kann, wurde für Elektrofahrzeuge der Switch-Partner kostenlos.
Der rot-grüne Senat liefert, die Unternehmen spielen Mikado
Außerdem müssen emission…









3 Antworten auf „Carsharer bieten viel weniger Elektroautos an als vereinbart“
Es wäre noch interessant zu erfahren, ob der Senat weiterhin die Betreiber mit Vorzugsregelungen belohnen will, auch wenn diese ihre Seite des Vertrags nicht erfüllen.
Eine Legende fände ich bei der Grafik hilfreich. So ist das etwas fummelig, sich aus dem Text die Farben abzuleiten. Aber spannendes Thema jedenfalls, danke.
Btw: wann kommt die Schlappe zur Sternbrücke? Könnte man das folgende Gepolter in Energie umwandeln, könnten wir uns 100% Elektroautos problemlos leisten…
So läuft es halt in diesem Land. Viel Geblubber aber keine nachhaltige Änderung. Man sollte sich an China als ein Vorbild nehmen. Dort wurden E-Autos durch eine folgende einfache Regelung in den Markt gedrückt, sodass heute die E-Autoquote bei Neuwagen bei 50% (landesweit) und in den Großstädten bei nahezu 90% liegt. Benziner mit einem blauen Nummenschild dürfen je nach Nummenschildendnummer nur an gerade oder ungraden TAgen fahren, E-Autos mit einem grünen Nummernschild an allen Tagen! Klar wie dann die Entscheidung ausfällt! So sind in Peking selbst im Bestand 70% E-Autos! Und ganz nebenbei: alle Mofas und Scooter fahren elektrisch und die Landseuche der E-Roller, von unserem Verkehrssenator als die „neue Form der Feinmobilität“ gepriesen, sind dort schlichtweg verboten und existieren im Straßenbild überhaupt nicht! Dafür gibt es an jeder U-Bahnstation tausende von free-float Fahrrrädern, allerdings ohne E-Bikes, hilft vielleicht dem Bewegungsmangel zu begegnen.