
Fahrradstadt Hamburg ist noch weit von Vorbild Kopenhagen entfernt
Hamburg will zu einer der größten Fahrradstädte Deutschlands werden und baut kräftig an neuen Radwegen. Doch ein Blick zum Vorbild Kopenhagen zeigt: Es ist noch viel zu tun.

Hamburg will zu einer der größten Fahrradstädte Deutschlands werden und baut kräftig an neuen Radwegen. Doch ein Blick zum Vorbild Kopenhagen zeigt: Es ist noch viel zu tun.

Seit heute baut Hamburg die Radwege am Grindelberg aus. Allerdings: Neue Radspuren gibt es nur auf zwei kurzen Abschnitten. Scharfe Kritik kommt vom Radverband ADFC.

Noch nie haben so viele Menschen in Hamburg das StadtRad genutzt: Mit knapp 1,5 Millionen Ausleihen im ersten Halbjahr 2016 steuert das Fahrradverleihsystem auf einen neuen Rekord zu.

Hamburgs Politik und Behörden ziehen beim Ausbau des Fahrradverkehrs jetzt an einem Strang. Ende vergangener Woche haben sie das lang geplante „Bündnis für den Radverkehr“ unterschrieben. Jährlich sollen 50 Kilometer Radweg neu gebaut oder saniert werden – allerdings hauptsächlich auf Nebenstraßen. Die Opposition ist wenig begeistert.

Die Hamburger CDU hat ein alternatives Radverkehrskonzept zu den Ausbauplänen des rot-grünen Senats vorgelegt. Kernpunkt: Die Partei glaubt nicht, dass Hamburg jemals zu einer Fahrradstadt werden kann. Ein Radverkehrsanteil von 25 Prozent, wie ihn der Senat anpeilt, sei nur in kleineren Städten zu schaffen. Stattdessen will die CDU einen „zeitgemäßen Verkehrsmix“.

Der Radverkehr in Hamburg nimmt seit Jahren immer mehr zu. Bis Mitte des kommenden Jahrzehnts soll er ein Viertel des Gesamtverkehrs in der Hansestadt betragen. Aber was sind eigentlich die meistbefahrenen Routen in der Stadt. NahverkehrHAMBURG gibt einen Überblick.

Rad-Rambos, Kampfradler, Rüpel-Raser: Viele Autofahrer in Hamburg halten Fahrradfahrer für notorische Verkehrssünder, die immer öfter die Verkehrsregeln missachten. Doch ist das wirklich so? Und was sind die meisten Vergehen, die sich Radfahrer auf Hamburgs Straßen leisten?

Das Hamburger StadtRad-System gilt als das erfolgreichste Mietradsystem Deutschlands. Ein wesentlicher Grund dafür ist die kostenlose Nutzung in den ersten 30 Minuten. Doch damit könnte möglicherweise bald Schluss sein. Das hat Wirtschaftssenator Frank Horch in einem Zeitungsinterview angekündigt.

Seit vorgestern wird die Kirchenallee am Hauptbahnhof im Zuge des Busbeschleunigungsprogramms um- und für den Autoverkehr ausgebaut. Radfahrer gehen in der auftrebenden „Fahrradstadt“ allerdings weitgehend leer aus und bekommen hier keinen eigenen Fahrbereich. Die Begründung des zuständigen Landesbetriebs lässt aufhorchen.

Der rot-grüne Senat in Hamburg will in diesem Jahr 48 Kilometer Radwege neu bauen oder sanieren. Damit verdoppelt er die Zahl im Vergleich zum Vorjahr und erreicht knapp das selbst gesteckte Jahresziel von 50 Kilometern. In den kommenden Wochen wollen die Grünen in allen Bezirken auf Infoveranstaltungen für ihre Radverkehrsziele werben.

Die neuen Radfahrstreifen in der Grindelallee sind fast fertig und seit gestern vollständig befahrbar. Nach mehreren Monaten Bauzeit ist damit ein wichtiger Schritt zur Verbesserung des Radverkehrs zwischen Eimsbüttel und der Hamburger Innenstadt getan. Allerdings: Insgesamt gerät der politisch gewünschte Ausbau der Fahrradinfrastruktur in Hamburg offenbar gerade in schwierigeres Fahrwasser.

Fahrradfahrer am linken Alsterufer müssen ab sofort mehr auf der Straße fahren. Der rot-grüne Senat hat einen bestehenden Radweg zwischen dem US Konsulat und der Alten Rabenstraße auf einer Länge von rund 500 Metern abgerissen. Radfahrer aus der City kommend werden jetzt hinter dem Konsulat auf die Fahrbahn gelenkt.

Eine liegengebliebene S-Bahn mit 500 Fahrgästen am Montag an den Elbbrücken war kein Zufall. Schon bei der Planung des Bahnhofs war bekannt, dass Eis und Schnee dort zum Problem werden können. Warum das Risiko akzeptiert wurde.

Nach der Messerattacke am Hamburger Hauptbahnhof fordern alle mehr Sicherheit – doch keiner der Vorschläge verhindert wohl Gewalttaten. Im Ausland bewährt sich ein anderer Ansatz, der hierzulande nie ernsthaft diskutiert wurde. Warum eigentlich nicht?

Ausfälle, Verspätungen, widersprüchliche Störungsinfos: Frust im Hamburger Nahverkehr hat viele Ursachen. Doch oft bleibt er erstaunlich leise. Warum ist das so? Und ab wann wird dieser stille Ärger für Verkehrsunternehmen gefährlich? Antworten gibt der Mobilitätspsychologe Prof. Marcel Hunecke.

Fast jeder kennt den Geisterbahnsteig am U-Bahnhof Sengelmannstraße. Doch der ist nur ein Teil einer viel spektakuläreren Geschichte. Schon 1925 plante die Hochbahn hier einen gigantischen U-Bahn-Betriebshof mit 24 Gleisen. Woran das Riesenprojekt scheiterte.

Seltener Anblick: Mehrere alte Hamburger U-Bahn-Züge waren vor zwei Jahren auf eigenen Rädern an die Mecklenburgische Seenplatte gerollt – durch Wiesen und Felder. Es war ihre letzte Reise. Sie wurden dort verschrottet. NAHVERKEHR HAMBURG zeigt 30 einzigartige Bilder von der Aktion und vom Transport dorthin.

Die Hamburger Stadtteile Osdorf und Lurup sollen nun doch per U-Bahn und nicht mit einer S-Bahn ans Bahnnetz angebunden werden. Es ist die fünfte Kehrtwende in den vergangenen 50 Jahren – aber für die Menschen in Hamburg doch eine gute Entscheidung – aus diesen vier Gründen. Eine Analyse.
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